Die 21 größten Kinoflops aller Zeiten

Platz 10: Stealth (2005)

Ein Film über ein Kampfflugzeug mit künstlicher Intelligenz, das den dritten Weltkrieg auslösen könnte. Und natürlich die amerikansichen Piloten, die das verhindern müssen. Was sich ein wenig anhört wie das vorweggenommene Debakel um deutsche Drohnentechnologie oder ein Crossover aus Top Gun und Terminator, ist im Endeffekt ein Fast & Furious am Himmel. Aber wie so oft in dieser Liste muss man sich die Frage stellen, warum so etwas am Ende 170 Millionen $ kostet? Regisseur Rob Cohen hat übrigens auch den ersten Fast & Furious-Film gemacht. Und xXx. Mit dem Unterschied jedoch, dass diese nur einen Bruchteil des Stealth-Budgets verschlangen und kommerziell erfolgreich waren. Ach ja, Jamie Foxx spielt hier übrigens mit. Ein Glück bleibt er uns als Django und Ray in Erinnerung und nicht für diesen belanglosen Mumpitz. Übrigens: Wer allergisch auf Filmfehler reagiert, sollte sich von Stealth tunlichst (wenn nicht schon ohnehin) fernhalten. Angeblich ist nämlich 1 eine Primzahl. Aber bei 170 Millionen Dollar Budget bleibt einfach kein Geld, um Recherche zu betreiben.Stealth

Kosten: 170.800.000 $   Verlust: 93.867.128 $   Verlust heute: 110.340.657 $

 

Platz 9: Das Tor zum Himmel (1980)

Kris Kristofferson, Christopher Walken, John Hurt, Mickey Rourke und Jeff Bridges in einem epischen Westernfilm über einen Konflikt zwischen Landbesitzern und europäischen Immigranten. Auf dem Regiestuhl Michael Cimino, den man von Die durch die Hölle gehen (The Deer Hunter, 1978, Oscars für beste Regie und besten Film) kennen könnte. Nach diesem Erfolg stellte man Cimino einen Blanko-Scheck für Das Tor zum Himmel aus. Was sich als gigantischer Fehler entpuppen sollte. Die Drehzeit, beginnend im April 1979, wurde massiv überzogen, gigantische Set-Umbauten wurden gemacht (Straßenverbreiterungen, Gebäudeumbauten, Baumumpflanzungen) und endloses Nachdrehen von Szenen führten zu 220 Stunden gedrehtem Material. Weil Cimino einen wirklich guten Vertrag besaß, konnte er für das kostspielige Arbeiten nicht zur Rechenschaft gezogen weden. Und feuern wollte man ihn auch nicht mehr, denn zu viel Geld war bereits geflossen. Gemunkelt wird außerdem, dass die Hälfte des Budgets für Kokain für Schauspieler und Crew draufgegangen ist. Zudem drehte Cimino einzelne Szenen bis zu 50 mal.

Im ersten Schnitt präsentierte der Regisseur einen 325 Minuten langen Film, den man in dieser Länge aber nicht rausbringen wollte. So verbrachte Cimino nochmal ein halbes Jahr im Schneideraum und stutzte Das Tor zum Himmel auf zuschauerfreundliche 219 Minuten. Eineinhalb Jahre nach Drehbeginn kam Heaven’s Gate im Winter 1980 dann endlich ins Kino. Mit disaströsen Kritiken. Nach einer Woche wurde die weltweite Veröffentlichung abgesagt und Cimino schnitt den Film zum dritten Mal. Das dauerte ein ganzes Jahr und am Ende kam man auf einen 149 Minuten langen „Director’s Cut“. So erschien Das Tor zum Himmel im April 1981 dann endlich und erhielt, wer hätte das gedacht, nicht sehr viel bessere Kritiken. Nach zwei Wochen Laufzeit wurde der Film wieder aus den Kinos genommen, als er gerade mal 3.5 Millionen $ eingespielt hatte. Bei einem Budget von 44 Millionen. Interessanterweise gab es aus Europa und speziell aus Cannes durchaus positives Echo. Das konnte die Karriere von Cimino in Hollywood aber auch nicht mehr retten. Nichtsdestotrotz liest sich kaum eine Geschicht über eine Filmproduktion mit mehr Vergnügen als die über Das Tor zum Himmel. Interessierten sei der Wikipedia-Artikel zum Film ans Herz gelegt.Das Tor zum Himmel

Kosten: 44.000.000 $   Verlust: 40.515.669 $   Verlust heute: 112.890.792 $

 

Platz 8: Speed Racer (2008)

Die Wachowski-Geschwister (Larry ist seit ein paar Jahren Lana) sind schon sehr denkwürdige Persönlichkeiten. Vor allem natürlich wegen dem grandiosen ersten Matrix-Film. Dann widerum natürlich für die vielleicht größte Enttäuschung in Hollywood aller Zeiten mit den beiden Matrix-Sequels. Die beiden haben aber auch V wie Vendetta geschrieben, das vielleicht nicht ganz so grandios wie Matrix, aber nichtsdestotrotz schon ziemlich geil ist. Und was liegt näher, als danach ein Anime aus den 60er Jahren zu verfilmen? Manch einer mag sich dann widerum fragen, was das Zielpublikum hätte sein sollen. Denn welches Kind kennt das Speed Racer-Franchise? 120 Millionen Dollar kostete der Film allein, der übrigens zu großen Teilen in Babelsberg gedreht wurde. Da halfen dann die 80 Millionen Dollar an Marketing kaum weiter. Selbst mit Lego- und McDonalds-Spielzeug ging Speed Racer massiv baden und spielte nichtmal die Hälfte seiner Kosten wieder ein. Die Kinder stehen halt irgendwie lieber auf Transformers-Spielzeug und Michael Bay-Filme. Die effektvolle Geschichte um einen jungen Rennfahrer verkam so zu einem unheimlich teuren Werbestreifen, der mit Emile Hirsch, Christina Ricci, John Goodman, Susan Surandon, Matthew Fox und Benno Fürmann zwar durchaus gut besetzt, ansonsten aber mehr oder weniger ziemlich seelenlos daherkam.Speed Racer

Kosten: 200.000.000 $  Verlust: 106.054.254 $  Verlust heute: 113.086.290 $ 

 

Platz 7: Stadt, Land, Kuss (2001)

Peter Chelsom macht im Grunde nur romantische Komödien, wie ‚Weil es Dich gibt‘ oder ‚Darf ich bitten?‘. Ach ja, und natürlich Hannah Montana – Der Film. Warum Stadt, Land, Kuss (im Original Town & Country) aber 105 Millionen Dollar gekostet hat, ohne rigorose Action und Explosionen oder Weltraumschlachten, ist wohl ein Kuriosum. Drehbeginn war im Juni 1998 mit einem Budget von 44 Millionen $, wovon 5 Millionen für Warren Beatty waren. Mehrere Probleme wie Beattys Verlangen nach vielen Takes verzögerten den Film. Beim Dreh wurde das Skript überarbeitet, weil das Ende wohl noch nicht zufriedenstellend war. Nach 8 Monaten, im April 1999, waren die Dreharbeiten noch im Gange. Allerdings mussten Garry Shandling und Diane Keaton zu den den Drehs anderer Filme. Es dauerte ein Jahr, bis man die gesamte Crew wieder zusammenhatte und im April 2000, 2 Jahre nach dem ursprünglichen Beginn der Arbeiten, die neu geschriebenen Szenen in gut einem Monat zusammedrehen konnte. Die Krux an der Geschichte ist, dass man diverse Schauspieler erneut bezahlen musste und sich die Produktionskosten dadurch verdoppelten. Hinzu kommen 15 Millionen Dollar an Marketing. Für einen Film mit einer imdb-Wertung von 4,3 geradezu zum an den Kopf fassen. Ach ja, zum illustren Cast gehörten außerdem noch Goldie Hawn, Andie MacDowell, Charlton Heston, Josh Hartnett und Nastassja Kinski. Hauptsache billig. Worum es ging? Kein Ahnung. Das wissen vermutlich nichtmal die Darsteller.Stadt, Land, Kuss

Kosten: 105.000.000 $   Verlust: 94.627.709   Verlust heute: 122.690.578 $



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