Der Nebel (2007)

Nach einem schwereren Sturm in dem Städtchen Castle Rock macht sich David Crayton (Thomas Jane) mit Sohn und Nachbarn zum Supermarkt auf, um sein Haus reparieren zu können. Als sich dann urplötzlich ein ganzer Nebel um das Geschäft legt und erste Monster angreifen, begreifen die Eingeschlossenen, dass man nicht mehr so leicht aus der ganzen Geschichte herauskommt.

Der 112-minütige Monsterfilm geht relativ schnell zur Sache. Bis zum Einschluss im Supermarkt vergehen nur 10 Minuten. Und danach beginnt das große Sterben. Insgesamt fängt der Streifen den Stephen-King-Flair des Buches, auf dem er basiert, ganz gut ein. Besonders interessant fand ich persönlich, wie die Gefahr nicht nur draußen in Form von spinnenähnlichen Viechern lauert, sondern dass die Probleme schon bei den Menschen selbst anfangen. Wenn zum Beispiel die religiöse Fanatikerin Mrs. Carmody (Marcia Gay Harden) anfängt, die Leute anzustacheln und aufzuhetzen. Das erinnert dann auch schon ein wenig an ‚Die Arena‘ (Klick), ein weiterer Roman Kings, indem eine ganze Stadt eingeschlossen ist.

Unser Hauptcharakter ist David, ein Künstler und Familienvater, der das Leben seines Sohnes schützen will. Bei der Fülle an verschiedenen Charakteren sticht er nicht unbedingt sehr stark heraus, doch er trifft praktisch alle Entscheidungen und ist sowas wie ein Alpha-Tier zu Beginn. Er muss sich behaupten gegen intrigante Großkotze und Fanatiker und ist doch irgendwie von vornherein zum Scheitern verurteilt. Das ist ganz gut in Szene gesetzt, die Stimmung im Supermarkt verschlechtert sich zusehends und die Monster werden zusehends größer.

Überhaupt gefiel mir das Design der Ungetüme, die irgendwann riesig werden und hungrig sind. Es ist natürlich kein Meileinstein des Monster-Film-Genres, doch ich glaube, dass der Film wohl weniger ein Horror- als eher eine Art Gesellschafts-Drama darstellt. Es geht natürlich von der drohenden Gefahr des Nebels und der Monster aus, aber die meiste Screen-Time bekommen die Menschen mit all ihren Problemchen. Und das macht die einzelnen Tode nicht zu einfachen Schnetzelorgien im Stile irgendwelcher Splatter-Massaker. Wenn beispielsweise die aufgestachelte Meute einen Menschen den ‚Hunden‘ zum Fraß vorwirft, dann ist das einem nicht egal. So erkennt man in den Menschen die wahren Monster, was spannend und verstörend zu gleich ist.

Rein schauspielerisch wird keiner der Beteiligten einen vom Hocker hauen. Aber das ist auch nicht nötig, denn ‚Der Nebel‘ lebt viel mehr von der Gruppendynamik als von den Einzelnen. Es gibt sozusagen keine Superhelden im realen Leben, und wenn die Kacke am Dampfen ist und Monster einen filettieren wollen, dann ist sich jeder selbst der nächste. Besonders faszinierend und extrem ist das Ende, dass ich um keines Willen spoilern will. Aber dieser Schluss war noch einmal ein krasser Kick meiner Meinung nach, der mir dieses Filmerlebnis noch ein Stück näher ans Herz gebracht hat. Man braucht kein 200-Millionen-Dollar-Budget und superbe Special Effects, um einen super Film zu machen, was ‚Der Nebel‘ für mich eindrucksvoll beweist. Stephen King weiß einfach, wie man sein Publikum unterhält.

Wem ‚Cloverfield‘ zu hektisch war und die normale Horror- bzw. Monster-Filmwelt zu hohl ist, macht mit ‚Der Nebel‘ nichts falsch. Auch Freunde von ’28 Days Later‘ werden meiner Meinung nach nicht enttäuscht sein.

Regisseur: Frank Darabont (Die Verurteilten, The Green Mile, The Majestic)

Schauspieler: Thomas Jane, Marcia Gay Harden, Toby Jones

Bewertung: 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.