Death Note (2006 – 2007)

Death note heißt übersetzt Todesmeldung. Und in dieser japanischen Anime-Serie gibt es davon so einige. In 37 Episoden zu je 20 Minuten wird die Geschichte des Schülers Light Yagami erzählt, der ein Notizbuch findet, das eigentlich einem Shinigami bzw. Todesgott namens Ryuk gehört und jedem die Fähigkeit verleiht, Menschen umzubringen. Ganz einfach durch Eintragen eines Namens und der Kenntnis des betreffenden Gesichts kann man auf praktische Art und Weise jeden um die Ecke bringen. Da Light ein guter Mensch ist und ein Musterschüler, beschließt er in seinem Größenwahn, alle bösen Personen auf dem Planeten zu töten. So fängt er an, die bösen Buben, die in den Nachrichten erscheinen, einzutragen. Praktischerweise ist sein Vater Polizist und so gelangt er an noch mehr tötenswerte Leute. Schließlich schaltet sich jedoch der krasseste Detektiv der Welt namens L in die Geschichte, um der ratlosen Polizei zu helfen. So beginnt der richtig gute Teil, nämlich ein Katz- und Mausspiel zwischen Light (der unter dem Namen Kira operiert) und L. Das dauert bis Folge 25.

Bis hierhin fesselte mich so gut wie alles in der Serie. Die Krimi-Elemente waren durchdacht und unterhaltsam, die Fantasy-Elemente mit den Todesgöttern eine nette Abwechslung. Der Kampf beider Hauptprotagonisten mit dem Verstand war spannend, denn beide sind clever und gleichzeitig auch wieder merkwürdig. Während sich Light zum Gott einer utopischen Welt frei von Kriminalität aufschwingen will, ist L ein merkwürdiger, beinahe an Gollum erinnernder Charakter. Dabei ist Light nach außen hin ein mustergültiges Mitglied unserer Gesellschaft, obwohl er zu keinem einzigen Punkt sympathisch ist. Er manipuliert, tötet und lügt, vollkommen ohne Skrupel. Wer seiner Idee im Weg steht, muss umgebracht werden.

Nach Folge 25 jedoch verliert die Serie viel an Sympathie. Die Handlung wird ein paar Jahre in die Zukunft getragen und unnötig verkompliziert. Vor allem, weil viel zu viele Leute an der Geschichte beteiligt werden und weil keine neuen interessanten Personen hinzukommen. Das ist sehr schade, denn so wird das Finale weniger spannend wie es hätte sein können. Lights Freundin bzw. spätere Frau, die ebenfalls über ein Death Note verfügt, ist eigentlich nur ein dummes Blondchen. Ich weiß nicht, ob das der asiatischen Vorstellung von witzigen Charakteren entspricht, jedoch passt sie meiner Meinung nach überhaupt nicht in den sonst so düsteren Tonus der Serie.

Insgesamt fand ich Death Note gut. Ich gucke nicht viele Animes, doch hier wurde ich, zumindest für die ersten 25 Folgen, sehr gut unterhalten. Wahrscheinlich gingen den Schreibern am Ende einfach die Ideen aus. An sich bietet Death Note eine Menge Denkstoff über die Todesstrafe und über die Verantwortung der Medien. Inwiefern ist unsere Gesetzgebung gerecht? Darf man Mörder einfach umbringen bzw. wo zieht man die Grenze für Straftaten, für die jemand den Tod verdient hätte? Interessant finde ich auch den Aspekt, ob man einen Mord verüben würde, wenn man in jedem Fall nicht erwischt werden könnte, da man die Tötung nicht durchgeführt hat. Im Grunde schwingt sich Light zum Richter und Henker für den ganzen Planeten auf mit Informationen, die er über die Medien erhält. Er polarisiert die Menschheit, denn es gibt Befürworter seiner Arbeit und auch Gegner. Und so tötet er eben auch unschuldige Gegner. Menschen, die sich dazu aufmachen, Gott zu spielen und irgendwann von sich selbst und ihrer Schöpfung korumpiert werden: Das kennt man aus Frankenstein oder Blade Runner, nur hier eben als Anime.

Bewertung: 

Ein Gedanke zu „Death Note (2006 – 2007)“

  1. Der letzte Absatz ist echt nice. Das übertrifft jede dämliche Gedichtanalyse bei Frau Welz, die wir machen mussten. Ich hab jetzt auch Bock auf die Serie und vergiss nicht, Anfang März kommt unser H&K3D Feature hier als Beitrag. So jetzt noch einer aus dem neuen Farid Album:

    Farid ist Asi und kein Gentlemen,
    doch heute ist der Asi artig, wie Jacki Chan.

    ^^Sag nicht, es ist schlecht, weil es wirklich gut is.

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