Dawn of the Dead (2004)

Eigentlich möchte die Krankenschwester Ana (Sarah Polley) nur ein wenig chillaxen am Wochende, schließlich ist ihre Arbeit anstrengend und Überstunden muss sie auch noch schieben. Das wäre auch kein Problem, würde nicht während des gemeinsamen Schläfchens mit ihrem Mann die Zombie-Apokalypse über die Welt, ihre Nachbarstochter und den Gatten hereinbrechen. Sie kann sich gerade noch so retten und stößt nach einer Weile auf den Cop Kenneth (Ving Rhames), mit dem sie sich zusammen mit ein paar anderen in einem Kaufhaus verschanzt. Eigentlich ein geiler Ort, um gemütlich abzuhängen und auf Rettung zu warten, wäre nicht die komplett behinderte Shopping-Security, die sich für die neue Exekutive des Planeten hält. Man gewinnt jedoch die Oberhand und so können unsere Helden ein wenig entspannter vor sich hin leben. Vor den Toren der Mall jedoch sammeln sich die Untoten und warten auf die Insassen. Wir erfahren, dass sogar das Militär nicht viel bewerkstelligen kann und ein Stützpunkt völlig überrannt wurde. Ewig kann man jedoch nicht dort bleiben, irgendwann werden Pläne geschmiedet.

‚Dawn of the Dead‘ ist ein Remake von George A. Romeros gleichnamigem Film aus dem Jahre 1978, welchen ich noch nicht gesehen habe. Aber was Zack Snyder hier zeigt, ist durch und durch ein ‚moderner‘ Zombie-Film (übrigens taucht das Wort Zombie nicht ein einziges Mal im Film auf). Die Untoten rennen und klettern, verwesen langsam und sind sehr aggressiv. Das langsame Schlurfen von früher ist nicht mehr vorhanden. Und ähnlich wie in dem einen oder anderen Stephen-King-Roman stehen sich die Menschen gegenseitig im Weg, trotz der Gefahr draußen. Das ist ganz nett, weil so viele verschiedene Typen aufeinandertreffen und interagieren. Der Film spielt eben größtenteils in einem Einkaufszentrum, wird trotz allem aber nicht langweilig. Nicht jeder ist nett und Ving Rhames ist einfach nur die Coolness in Person. Überzogen oder superdämlich ist eigentlich niemand, jeder hat Probleme und eine Geschichte zu erzählen. Da ist zum Beispiel der ‚Anführer‘, der jedoch im normalen Leben nur Fernsehgeräte verkauft hat und jetzt in eine Führungsrolle schlüpfen muss oder will.

Außerdem halte ich dem Film zugute, dass in sich alles stimmig und plausibel ist. Es gibt keine Logik-Lücken oder Schwarz-Weiß-Malerei. Auch die weniger netten Leute haben die Chance, sich zu ändern. Und so muss die Gruppe, wohl oder übel, irgendwann aus dem Center raus. Dann nimmt der Film sein Ende. Richtig fies ist, dass während das Abspanns noch Szenen gezeigt werden. Das darf man nicht auslassen, sonst verpasst man noch die eine oder andere wichtige Information. Was ‚Dawn of the Dead‘ zudem gut macht, ist der Fakt, dass es im Gegensatz zu beispielsweise ‚Resident Evil‘ (I, II, III, IV) keine Übermenschen gibt. Jeder sitzt in der gleichen Situation und niemand ist sicher. Es gibt keine Super-Kämpfer a lá Alice, die jeden Zombie vermöbeln und zerschnetzeln. Das macht das Szenario realistischer. Sehr schön ist das stimmige Intro mit Musik von Johnny Cash, das den Zusammenbruch der Zivilisation zeigt.

Es mag sein, dass sich ‚Dawn of the Dead‘ in den knapp eineinhalb Stunden hin und wieder ein wenig zieht. Das hat mich jetzt aber nicht gestört. Gesplattert wird eher dezent, inklusive hier und da einem Schockmoment. Ansonsten fand ich alles wirklich realistisch (sofern man die Zombies für ‚realistisch‘ hält) und nachvollziehbar. 28 Days Later war besser, weil emotionaler und spannender, ansonsten kann ich jedem ‚Dawn of the Dead‘ weiteremphelen als einen wirklich ansprechenden Zombie-Film. Ob er einem gefällt, entscheidet sich, ob einem das Szenario zusagt. Dann kann man sich auch auf das Setting mit den ganzen Charakteren einlassen.

Regie: Zack Snyder (300, Watchmen, Sucker Punch)

Schauspieler: Sarah Polley, Ving Rhames

Bewertung:

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