Das Scrubs-Dilemma

Die Idee war ja gar nicht mal so blöd. Man wollte mit einem Gerüst aus alten Protagonisten die Neuen einleiten und so einen flüssigen Übergang von alt nach neu schaffen. Passend dazu verließ beispielsweise Ted das Krankenhaus und zeigte diesen Wechsel dadurch so ein wenig auf. Andererseits war es nicht nur Carla, die plötzlich verschwunden und ohne große Ankündigung weg war. Der legendäre Hausmeister (Neil Flynn) des Sacred Heart Hospital ward nie wieder gesehen. Auch wenn er nie die wichtigste Person im Gespann war, er hat das mit Abstand größte Kultpotential. An seine Stelle wurden dafür zwei Sicherheits-Männer eingeführt, die dermaßen hohl und blöd sind, dass es einfach nur wehtut. Dass es der Serie nie an dummen Rollen mangelte, beweist der Todd, aber trotzdem wurde mit dem Security-Duo ein blödes wie auch unnötiges Maß an Idiotie erreicht, das man vorher so noch nicht kannte.

Bin ich als eingefleischter Scrubs-Fan jetzt wütend? Hat Bill Lawrence die Serie zerstört? Im Groben und Ganzen ganz klar nein. Natürlich ist es schade, dass mit dem Finale der achten Staffel nicht die ganze Geschichte einfach so gelassen wurde. Aber die Ansätze sind nicht völlig verkehrt. Die finale Umsetzung reicht aber nich an das, was man normalerweise von der Riege gewohnt ist. Am Ende entscheidet natürlich immer das Geld und der Erfolg, ob es weitergeht oder nicht. Dass mit Sequels Altbekanntes nochmal aus dem Grab geholt wird, ist keine neue Erfindung. Trotzdem geht dabei immer so ein wenig der Zauber oder auch der Glanz des Originals verloren. Vor allem, wenn wie hier mit viel Aufwand wenig erreicht.

Nachhaltig hat die neunte Staffel mein persönliches Bild der vorigen Episoden nicht getrübt. Dafür habe ich einfach zu viel Zeit mit der Serie und seinen Charakteren verbracht. Nichtsdestotrotz kann ich die finalen 13 Folgen niemandem so wirklich empfehlen. Klar, richtig schlecht sind die nicht. Aber niemand braucht sie auch wirklich. Ganz so furchtbar wie Teil 2 und 3 von Matrix sind sie zwar widerum nicht, aber sie machen aus einer abgeschlossenen Serie mit gutem Ende eine unabgeschlossene ohne richtiges Ende. Und das tut dann doch etwas weh.

Aber was solls, so ist das Leben. Und wenn für jemanden 13 schlechte Episoden 169 großartige kaputt machen (das exakt 13-fache!), dann nur, weil man ein verwöhnter Konsument ist. Als erwachsener Mensch dürfte man damit fertig werden. Viel Erfolg.

Cox: Ich würde dich gern über eine fabelhafte Sache aufklären, die ich „Perrys Prinzipien“ nenne.
Nummer 1: Wenn jemand in der Cafeteria nicht weiß, was er essen soll, nachdem er bereits eine halbe Stunde vor mir in der Schlange stand, dann sollte ich ihn umbringen dürfen.
Nummer 2: Ich bin sicher, wenn man im Internet die Pornos verbieten würde, gäbs bald nur noch eine Website und zwar mit dem Titel: „Gebt uns die Pornos wieder!“

 

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