D-Tox – Im Auge der Angst (2002)

Willkommen auf der Beauty-Farm vom Trainer von Vampirjäger Blade, Kris Kristofferson. Irgendwo im amerikanischen Nirgendwo werden hier traumatisierte und drogenabhängige Polizisten vor einer malerischen Schneekulisse entschlackt und ermordet. Mittendrin unser Lieblingspolizist Sylvester Stallone, der in so einer Art Trauma versucht, sein Schauspieltalent zu entdecken, allerdings als moderner Don Quijote von Vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Der Hausmeister ist Tom Berenger (Inception, Training Day) und die Krankenschwester wird verkörpert von Polly Walker. Außerdem spielen noch ungefähr zwanzig weitere Protagonisten eine Rolle, deren Namen man sofort vergisst. Ein Glück benutzt D-Tox daraufhin jeden gottverdammten Namen dutzendfach pro Minute, um das eigene Gedächtnis zu trainieren.

Aber sachte. Worum geht es in diesem eineinhalbstündigen „Thriller“? Jake Malloy (Sylvester Stallone) ist FBI-Ermittler und einem Polizisten-Mörder auf der Spur. Dieser bringt seine Opfer auf bestialische Art und Weise um. Als Malloy ihm immer näher kommt, wird seine Frau ermordet und der Beamte wird depressiv. Alkoholisiert versucht er, sich das Leben zu nehmen. Das gelingt natürlich nicht und sein Kollege Hendricks (Charles S. Dutton) schickt ihn nach Wyoming, wo der Doc (Kris Kristofferson) eine Art Atombunker als Therapiezentrum für Cops führt. Bis hierhin hat man noch einen halbwegs akzeptablen Film, der aufgrund der Morde stark an ‚Sieben‘ erinnert. Aber leider kommen nun die letzten 60 Minuten.

Nach und nach werden die Patienten ermordet. Manchmal fragt man sich jedoch, wer denn nun genau tot ist. Schließlich hat man nur kurz alle zehn Insassen kennengelernt und die erste Leiche sieht man eher flüchtig. Dann teilt sich die Gruppe auch noch auf und wir erleben tatsächlich ein „lasst uns alle einzeln alles absuchen“. Dabei stirbt der eine oder andere. Und in dem ganzen Sterben wird unser Held Malloy in Einzelhaft gesperrt. Doch, wer hätte das gedacht, in der gottverdammten Zelle gibt es einen mannsgroßen Lüftungsschacht, den er mit seinem gottverdammten Ehering aufbekommt. Dann wird noch ein wenig mehr gestorben, es kommt zum Showdown und natürlich taucht die Nebenhandlung zum Schluss auf, die aus seinem Kollegen besteht, der in der Nähe Eisangeln war.

Alle in der Anstalt sind merkwürdige Arschlöcher und selbst Malloy hat nicht viel, was man an ihm mögen kann. Das liegt nicht zuletzt an Sylvester Stallone, der hier die Ausstrahlung einer Gurke hat. Und auch das Verwirrspiel darum, wer am Ende denn der Böse ist, ist ziemlich vorhersehbar. Nichtsdestotrotz ist die ganze Aktion von vorn bis hinten völlig bescheuert. Die Idee hinter der Einrichtung ist völlig hirnrissig und das Verhalten der Protagonisten, die alle (angeblich) Polizisten sein sollen grenzt an pure Dummheit. Und, oh Wunder, die heiße Krankenschwester wird zur einzigen Vertrauensperson unseres Psycho-Rambos. Das Finale ist vorhersehbar und am Ende hat man den Eindruck, dass die Hälfte der beteiligten Personen einfach vergessen oder rausgeschnitten wurden. Da ist dann irgendwann auch die, na nennen wir sie mal Spannung, verpufft.

D-Tox ist ein sehr trauriger Film, ohne jegliche Handlung oder auch nur ein bisschen schauspielerischer Leistung. Das ist ein von der Bank weg uninspiriertes Stück Müll, das vermutlich auf der Welle von ‚Sieben‘ schwimmen und mit den Namen Stallone, Krisofferson und Berenger werben soll. Ich habe wirklich nicht den blaßesten Schimmer, wem das hier gefallen sollte. Der Regisseur, Jim Gillespie, zeichnet sich verantwortlich für ‚Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast‘. Und genauso blöd wie diese Billigthriller aus den 90ern ist eben auch D-Tox. Da hilft auch nicht der auf cool gemachte Name (detox ist englisch für entgiften). Alternativen sind vor allem, wie bereits mehrfach erwähnt, ‚Sieben‘ und ‚Die purpurnen Flüsse‘. Die sind nämlich H-mmer.

 

Regie: Jim Gillespie (‚Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast‘, Venom)

Schauspieler: Sylvester Stallone, Kris Kristofferson, Tom Berenger, Jeffrey Wright, Stephen Lang

Bewertung: 

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