Shaun of the Dead (2004)

Shauns (Simon Pegg) Leben ist so ziemlich am Sack, genau wie er selbst. Anstatt seine Freundin glücklich zu machen, hängt er lieber mit seinem Kumpel und Mitbewohner Ed (Nick Frost) in deren Lieblingspub ab. Auf der Arbeit genießt er keine Autorität und der Mann seiner Mutter ist ein Arsch. Als die Zombie-Apokalypse über sein beschauliches Leben hereinbricht, muss er sich beweisen und zeigen, dass er kein Taugenichts ist.

Legendär sind einfach nur die ersten 30 Minuten, in denen Shaun durch seinen Alltag tingelt und praktisch nicht mitbekommt, wie um ihn herum Menschen zu wandelnden Untoten werden. Er holt sich irgendwas in einem Kiosk neben seinem Haus und bemerkt vor Schlaftrunkenheit nicht die Blutflecken überall im Laden. Und so geraten er und sein Kumpel in die schwierige Lage, sich zur Wehr setzen und Shauns Lieben in Sicherheit bringen zu müssen. Und praktisch an jeder Stelle gibt es geilen britisch-schwarzen Humor. Mitten in einer Schar von Zombies kriegt Ed einen Anruf und fängt an, seelenruhig Dope zu  verticken.

Dabei sind Nick Frost und Simon Pegg ein cooles Duo, so wie auch in Hot Fuzz. Ein richtiges Buddy-Movie ist ‚Shaun of the Dead‘ jedoch nicht, da auch viele andere Charaktere auftauchen und die Beziehung zwischen Shaun und seiner Freundin Liz oft thematisiert werden. Insofern ist dieser Zombiefilm sympathischer als die vielen anderen Verwurstungen der Thematik, weil im Grunde die Menschen und nicht die Zombies im Vordergrund stehen. So bleibt die Handlung simpel und an jeder Stelle logisch, außerdem ist das Ende rundum befriedigend.

Zum Ende hin wird die Komödie hin und wieder ernst. Soll man Infizierte, aber Noch-Nicht-Zombies, erschießen oder nicht? Allzu viel hineininterpretieren will ich da jetzt nicht, aber der Umgang damit wirkt durchdacht. Irgendwelche lächerlichen Verschwörungstheorien gibt es nicht, wodurch sich halt auch alles auf dem kleinen Raum der wenigen auftauchenden Personen abspielt. Langweilen tut man sich zu keiner Zeit in den fast 100 Minuten Laufzeit.

So schafft es Edgar Wright, mit einem fast lächerlichen Budget von 5 Milionen US-$ (Quelle), eine wahre Perle des Zombie-Film-Genres zu erschaffen. Ich hab den Film nun schon zum dritten oder vierten Mal gesehen und finde ihn immer noch unheimlich sehenswert. Übrigens ist ‚Shaun of the Dead‘ erst der erste Teil der Blood-and-Ice-Cream-Trilogie, Hot Fuzz ist der zweite und wohl in Planung ist bereits der dritte. Mir fällt keiner ein, dem der Film nicht gefallen sollte. Vielleicht Leute, die sich bei jedem bisschen Blut ins Höschen machen oder, naja, Arschlöcher eben.

Regie: Edgar Wright (Hot Fuzz, Scott Pilgrim, Spaced)

Schauspieler: Simon Pegg, Nick Frost

Bewertung:  

Toy Story 3 (2010)

Es gibt Filme, die liebt man einfach nur, weil man mit ihnen aufgewachsen ist. Als Kind taucht man dann für eine Weile in eine ‚coolere‘ Welt ab, in der nichts unmöglich und alles viel toller ist als in der harten und bitteren Realität (oha wie misanthropisch). Ich bin mit dem ganzen Disney-Kram aufgewachsen, von ‚Die Schöne und das Biest‘ über ‚101 Dalmatiner‘ bis hin zu ‚Tarzan‘. Damals war irgendwie noch alles gezeichnet, von Hand und so. Old-School. So weit so gut.

Dann ging es los mit den Animationsstudios und -filmen. Und die waren einfach mal besser, oder einfach moderner. ‚Toy Story‘, den ersten, hab ich noch gar nicht mitgenommen (1995) bzw. nicht so sehr gemocht. Dann kam jedoch 1998 und ‚Antz‘ von DreamWorks raus. Den Film habe ich geliebt, einfach weil der gesamte Humor nicht mehr so kindlich war wie die meisten anderen animierten oder gezeichneten Streifen. Soweit es überliefert ist, begann nun sowas wie ein Wettstreit zwischen DreamWorks und Pixar (bzw. Disney, wobei Pixar die Ideen und die Produktion machte und sich dann Disney um Verleih und Marketing kümmerte). In diesem Sinne wurde das ‚Animationsfilmgenre‘ zunehmend wichtiger und profitabler, sodass man jedes Jahr mit mehreren animierten Movies rechnen musste oder durfte. 1999 kam ‚Toy Story 2‘, den ich dann auch im Kino sah und superendgeil fand. Da hat halt einfach alles gestimmt. Man lacht und irgendwo gibt es auch eine Stelle, wo es ernster wird. Während ‚Findet Nemo‘ 2003 dann soweit einer der letzten Filme von Pixar war, die ich noch geguckt habe, schloss ich DreamWorks‘ Shrek ins Herz und genoss 2005 noch ‚Madagascar‘. Und dann war es für mich vorbei, ich hatte einfach mal so gar keinen Bock mehr auf irgendwas Animiertes. War ja eh immer alles das Gleiche. Der dritte Shrek war nicht mehr so gut, der vierte ein klein wenig besser und der Rest von DreamWorks sehr kindlich. Pixar andererseits: Ratatouille war nett, aber die Motivation für ‚Wall-E‘ und ‚Up‘ hat nicht mehr gereicht. Das soll jetzt nicht heißen, dass ‚Wall-E‘ und ‚Up‘ doof waren, ich hatte halt einfach mal keinen Bock drauf.

So, schließlich sind wir angekommen im Jahr 2010 und bei ‚Toy Story 3‘. 2010 hatte ich auch auf lebendige Spielzeuge keine Lust, trotz unglaublichen kommerziellen Erfolgs und überwältigender Kritiken weltweit. Angst bereitete mir vor allem das Wissen, wie viele gute Filme in Fortsetzungen schon verwurstet und vernichtet wurden, allen voran natürlich ‚Matrix‘ als König der „BOA, geiler erster Film, BOA, dummer zweiter Film, BOA, beschissener dritter Film“-Trilogien. Der dritte Shrek war nicht gut und ich wusste, dass im vergangenen Jahrzehnt ganz viele Straight-to-DVD-Fortsetzungen gemacht wurden von meinen Kinderfilmen und die allesamt lieblos und scheiße waren (Dschungelbuch 2, Schöne und das Biest 2, Arielle 2, Bambi 2, Pocahontas 2, König der Löwen 2, Glöckner 2, 101 Dalmatiner 2, König der Löwen 3, Mulan 2, Tarzan 2, Lama 2). Wahrscheinlich sind die noch für Kinder in Ordnung, zeitlose Klassiker sind sie allesamt aber nicht geworden und ich dachte mir nur: „FUCK YOU DISNEY!“, immer wenn dann irgendwie der 30. Werbespot für ‚Bambi 3 – Rache der Waldtiere‘ auf DVD kam. Somit ging ich an ‚Toy Story 3‘ auch mit größter Vorsicht heran, um nicht Opfer der Franchise-generierenden Kapitalisten an der Spitze von Disney zu werden.

Die ganzen (lebenden) Spielzeuge aus den ersten beiden Teilen erleben mit, wie ihr Besitzer Andy groß wird und sie nicht mehr braucht. Über eine Verwechslung gelangt die Crew in einen von einem Don-Teddybären regierten Kindergarten, wo das Leben alles andere als angenehm ist, zumindest für Spielsachen.

Das ist auch schon die Handlung. Sie ist einfach und unterhält zu jeder Zeit. Das liegt vor allem an den tollen Charakteren, allen voran der metrosexuelle Ken (gesprochen von Christian Tramitz) und die altbekannten Spielzeuge von Andy. Es steckt einfach mal Liebe in jeder einzelnen Animation und in allen Dialogen. Und zum Ende hin kommt eine Spannung auf, die ich dem Film niemals zugetraut hätte. Und dann, ganz am Schluss, weiß man auch, dass das der garantiert letzte Teil der Toy Story war, und man ist gerührt. Einfach auch, weil die Figuren, die es seit 1995 gibt, nicht verwurstet wurden. Man hat mit Respekt ein würdiges Ende für die Reihe gefunden und dabei auch irgendwie ein kindertaugliches, teils auch erwachsenes Abenteuer erschaffen.

Mit Andy ist man auch als Zuschauer älter geworden und braucht das Spielzeug von früher nicht mehr. Das ist im Endeffekt ein einfacher wie auch bewegender und intelligenter Gedanke. Und ganz zum Ende hatte sogar ich fast ein wenig Pippi in den Augen, denn obwohl alles animiert ist, mochte ich jede Figur.

‚Toy Story3‘ ist 103 Minuten lang wieder jung (bzw. jünger) sein, ohne das Gefühl, von irgendeiner Produktionsfirma verarscht zu werden. Respekt!

Regie: Lee Unkrich (Findet Nemo, Monster AG, Toy Story 2)

Schauspieler (deutsche Fassung)Michael Bully Herbig, Walter von Hauff, Christian Tramitz, Rick Kavanian

Andy:  Thanks, guys.

Bewertung: 

Dr. Seltsam, oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben (1964)

Mitten im Kalten Krieg beschließt General Jack D. Ripper (Sterling Hayden), seine B-52-Bomber, alle beladen mit Nuklearsprengköpfen, in Richtung Russland zu entsenden. Die Riege um den Präsidenten (Peter Sellers) kann diese jedoch nicht zurückrufen, denn dafür fehlt der nötige Code, den nur der General hat. Captain Mandrake (auch Peter Sellers) versucht, ihm diesen zu entlocken. Gleichzeitig verfolgen wir die Besatzung eines Bombers auf ihrem Flug zum Abwurfort.

So läuft der Film an 3 Orten gleichzeitig und abwechselnd. Es wird sehr, sehr viel geredet. Ich habe den Film im englischen Original-Ton gesehen und muss sagen, dass mich das einiges an Konzentration gekostet hat. General Ripper spricht nur mit Zigarre im Mund, der Captain an seiner Seite hat einen englischen Akzenten und der Pilot des Bombers hat einen harten texanischen Akzenten. Es geht jedoch. Und der Film lebt von seinen unheimlich satirischen Dialogen. Da ist beispielsweise der Versuch des US-Präsidenten, den russischen Präsidenten, welcher betrunken ist, am Telefon zu beschwichtigen und ihm mitzuteilen, dass dessen Land gleich den atomaren Holokaust erleben wird. Einfach nur GEIL!

Jedes Gespräch ist lustig und die Situation für alle zunehmend schwieriger. Die sich abwechselnden Szenarien gefielen mir gut, dadurch fühlten sich die 90 Minuten sehr kurzweilig an. Und irgendwie steckt in fast allem eine gehörige Portion Wahrheit. Man sieht, wie leicht es ist, den Planeten für alle unbewohnbar zu machen. Es wird gezeigt, wie das Schicksal aller in der Hand so weniger liegt, und dass diese wenigen auch ziemliche Vollpfosten sein können. Zum Beispiel der geistig durchgeknallte General Jack D. Ripper, der das alles erst angezettelt hat. Er erzählt von seiner Paranoya und hat zeitgleich das Schicksal aller in der Hand.

Die Komödie ist schwarz-weiß und überraschend aktuell. Obwohl wir heute keinen Kalten Krieg mehr haben, so sitzen immer noch einzelne an den langen Hebeln auf unserem Planeten und wir schauen ihnen dabei zu. Es gibt auch Satire auf die Nazi-Zeit. Wer mehr über die einzelnen Anspielungen wissen möchte, dem lege ich den Wikipedia-Artikel zu ‚Dr. Strangelove‘ ans Herz. Ansonsten ist Kubrick ein zeitloser Klassiker der Filmgeschichte gelungen, der auch heute noch unterhält. Ich bin und war und werde begeistert!

Regie: Stanley Kubrick (Shining, Full Metal Jacket, Uhrwerk Orange, 2001: Odyssee im Weltraum, Spartacus)

Schauspieler: Peter Sellers, George C. Scott, Sterling Hayden

Bewertung: 

Planet der Affen: Prevolution (2011)

Will Rodman (James Franco) forscht an Schimpansen, um ein Mittel gegen Alzheimer zu finden, denn sein eigener Vater (John Lithgow) geht daran gerade zu Grunde. Über einen Zufall soll er auf ein Affenbaby aufpassen. Er tauft das hochintelligente Junge ‚Cesar‘. Die Jahre ziehen sich hin und Cesar lernt zunehmend mehr, bis sich ihm eines Tages die Frage stellt, ob er nur ein Haustier ist.

Der Film beginnt langsam. Viel Zeit wird darauf verwendent, um zu zeigen, wie Cesar aufwächst und von einem naiven Kind nach Jahren zu einem ernsten Erwachsenen wird, mit eigener Persönlichkeit und Gefühlswelt. Richtig geil ist die Mimik und Gestik des Schimpansen, welcher von Andy Serkis gespielt wird, der wiederum bereits Gollum einen Charakter verlieh. Als Cesar dann in ein Affen-Gehege abgeschoben wird, lernt er die häßlichen Seiten des Lebens kennen. Hier beginnt sozusagen die Affen-Revolution. Man fühlt zu jedem Zeitpunkt mit Cesar mit und er ist die mit Abstand wichtigste Person im Film. James Franco wird ab der Mitte mehr und mehr zur Nebensache, was ich gut finde.

Insofern ist der ‚Planet der Affen: Prevolution‘ (was für eine bescheuerte Übersetzung von ‚Rise of the Planet of the Apes‘) kein Action-Film. Es ist eher ein Drama bzw. ein Biopic. Man mag den Affen und leidet mit ihm, und was auch wichtig ist: Man erkennt jedes bisschen an Freude, Trauer, Wut, Verzweiflung und Unzufriedenheit. Nicht viele Filme lassen einen so mitleiden wie hier.

Auch geil ist die Einflechtung in die alten Filme. Wer nicht weiß was ich meine, dem soll gesagt sein, dass der Planet der Affen in einem halben dutzend Filmen vor fast 50 Jahren verarbeitet wurde, u.a. mit Charlton Heston. So wird ganz am Rande der Geschehnisse Charlton Heston eben gezeigt. Wenn man die alten Filme nicht kennt, ist dies auch kein Beinbruch. ‚Prevolution‘ versucht nicht ein bisschen, sich mit aller Macht in alles einzufügen. Vor allem der ‚Planet der Affen‘-Film von 2001 mit Marc Wahlberg ist ziemlich egal (Gott sei dank, denn der war ziemlich mau). Es wird außerdem angedeutet, wie die Affen die Herrschaft über den Planeten an sich reißen konnten (der Film ist ein Prequel!).

Gefallen tun mir auch die einzelnen Personen. Der Vater von Franco, verköpert durch John Lithgow, überzeugt. Der Boss von Franco als kühler und berechnender und nur an Geld interessierter Arsch. Irgendwo dazwischen Franco, der seinem Vater helfen und gleichzeitig auch seinen Freund Cesar nicht verlieren will.

Zum Ende des 105-Minüters kommt es zu einem finalen Fight auf einer Brücke. Es wird kein monumentales Action-Feuerwerk abgebrannt, aber das benötigt der Film nicht. Es geht um Cesar, und auch um die anderen Affen, die teilweise auch jeweils eine Persönlichkeit besitzen.

So vermittelt der Film auch eine Botschaft, und wir selbst als Menschen sind auf der Seite der Affen! Mehr möchte ich nicht dazu sagen, ‚Planet der Affen: Prevolution‘ ist ein toller Film und ich kann ihn uneingeschränkt jedem empfehlen.

Regie: Rupert Wyatt (The Escapist, Subterrain)

Schauspieler: Andy Serkis, James Franco, John Lithgow

Bewertung: 

Der Nebel (2007)

Nach einem schwereren Sturm in dem Städtchen Castle Rock macht sich David Crayton (Thomas Jane) mit Sohn und Nachbarn zum Supermarkt auf, um sein Haus reparieren zu können. Als sich dann urplötzlich ein ganzer Nebel um das Geschäft legt und erste Monster angreifen, begreifen die Eingeschlossenen, dass man nicht mehr so leicht aus der ganzen Geschichte herauskommt.

Der 112-minütige Monsterfilm geht relativ schnell zur Sache. Bis zum Einschluss im Supermarkt vergehen nur 10 Minuten. Und danach beginnt das große Sterben. Insgesamt fängt der Streifen den Stephen-King-Flair des Buches, auf dem er basiert, ganz gut ein. Besonders interessant fand ich persönlich, wie die Gefahr nicht nur draußen in Form von spinnenähnlichen Viechern lauert, sondern dass die Probleme schon bei den Menschen selbst anfangen. Wenn zum Beispiel die religiöse Fanatikerin Mrs. Carmody (Marcia Gay Harden) anfängt, die Leute anzustacheln und aufzuhetzen. Das erinnert dann auch schon ein wenig an ‚Die Arena‘ (Klick), ein weiterer Roman Kings, indem eine ganze Stadt eingeschlossen ist.

Unser Hauptcharakter ist David, ein Künstler und Familienvater, der das Leben seines Sohnes schützen will. Bei der Fülle an verschiedenen Charakteren sticht er nicht unbedingt sehr stark heraus, doch er trifft praktisch alle Entscheidungen und ist sowas wie ein Alpha-Tier zu Beginn. Er muss sich behaupten gegen intrigante Großkotze und Fanatiker und ist doch irgendwie von vornherein zum Scheitern verurteilt. Das ist ganz gut in Szene gesetzt, die Stimmung im Supermarkt verschlechtert sich zusehends und die Monster werden zusehends größer.

Überhaupt gefiel mir das Design der Ungetüme, die irgendwann riesig werden und hungrig sind. Es ist natürlich kein Meileinstein des Monster-Film-Genres, doch ich glaube, dass der Film wohl weniger ein Horror- als eher eine Art Gesellschafts-Drama darstellt. Es geht natürlich von der drohenden Gefahr des Nebels und der Monster aus, aber die meiste Screen-Time bekommen die Menschen mit all ihren Problemchen. Und das macht die einzelnen Tode nicht zu einfachen Schnetzelorgien im Stile irgendwelcher Splatter-Massaker. Wenn beispielsweise die aufgestachelte Meute einen Menschen den ‚Hunden‘ zum Fraß vorwirft, dann ist das einem nicht egal. So erkennt man in den Menschen die wahren Monster, was spannend und verstörend zu gleich ist.

Rein schauspielerisch wird keiner der Beteiligten einen vom Hocker hauen. Aber das ist auch nicht nötig, denn ‚Der Nebel‘ lebt viel mehr von der Gruppendynamik als von den Einzelnen. Es gibt sozusagen keine Superhelden im realen Leben, und wenn die Kacke am Dampfen ist und Monster einen filettieren wollen, dann ist sich jeder selbst der nächste. Besonders faszinierend und extrem ist das Ende, dass ich um keines Willen spoilern will. Aber dieser Schluss war noch einmal ein krasser Kick meiner Meinung nach, der mir dieses Filmerlebnis noch ein Stück näher ans Herz gebracht hat. Man braucht kein 200-Millionen-Dollar-Budget und superbe Special Effects, um einen super Film zu machen, was ‚Der Nebel‘ für mich eindrucksvoll beweist. Stephen King weiß einfach, wie man sein Publikum unterhält.

Wem ‚Cloverfield‘ zu hektisch war und die normale Horror- bzw. Monster-Filmwelt zu hohl ist, macht mit ‚Der Nebel‘ nichts falsch. Auch Freunde von ’28 Days Later‘ werden meiner Meinung nach nicht enttäuscht sein.

Regisseur: Frank Darabont (Die Verurteilten, The Green Mile, The Majestic)

Schauspieler: Thomas Jane, Marcia Gay Harden, Toby Jones

Bewertung: 

Fluch der Karibik (2003)

Der Pirat und gemeuterte Kapitän Jack Sparrow (Johnny Depp) gelangt in die karibische Hafenstadt Port Royale. Dort will er ein Schiff kapern, um sein eigenes Schiff, die Black Pearl, zurückzuerlangen. Er wird ins Verließ geschmissen und muss mit zusehen, wie seine ehemalige Crew, angführt von Kapitän Barbossa (Geoffrey Rush) und von einem Aztenken-Fluch befallen, die Stadt überfällt und die Gouverneurs-Tochter Elizabeth Swan (Keira Knightley) entführt. Mit der Hilfe des Waffenschmieds Will Turner (Orlando Bloom) entkommt er und die beiden machen sich an die Verfolgung.

Das ist natürlich sehr grob zusammengefasst. Es passiert einfach sehr viel und teilweise zeitgleich. Man gewinnt aber (hoffentlich) einen gewissen Überblick über die Geschehnisse. Obwohl der Film mit den untoten Piraten in Fantasy abdriftet, bleibt er ein wirklich fesselnder und toll erzählter Abenteuerstreifen.

Im Grunde gibt es mehrere Plots, von denen aber zwei wichtig sind. Einerseits will Jack Sparrow mit allen Mitteln sein Schiff wiederhaben, andererseits will Will seine Elizabeth finden und erobern. Das hat ein wenig was von Romeo und Julia, wird aber nie kitschig. Dann spielt noch die Armee unter der Leitung von Commodore James Norrington eine Rolle, denn auf Piraterie steht die Todesstrafe. Die ehemalige Crew Sparrows möchte sich vom Fluch befreien, der sie zwar unterblich, aber auch unempfindsam macht.

So entstehen viele Verflechtungen zwischen den Charakteren, die im Prinzip alle glaubwürdig und entsprechend motiviert sind. Zudem gibt es die eine oder andere Wendung, die einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Der eine oder andere Twist ist clever und unterhält bzw. überrascht. Es gibt auch komplett nutzlose Jar-Jar-Binks-ähnliche Figuren, die den schnellen Witz durch dummes Gerede bringen sollen. Das kann man mögen, das kann man haßen. Mich hat es nicht gestört und es bringt vermutlich so etwas wie eine Verschnaufpause zwischen Kanongeballer, Wortgefechten und Säbelgerassel.

Die Dialoge sind oft sehr unterhaltsam. Wenn sozusagen Kämpfe mit dem Worte anstelle des Degens ausgefochten werden, da enorm viele Personen eigentlich gegeneinander arbeiten. So kann man viel lachen. Der Film schafft es aber, nicht lächerlich zu werden. Das allererste Auftreten des Jack Sparrow ist witzig und cool, trotz widriger äußerer Umstände und zurecht ein Klassiker der Filmgeschichte.

Eine wahre Botschaft transportiert der Streifen nicht, ist ja auch von Disney (haha). Die Liebe zwischen Will und Elizabeth ist nicht das, was man vom Film in Erinnerung behält, obwohl sie schon einen Rahmen für alles bietet. So ist die Handlung zwar durchaus komplex, aber nicht tiefgründig. Ein Abenteuer-Film eben und garantiert der beste Piraten-Film da draußen. Jack Sparrow ist das, was man am ehesten im Gedächtnis behält und womit man Johnny Depp lange in Verbindung bringen wird. Oft als metrosexueller Bandit mit Gleichgewichtsstörungen verunglimpft (spiegel, n24, tvspielfilm), ist er der Part, der dem Streifen seinen Stempel aufdrückt und der einen  so unsagbar sympathischen Antihelden gibt, ohne den der ‚Fluch der Karibik‘ nicht funktionieren würde. Und das trotz diverser Charakter- und Alkoholschwächen.

Nebenbei erwähnenswert ist der wirklich tolle Soundtrack (Hans Zimmer), der viel zur Atmosphäre beiträgt. Der Rest stimmt auch. Die Schiffe, Kämpfe und die Zähne der Leute. Ich mag den Film, denn man kann sich über zwei Stunden lang in einer fremden Welt verlieren. Das gelingt z. Bsp. auch der ‚Herr-der-Ringe‘-Trilogie, wobei das Piraten-Setting leichter zugänglich ist und weniger episch. ‚Fluch der Karibik‘ ist somit grandios und uneingeschränkt emphelenswert. Gut vergleichbar erscheint mir das Ganze auch mit Indiana Jones. Jack Sparrow bringt einen jedoch häufiger zum Lachen als Indy:

Garde: „Sie sind der schlechteste Pirat von dem ich jemals gehört habe!“
Jack: „Ja, aber sie haben von mir gehört.“

 

Regie: Gore Verbinski (Mexican, Ring, The Weather Man)

Schauspieler: Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley, Geoffrey Rush

Bewertung: 

American Psycho (2000)

Patrick Bateman  (Christian Bale) arbeitet an der Wall Street und führt ein dekadentes Leben inmitten der Schickeria New Yorks. Doch alles was er tut und sagt ist letzendlich nur eine Maskerade, denn Patrick Bateman ist eine leere Hülle ohne besondere Emotionen. In seiner Verzweiflung über seine Lage fängt er an, zu morden und zu schänden. Die Story basiert auf dem Buch von Bret Easton Ellis, welches seinerzeit eine Weile lang auf dem Index stand (Klick).

Doch anstatt so in die Langweile abzudriften wie das Buch, gerät der Film zu einem munteren 102-minütigen Trip durch die Niederungen der menschlichen Psyche. Da wird viel Monolog dazu verwendet, all die kleinen Pflegemittel aufzuzählen, die Patrick tagtäglich aufträgt. Doch dies ist keineswegs langweilig, sondern sehr unterhaltsam. So hat jede Szene Symbolcharakter.

Die Kürze des Films ist sein großer Trumpf. Das Buch fand ich wirklich schrecklich, sehr aufgebläht und langatmig. Auch hatten viele Szenen eine tiefere Bedeutung, waren aber viel zu langsam. Wo im Buch die Emotionslosigkeit weitestgehend Langeweile erzeugt, gibt es im Film viel mehr Abwechslung, wohl auch weil die Original-Handlung zusammengestaucht wurde. Eher eines der seltenen Beispiele, wo ein Film zu einem Buch besser ist als das Bucher selber.

Großartig ist auch Christian Bale. Er verkörpert einen emotionslosen Schönling ohne großartige Probleme im Leben. Immer wieder dringt der Wahnsinnn nach außen und baut sich langsam auf, bis er sich in einer großen verqueren und verstörenden Szenerie entlädt. Zusätzlich besitzt der Film ‚American Psycho‘ ein Ende, dass so durchdacht erscheint und auf so viele Weisen befridiegend und motivierend ist. Im Vergleich: Das Buch endet erst sozusagen 50 Seiten später und verpasst so, sich in irgendeiner Weise mit einem Twist zu verabschieden.

Patrick Bateman ist also eine Karikatur eines modernen Menschen, der nur noch für Äußerlichkeiten lebt und dessen einzige Befridiegung in der Auslebung tierischer Triebe besteht. Das ist kontrovers und in der Brutalität teilweise auch schockierend, doch gibt sich sowas im Film nie als hirnloser Splatter-Mist zu erkennen. Vielmehr gibt es eine Szene, in der Patrick jemanden mit einer Axt ermordet und im Hintergrund läuft ‚Hip to be Square‘ von Huey Lewis and the News, während er selbst sein sinnloses Fachgelaber über Musik zum Besten gibt. Das sind so herrliche Gegensätze zwischen Alltag und kaltblütigem Morden, dass man sie nie als ernsthaften Saw-Tötungs-Akt betrachtet.

Ich halte den Film in seinem Gesamten für sehr intelligent und durchdacht. Er ist nicht wirklich spannend, aber dennoch sehr unterhaltsam. Eine Persiflage auf das moderne Leben und die 90er mit viel Liebe zum Detail. Es gibt keine zufälligen Dialoge, nichts passiert einfach so. Hinter allem steckt ein Motiv und eine Überlegung, die ‚American Psycho‘ zu einem wunderbaren Film machen. Wer auf intelligente Satire steht, macht sicherlich nichts falsch. Ein ‚American Beauty‘ oder ‚Fight Club‘ schlägt ungefähr in die gleiche Bresche.

Regie: Mary Harron (I Shot Andy Warhol, The Notorious Bettie Page)

Schauspieler: Christian Bale, Jared Leto, Reese Witherspoon, Justin Theroux

Bewertung: 

 

Buried (2010)

Es ist dunkel. Man sieht nichts, hört nur einen erschrockenen Mann, sich winden, schreien, schnell und laut atmend. Er findet ein Feuerzeug und ein Handy. Der Mann macht Licht und schaut sich um, um festzustellen, dass man ihn in einem Sarg lebendig begraben hat. Er schreit und schlägt, Panik. Das Handy ist auf die arabische Sprache eingestellt. Er fängt an, Nummern anzurufen. Seine Frau, seine Firma, das FBI. Doch wer genau ihn da reingesteckt hat, weiß er nicht so genau, bis ihn schließlich jemand anruft..

Paul Conroy, gespielt vom überragenden Ryan Reynolds, ist ein normaler Mann. Jemand wie du und ich. Und die Art und Weise, mit der einem das Gefühl der Enge und Panik vermittelt wird, ist sehr intensiv. Den Umständen ausgeliefert und mit seinen wenigen Mitteln, macht er das Beste aus seiner Situation. Und das so ein Film, der ungefähr eineinhalb Stunden in einer Kiste unter der Erde spielt und sich auch nicht in geringster Weise davon wegbewegt, so unterhaltsam sein kann, hätte ich nie gedacht. Die Kameraführung lässt einen ein konstant mulmiges klaustrophobisches Gefühl erleben. Und man leidet mit dem Begrabenen mit, will wissen, warum er sein Schicksal verdient hat oder man ihn retten kann. Und alzu viel mehr kann man nicht erzählen ohne die Handlung zu spoilern, die aufgrund der wenigen Orte und der geradlinigen Erzählweise sehr simpel ist, einen trotzdem emotional mitreißt.

Ryan Reynolds, den man aus Smokin‘ Aces kennen mag und sonst eher aus seichten Beziehungs-Filmchen, überzeugt. Er ist sympathisch, schuldlos und ein Normalsterblicher. Kein Geheimagent, kein Soldat. Insofern schafft es ‚Buried‘, ein wenig Abstand zum normalen Hollywood-Patriotismus zu gewinnen und das einsame und persönliche Schicksal einer einzelnen Person in den Vordergrund zu stellen. Der Überlebenskampf auf engstem Raum und gegen die Uhr, nur über ein Handy als Schnittstelle zur Außenwelt.

Außerdem muss ich das Ende an dieser Stelle loben, das mich noch einmal richtig weggehauen hat, trotz so simpler Mittel. Wer mal einen guten Thriller sehen möchte, ohne viel Action, Geballer und Explosionen und mit einer subtilen Botschaft, der wird mit ‚Buried‘ einen wirklich tollen Film erleben.

Regie: Rodrigo Cortés

Schauspieler (singular)Ryan Reynolds

Bewertung: 

True Grit (2010)

Ein kleines Städtchen in Arkansas. Der Vater der 14-jährigen Mattie Ross (Hailee Steinfeld) wird ermordet. Auf eigene Faust bezahlt sie den heruntergekommenen Marshall Reuben „Rooster“ Cogburn (Jeff Bridges), dem flüchtigen Mörder Tom Chaney in ein Reservat zu folgen. Zu den beiden gesellt sich noch Texas Ranger LaBoeuf (Matt Damon), welcher schon länger Chaney auf den Fersen ist und diesen ausliefern will.

Der Film ist ein Western, wie man ihn sich nur wünschen kann. Das Rachemotiv trägt bis zum Ende. Die Gruppe aus den beiden Männern und dem Mädchen ist sehr unterschiedlich und die diversen Dialoge unterhalten ungemein.

Gleichzeitig ist vieles sehr rau und in gewisser Weise auch brutal. Der wilde Westen wird mit seinem ganzen Dreck und seiner Häßlichkeit präsentiert, angefangen bei Alkoholismus über gefährliche Tiere bis hin zu Amputation. Das macht ihn durchaus realistischer als die bekannten Western-Klassiker, was ihn herausstellt.

Herausragend sind die drei Hauptcharaktere. Das toughe Mädchen, der abgehalfterte Alkoholiker und der edle Rittersmann. Es ist nicht wirklich ein Buddy-Movie, dazu fehlt der Humor. Es gibt viele lustige Momente, die sich durch die Unterhaltungen ergeben. Letztendlich handelt es sich hier jedoch nicht um eine Komödie. Das zeigt vor allem das Ende, welches einen sehr harten Bruch zum Rest des Films darstellt, jedoch die Realitätsnähe und Glaubwürdigkeit unterstreicht.

Im Endeffekt muss man sagen, dass alles sehr einfach und logisch ist und dadurch wie aus einem Guss erscheint. Die Dialoge überzeugen mindestens genauso wie die einzelnen schauspielerischen Leistungen. Wer dachte, Jeff Bridges war ein wenig Assi in ‚The Big Lebowski‘, so wird das hier über alle Maße getoppt. Ein ausgezeichneter Film für jeden, der auch nur im entferntesten etwas mit Western anzufangen weiß.

Regie: Ethan Coen, Joel Coen (The Big Lebowski, No Country for Old Men, Burn After Reading, Fargo)

Schauspieler: Hailee Steinfeld, Jeff Bridges, Matt Damon, Josh Brolin

Bewertung: 

Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Chroniken (2009)

Marc-Uwe Kling schildert in Kurzgeschichten sein Zusammenleben mit einem kommunistischen Känguruh.

Der Humor der meist, nun ja, kurzen Geschichten ist wirklich klasse. Die Absurdität, mit einem Känguruh als Mitbewohner zu leben, nimmt er als normal hin und zusammen machen die beiden abgefahrene, aber auch normale Sachen. Viele der kurzen Geschichten sind echt clever und innovativ und behandeln auch viele Themen.

Alle Storys sind vielseitig, unterhaltsam und tiefgründig, man langweilt sich zu keinem Zeitpunkt.

Es gibt absolut nichts zumeckern. Das einzige, was einen stören mag, ist, dass man nicht zu viel auf einmal lesen kann. Man darf das Buch eben nicht mit einem mal konsumieren. Nicht abwertend gemeint, aber dieses Werk ist eine wirklich gute Klo-Lektüre (da man es in kurzen Einheiten täglich konsumieren sollte).

Fazit: Absolut emphelenswertes Buch, super Unterhaltung. Für alle Menschen, die mit Kurzgeschichten was anfangen können.

Bewertung: 

Stephen King: Die Arena (2009)

Eine amerkianische Kleinstadt wird plötzlich von einem Moment auf den anderen von einer riesigen, durchsichtigen Kuppel eingehüllt. Niemand weiß wo sie herkommt, und selbst das amerikanische Militär kann nichts gegen sie ausrichten. Die Leute in der Kuppel sind Gefangene und tun alles, um am Leben zu bleiben. Und nicht jeder handelt im besten Sinne für das Gemeinwohl.

Der Erzählstil des Buches ist meiner Meinung nach einzigartig. Die Handlung wird aus der Sicht von ungefähr 30 Personen erzählt, alle Kapitel sind eher kurz. Das erschafft eine unglaubliche Geschwindikeit und Dynamik wie ich sie noch nie sonst irgendwo gelesen oder gesehen habe, denn bei jedem Kapitel ändert sich die Erzählperspektive. Anfangs wird man vielleicht von der Anzahl der Personen überwältigt, aber das stellt hin zur Mitte bzw. zum Ende des Buches überhaupt kein Problem mehr dar.

Die Story ist wirklich interessant und innovativ. Und die menschliche Existenz wird hier unter einer Lupe anhand eines kleinen Dorfes demonstriert und kritisiert. Die Handlungen aller Personen wirken auf mich einleuchtend, und nichts wirkt irgendwie aufgezwungen.

Durch die Fülle an Personen und unterschiedlichen Emotionen ist das Buch sehr plastisch und man bekommt früh den Eindruck vermitttelt, dass nicht jeder die Kuppel für schlecht befindet.

King hat Vieles gut durchdacht, zum Beispiel die durch die Kuppel entstehende Luftverschmutzung oder die Verwirrung der Menschen, gegen eine unsichtbare Wand zu laufen.

Die Spannung des Überlebenskampfes hält von der ersten bis zur allerletzten Seite an, ich habe mich nicht auf einer der 1280 Seiten gelangweilt, das Interesse daran, weiterzulesen, ist immens.

Der Schluss hat mich nicht vollends überzeugt, aber das ist nicht schlimm. In jedem Falle akzeptabel. Die Länge des Romans könnte auf einige Leute abschreckend wirken, aber die Spannung ist hoch genung, als dass man irgendwie nicht weiterlesen könnte.

Außerdem ist die Fülle an Perspektiven, aus der die Handlung erzählt wird, groß und zu Anfang erschlägt sie einen. Aber auch dieser Kritikpunkt wird im Verlauf des Buches null und nichtig.

Das Buch war seinen Preis sowas von wert. Es bietet Entertaiment vom Allerfeinsten, es unterhält einen von vorne bis hinten. Spannung pur, und Stephen King beweist wieder einmal warum er der erfolgreichste Autor unserer Zeit ist. Ich emphele das Werk jedem! Wenn das mal nicht ein Klassiker der Thriller-Horror-King-Literatur ist…

Bewertung: 

Tucker & Dale vs. Evil (2010)

Tucker und Dale sind zwei typische Landeier, die mal ihr neues Ferienhaus auf Vordermann bringen wollen. Auf dem Weg dahin begegnen sie einer Gruppe von (typisch amerikanischen) Studenten. Infolge unglücklicher Umstände glauben diese, dass Tucker und Dale ihre Freundin gekidnapped haben und sie umbringen wollen. Die Clique versucht sie zu „befreien“, was jedoch nicht ganz so gut gelingt.

Bei dem Film handelt sich um eine illustre Hommage an diverse Horror-Splatter-Schock-Filme, allen voran Texas Chainsaw Massacre. Jedoch auf eine derart lustige Art und Weise, dass die „originalen“ Schinken in ihrer Klichee-Haftigkeit entblößt werden. Es gibt wirklich nicht viele Filme dieser Art, die nicht in total belanglosen Klamauk abdriften. Insofern erinnert das etwas tollpatschige Duo an Shaun of the Dead.

Der Film startet wirklich super. Die Teenies sterben Reih um Reih beim Versuch, ihre Freundin zu befreien. Hierbei spart der Film nicht mit blutigen Szenen, die jedoch wieder derart überzogen sind, dass man im Hinblick auf Splatter-Schocker wie Saw oder Hostel lächelnd zurückblicken kann oder auch muss.

Die erste Hälfte ist hierbei sehr schnell bzw. behält ein sehr hohes Tempo bei. Leider fand ich dann die 2. Hälfte nicht mehr ganz so unterhaltsam, was dem sehr guten Gesamteindruck keinen großen Schaden antut. Postiv bemerken kann man noch die Spezialeffekte. Der Film hat garantiert kein großes Budget gehabt, doch das Gesplatter sieht auf jeden Fall sehr nett aus.

Die beiden Hauptcharaktere sind zudem, trotz eines gewissen Landeier-Touches und ihrer hohen Affinität zu Bier, durchaus sympathisch (oder gerade deswegen?). Der Film ist mit seinen 90 Minuten auch nicht in die Länge gezogen.

Besonders bemerkenswert finde ich die Tatsache, dass das übliche Gut-Böse-Schema, das den persiflierten Filmen dieser Art beiwohnt, aufgebrochen wird und man so auch eine gewisse Message mit auf den Weg bekommt, welche auch explizit erwähnt wird (Die meisten Konflikte beruhen auf einem Defizit an Kommunikation zwischen den Parteien).

Tucker & Dale vs. Evil ist super.  Es ist kein tiefgründiger Film, aber eine gute Komödie, wenn man Freunde zu Gast hat und die Geschmäcker zu weit auseinander gehen. Leute, denen Hot Fuzz, Shaun of the Dead oder Evolution gefallen haben, werden Tucker und Dale eine große Freude bereiten.

Regie: Eli Craig (The Tao of Pong)

Schauspieler: Tyler Labine, Alan Tudyk, Katrina Bowden

Bewertung: 

Fifa 11 (2010, PC)

An sich ein gutes Spiel. Endlich sieht Fifa wieder mal gut aus. Endlich ist die Ballphysik richtig gut. Wenn ich mich da noch an Fifa 09 zurückerinnere, dann ist das schon ein großer Schritt.

Was aber unverständlich ist: Während Konsoleros dieses Game schon vor einem Jahr unter dem Titel „Fifa 10“ zocken durften, kriege ich als PC-Spieler die 1 Jahr alte Version vorgesetzt. Denn für Fifa 11 hat EA einfach mal die 1 Jahr alte Konsolen-Version auf den PC gebracht und diese dann Fifa 11 getauft. An sich könnte es mir egal sein. Der Fun-Faktor ist enorm, die Dauer-Motivation ist riesig (ob Saison, Managermodes oder Be-a-Pro-Modus). Wenn man jedoch sieht, dass das Gras auf der anderen Seite des Zaunes grüner ist als das seinige, dann könnte man schon ein wenig neidisch werden.

Aber man darf sich ja nicht beschweren, man muss zufrieden sein mit dem wenigen, dass man hat. Insgesamt ist das Game für mich absolut super, einiges könnte immer noch besser sein. So gibts Online gerne mal Probleme, z. Bsp. heftige Laggs gegen einige Gegner. Warum man auch einfach aus Partien rausgehen kann, in denen man hinten liegt, ohne dass dies wirklich Konsequenzen hat, wird mir nicht klar. Schon doof, wenn man in der ersten Halbzeit brilliante drei Tore macht, damit der Gegner beim Seitenwechsel einfach „leavt“. Da vergeht einem die Freude.

Für Leute, die Fifa 11 nur online zocken wollen, ist das Game somit höchstens gut.
Ich persönlich spiele nur noch offline, ob eine Saison gegen den PC oder mit Freunden vor einem Bildschirm, da ist das Spiel auf jeden Fall super. Die Spieleranimationen sind wirklich gut, Spielzüge sind nicht mehr so monoton wie früher einst und das Spielgefühl toll, an Lizenzen (echte Spieler-/Vereinsnamen) ist Fifa nur schwer zu übertreffen. Wer jedoch schon Fifa 10 sein eigen nennt, den wird die Neuinvestition nicht unbedingt vom Hocker hauen, zumal dieses jährliche Update ein Vollpreisspiel sein soll.

Für Freunde des Fußballsports sicherlich eine der besten Simulationen auf dem Markt (neben Pro Evolution Soccer 11).

Bewertung: 

Dieter Nuhr: Gibt es intelligentes Leben? (2006)

 

Mit der Leitfrage „Gibt es intelligentes Leben?“ betrachtet Dieter Nuhr auf humoristische Weise diverse Bereiche des Lebens, beispielsweise beleuchtet er den Glauben und verschiedene Kulturen, immer wieder illustriert durch Fotos die ihn in aller Herren Länder zeigen.

Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben, die Spannweite der Themen ist wirklich groß, wobei Nuhr welterfahren und geradezu weise wirkt. Natürlich ist das Buch in keinster Weise ernst. Man muss jedoch seinen Humor mögen. Der ist gerne mal ein wenig subtiler und bei weitem nicht so „einfach“ wie z. Bsp. bei Mario Barth.

Das Buch ist sehr kurzweilig und auch knackig, Leerlauf kommt nicht auf. Die Kapitel sind auch allesamt recht handlich, was kurzes Lesen für Zwischendurch begünstigt. Auch die wirklich gelungenen Fotos sind unterhaltsam und durch die Bank weg interessant.

So schnell wie man anfängt zu lesen, ist man auch schon wieder fertig. Andererseits hätte mehr Länge das Buch wahrscheinlich viel zu seicht gemacht.

Und natürlich ist Nuhrs Humor nicht unbedingt für jedermann, wer jedoch etwas mit seinen Auftritten anfangen kann, ist sicherlich mit dem Werk nicht falsch beraten.

Einen tiefgründigen Blick auf alles Weltgeschehen sollte man sich von dem Buch nicht versprechen, es ist allemal ein lustiges Buch welches viele unterschiedliche Themen „abgrast“ und eher der Funktion der kurzweiligen Unterhaltung dient.

Wer Stand-Up Comedy mag und auch nur mal so kurz zwischendurch Zeit hat zum Lesen ist mit „Gibt es intelligentes Leben“ garantiert nicht schlecht beraten. Sicherlich auch emphelenswert für Leute, die wenig mit Mario Barth anfangen können. Insgesamt doch etwas zu kurz finde ich. Allemal super.

Bewertung: 

Charlie Huston: Das CleanTeam (2009)

Web ist ein 29-Jähriger Ex-Lehrer, beheimatet in Hollywood, der nicht viel mit seinem Tag anstellt, außer seinem Kumpel Chev auf der Tasche zu liegen. Aus schwierigen familiären Verhältnissen stammend, fängt Web an, im „Clean Team“ zu arbeiten, einer Reinigungsfirma für Tatorte. Dort beginnen seine Probleme erst so richtig. Web gerät in eine miese Gangster-Geschichte und auch zwischen die Fronten des Konflikts mit einer anderen Reinigungsfirma. Außerdem muss er seine Vergangenheit bewältigen, um endlich den Zynismus und das Negative aus seinem Leben zu vertreiben.

Web ist ein typischer Anti-Held, den sein eigenes Leben zu überfordern scheint. Trotz seines überaus dämlichen Verhaltens seinen Mitmenschen gegenüber und seiner unbeschreiblich großen Klappe ist er einem doch sympathisch.

Die ganze Handlung ist wirklich amüsant und nimmt stellenweise Züge eines Buddy-Movies an. Der Erzählstil aus Webs Sicht ist sehr gelungen. Viele Dialoge sind unglaublich witzig und ziehen sich durch das ganze Buch. Durch die vielen Gespräche erscheint einem das Buch sehr dynamisch, die Handlung wird ständig durch verquere Dialoge und Szenen vorangetrieben.

Zudem ist das Buch recht straff, rein von der Handlung gibt es keine Längen, Web und auch der Leser werden auf Trab gehalten (man kann das Buch locker in 3 Tagen schaffen).

Die Charaktere im Buch sind alle überaus real und niemand ist perfekt. Das hat mir in gewisser Hinsicht sehr gefallen. Man sieht den Kontrast, dass Hollywood keineswegs ein Ort ist, an dem Mich und Honig fließen. Der Beruf des Tatortreinigers ist auf jeden Fall kurios und auch wahrlich interessant beschrieben. So sieht man auch die häßlichen Seiten der Traumfabrik sozusagen.

Der Dialogstil ist gewöhnungsbedürftig. Nicht immer wusste ich, wer denn jetzt genau da redet. In 90% der Fälle ergibt es sich ganz simpel aus dem Kontext, aber manchmal half auch zwei oder drei mal lesen da nicht weiter.

Ich finde es zwar gut, das der Autor wirklich detailierte Routenbeschreibungen durch Hollywood bietet, doch haben sie mich in gewisser Hinsicht überfordert. Damit meine ich, dass man sich auf einer Autobahn bewegt und dann liest man, wie man auf eine gewisse Abzweigung abbiegt. Das Buch ist einfach nicht so lang, als dass man solche Orte mehrfach besucht und deswegen hat mich sowas eher verwirrt. Was aber kein großes Manko ist.

Insgesamt habe ich nicht viel zu meckern. Das Buch hat einen wirklich coolen Charme und das Positive überwiegt.

Ich halte CleanTeam als emphelenswert für alle, die damit Leben können, dass der Held der Geschichte ein Arschloch ist. Ein wirklich guter und oft zynischer Humor, ein cooler Erzählstil. Auch Blut fließt darin, es ist eindeutig kein Kinderbuch. Aber wem die normalen Krimis und Thriller auf die Nerven gehen, der sollte unbegingt mal dieses Werk lesen. Es ist zwar nicht mein Lieblingsbuch, aber wirklich super Unterhaltung.

Bewertung: