Outlander (2008)

Outlander ist ein ein Wikinger-Sci-Fi-Action-Film. Also quasi Cowboys & Aliens, nur ohne Cowboys. Dafür mit Wikingern. Schließlich haben die auch viel mehr was auf dem Kasten als diese lächerlichen Kuhjungen. Und unser Held ist auch noch Jesus! Also jetzt nicht wirklich der Sohn Gottes, Caviezel hat ihn nur verkörpert in Die Passion Christi. Und hab ich schon die Aliens erwähnt? Naja, jetzt nicht so wie in Aliens, weniger und auch weniger cool. Dafür können die leuchten und geben eine prima kuschelige Leselampe ab. Davon kann Sigourney Weaver nur träumen! Und wer darf in einem altertümlichen Szenario nicht fehlen? Ron Perlman a.k.a. Hellboy a.k.a. Conans Vater (in der Neuverfilmung) natürlich! Herr der Ringe-Freunde freuen sich zudem über den einen Charakter, der Boromir heißt. Also wieder mal ein bunter Cocktail aus allem möglichen. Ob das funktioniert?

Fangen wir doch erst einmal mit der Handlung an. Kainan (Jim Caviezel) kommt von einem anderen Planeten, sieht aber so aus wie wir. Auf der Erde zu Zeiten der Wikinger muss er bruchlanden (es ist jedoch kein Zeitreise-Film!). Leider und aus Versehen auch an Bord befindet sich ein Moorwen, eine Mischung aus einem hausgroßen Löwen und einem Tiefseeangler (diese Fische der Tiefsee, die mit sonem Lichtschein ihre Beute anlocken). Gepaart mit dem Charakter von Godzilla. Eine wunderbare Kombination. Das Vieh entkommt und er muss sich erst einmal alleine zurechtfinden, bis ein paar Wikinger ihn aufgreifen und für ein vom Moorwen angerichtetes Massaker verantwortlich machen. Dann jagen sie das Teil und so weiter und sofort. Der Film geht gut und gerne zwei Stunden und an dieser Stelle hat man noch einen weiten, weiten Weg vor sich.

Das größte Problem ist nämlich die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Ich musste mich selbst davon abhalten, mal auf Facebook vorbeizusurfen. Der Film ist so unglaublich träge, vor allem die ersten 80%. Danach schlägt es ins genau andere Extrem und wir erleben wild zusammengeschusterte Szenen und unlogische Stellen. Die Idee insgesamt finde ich nett, schließlich gibt es nicht viele dieser Art. Jedoch gibt es teilweise zwei- oder dreiminütige Dialoge, die nicht klug oder spannend oder eloquent oder lustig sind. Und damit langweilig. Dann taucht hin und wieder das Alien auf, das wir bis zur zweiten Hälfte nur andeutungsweise zu Gesicht bekommen. Das ist nicht wirklich gruselig oder spanned oder actiongeladen oder innovativ. Während sich unsere Helden, bei denen nicht ein einziger auch nur ansatzweise große Sympathien weckt, noch gegen das Moorwen zur Wehr setzen, kommt als Subplot noch ein Konflikt zum Nachbardorf hinzu. Das streckt Outlander zusätzlich und ist sehr unnötig. Ich finde, hier hätte man auf dieses Stück verzichten müssen. Dann wäre am Ende ein vielleicht logischerer und nicht so ausufernder 90-Minuten-Film herusgekommen.

Wie dem auch sei. Am Ende wurde es mir dann vollends zu blöd. Die eine Frau im Film wird entführt und will fliehen, sitzt jedoch vermeintlich in einer Sackgasse einer Höhle fest. Unser Held sagt ihr, sie solle sich durch einen Spalt auf die andere Seite zu ihm quetschen. Das schafft sie nicht und muss so gegen das Alien kämpfen. In der nächsten Szene braucht dann Kainan ungefähr 4 SCHRITTE!!!!!, um den engen Spalt zu umgehen und der in Gefahr befindlichen Frau zu helfen. Das ist dann einfach Faulheit. Man hatte keine Lust mehr, sich darum zu kümmern, also machen wir halt irgendwas, der Zuschauer wirds schon schlucken. Besonders dann bei Kämpfen mit dem Alien finde die Schnitte teilweise völlig mies. Ich will mich jetzt nicht zum großen Regisseur aufschwingen, aber mich stört das einfach. Ich hatte irgendwann dann auch den Faden verloren und wunderte mich nur über die Souverenität der Protagonisten.

Der Anfang war eigentlich sehr nett. So wird Kainan die Wikinger-Sprache erst im Matrix-Style über einen Computer innerhalb von Sekunden beigebracht. Auch die Rückblende, die Kainans Vergangenheit und den Ursprung der Moorwens aufklärt, ist cool. Der Rest ist jedoch einfach nur ein halbgarer Mix aus Versatzstücken anderer Filme. Genau wie bei Cowboys & Aliens habe ich den Eindruck, dass der Film zu lang ist. Es gibt einen Film mit Val Kilmer und Michael Douglas, der praktisch den gleichen Plot hat: Der Geist und die Dunkelheit, einer meiner Lieblingsfilme früher. Nur spielt das ganze in Afrika zur Kolonialzeit und anstatt des Aliens gibt es zwei Löwen. Das ist einfacher, spannender und überzeugender. Besonders zum Ende hin. So erzeugt ein im Vergleich zum Alien fast schon „gewöhnlicher“ Löwe viel mehr Horror.

Outlander ist ein meiner Meinung nach schwacher Film, der einem nicht lange im Kopf bleibt. Leider, denn gerade zum Anfang fand ich das Szenrio aussichtsreich. Vielleicht können Fans des Sci-Fi-Wikinger-Action-Genres eher etwas damit anfangen. Viele gibt es aber glaube ich nicht.

Regie: Howard McCain (TV-Zeugs)

Schauspieler: Jim Caviezel, Sophia Myles, Ron Perlman

Bewertung: 

Doom (2005)

Doom heißt auf Deutsch Untergang oder Verderben. Ein Zustand, bei dem Kot seinen Aggregatzustand wechselt, undzwar in einen gasförmigen Zustand. Und alleine in den vorherigen Satz habe ich mehr Gehinrschmalz investiert als in den gesamten Film ‚Doom‘! Aber sachte, denn das Spiel mit gleichem Namen genießt schließlich eine riesige Schar von Anhängern, setzte es doch im Jahre 1993 Maßstäbe im Shooter- und 3D-Spiel-Genre und gilt als Vater von allem heutzutage, wo geballert werden muss. Ein wahrhafter Meilenstein, dem 12 Jahre später ein Film gewidmet wird und bei dem die besten Schauspieler unserer Generation mitwirken dürfen, allen voran Dwayne ‚THE ROCK‘ Johnson, Zahnfee und Skorpionkönig in einer Person vereint.

In Doom wird in einer nicht weit entfernten Zukunft irgendein Portal auf dem Mars entdeckt, das von einer vorherigen, superschlauen Zivilisation erbaut wurde und mit dessen Hilfe Sprünge durch den Raum möglich sind. Laien nennen sowas Wurmloch oder sogar Stargate. Irgendwie geschehen plötzlich nicht ganz so coole Sachen auf dem Roten Planeten und die ganzen Wissenschafter verrecken. Gott sei Dank gibt es diese superkrasse Übertruppe Marines, angeführt von Sarge (Dwayne Johnson), die das alles mal abchecken gehen soll. Einer der Mannen ist übrigens John Grimm (Karl Urban) und seine Schwester (Rosamund Pike) befindet sich unter den ganzen Forschern. So weit, so gut. In den Spielen ist es so, dass das olle Portal jetzt irgendwie halt ein Tor zur Hölle darstellt und dadurch Unwesen in unsere Welt gelangen und alles töten und so weiter. Hier ist es ein Virus, wodurch wir glücklicherweise eben Zombies bekommen, die jedoch mutieren und viel krasser werden. Weil die Oberfirma halt Genexperimente durchführte. Bla. Ist ja auch eigentlich ziemlich Wurst, denn es läuft darauf hinaus: Marines gehen rein, Dunkelheit, Monster, einer nach dem anderen stirbt. Erinnert das irgendwen an Aliens (sprich Alien 2)? Und wahrlich: ‚Doom‘ ist der kleine, zurückgebliebene Bruder des Meisterwerks von James Cameron aus dem Jahre 1986.

100 Minuten blanker Survival-Geballer-Mischmasch (schreibt man Mischmasch so?). Hin und wieder geht es darum, dass John Grimm doch kein so herzloser Soldat ist. Weil er schlau ist. Doch der Tod der Eltern hat ihn in den Armee-Dienst getrieben. Seine Schwester faselt ein wenig rum. Man sieht hier und da Leute sterben. Wirklich spannend wird es trotzdem nicht, denn die Untoten sind weder besonders bedrohlich noch schlau. Und so plätschern wir vor uns hin in der Hoffnung, die Zukunft möge doch bitte nicht so scheiße langweilig sein wie dieser Film, bei dem das Schicksal der einzelnen so gut wie vorprogrammiert ist und es uns sowieso egal ist. Doch dann folgt der einzige Grund, warum man dieses Meisterwerk konsumieren könnte. Eine einzelne ungeschnittene Szene, die zeigt, wie geil es hätte werden können. Die dann auch noch so dreist aus allen möglich Computerspielen geklaut ist, aber egal. Wir schlüpfen für knapp 5 Minuten in die Haut des John Grimm und sehen alles aus der Ego-Perspektive. Wer Action mag, dem gefällt das sicherlich, denn sowas hat man (soweit ich weiß) in keinem anderen Film. Den ganzen Film deswegen zu sehen ist natürlich Quatsch, aber Gott segne YouTube:

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Und das wars soweit. Der finale Fight war nicht überragend geil. Aber in Ordnung. Ob man nicht einfach den gesamten Film in dieser Ego-Perspektive hätte machen können? Auf jeden Fall wäre es ein Alleinstellungsmerkmal gewesen, das Spiel zum Angucken sozusagen. So bleibt eigentlich nicht viel, was einem gefallen könnte. Ich habe die Spiele leider nicht gespielt, aber mit dem Gedanken, dass praktisch jeder ‚Doom‘ kennt, der jemals einen Ego-Shooter angefasst hat, wird der Streifen seiner Vorlage nicht in geringster Weise gerecht. Als Horror-, Action-, Thriller- oder Survival-Zombie-Film taugt er auch nicht. Genauso wenig wie The Rock als Schauspieler meiner Meinung nach, denn viel mehr als grimmig gucken kann das Muskelpaket nicht. Wer aber sowieso keine Ansprüche an Filme hat, den dürfte auch ‚Doom‘ nicht sonderlich enttäuschen. Ansonsten ist dies ein ganz mieser Versuch, ein bekanntes Spiel mit ganz wenig Aufwand auszubeuten. Applaus, Hollywood.

Regie: Andrzej Bartkowiak (Born 2 Die, Exit Wounds, Romeo Must Die)

Schauspieler: Karl Urban, Rosamund Pike, Dwayne Johnson

Bewertung:  

Resident Evil: Afterlife (2010)

Willkommen zurück als Regisseur, Paul W. S. Anderson! Die Drehbücher schreibt er sonst ja eh immer, für alle Teile. Doch ob das so gut ist?

Naja. Wir wissen aus dem dritten Teil (Extinction), dass die Erde halt nur noch aus Wüsten besteht und wir alle so ziemlich am Sack sind. Ein Teil konnte wohl (vielleicht) nach Alaska fliehen. Währenddessen hat Alice (Milla Jovovich) festgestellt, dass die (immernoch böse) Umbrella Corporation sie hundertfach klonte. Das macht sich die toughe Frau mit telekinetischen Fähigkeiten zu Nutze, um die Zweigstelle in Tokyo mitsamt all ihrer Schwestern zu besuchen und zu reklamieren. Hier erinnert der Film derart stark an den ersten Teil der Matrix-Reihe, dass es einem kalt den Rücken runterläuft. Außerdem kann man hier bereits feststellen, dass die Hauptrolle weniger die Milla hat, sondern die Zeitlupe. Das liegt zum einen daran, dass der Film in 3D gedreht wurde und 3 Dimensionen nur in Zeitlupe genossen werden können. Außerdem wäre es sonst echt schwer geworden, die angepeilten 90 Minuten zu füllen. Wie auch immer, Alice zerpflückt die armen Japaner und bezahlt dafür mit dem Entzug all ihrer Fähigkeiten. Und hier frage ich mich, wie behindert kann man denn sein?

Das war wirklich ein Alleinstellungsmerkmal des Films! Das hat Extinction cooler und die Rolle der Alice viel interessanter gemacht. Tough und schlagfertig bleibt sie zwar, aber hier vermisse ich den Mut, mal was neues auszuprobieren. Na gut. Nun schlägt sie sich Richtung Alaska durch, um die Überlebenden aus dem dritten Teil ausfindig zu machen. Erster interessanter Moment: Alice trägt Lippenstift. Alle sind tot oder Zombies, aber wenigstens sitzt das Make-Up! Wahrscheinlich, damit sie in ihrem Video-Tagebuch nicht so Kacke ausschaut. Die Leute in Alaska sind übrigens alle weg und sie findet lediglich die völlig verwirrte Claire (Ali Larter). Den Zufluchtsort für die Menschheit gibt es leider nicht und so machen wir uns auf nach…. na, was ist denn gleich um die Ecke da bei Alaska? Genau, Los Angeles. Und auch hier verstehe ich das wieder nicht. Die Frauen sind mit einer mickrigen Ein-Propeller-Maschine unterwegs. Tankstellen gibt es nicht, geschweige denn sichere Gegenden. Es sind mindestens 3500 Kilometer, die sie zurücklegen müssen! Aber als zivilisierter Mensch und Zuschauer nimmt man das hin und interpretiert es als die Freiheit des Regisseurs und Drehbuchautors.

So, wir kommen in L.A. an und die Mädels landen auf einem Gefängnis, in dem sich ein paar Leute vor ungefähr 4 Millionen Zombies außerhalb in Sicherheit gebracht haben. Und hier knüpft der Film wieder an, ein halbes dutzend Leute einzuführen, wo man beim ersten Blick schon weiß, dass die verrecken werden. War das ein Spoiler? Nein, denn man sieht das einfach, das muss man einfach sehen. Lustigerweise haben die Knastbewohner den Typen aus Prison Break (Wentworth Miller) eingeknastet…ein Film in einem Film?

Eines muss man Afterlife lassen. Während es in den Vorgängern nicht wirklich allzu wichtige Charaktere gab, so sind die unwichtigen jetzt sogar unsympathisch und total blöd. Und trotz beraubter Kräfte rennt Alice rum, als ob sie unterblich ist. Erstaunlich auch, dass es in jedem Film der Reihe einen Kampf mit irgendwelchen mutierten Hunden gab, so auch hier. Der sprichwörtliche rote Faden? Und ich bin der Meinung, dass der (standardmäßige) Cliffhanger hier so krass wie noch nie zuvor war. Ich würde mich ja gerne eingehender darüber aufregen, aber dann hätte ich den Film noch mehr gespoilert als ohnehin schon. Und das wollen wir ja nicht.

Natürlich gibt es Dinge, die ganz nett waren. Vor allem in (realem!) 3D sieht ‚Resident Evil: Afterlife‘ richtig geil aus. Alice hackt sich durch eine Gruppe Zombies in Zeitlupe und man sieht im Vorder- und Hintergrund die Untoten auf sie zurennen. Der Regen am Anfang ist schön. Überhaupt, rein optisch hat der Film einen coolen Style. Das ist aber eben nicht alles, außer man ist eine gottverdammte Grafik-Hure. Insgesamt fühlt es sich für mich an, als ob man nach dem soliden dritten Teil einen Schritt zurück macht und nur noch auf Zeitlupen-Action setzt. Ach ja, und die letzte Szene vor dem Ende ist auch noch irgendwie aus Michael Bays ‚Die Insel‘ geklaut, zumindest vom Look.

So, und jetzt das Lustige: Ich fühlte mich unterhalten, obwohl der 4. Teil eigentlich ziemlich schwach ist und fast so bescheuert wie der zweite Teil der Reihe. Zuhause und ohne 3D oder anständigem HD sehe ich keinen Grund, warum einem das Gegurke gefallen sollte. Da ich jedoch alle Filme in einem Rutsch konsumiert habe und irgendwie in der ‚Scheiß-auf-die-Handlung-denn-es-ist-Resident-Evil‘-Stimmung war, fühlte ich mich wohl. Oh nein, ich bin eine Grafik-Hure!

Regie: Paul W. S. Anderson (Resident Evil 1, Mortal Kombat, Event Horizon, Alien versus Predator)

Schauspieler: Milla Jovovich, Ali Larter, Wentworth Miller, die Zeitlupe

Bewertung:  

Resident Evil: Apocalypse (2004)

Der Versuch im ersten Teil, das T-Virus innerhalb der Laboratorien der Umbrella Corporation einzusperren, ist gescheitert. Stattdessen verbreitet es sich innerhalb von Raccoon City und verwandelt die meisten Menschen in Zombies. Außerdem wurde Alice (Milla Jovovich) von der Organisation infiziert und anstatt zur Untoten zu werden, verfügt sie nun über gesteigerte physische Kräfte. Wir erleben, wie die Stadt verriegelt wird, sich jedoch immer noch eine Menge Nichtinfizierter darin befindet. Ein kleines Grüppchen versucht sich durchzuschlagen und irgendwann, warum auch immer, gesellt sich Alice dazu. Zufälligerweise soll die Stadt am Morgen pulverisiert werden, doch (Gott sei Dank) bekommen unsere Recken Hilfe von außerhalb, jedoch nur, wenn sie die Tochter ihres Helfers finden.

Hurra! Wieder gegen die Zeit, wieder eine Gruppe mit Surival-Dreck. Und schon wieder: Einer wird gebissen, alle wissen dass er bald zum Zombie wird und eine Gefahr für die Gruppe darstellt, doch man chillt drauf. Thomas Kretschmann mimt übrigens den lokalen City-Manager der Umbrella GmbH und ist so richtig gemein. Es sterben auch ein paar Leute und so weiter. Wirklich wichtig sind die eh nicht.

Herausragend folgendes Szenario: Die Truppe erreicht die Schule, in der sich das zu rettende Mädchen befindet. Eine toughe Polizisten, ein schwarzer Stereotyp (quasselt viel und oft Quatsch) und eine Wetterfee. Was tun diese?

a) Gemeinsam durch das Gebäude streifen, um sich gegenseitig zu helfen und zu beschützen?

b) sich trennen, um wie die letzten Neandertaler in Gefahr zu geraten?

Natürlich b! Der dümlichen Wettertante wird ein Revolver in die Hand gedrückt…Viel Spaß. Das sind dann immer Szenen, in denen man sich denkt, wenn wir Menschen wirklich so blöd wären, dann haben wir die Zombie-Apokalypse auch verdient. Und zum tatsächlich zweiten Mal taucht dann Milla Jovovich auf, um die Leute zu retten. Und auch wenn dies nun ein Spoiler war, who cares? Es ist alles so vorhersehbar wie blöd. Ganz am Anfang stehen Polizisten und irgendwelche Special Forces einer großen Masse Zombies gegenüber. Die Untoten sind super langsam und schlendern auf die Gesetzeshüter zu. Und dann sieht man, wie einer nach dem anderen verspeist wird. Die rennen nicht mal weg. Als ob die alle zufällig Kleber an den Schuhsohlen haben und sich nicht bewegen dürfen. Beamten-Mikado quasi. Es ist in Ordnung wenn in Zombie-Filmen Menschen sterben, das ist ja irgendwie auch der Zweck der ganzen Geschichte, aber auch die Statisten dürfen sich ruhig Mühe geben, ein wenig am Leben zu bleiben.

Irgendwann kommt es dann zum Showdown zwischen Milla und irgendeiner mutierten Kreatur. Wirklich spannend ist das alles nie, dafür ist die Heldin viel zu unverwundbar, zu cool und auch viel zu abgeklärt.

Und zu guter Letzt das Ende! CLIFFHANGER! Nicht ganz so krass wie noch im ersten Teil, dennoch ausreichend. Nach 90 Minuten hat man auch irgendwie genug von der dahingewurschtelten Story und den dümlich-flachen Protagonisten. Apocalypse ist meiner Meinung sehr mau. Langweilig war mir nicht, doch den nicht unbedingt weltbewegenden ersten Teil auf diese Weise noch zu unterbieten ist schon eine Kunst. Nicht mal emphelenswert für Zombie-Freunde, gefällt der Streifen höchstens den Serien-Fans, und das nur wenn man jedes Auge zudrückt.

Regie: Alexander Witt (Hauptsächlich Camera Operator….siehe hier)

Schauspieler: Milla Jovovich, Thomas Kretschmann

Bewertung:  

Der Omega-Mann (1971)

Oder: Als Zombies noch Sonnenbrillen trugen

Im Kalten Krieg haben es Russland und China hinbekommen, irgendeine Seuche über die Menschheit zu verbreiten, sodass alle sterben oder zu lichtscheuen Quasi-Zombies werden, die langsam vor sich hinsiechen. Wobei Zombie ein wirklich viel zu hartes Wort ist. Heutzutage denken wir an verrottende und eklige Biester, die alles fressen, was bei drei nicht auf den Bäumen ist. Die ‚Zombies‘ im Omega-Mann sind mehr oder weniger Albino-Menschen mit einer starken Abneigung gegen jede Form von Technik und die Sonne, also quasi Ginger-Ökos.

Der einzige noch normale ist Neville (Charlton Heston), weil er es geschafft hat, sich vor der ganzen Katastrophe noch das Gegenmittel zu spritzen. Und so bekriegt er sich nachts mit den Albinos, um tagsüber nach ihnen zu suchen und sich meistens vor Einsamkeit zu langweilen. Wer sich an ‚I am Legend‘ mit Will Smith in der Hauptrolle erinnert, liegt goldrichtig, denn das hat teilweise sehr ähnliche Szenen vorzuweisen. Und schon im Film von 1971 gibt es des öfteren Flashbacks, die alles Wichtige erzählen und aufklären. Allzu große Spannung kommt jedoch nicht auf, da sich unser Protagonist sowieso meist alleine mit sich selbst beschäftigt.

Ich muss auch zugeben, dass das anfangs eigentlich ganz coole Szenario zunehmend vor sich hinplätschert. Die eine oder andere Wendung mag zwar vorkommen, aber was solls. Wir sind doch sowieso schon alle am Sack. Aber Stop! Gott sei Dank ist der einzige Überlebende zufällig Arzt, Soldat und Biochemiker und er arbeitet an einem Gegenmittel!

40 Jahre hat der Film schon auf dem Buckel, und das merkt man ihm auch sehr an. Vor allem die Vorstellung von Untoten hat sich in den letzten 10 Jahren so grundlegend geändert. Im Omega-Mann hat man es letztendlich nur mit ‚bösen‘ Menschen zu tun. Die tragen coolerweise alle Sonnenbrillen und haben fetzige Augen. Besonders lustig war irgendwie am Anfang, als die Untoten ganz in nationalsozialistischer Manier Bücher verbrennen. Ihr religiöser Fanatismus stempelt sie dann komplett ab. Zudem machen sie alles, was auch nur irgendwie technisch ist, kaputt. Allerdings ist man sich nicht zu schade, ein Katapult zu bauen. Ich glaube somit ist der nahende Tod wahrlich nicht das schlimmste an der Seuche, sondern viel mehr die krude Dämlichkeit der Untoten, oder eher Sterbenden.

Wie dem auch sei, ich mag Charlton Heston eigentlich. Er ist ein einsamer, schlauer Wolf. Ihm kann man zutrauen, die Menschheit vom Rande des Abgrunds noch zu retten. Das hilft nicht darüber hinweg, dass ‚Der Omega-Mann‘ mit 98 Minuten irgendwie zu lang ist. Und für heutige Ansprüche auch zu alt. Viele Sachen löst ‚I am Legend‘ besser, auch einfach emotionaler. Beide Filme verbindet jedoch die Tatsache, total blöde Enden (außer man gibt sich einfach mal das alternative Ende von ‚I am Legend‘ auf youtube) zu haben.

Was bleibt zu sagen? Ich fand den ‚Omega-Mann‘ schwach. Wer gerne alte Filme guckt und sich daran nicht stört, dem kann er gefallen. Es gibt aber eben auch andere alte Filme, die zurecht zeitlose Klassiker geworden sind, allen voran ‚Planet der Affen‘, in dem Charlton Heston auch die Hauptrolle spielt und die auch das Sci-Fi-Genre bedienen, zeitlgleich jedoch spannender oder auch einfach nur interessanter sind. Ansonsten ist ‚I am Legend‘ der tatsächlich bessere Film.

Regie: Boris Sagal (machte ganz viel fürs TV, seine Tochter ist Katey Sagel (Al Bundys Eheweib))

Schauspieler: Charlton Heston

Bewertung:  

Fast & Furious Five (2011)

Naja, Fast & Furious eben. Man kennt das meiste halt, es geht um Autos. Doch halt? Geht es wirklich um Autos? Nein! Warum auch immer, Rennen und geile Karren spielen irgendwie nur die zweite Geige hier. Paul Walker mit Freundin (die Schwester von Vin Diesel) befreien erst den Vin, um dann nach Brasilien abzutauchen, wo sie diesen dann irgendwann wiedertreffen wollen (man hat sich getrennt). Aufgrund mangelnder Finanzen wird ein Job (inbegriffen Autodiebstahl) angenommen. Der misslingt, ein paar amerikansiche Agenten sterben und man hat nun Beef sowohl mit Dwayne ‚THE ROCK‘ Johnson (irgendsoein Ermittler mit Bizeps und Sherlock Holmes-Allüren *hallo CSI*) als auch dem ursprünglichen Auftraggeber Reyes, welcher zufällig der dickste Boss der Bosse im südamerikanischen Erdteil ist. Die Story war noch nie eine Stärke der Fast/Furious-Filme, aber hier hat man sich wirklich mal was Dümmliches einfallen lassen. Nicht nur dass von allen Seiten auf unsere armen Helden geballert wird, nein, man muss auch in guter alter Ocean’s Eleven-Manier irgendeinen dicken Tresor knacken, wozu man alle wichtigen (oder nicht ganz so wichtigen) Leute aus allen bisher gesehenen Filmen benötigt. Und die Armut in den Elendsvierteln wird thematisiert! In der einen oder anderen Szene besitzt der Film einen revolutionären Pathos, der einfach komplett lächerlich ist.

Ich mag Vin Diesel. Er ist ein cooler Action-Held, hat coole Sprüche (RIDDICK) und auch krasse Kämpfe und dergleichen, aber Fast Five ist einfach mal über zwei Stunden lang und dermaßen überladen mit Zeugs und unnötigen Twists und Gelaber, dass es einem schon mal weh tut. Nach dem Film habe ich mich gefragt, wie viel der Film wohl bei imdb.com haben möge und wurde komplett überrascht:

7.4? 7.4 ist eine Bewertung bei imdb, in der so Filme wie Shrek 2, Spider-Man 1, Tootsie, X-Men 1, Stirb Langsam 4.0, Die Glücksritter, Gottes Werk und Teufels Beitrag, Mein Vetter Winnie, Duell – Enemy at the Gates, Michael Clayton, Precious, Crazy Heart, Hustle und Flow, The Fountain und Im Tal von Elah dabei sind. Und wenn ich die Entwicklung richtig deute, können wir schon mal für den 2013 kommenden 6. Teil bereits einen Oskar für Vin Diesel reservieren.

Wie dem auch sei, es gab auch Dinge, die ich mochte. Das Finale, in dem 2 Autos einen tonnenschweren Safe durch Rios Innenstadt ziehen und alles plattwalzen, war ganz geil. Die eine oder andere Panorama-Aufnahme vom Zuckerhut ist auch nett anzuschauen. Und jeder, der die anderen Teile kennt, freut sich, dass man so viele bekannte Gesichter wiedersieht (u.a. Ludacris und den einen Asiaten aus Tokyo Drift). Andererseits ist, sofern man geile Autorennen erwartet, nicht viel zu sehen. Zum Ende hin ein wenig, aber um Rennen geht es irgendwie nicht mehr. Das ist schade, denn die mochte ich eigentlich. The Rock als Schnüffler, Marine und Schläger ist einerseits cool, aber so dermaßen fernab von jeglicher Realität.

Ach Herr Gott, die Handlung ist wirklich dämlich. Da könnte ich mich wirklich ewig darüber aufregen! Doch dann muss auch ich wieder einsehen, dass der Film einfach nichts für mich war. Ich fand ihn schwach. Jeder, der die vorherigen Filme mochte, findet ihn gut. Warum? Weil er denen einfach das bietet, was man erwartet, garniert mit dem guten Gefühl, alte Bekannte wiederzusehen. Und dann rückt auch das ganze Drumherum auch ein wenig in den Hintergrund.

Darum: Gefällt mir Fast & Furious, so ich auch den 5. gucken muss. Der Rest, nicht dumm, macht einen Bogen drum. (Entschuldigung für den Versuch, zu reimen.)

Regie: Justin Lin (Fast & Furious 3 + 4, Better Luck Tomorrow)

Schauspieler: Vin Diesel, Paul Walker, (das meiste was sonst in den vorherigen Teilen mitgespielt hat)

Bewertung: 

Sucker Punch (2011)

Den Namen der Hauptfigur erfahren wir nicht, aber im späteren Verlauft wird sie jedoch stets Baby Doll (Emily Browning) genannt. Deren Mutter stirbt und als ihr Stiefvater versucht, ihre kleine Schwester zu vergewaltigen, bedroht sie diesen mit einer Waffe, wobei Baby Doll aus Versehen ihre eigene Schwester erschießt und von dem Typen dann in eine Klapsmühle abgeschoben wird. Dort soll in fünf Tagen eine Lobotomie an ihr durchgeführt werden, die sie zu Gemüse macht.

Das ist der ungefähre Rahmen. In der Anstalt selber flieht sie während der Sitzungen mit der Psychologin in eine Traumwelt, in der die Einrichtung zu einem Bordell / Stripladen wird. In dieser Traumwelt wiederum flieht sie beim Tanzen in eine weitere Welt, in der dann die ganze Action abläuft. Somit spielt der Film auf 3 Ebenen, ist jedoch von Tiefgründigkeit so weit entfernt wie  die Erde vom nächsten Stern.

Der Anfang von ‚Sucker Punch‘ ist ziemlich cool. Zu einem Cover von ‚Sweet Dreams‘ werden die grausamen Umstände von Baby Dolls Einlieferung gezeigt. Das weckt gut Emotionen, und die Kamerafahrten sind richtig nice. Die Stimme aus dem Off kommt zwar mit irgend einem tiefgründigen Quatsch, das ist bis dahin aber noch nicht störend.

So, und dann gehts los. Nun wirds richtig bunt. Angelehnt an die reale Welt, wird in der Bordell-Welt ein Plan zur Flucht geschmiedet. Dazu braucht man scheinbar vier Gegenstände, die dann in der dritten Welt gesammelt werden. Diese finale Welt ist der Action-Fantasy-Samurai-Nazis-Drachen-Explosionen-Part. Episodenhaft werden hier die Objekte der Begierde von irgendwelchen Robotern oder Nazis oder Drachen eingesackt. Das ist das erste Mal noch ganz cool, wenn Baby Doll gegen metallene Gatling-Gun-tragende Samurais kämpfen muss im  Schülerinneoutfit und nur mit einer Pistole und einem Schwert bewaffnet. Als sich die weiteren Mädels zu ihr gesellen, wird es relativ ähnlich. Und hier ist das erste Problem. Die ganzen Kampfszenen sind sich alle so ähnlich und so übertrieben cool, dass sie schon wieder irgendwie belanglos sind. Es ist zwar immer klar, dass diese ausgedachte Welt nur den zermarterten Geist einer jungen Frau darstellt und die trübe Tristess ihres Alltags kaschieren soll, doch mangelt es an Reflektion in die reale Welt. Wir sehen das wahre Geschehen nur am Anfang und am Ende, doch wird das alles müßig.

Der Fakt, dass sie lostanzen muss, um die dritte Welt betreten zu können, war okay, beim vierten Mal erscheint mir das jedoch dann schon wieder lächerlich. Warum wird die Realität so krass ausgeblendet? Das kann man natürlich als tiefgründiges stilistische Mittel auslegen, wenn es denn nicht so nerven würde! Und so wird der Film zu einem hohlen Mix aus Kill Bill und Inception, ohne jemals auch nur ein wenig die erzählerische Stärke seiner Vorbilder zu erreichen. Es gibt zwar hier und da ein paar coole Kampfszenen, die, wie ich finde, nur Hülle sind, für viel zu wenig Substanz.

Problematisch ist auch, dass unsere Heldin in der Realität nicht ein einziges Wort sagt und sonst auch eher wenig spricht. Der Rest der Girlie-Crew ist auch nich besonders helle, man kommt aber nicht um den Gedanken hinweg, dass nur Models im Irrenhaus einsitzen. Berufsrisiko? Die Art und Weise, wie sich die Beziehungen und Ideen der Weiber entspinnen, ist auch vollkommen sinnfrei und vermisst Tiefe. Der Einstieg in jede einzelne Mission der dritten Welt wird immer wieder mit (wirklich guter) Musik unterlegt, sodass sich hier ein erzählerischer Wiederholungs-Charakter ergibt. Das hat dann auch ein wenig gestört. Nebenbei belegen die pseudo-schlauen Dialoge die wenig clevere Handlung.

Das Ende fand ich dann merkwürdig. Mich hat es nicht wirklich befriedigt. Es sollte zwar irgendwie schlau sein, das fand ich jedoch nicht. Wie dem auch sei, ich will das nicht spoilern. Gesagt sei nur, dass eine tiefgründige und nachdenkliche Stimme aus dem Off mit entsprechendem Pathos alleine nicht ausreicht, um dem, was man sieht, auch Tiefe zu geben. Am Ende darf Jon Hamm (aus Mad Men, The Town) kurz auftreten. Und mein Gott, ist sein Charakter doof. Die Psychologin fügt sich da nahtlos ein.

Und was hat man nun am Ende? In der Realität ein (nicht wirklich) bewegendes Drama um die Psychatrie, in der ersten Traumwelt ein Chick-Flick à la ‚Dreamgirls‘ oder ‚Burlesque‘ und in der finalen Actionwelt ist man bei ‚3 Engel für Charlie‘. Ich weiß nicht, ob das wirklich funktionieren kann. Die meisten Kritiken sind sehr kritisch, wobei durchaus viele Comments aus jungen Kreisen von tiefer Begeisterung zeugen. Mir persönlich war das alles zu mager, es gibt zig Filme, die zwar keine Genres mixen, jedoch in ihrem Bereich es viel besser machen als ‚Sucker Punch‘. Was die Action und Fights angeht, so fährt man mit Kill Bill, 300 oder Shoot Em Up besser. Wer diese ‚Frauen-arbeiten-im-Puff‘-Filme mag, der ist mit ‚Moulin Rouge‘ besser dran. Und was die Drama-Komponente angeht, so gibt es das überragende ‚Pan’s Labyrinth‘. Für mich war ‚Sucker Punch‘ leider nur eine Grafik-Hure. Sieht gut aus und nicht viel dahinter.

Regie: Zack Snyder (300, Watchmen, Dawn of the Dead)

Schauspieler: Emily Browning, Abbie Cornish, Jena Malone

Bewertung: 

Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten (2011)

Jack Sparrow (Johnny Depp) landet als einfacher Matrose auf dem Schiff des gefürchteten Piraten Blackbeard (Ian McShane) und dessen Tochter und 1. Offizier Angelica (Penélope Cruz). Der Dunkelbärtige will die Quelle der ewigen Jugend ausfindig machen und so seinen baldigen prophezeiten Tod verhindern. Auch die spanische Marine ist auf der Suche danach, genauso ein britisches Schiff unter Kapitän Barbossa (Geoffrey Rush).

Die Geschichte um Will Turner und Elizabeth Swan ist mit den ersten drei Filmen abgeschlossen, so beginnt nun etwas Neues. Wieder einmal jagen diverse Leute etwas hinterher, das ist nicht neu. Wieder kreuzen sich deren Wege. Es gibt dieses Mal keine Kämpfe auf hoher See, nur einmal an der Küste müssen mehrere dutzend Meerjungfrauen filettiert werden. Es gibt wieder mal eine Szene (am Anfang), in der Jack Sparrow auf unnachahmliche Weise dem drohenden Galgen entwischt. Und es gibt hier und da einen Lacher.

Aber irgendwie ist alles auf Sparflamme. Es fehlen bombastische Seeschlachten (die in 3D vielleicht gar nicht so übel gewesen wären) oder interessante Konversationen. Die Charaktere sind auch nicht besonders interessant. Angelicas Charakter zum Beispiel. Sie hat eine Vorgeschichte mit Jack Sparrow und sieht auch ganz lecker aus. Doch warum sie teilweise auf so dümmliche Weise handelt ist nicht erklärt. Es mangelt ihr irgendwie an Motivation. Ja, sie will ihren Vater am Leben erhalten, doch dazu ist die gesamte Beziehung viel zu oberflächlich. Sie wirkt dumm. Blackbeard ist angeglich von allen gefürchtet, doch außer ein wenig Grausamkeit und Egoismus kann man ihm nicht wirklich viel mehr vorwerfen. Er ist in keinster Weise furchterregend. Da sehnt man sich nach Barbossa als Schurken aus Teil 1 oder Davy Jones in den beiden Nachfolgern zurück. Sogar der Fiesling der East India Trading Company hatte mehr Charisma!

Hinzu kommt ein großes Maß an Obeflächlichkeit und lapidarem ‚Nimm es halt hin wie es ist‘. Nicht nur, dass alle Figuren wenig Begeisterung versprühen, sondern auch diese teilweise komplett unausgereifte Darstellung mancher Leute. Die Spanier dringen zum Ende hin ein und machen alles kaputt. Dann, wenn sie ihr Werk vollbracht haben, gehen sie wieder, ohne die ganze andere Meute eines Blickes zu würdigen. Wir bekommen somit fast ständig Jack Sparrow vorgesetzt, der komplett allein einfach nicht den Film tragen kann. Nichts gegen Johnny Depp, aber die Figur macht rein gar nichts neu. Er sagt nie einen charmanten Satz noch zieht er mit keinem eines seiner Verwirr-Spiele ab. Teilweise bleiben ihm wirklich nur One-Liner ohne wahre Konversationsbeteiligung. Eine Szene mit ihm ist vollkommen Hohl. Er klettert auf einen Leuchtturm um diesen zum Explodieren zu bringen. Warum diese Aktion wirklich nötig war, hat sich mir einfach nicht erschlossen. Ist auch nicht wichtig, schnell weitermachen! Und so spielt danach ein größerer Teil im und um den Dschungel. Der einzige für mich einigermaßen ‚coole‘ Charakter ist Barbossa, doch der war in den Teilen zuvor piratiger und hier wirkt er mehr oder weniger stark gealtert und geschwächt.

Die Spitze der Dämlichkeit ist die entflammte Liebe zwischen einem gefangenen Priester und einer Meerjungfrau. Nicht nur dass diese (bzw. ihre Kolleginnen) ihn zuvor umbringen wollte (bzw. wollten), aber scheinbar reichen ein paar Kilometer im Wald, um für den anderen sterben zu können. Und so lässt sich ein Sequel dann noch viel besser vermarkten natürlich!

Machen wir uns nichts vor, die Story ist einfach nicht gut. Die Dialoge hauen einen auch nicht weg. Vielleicht sind dann die dritte Dimension (ja, der Film ist in 3D) und die Effekte einfach nur Bombe? Leider nein. Wieder einmal erschließt sich mir kein (zumindest künstlerischer) Gewinn aus 3D. Es sind nur sehr wenige Szenen, in denen mal ein Schwert sich dem Zuschauer entgegenstreckt. Ansonsten ist es nur Effekthascherei und die Überblendung über einen ansonsten nie optisch tollen Film. Das Dschungel-Panorama oder irgendwelche exklusiven Kamera-Fahrten gibt es nicht. Das hätte nicht schlimm sein müssen, aber wenn man sich als 4. Film einer Reihe dem direkten Vergleich mit seinen Vorgängern stellen muss, dann ist das sehr ernüchternd. Wo die ersten drei Teile trotz teilweiser Überladung noch Spaß gemacht haben, habe ich mich tatsächlich ein wenig gelangweilt. Es gibt einfach keinen Spannungsbogen oder geile Fights, das Rennen um die so tolle Quelle ist nicht wirklich schnell inszeniert. Die Kämpfe sind nie auch nur ansatzweise interessant und das Ende ist so vorhersehbar wie Ebbe und Flut.

Und so kommt man zu dem bitteren Schluss, dass die Luft raus ist aus dem ‚Fluch der Karibik‘. Wieder einmal gibt es nach den Credits eine Sequel-verheißende Szene. Doch was soll da schon kommen? Entweder man bringt ein wirklich gutes Drehbuch oder die ganze, doch eigentlich ehemals ganz sympathische, Sage sinkt unter dem Gewicht der Erwartungen. Sorgen braucht sich Disney keine machen, einspielen wird der zweieinhalbstündige Aufguss vermutlich genug (inzwischen weit mehr als genug). Und das, obwohl vieles so schwach ist. Doch vergrault man so nicht die Fans seines Franchises?

Jack Sparrow: You know that feeling you get when you’re standing in a high place… sudden urge to jump?… I don’t have it.

Ja, so gehts mir auch irgendwie, nur eben mit dem Film.

 

Regie: Rob Marshall (Nine, Chicago, Die Geisha)

Schauspieler: Johnny Depp, Penélope Cruz, Geoffrey Rush, Ian McShane

Bewertung: 

Sanctum (2011)

Frank McGuire (Richard Roxburgh) untersucht zusammen mit seinem rebellischen Sohn Josh und Carl, dem Financier der Expedition, eine Höhle in Papua-Neuguinea. Sie suchen einen unterirdischen Durchgang zum Meer. Durch einen Sturm wird der Aufgang nach oben versperrt und die Höhle füllt sich mit Wasser, sodass nur der Weg nach unten in unbekannte Höhlensysteme bleibt. 

‚Sanctum‘ ist einer dieser Mensch-gegen-Natur-Filme. Hier vorrangig mit Taucheinlagen, gelegentlich wird auch mal geklettert. Natürlich gibt es auch hier eine Gruppe von Menschen, wobei einen nach dem anderen das Zeitliche segnet. Die Handlung ist somit simpel und leicht verdaulich, die Darstellung der jeweiligen Leichen weniger. So wird dem Streifen ein etwas härterer Touch gegeben.

Jedoch bleiben alle Figuren sehr oberflächlich und klischeehaft, einzig die Beziehung zwischen Vater und Sohn entwickelt sich ein wenig. Natürlich gibt es auch hier wieder einen Spinnner in der Gruppe der durchdreht und die anderen im Stich lässt bzw. hintergeht. Die eine oder andere Aktion der Protagonisten finde ich auch nicht überlegt oder auch gelinde gesagt dumm. Da ist der Tod vorprogrammiert.

Andererseits gefiel mir der Überlebenskampf ganz gut, denn Franks vorgehen wirkte stets überlegt und vorausschauend, wenn auch skrupellos. Unter Wasser und mit begrenzter Luft, Licht und Nahrung hat man halt keine Zeit, um Tote zu betrauern. Rein tauch- wie auch klettertechnisch wirkte der Film sehr realistisch und solide, was ihn zu einem Dokumentarfilm mit Spannungsbogen macht. Naturfreunden wird das durchaus zusagen, anderen weniger.

Überraschend ist, wie ähnlich sich solche Filme sind. Man nehme ‚Vertical Limit‘. Auch dort gilt es, unter widrigen Umständen Menschenleben zu retten. Einer wird zum Bösen und riskiert die Leben anderer. ‚Der Flug des Phoenix‘ ist auch so ein Vertreter, jedoch in der Wüste und (leider) mit Dennis Quaid. ‚Nordwand‘, ‚127 Hours‘ und ‚Auf Messers Schneide‘. ‚Into the Wild‘, ‚Cliffhanger‘, ‚Abyss‘, ‚Am wilden Fluss‘ und ‚Castaway‘. Tja, da hat ‚Sanctum‘ wohl ein wenig Konkurrenz in dem Genre. Wirkliche Tauchfilme gibt es jedoch nicht so viele, ausgenommen (das im Director’s Cut elend lange) ‚Abyss‘. Den habe ich aber bestimmt vor 10 Jahren zum letzten Mal gesehen und wage hier kein Urteil oder gar einen Vergleich.

Wer auf Handlung verzichten mag, gerne auch Dokus guckt und selber schon mal klettern oder tauchen war, wird ‚Sanctum‘ vielleicht ganz brauchbar finden, mir war das alles einfach zu hohl. 108 Minuten unterirdisch auf Tauchgang sind nun mal nicht für jedermann. Wer aber einfach mal Bock auf einen Abenteuer-Film verspührt, sollte dann lieber ‚127 Hours‘ oder das supergeile ‚Castaway‘ schauen, die bieten mehr als das Allerheiligste (Sanctum übersetzt). Ein kleiner Geheimtipp: ‚Die Tiefseetaucher‘ handelt zwar auch vom Tauchen, ist jedoch vielmehr eine Komödie mit Bill Murray und Owen Wilson und viel mehr Unterhaltungswert.

Regie: Alister Grierson (diverse Kurzfilme, Sanctum ist sein erster ‚großer‘ Film)

Schauspieler: Richard Roxburgh, Ioan Gruffudd, Rhys Wakefield

Bewertung: 

Drive Angry (2011)

John Milton (Nicolas Cage) ist auf dem Weg, um Sektenführer Jonah King zu töten, denn der hat schließlich Miltons Tochter ermordet und will das jetzt auch mit seiner Enkelin, die noch ein Baby ist, tun. Ihm schließt sich auf dem Weg die junge Piper (Amber Heard) an, die frisch gekündigt hat und in Florida ein neues Leben anfangen möchte. Beide werden noch vom Buchhalter (William Fichtner) verfolgt, der auch über Leichen geht.

Lustigerweise steht in vielen Zusammenfassungen im Internet, dass Milton aus der Hölle stammt und quasi aus der Hölle flüchtet um kurz Rache zu üben und die Enkelin zu retten. Doch in ‚Drive Angry‘ wird sehr sehr lange Zeit ein Geheimnis darum gemacht. Darauf kommt man (als ahnungsloser Zuschauer) eigentlich schon viel früher, die dumme Piper braucht dann noch ein wenig, um das zu checken. Der Buchhalter ist natürlich der Buchhalter des Teufels und muss Milton wieder einfangen. Das mag an sich noch alles in Ordnung sein, aber der Rest der Story um die Satanisten-Sekte ist so ein totaler Blödsinn. Der Film will auch nicht wirklich tiefgründig, sondern eher ein Action-Baller-Movie sein im Stile von ‚Shoot ‚Em Up‘. Und wahrlich, eine komplette Szene ist eine 1-zu-1-Kopie aus dem guten Film mit Clive Owen. Eigentlich eine Frechheit, zumal Nicolas Cage (nicht nur in dieser Szene) so unmotiviert zu Werke geht. Einen Geschlechtsakt zu vollführen während man 10 bis 20 böse Schergen abknallen muss ist halt einfach nicht so spannend wie es früher einmal war.

Im Endeffekt ist ‚Drive Angry‘ ein Zwitter aus ‚Ghost Rider‘ (auch mit Nicolas Cage) und eben ‚Shoot ‚Em Up‘. Da wird nichts neu gemacht oder herausragend gut. Jedoch soll die genutzte 3D-Technologie durchaus gut sein, was ich jedoch nicht beurteilen kann (da kein 3D). Die Action-Sequenzen wirken meiner Meinung jedoch zu ‚cool‘. Man versucht hier einen Rächer aus der Hölle zu präsentieren, der ohne jegliche Emotion loszieht und zahllose Leute abknallt. Das mag gut aussehen, doch viel dahinter steckt nicht. Man hat zwar das Rache-Motiv, doch Nicolas Cage läuft stets mit dem gleichen nichtssagenden Gesichtsausdruck herum. Genauso wenig begeistert Piper, die nicht einen klugen Satz in dem Film sagt. Einzig und allein den Buchhalter fand ich nett, der kommt smart und lässig rüber.

Der Bösewicht und Sektenführer Jonah King (Billy Burke) ist auch weder besonders schlau oder sehenswert. Da bleibt nicht mehr viel, was den Film lohnenswert machen könnte. Ist 3D genug Rechtfertigung, um einen so eigentlich doofen Streifen ohne Charakter sehenswert zu machen? Ich finde nicht, und somit ist ‚Drive Angry‘ ein schwacher Aufguss von lustigeren Filmen dieser Machart. Wer mal keinen Bock auf viel Handlung hat und Action will, ist mit ‚Stirb Langsam 1-4‘ oder dem viel viel cooleren ‚Shoot ‚Em Up‘ deutlich besser dran. Da gibts Ähnliches mit Helden, die mehr Sympathie versprühen als ein abgehalfterter Nicolas Cage. Zusätzlich bieten die noch deutlich interessantere Bösewichte und eine (wer hätte das gedacht?) intelligentere (wenn auch nicht sehr viel mehr) Handlung. Der schlechteste Film ist ‚Drive Angry‘ sicher nicht, aber da gibt es um Längen bessere Streifen.

Regie: Patrick Lussier (Cutter für Scream I, II, III und Red Eye)

Schauspieler: Nicolas Cage, Amber Heard, William Fichtner

Bewertung: 

 

The Happening (2008)

Im New Yorker Central Park ticken die Leute plötzlich aus und begehen kollektiven Selbstmord. Das Phänomen weitet sich aus, und so beschließen der Lehrer Elliot Moore (Marc Wahlberg) und sein Kollege Julian (John Leguizamo), mit Sack und Pack das Weite zu suchen. Doch so einfach ist die Flucht vor der unbekannten Bedrohung nicht. Nebenbei muss noch die Beziehungskrise zwischen Elliot und seiner Frau Alma (Zooey Deschanel) gelöst werden.

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich die Namen der Protagonisten noch einmal nachschlagen musste. Kein einziger ist mir wirklich im Gedächtnis geblieben. Und so ergibt sich auch schon das erste wirkliche Problem von ‚The Happening‘ (Das Ereignis): die Figuren sind einem vollkommen egal. Man lernt am Anfang Marc Wahlbergs Charakter kennen, doch so richtig sympathisch ist er nicht. Und wirklich Zeit, sich mit ihm anzufreunden, bleibt in gut 1,5 Stunden auch nicht. Es passieren die Suizide, in den Nachrichten hört man von einem terroristischen Anschlag. Sein Kollege meint: Hey, lass uns nach Philadelphia fahren, dort sind wir sicher und außerdem hat das der Fresh Prince von Bel-Air auch schon gemacht. Ok! Und so schleift man sich in den Zug, nebenbei bekommt man die Beziehungskrise zwischen Elliot und Alma mit und bemerkt, dass auch das einem ziemlich egal ist.

Warum ist das so?

Zuallererst gibt es einfach mal keine Szenen mit den Charakteren am Anfang, die sie ’strahlen‘ oder eine gewisse Grundsympathie aufbauen lassen. Die Dialoge sind sehr flach, wenig geistreich und einfach nur Mobiliar. Es existiert kein Wortwitz, keine Idee. Und so ist es kein Wunder, wenn Mensch um Mensch stirbt und es einen kalt lässt. Zudem werden hin und wieder Figuren eingebaut, die kurz darauf sterben. Doch die sind so farblos und uninspiriert. Anführen möchte ich hier einen Soldaten, der daherkommt wie ein 17-Jähriger Bubi und trotzdem das Kommando angibt. Der verrückte Naturliebhaber, der 3 Sätze spricht und zufällig die richtige Vermutung hegt, warum das Ganze passiert. Eine kauzige und verrückte Oma, die auch 4 Sätze hat und für einen kurzen Schockmoment sorgt. Niemand, der einen sagen lässt: ‚Hoffentlich überlebt der / die das!‘.

Man kann sich auch streiten, dass Marc Wahlberg schlecht schauspielert. Aber das wäre nicht rechtens, denn mit dem Dialog kann man einfach nicht gut da stehen. Und so wirkt das ganze Filmchen doch so ziemlich lieblos zusammengeschustert. Es hat eine große Message, die dann irgendwie den Rest des Films, vor allem aber die Charaktere, erdrückt. In ‚Signs – Zeichen‘ ist alles ähnlich. Eine Katastrophe (dort eine Alieninvasion) ereignet sich, und dann wird eine Familie gezeigt,die daran fast zerbricht und damit umgehen muss. Doch in Signs hat man ein deutlich befriedigenderes Erlebnis. Mel Gibson und Joaquin Phoenix als ungleiche Brüder sind sympathisch. Marc Wahlberg ist weit davon entfernt, für irgendjemanden wichtig zu sein. Das zieht den Gesamteindruck runter. Seine Frau in ‚The Happening‘ wirkt distanziert und nicht anwesend. Es herrscht viel Leerlauf in den Beziehungen der einzelnen Figuren. Hinzu kommt, dass das Ende in solch einer Weise uninspiriert erscheint. Ich meine, es sterben ein paar millionen Menschen, doch dieser Fakt scheint nicht wirklich für irgendwen von Bedeutung zu sein.

Natürlich ist auch einiges ganz Interessantes an dem Film dran. Er enthält sozusagen eine Öko-Komponente, die zuerst im Verborgenen bleibt und im Nachhinein einen kritschen Blick auf den Menschen in seiner Interaktion mit der Natur liefert. Niemand kann ohne den Planeten Erde weiterexistieren. Doch auch hier ist wieder mit dem Ende des Films weniger geklärt als Fragen aufgeworfen werden. Ist die Liebe denn nun stärker als die Natur? Und warum erscheint einem das kleine Mädchen am Ende wie ein überflüssiger Beutel, den man überallhin mitschleppen muss? Warum werden 2 Kinder in die Gruppe eingebaut, um sie ganz einfach ohne Erklärung hinzurichten?

Ich finde, die Glaubwürdigkeit eines Films hängt stark mit den einzelnen Charakteren zusammen. Doch die sture Leere der Dialoge lässt praktisch jeden für nicht allzu wichtig erscheinen. Somit ist ‚The Happening‘ nichts weiter als ein schwacher Film, der selbst nicht so genau weiß, was er ist, Mystery-Thriller, Survial-Horror oder doch lieber ein Gesellschafts-Drama? M. Night Shyamalan hat mit ‚Signs – Zeichen‘, ‚The 6th Sense‘ und ‚Unbreakable‘ relative ähnliche Filme gemacht, die alle deutlich besser und vor allem cleverer sind. Ich würde eigentlich niemandem emphelen, sich ‚The Happening‘ anzusehen. Es gibt natürlich Schlechteres, aber wer auf Mystery steht, wird mit den älteren Werken Shyamalans glücklicher.

Regie: M. Night Shyamalan

Schauspieler: Marc Wahlberg, Zooey Deschanel, John Leguizamo

Bewertung: 

X-Men Origins: Wolverine (2009)

Logan (Hugh Jackman) und Victor (Liev Schreiber) sind zwei Mutanten-Brüder, die über Selbstheilungskräfte verfügen und nicht altern. Zusammen durchwandern sie Epoche um Epoche, bis sich ihre Wege trennen und nur über den blutigen Pfad der Rache wieder zuammenkommen.

Allzuviel mehr kann man über die Handlung auch leider nicht sagen, denn allzu viel ist nicht vorhanden. Der Anfang ist allerdings gut gelungen: Wie sich die beiden Brüder durch jeden möglichen Krieg kämpfen, Seite an Seite und ohne Schaden zu erleiden. Dann wird das ganze jedoch zusehends komplizierter und oberflächlicher. Das gesamte Drehbuch ist wohl der größte Schwachpunkt des Films, vieles ist einfach aneinandergereiht und vermisst jegliche Interaktion. Ein Beispiel: Logan erreicht zum Ende hin ein Labor, indem sich ein Wissenschafter befindet, den er umbringen möchte. Da taucht jedoch eine Totgeglaubte wieder auf. Und plötzlich beschließt er, er muss sofort gehen. Dann wird sie jedoch bedroht und er kommt doch nochmal wieder! Besonders an solch einer Stelle wird einem klar, wie unglaublich oberflächlich die einzelnen Personen sind. Jeglicher Bezug zum Zuschauer ist nicht vorhanden.

Was einen auch noch von den Protagonisten distanziert ist die einfach lieblose Art ihres Ablebens. Ein altes Ehepaar wird in die Story eingebaut, um nach wenigen Minuten kurzerhand weggeballert zu werden, ohne Kommentar durch unseren Helden. Das ist weder clever noch nachvollziehbar und alles andere als befriedigend. So spielt Will I Am ebenfalls einen Mutanten, der erst hilft, afrikanische Bauern zu lynchen, um ein paar Jahre später den geläuterten Heldenhelfer zu geben, den jedoch auch nach weniger Zeit und ohne große Beachtung von Logan a.k.a. Wolverine das Zeitliche segnet. Somit ist Wolverine nichts weiter als eine umherlaufende Actionfigur mit Krallen, oberflächlich und für manch einen auch ganz ‚cool‘. Der Rest der auftauchenden Mutanten ist ein bunt zusammengewürfelter Haufen von gesichtslosen und höchstens für einen Witz taugenden Nebenfiguren.

Die eine oder andere Actionszene hingegen macht auch einfach mal Spaß. Wolverine, der an einem Helikopter hängt und mit seinen Krallen den Rotor stutzt. Auch der Endkampf mag ganz lustig sein. Und doch, auch am Ende, wirkt die gesamte Erzählung unstimmig und dahingeschustert. Auch wenn das gesamte Mutanten-Universum um die X-Men nicht realistisch ist, so haben die drei X-Men-Filme durchaus eine logische Struktur und befriedigende Erzählweise. Das lässt X-Men Origins: Wolverine jedoch völlig vermissen. So entstand zumindest bei mir der Eindruck eines Spin-Offs zum schnellen Gelddrucken. Natürlich darf auch hier kein zweiter Teil fehlen.

Bei soviel Kritik muss man auch das eine oder andere Gute loswerden. Zum einen mochte ich die X-Men-Filme. Vieles in Wolverine ist ganz gut und sinnvoll verflochten mit der Trilogie, die ja nach ihm spielt. Es ist ganz schön, Charles Xavier oder Cyclops in jung zu sehen. Sozusagen ein Easter-Egg für Fans der gesamten Geschichte. Und auch die einigermaßen sinnvolle Aufklärung von vielen Dingen, die in X-Men 1 und 2 noch nicht ganz zu Ende erzählt wurden (wie Wolverine an seine Klauen gekommen ist z. Bsp.).

Insgesamt ist also Wolverine für Freunde der X-Men durchaus brauchbar. Mit ein paar Bier und Freunden kann man ihn sich schon mal antun. Im Grunde ist der Streifen jedoch ein schwacher und ohne viel Liebe erzählter Science-Fiction-Aufguss. Eher zu emphelen ist die X-Men-Trilogie an sich. Auch Iron Man 1 und 2 würde ich über Wolverine stellen, auch wenn er einer der coolsten Comic-Superhelden aller Zeiten ist.

Regie: Gavin Hood (Machtlos)

Schauspieler: Hugh Jackman, Liev Schreiber, Danny Huston

Bewertung: 

Legion (2010)

Gott hat auf einmal keinen Bock mehr auf die Menschheit, also sollen die Engel los und den Tag des jüngsten Gerichts einleiten. Das Baby einer schwangeren Kellnerin (Adrianne Palicki) draußen in der amerikanischen Pampa kann als einziges die nahende Apokalypse verhindern. Deswegen schickt der Himmel seine Armeen los gen kleinem Restaurant (Chef davon ist Dennis Quaid), wo sich ein paar Leute (inklusive besagter Schwangeren) mit Hilfe des beistehenden Engels Michael (Paul Bettany) verschanzen.

Man mag denken: Mensch gegen Gott? Und ja, Sinn ergibt die ganze Chose nicht. Anstatt die Menschheit einfach wegzufegen, werden einzelne Menschen von Engeln „besessen“, ähnlich wie die Agenten in Matrix in die Haut von Personen in der Matrix schlüpften. Und auch die Problemchen der einzelnen Leutchen in der Fritten-Bude werden kurz beleuchtet, nur um anschließend einen nach dem anderen über den Jordan zu schicken. So nimmt der Film teilweise Züge eines Survival-Horror-Streifens an, was wohl noch am gelungensten erscheint. Der Rest ist eine hanebüchene Story ohne Sinn und Verstand.

Die Riege an Schauspielern kann sich durchaus sehen lassen. Besonders sympathisch ist allerdings niemand. Der Engel redet wenig und ballert mehr und der Rest stirbt dümmlichst einer nach dem anderen. Nebenbei in aller Hektik wird noch ein Kind zur Welt gebracht und der Rest der Menschheit niedergemacht. Dennis Quaid gibt den trostlosen Versager-Vater, sein Sohn will den Vater für die sitzengelassene Schwangere geben und man selber will sich irgendwann die Kugel geben.

An und für sich kommt Spannung auf, als sich die illustre Gruppe verbarrikadieren muss und immer fiesere (jedoch sehr ähnliche) Gegnerwellen anrücken. Das eine oder andere Horror-Element ist auch nicht schlecht, zum Beispiel als ein besessener kleiner Junge in das Restaurant eindringt und die Leute ohne Licht und unter Panik der Gefahr ausgesetzt sind.

Das ist jedoch nur ein kleiner Lichtblick in ansonsten vollkommen hohler Unterhaltung. Zum Ende hin kommt es dann sozusagen zum finalen Fight. Die Auflösung der ganzen Story anschließend ist so unglaublich unzufriedenstellend und einfach nur lieblos. Das ist fast wie Gotteslästerung.

Ein wahrlich durch und durch schwacher Film von vorne bis hinten. Wer gute Unterhaltung in einem ähnlichen Universum sucht, der ist mit Constantine (mit Keanu Reeves) besser dran. Das ist eigentlich schade, denn Paul Bettany war einfach klasse in „Ritter aus Leidenschaft“ (A Knight’s Tale, mit Heath Ledger). Also lieber Finger weg von diesem Werk, außer man ist süchtig nach schwachen Filmen mit Dennis Quaid (von denen es unglaublich viele gibt).

Regie: Scott Charles Stewart

Schauspieler: Paul Bettany, Dennis Quaid, Tyrese Gibson

Bewertung: 

William Paul Young: Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott (2009)

Vor Jahren wurde Mackenzies Tochter entführt. Ihre letzten Spuren wurden in einer einsamen Hütte in der Wildnis gefunden. Jahre danach erhält dieser einen Brief von Gott, der ihn dazu einlädt, ein Wochenende mit ihm in eben jener Hütte zu verbringen.

Die Rahmenhandlung mit der entführten Tochter ist überaus spannend und auch bewegend. Auch die Gespräche mit Gott sind interessant. Der Erzählstil ist auch gut, man leidet in gewisser Weise mit dem Vater mit.

Die Anzahl der auftauchenden Personen ist überschauber und so ist die gesamte Handlung simpel und auch leicht verständlich. Für gläubige Menschen stellt das Buch sicherlich gut die Sicht auf Gott in unserer modernen Zeit dar bzw. stellt auch eine Art christlicher Weltanschauung vor.

Die Gespräche mit Gott ufern jedoch teilweise so aus, dass man Schwierigkeiten hat, ihnen ganz und gar zu folgen. Ich muss auch zugeben, dass mich nicht alle Dialoge überzeugt haben, teilweise habe ich mich aufgrund der sehr langen Unterhaltungen gelangweilt. In der Mitte des Buches passiert wirklich wenig, das Buch verliert ungeheuer an Fahrt.

Ich bin nicht gläubig, jedoch fand ich die Idee, Gott in dieser Hütte zu treffen, anfangs großartig. Das Problem jedoch ist, dass es viel zu fantastisch wird und meiner Ansicht nach viele wichtige Fragen nicht beantwortet werden. Das ist sicherlich nicht das Problem des Buches als viel mehr das der Religion, jedoch hat der Anfang mich in gewisser Weise hoffen lassen, dass grenzwertige Fragen des Christentums beantwortet werden können. Dem ist jedoch nicht so, ich wurde also enttäuscht.

Das Ende fand ich dann wieder bewegend und auch einigermaßen gut gelungen. Jedoch wird mehrmals erwähnt, dass das Buch dem Zwecke dient, einen Film zu finanzieren, was einen gewissen bitteren Beigeschmack bewirkt.

Insgesamt hat mich das Buch also nicht wirklich überzeugt, sodass bei mir ein gewisser scheinheiliger Nachgeschmack übrig geblieben ist. Die philosophischen Gespräche mit Gott verebbten in religiöser Naivität (meiner Ansicht nach zumindest). Auch die Verkomplizierung vieler Dialog macht das Verständnis nicht leichter, vieles wirkt auf mich konstruiert.

Grundsätzlich ist das Buch jedem Gläubigen zu empfehlen. Jedoch ist es weder sonderlich spannend noch wirklich überzeugend, ich halte es für eher naiv und somit insgesamt für schwach. Dies soll keine Kritik an der Religion sein, aber die zentrale Frage, mit der Mackenzie zur Hütte geht, („Warum wird meine minderjährige Tochter entführt und umgebracht?“) wird, wie ich finde, einfach übergangen, und stattdessen nur alles Positive (Himmel, Liebe, …) beschrieben. Das finde ich bedenklich, deswegen ist das Buch mehr Schein als Sein. Ich würde es nicht noch einmal lesen wollen. Die Botschaft der Vergebung ist bei mir angekommen, trotzdem ist das Buch viel zu blauäugig und unkritisch.

Bewertung: