Krieg der Götter (2011)

Diese Review zu Krieg der Götter beginnt als ein multimediales Erlebnis, welches ich mit Hilfe der GZSZ-Titelmelodie ausstaffiere. Man möge sich bitte in einem Tab das hier öffnen und laufen lassen, während man den etwas angepassten Text zeitlich passend liest (oder singt) und so die Handlung mitbekommt:

 

Theseus hatte Träume,
wusste genau, wohin er will.
Immer auf der Suche,
bis er Hyperion killt.

Ich seh in sein Herz.
Sehe gute Griechen, schlechte Griechen,
ein Leben, das neu beginnt.

Durch Schwerter und Schmerz
werden alle Griechen gelyncht und auch
sein Schicksal bestimmt.

 

 

Alles geklappt? Alle Silben (sollten) passen, also bei Misserfolg noch einmal hörlesen! Ansonsten geht die Soap-Opera-Achterbahnfahrt weiter und wir benutzen unsere langweiligste Erzählerstimme (einfach total angestrengt alles überdramatsich betonen und schnell lesen, danke):

Theseus (Henry Cavill) versteht sich gut mit seiner Mutter. Als jedoch Hyperion (Mickey Rourke) mit seiner Armee vorbeischaut, „entgleitet“ ihm sein Dolch und Theseus wird zum Vollwaisen und Sklaven. Theseus ist sehr wütend und möchte Hyperion zur Rede stellen, doch der ist gerade wieder weg, um den Epeiros-Bogen zu finden, mit dem er die Titanen befreien und so den Göttern das Geschäft vermiesen will. Das gefällt Zeus natürlich nicht. Er will Theseus jedoch nicht helfen, weil ihn seine Vergangenheit verfolgt. Können die anderen Götter vielleicht die Situation retten? Bei Theseus‘ Flucht aus der Gefangenschaft begegnet er dem Orakel Phaedra (Freida Pinto), dem Mönchen (Greg Bryk) und dem Ex-Dieb Stavros (Stephen Dorff). Gemeinsam begeben sie sich auf die Reise, um Hyperions furchbaren Plan zu vereiteln und die Firma von Theseus‘ Vater noch zu retten. Gleichzeitig stellt sich heraus, dass Stavros‘ Zwillingsbruder eigentlich der Cousin 7. Grades von Hyperion ist und dass man beim Begräbnis der eigenen Mutter immer die Augen offen halten sollte, um nach dem einen oder anderen versteckten Schatz zu suchen. Plötzlich taucht der lange verschollene Onkel von irgendwem auf und stellt den Anspruch auf das Erbe von Stavros‘ Stiefvater, der jedoch in seiner Wut seinen gesamten Besitz anzündet und nur knapp überlebt. Die Götter stellen Untersuchungen an und finden heraus, dass Hyperion gar nicht verwandt sein kann mit irgendeinem der vorher erwähnten Charaktere, doch Phaedra spührt noch immer eine gewisse Verbindung zwischen dem König und Theseus. Da Theseus aber beim Fitnesstraining sich den rechten Fußknöchel verstaucht, kann er nicht bei der Premiere von Hyperions Musical dabei sein und so wird die Beziehung der beiden, die durch Hyperions Mord an Theseus‘ Mutter sowieso schon eher nicht so gut war, noch verschlechtert. Der Mönch hat sich mittlerweile die Zunge herausgeschnitten, einerseits, weil er den Aufenthaltsort von Phaedra nicht verraten wollte, andererseits, weil er verwirrt ist, da man sich bei der Handlung eigentlich die Augen und die Ohren abhacken müsste. Die prikäre Situation wird durch die latente Spannung zwischen Ober- und Unterschicht verschärft und es gibt noch einen Krieg. Oder so

Zugegebenermaßen ist die Fantasie ein wenig mit mir durchgegangen. Ist aber auch ziemlich egal, weil viel weniger Sinn könnte die gesamte Handlung von Krieg der Götter kaum haben. Und das meine ich ernsthaft. Die ersten zehn Minuten finde ich noch nachvollziehbar, doch von da an ist alles vollkommen behämmert. Wir haben eine Gruppe von Leuten, von denen uns jeder egal ist (inklusive Theseus) und die irgendwie rumlaufen, um erst einen Bogen zu finden, den sie dann (auf dümmlichste Art und Weise) verlieren, um dann in die finale Schlacht zu ziehen. In dieser finalen Schlacht kämpfen dann ungefähr 20 Leute gegen Mickey Rourkes 3-Millionen-Mann-Armee. Aus dieser Schlacht entfernen sich dann unsere Helden, warum auch immer, wird schon gut gehen. Aber gut, vergessen wir die Handlung. Der Film ist in erster Linie eines: eine Grafik-Hure. Und mehr auch nicht.

Problematisch ist dann jedoch, dass mir Krieg der Götter neben einem 300 wie ein lustiger Kindergeburtstag aussieht. Die Götter strahlen keine Autorität aus und obwohl Kampf der Titanen ein vollkommen lausiger Film ist, waren dort die griechischen Götter, angeführt von Liam Neeson und Ralph Fiennes, relativ cool. Auch die göttliche Inkonsequenz in Bezug auf das Einmischen in die Geschicke der Menschen macht sie noch lächerlicher und unlogischer, womit wir wieder bei der Handlung sind. Im Grunde sind Zeus und co. eine Bande von gelangeweilten Emo-Calvin-Klein-Unterwäsche-Models.

Der Einzige, dem ich in der Plörre seine Motivation abkaufe, ist Mickey Rourke bzw. Hyperion, der, wie Mickey Rourke sonst auch immer, ein ziemlich fieser Assi ist. Freida Pinto läuft nur rum, um gut auszusehen. Und der Rest schwafelt vor sich hin. Lustigerweise kopiert der Film dann hier und da Szenen aus anderen Filmen, allen voran eine Situation, in der 3 Frauen lebendig gekocht werden und dann um ihren Tod betteln. In bester Alien-4-Manier heißt es dann „Töte mich“ und ich komme mir vor wie ein Psychopath, weil das alles so blöd ist, dass es mich zum Lachen bringt. Weit am Anfang schnätzelt sich noch Theseus durch ein paar Gegner, wie einst Gerard Butler durch Perser. Doch meiner Meinung gibt es einfach nicht wirklich viele coole Kampfszenen, um das ganze als hohlen, aber coolen Actionfilm durchgehen zu lassen. Viel zu oft wird innegehalten und das Geschehene refkletiert. Wenn man aber über Blödsinn sinniert, dann gewinnt man nicht an Tiefe, sondern an unweigerlich lächerlichen Momenten. Die eine wichtige Ansprache vor dem finalen Kampf von Theseus ist keine bedeutende Ansprache, sondern vielmehr total uninspiriert. Und das Ende verstehe ich nicht. Vielleicht, weil ich zu blöd bin, vielleicht, weil ich nach einem Sinn suche. Alles, was mir bleibt, ist zu hoffen, dass man keine (durchaus mögliche) Fortsetzung hieraus spinnt und die arme geschändete griechische Mythologie in Ruhe lässt. Wer coole Griechen in krassen Schlachten sehen will, der guckt 300 oder Troja. Wer eine antike Geschichte mit Inhalt braucht, der liegt mit Gladiator oder Braveheart besser. Ich glaube, ich finde sogar Xena und Hercules besser als diesen Müll.

Regie: Tarsem Singh (The Cell, Spieglein Spieglein)

Schauspieler: Henry Cavill, Mickey Rourke, Stephen Dorff, Freida Pinto

Bewertung: 

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Daniela Katzenberger: Sei schlau, stell dich dumm (2011)

In tausenden und abertausenden von Jahren, wenn es die Menschheit schon lange nicht mehr gibt, wird eine andere Spezies (Aliens oder durch evolutionäre Entwicklung die Marder) unsere Überreste unter dem Staub der Zeit hervorhieven und sich ein Bild von uns machen. Vermutlich lagern dann im Untergrund unzählige Festplatten voll mit Pornographie, die vom besorgten männlichen Teil der Menschheit gebackupped wurden, da irgendwann mal das Internet down war. Sicher ist bzw. war ja bekanntlich sicher. Außerdem werden die futuristischen Archäologen alte Nokia-Handys finden, die allen Kriegen und Katastrophen getrotzt haben und vermutlich unzählige Exemplare von Daniela Katzenbergers Autobiographie ‚Sei schlau, stell dich dumm‘. Denn das Teil verkauft sich gerade unglaublich gut und steht schon seit Wochen ziemlich weit oben in den Charts. Richtig einheitliche Rankings gibt es jedoch scheinbar nicht, vermutlich weil entsprechende Statistik-Unternehmen nicht auf ihre Einnahmen verzichten wollen.

Wenn ich ganz ehrlich bin, dann ist mir Daniela Katzenberger ziemlich egal. Man sieht sie hier und da im Fernsehen von heute. Soll heißen, Reality-TV, die beste Art von TV! Oder zumindest bald die einzige wie es scheint. Dass sie blond ist, große Brüste hat und sich mal die Augenbrauen hat auftätowieren lassen, was nicht ganz so die coole Aktion war, wusste ich auch. Dank ihres Buches weiß ich jetzt noch folgende Dinge:

  • Daniela Katzenberger besitzt 2 x 350g Silikon-Einlagen.
  • Sie nennt sich gerne Katze.
  • Eigentlich sind ihre Haare nur gefärbt.
  • Die gute Frau stammt aus der Nähe der Heimat von Helmut Kohl.
  • Daniela Katzenberger hat keine Türen in der Wohnung.

Die Liste ist endlos fortsetzbar. Wir erfahren intimste Details und Vorlieben und den einen oder anderen Rückblick in die Kindheit der Blondine. Am Ende gibt es noch ein Quiz, in dem wir unser Katzenberger-Fachwissen prüfen können (und in dem ich mit krassen 20/24 Punkten abgeschnitten habe). Auch eine Postkarte war dabei und die Eindrücke ihrer Film-Crew. Ganz ehrlich, wäre ich Fan von der Frau, wäre das wohl ein total tolles Buch. Vermutlich haben all diese Leute dieses Werk sowieso schon in ihrem Regal stehen, können aufhören hier weiterzulesen und sich erfreulicheren Dingen widmen.

Das ganze Buch ist komplett in rosa gehalten und auf jeder Seite steht immer noch ein Zitat von Daniela Katzenberger. Davon gibt es jedoch nur knapp über 20, womit die sich dann auf den 200 Seiten schnell wiederholen. Das macht wiederum keinen sehr durchdachten Eindruck und einen wahnsinnig, wenn sich das ganze immer wieder wiederholt. Genauso ist der Titel des Buches doch ziemlich fragwürdig, aber den Leuten scheint es zu gefallen. Wer sich für alle Facetten des Lebens von Daniela Katzenberger interessiert, hat mit ‚Sei schlau, stell dich dumm‘ den Heiligen Gral in der Hand. Da steht einfach alles drin, was man wissen will und auch vermutlich das, was man nicht wissen will.

Ich bin kein Fan von Daniela Katzenberger. Darum war das Lesen von ‚Sei schlau, stell dich dumm‘ mehr oder weniger sehr anstrengend. Es ist, als ob man mit jeder noch so nebensächlichen Kleinigkeit totgequatscht wird. Normalerweise lese ich ein mich interessierendes Buch ziemlich schnell, aber mehr als zwei oder drei Seiten hintereinander zu lesen war mir einfach nicht möglich. Zu schnell schweifte ich mit den Gedanken ab und zu blöd war der Inhalt. Es ist mir einfach unbegreiflich, wie man die Katze als Vorbild nehmen kann. Mit ihrem Stolz auf ihren Silikon-Busen und ihrer Künstlichkeit verkörpert sie total bescheuerte bzw. überhaupt keine Ideale. Es ist schön, dass sie zu sich selbst steht, aber will man seine eigene Tochter über Schönheits-OPs reden hören? Im Buch ist so wenig Selbst-Reflexion, dass es schon traurig ist. Da wird ihre ganze Ansammlung von Schminke und Lippenstift beschrieben während der Gedanke, in irgendeiner Form natürlich zu sich selbst zu stehen, gerade in der Ecke verreckt. Getoppt wird das dann nur von der Tatsache, dass sie von sich selbst gerne in der dritten Person als ‚Katze‘ schwadroniert.

Daniela Katzenberger zeigt somit meiner Meinung nach das typische Bild der oberflächlichen Tussi unserer Moderne. Darum polarisiert sie, die einen finden sie dumm, die anderen super. Dass sie einigermaßen erfolgreich in ihrer Art ist, mag die eine oder den anderen freuen, dabei bleibt sie jedoch austauschbar und charakterlos. Es kann doch einfach kein sinnvolles Ziel für einen Menschen sein, irgendwann einmal im Leben im Playboy zu landen! Das ist das kleine Mädchen, das irgendwann mal im Rampenlicht stehen will. Was danach kommt, wenn der in der TV-Branche schnell vergängliche Ruhm mal verflogen ist, bleibt nebensächlich. Ja, sie spart und ist geizig. Und alle freuen sich darüber. Und alle mögen sie voll. Eine künstliche rosarote Welt! Was ist dann in 10 Jahren? Wenn der Busen hängt und der Rücken schmerzt, das Geld nicht mehr ganz so locker sitzt und das Dschungelcamp nicht mehr läuft?

Wer nichts mit ihr am Hut hat, macht einen ganz großen Bogen um das Buch, denn dann ist es schlichtweg Müll. Es steht nichts Wertvolles oder Schlaues drin. Die Barbie-Puppe, die es ins Fernsehen geschafft hat. Hurra. Hat es schon gegeben, wird es wieder geben. Uns bleibt nichts weiter übrig, als auf die nächste arme Ausgeburt der Medien-Landschaft zu warten, über die man sich dann aufregen kann. Still und leise hoffe ich jedoch, dass die Aliens (oder Marder) noch das eine oder andere Werk von Hornby oder King finden werden.

Bewertung:  

Transmorphers (2007)

Es gibt ja Filme, die sind lustig. Das sind relativ oft Komödien. Wenn ein Film einen aber zum Lachen bringt, weil etwas total doof und merkwürdig ist, dann ist das ja eher nicht so gut. Und schon wären wir bei Transmorphers.

90% der Menschheit sind ausgelöscht worden, weil wir irgendwelche Signale an einen weit entfernten Planeten gesendet haben und Robo-Aliens auf die Erde kamen um diesen zu okkupieren. 400 Jahre in der Zukunft lebt der Rest der menschlichen Rasse im Untergrund, denn die bösen Maschinen haben den Himmel verdunkelt und die Oberfläche zu einem unwirtlichen Ort gemacht. Momentchen mal, das hört sich ja ein wenig nach Matrix Revolutions an!  Und ja, Transmorphers ist sehr ähnlich. Nur in schlecht. Aber halt, war Matrix Revolutions nicht schon schlecht? Ach ja, nur eben noch VIEL schlechter.

So erleben wir, wie die Menschen gegen die Maschinen kämpfen und sich auf den finalen Fight vorbereiten. Weil der vorherige Commander Sowieso leider zuvor in ein Himmelfahrtskommando geschickt wurde, wird der eingefrorene Warren Mitchell (Matthew Wolf) aufgetaut und auf den letzten Kampf angesetzt. Warum und weshalb weiß ich nicht genau. Irgendwie brauchen die Leute einen der Roboter, um damit irgendwas zu machen. Warum auch immer. Die Oberkommandeurin ist dabei die merkwürdigste Person mit einer noch merkwürdigeren Frisur, aber vielleicht ist das ja auch einfach mal so in der Zukunft. Dem Plot konnte ich ab einer gewissen Stelle nicht mehr so recht folgen, zumal noch irgendwas mit Verrätern und menschlichen Maschinen reinkam, was bei bestem Willen nicht Sinn ergeben wollte.

Ist ja auch egal. Viel geiler ist dagegen, dass ich ständig lachen musste und mir der Film deswegen mehr oder weniger Spaß gemacht hat. Zuallererst wäre da mal die Synchronisation. Die stammt nämlich direkt aus der Hölle und ist so dermaßen scheiße, dass es immer wieder einfach nur lustig wird. Der eine Commander, der mit dem Himmelfahrtskommando, der hat eine Stimme, die viel zu tief ist und sich eher so anhört, als würde er eigentlich gerade einen Porno drehen. Oder als ob er gerade Sulfur-Hexafluoride eingeatmet hätte. Da der Typ in den ersten 10 Minuten öfter mal spricht, muss man da auch öfter mal lachen. Lachhaft. Und es ist nicht nur seine Stimme, eigentlich sind alle Synchronisationen total mies und erzeugen diesen gewissen billigen Erotik-Film-Flair, sodass man alle 10 Minuten erwartet, dass die sich da gleich ausziehen und rammeln. Tun sie aber nicht. Auch das Geschauspielere ist richtig mies und deswegen wirken total ernste Szenen manchmal so unglaublich bescheuert, dass es einfach ein Fest ist. Die Oberkammandeurin mit der komischen Frisur beispielsweise versucht hin und wieder, Autorität auszustrahlen, was ihr aber, naja, sagen wir einfach, nicht so wirklich gelingt. Und hin und wieder hält einer der Protagonisten eine übelst wichtige Ansprache, über das Ende der Menschheit und so weiter, und gerade da wird es dann besonders witzig. Einfach weil man denen nichts abkauft.

Das vielleicht verstörendste am ganzen Film ist die Tatsache, dass unsere „Helden“ anstatt irgendwelcher Helme oder Masken ganz herkömmliche Schwimmbrillen tragen. Die kämpfen also gerade gegen die bösen Roboter und sehen so aus, als ob sie gleich in den nächsten Pool springen wollen. Das ist ganz so, als ob Neo im Kampf gegen Mr. Smith mit Schwimmflügeln und Flossen angewatschelt kommt. In einer der Szenen setzen sich 3 Protagonisten gleichzeitig ihre Schwimmbrille, Verzeihung, Ultra-Kampf-Protection-Goggles auf und marschieren los und ich muss laut lachen, weil es keinen Schauspieler gibt, der sowas ernsthaft spielen kann. Großartig. Vielleicht bin aber auch einfach ein wenig voreingenommen, weil ich weiß, dass man in der Regel Schwimmbrillen zum Schwimmen und nicht zum Kämpfen benutzt.

Und dann das mit Abstand merkwürdigste an Transmorphers: die Special-Effects. An dieser Stelle entschuldige ich mich bei allen Effekten, weil das in diesem Film bei bestem Willen keine Effekte sind, sondern eher mit Microsoft Paint gemalte und animierte Bildchen. Die Roboter sehen aus, als ob die gerade ein Kindergarten in der Vormittags-Malstunde zusammengeschustert hätte. Das ist einerseits relativ schlau, weil billig, sieht aber aus wie ausgekackt. Und auch da bin vor Lachen fast jedes mal vom Stuhl gefallen. Die Raumschiffe und Weltraumanimationen stammen aus der Feder eines wahren Künstlers und bewirken ebenfalls einen doch mehr als billigen Eindruck.

Genau wie bei Matrix Revolutions habe ich das Ende nicht ganz verstanden, aber ist ja auch egal. Dafür gibt es hierzu noch Sequels! Außerdem frage ich mich, wie viele Leute aus Versehen diesen Film gesehen haben, weil sie ihn fälschlicherweise für Transformers hielten. Transmorphers ist also totaler Müll, könnte aber für das eine oder andere Trinkspiel taugen. Wenn man zum Beispiel immer beim Auftauchen einer Schwimmbrille trinken muss, könnte ich mir die eine oder andere Alkoholvergiftung vorstellen. Auch kann man ihn in einer illustren und betrunkenen Männerrunde vermutlich einigermaßen genießen, wenn man sich von jeglichen Ansprüchen an Handlung / Effekten / Darstellern befreit. Prost.

Regie: Leigh Scott (Art House, Beach House, Frankenstein Reborn)

Schauspieler: Matthew Wolf, Amy Weber

Bewertung:  

Dragonball Evolution (2009)

Olé olé, der Dragonball-Film!  Olé olé, wie war die Serie geil, als ich noch ein Kind war. Gott sei Dank wurden meine Helden der Kindheit noch nie verwurstet und in billigen und / oder doofen Produktionen bzw. Sequels bzw. Prequels verstümmelt (außer der Tekken-Film,  Star Wars I, II, III, Der Tag an dem die Erde stillstand, 101/102 Dalmatiner, Karate Kid, A-Team, Planet der Affen, Conan, Pink Panther, Alien vs. Predator I+II, Die unendliche Geschichte II+III, Krieg der Welten, …). Heiliger Kuhmist, Son-Goku lauf! Oh nein, zu spät….

Dragonball selber ist ein Anime aus den 80ern. Davon gibt es dann noch erwachsenere Ableger: Dragonball Z und Dragonball GT. Im Fokus steht Son-Goku, der in Dragonball als kleiner Junge von einem älteren Herren adoptiert und im Kampf unterrichtet wird. Die Dragonballs sind 7 magische Kugeln, die beim Einsammeln aller zur Beschwörung eines Drachen führen, der einem jeden Wunsch erfüllt. Soviel zur Serie. In Z und GT ist Son-Goku erwachsen, hat Kinder und teilweise Enkel, ist aber immer recht frisch. Eine tolle Serie, mit sehr vielen Folgen und total viel Action und Kämpfen. Son-Goku wird immer mächtiger und ist überhaupt ein total korrekter Kerl. So weit, so gut.

Im 21. Jahrhundert entschloss man sich nun, die Serie mit realen Darstellern zu verfilmen. Und da geht das erste Problem von Evolution schon los. Wen nimmt man, um Son-Goku zu spielen, der in der Serie eigentlich ein Kind ist? Man nimmt Justin Chatwin, einen Hänfling, dessen Ausstrahlung und Mimik eher der eines gelangweilten Sexualstraftäters gleichen. Aber nun gut, damit kann ich noch leben. Wenigstens stimmt die Frisur. Jedoch haben alle anderen Protagonisten nichts mit der Serie gemein, außer die eine oder andere lose Charaktereigenschaft hier oder dort. Und da wird es schwierig und auch oberflächlich. Was das Ur-Dragoball in 74 (von insgesamt 153) Episoden erzählt, wird hier zusammengekürzt auf 85 Minuten und vollkommen leb- und lieblos abgespult. Der Quatsch ergibt dann im großen und ganzen überhaupt keinen Sinn mehr. Alle, die Dragonball nicht kennen, erkennen keinen Zusammenhang. Alle, die Dragonball kennen, fühlen sich verarscht.

Der böse Piccolo sieht zum Beispiel total beschissen aus. Nicht nur, weil er keine Ähnlichkeit zu seinem Comic-Vorbild hat, sondern weil seine Maske billig aussieht. Das erinnert dann viel mehr an die Power Rangers. Und wo wir gerade bei den Power Rangers sind, Dragonball Evolution klaut ganz frech aus diversen anderen Filmen. Wenn Son-Goku einen Dragoball berührt, hat er Flashbacks und böse Gedanken (Herr der Ringe). Piccolo verfügt über telekinetische Kräfte à la Magneto (X-Men). Und das Finale ist dann einfach nur noch traurig. Nicht im Sinne von „Och, wie traurig *schluchz*“, sondern eher in die Richtung von „Hey, das ist so traurig, ich glaube, ich zünde mich an, um den Dreck zu vergessen!“. Leider reicht es nicht, seine pyromanischen Triebe an sich selbst auszuleben, um den Haufen Blödsinn namens Dragonball Evolution zu vergessen.

Ich habe auch keinen Plan, was ein Chow Yun-Fat (Hard Boiled, Tiger & Dragon) da drin zu suchen hat. Das macht es nur noch trauriger. Und so bleibt nur noch eine Frage zu klären, die nach dem warum. Warum musste man Dragonball verwursten? Warum so schlecht? Warum so lieblos? Warum hatte man ein 45-Millionen-Dollar-Budget, obwohl der Film viel billiger aussieht? Hätte man nicht einfach einen erotischen Sailor-Moon-Softporno drehen können? Dann wäre zumindest ein Teil meiner Kindheitserinnerungen noch intakt. Alles, was bleibt, ist die Hoffnung, das irgendwer mal einen ordentlich Dragonball-Film in diesem Grafikstil macht.

Regie: James Wong (Final Destination I + III, The One)

Schauspieler: Justin Chatwin, Chow Yun-Fat

Bewertung:  

Battlefield Earth (2000)

Es war einmal eine widerliche Sekte, die sich Scientology nannte. Ihr Anführer war L. Ron Hubbard und er war eigentlich nichts weiter als ein Sci-Fi-Autor. Doch irgendwie mochten die Menschen die ganze Kacke, die er verzapfte und so wurde seine ganze Scheiße zur Grundlage einer Kirche. Weil nach seinem Tod die Menschen immer noch nicht klüger wurden und diese Seuche sogar auf Hollywood Zugriff hatte, entstand Battlefield Earth. John Travolta ist nämlich bekennender Scientologe und ein reicher Kerl, also produzierte er diesen, nun ja, nennen wir ihn Film, der sich aktuell sogar in den imdb Bottom 100 aufhält. Battlefield Earth ist 2 Stunden Sci-Fi-Gewurste mit Aliens und Menschen, die eher an Höhlenmenschen erinnern.

Doch Gemach! Worum geht es eigentlich?

Wir schreiben das Jahr 3000. Eine Alien-Rasse hat die Kontrolle über uns Menschen übernommen und wir hausen wie Neandertaler in Höhlen und verstecken uns, oder wir arbeiten in den Minen der Spastis vom Planeten Psychlo. Jonnie (Barry Pepper) verspürt ein Jucken in den Klöten und reitet los, um die Gegend zu erkunden und findet dann halt die Aliens. Ach ja, und er wird versklavt. Eins von den Dingern, die übrigens aussehen wie jamaikanische Transen auf Plateausohlen, namens Terl (John Travolta) ist der Oberboss und sein Handlanger ist Ker (Forest Whitaker). Weil die alle geld- bzw. goldgeil sind, sollen die Menschen heimlich in irgendeiner Gegend Gold schürfen gehen. WARUM AUCH IMMER, sie bringen Johnny ihre Sprache bei und IHR GANZES WISSEN. Der setzt es, HACH WAS FÜR EINE ÜBERRASCHUNG, gegen die Aliens ein. GOTT SEI DANK SIND UNSERE ATOMBOMBEN UND WAFFEN AUS DEM JAHRE 2000 NOCH EINSETZBAR.

In diesem Film ist einfach alles scheiße. Jedwede schauspielerische Leistung über die Handlung zu den Dialogen und den Requisiten. Alles ist billig und schlecht. Also halt wie Scientology! Der Film hat diverse Goldene Himbeeren ergattert, die coolste ist wohl für „Worst Screen Couple“ für John Travolta, „with anyone sharing the screen with him“. Ich habe keine Ahnung wie man mit 44 Millionen Dollar so einen schlecht aussehenden Film machen kann. Wenigstens hat er herbe Verlust gemacht. Der Regisseur hat übrigens mal einen Oskar für die Deko im ersten Star Wars-Film bekommen. Forest Whitaker 2007 einen für den besten Hauptdarsteller. Barry Pepper kennt man aus The Green Mile und Der Soldat James Ryan. Und John Travolta: Pulp Fiction, Grease, Saturday Night Fever, Im Körper des Feindes, Passwort: Swordfish. Was für eine Schande. Gigantischer MÜLL. Ganz ehrlich, wenn es wirklich Menschen gibt, die blöd genug sind, sowas hier zu produzieren, dann habe ich nichts dagegen, von Aliens versklavt oder ausgelöscht zu werden, denn so ziemlich alles ist besser und unterhaltsamer, als Battlefield Earth zu gucken. Zum Beispiel seinen eigenen Fingernägeln beim Wachsen zugucken oder auf Youtube alle Videos angucken, in denen die Aussprache von Wörtern „erklärt“ wird. Finger weg!

Regie: Roger Christian (Masterminds, Nostradamus, Starship)

Schauspieler: Barry Pepper, John Travolta, Forest Whitaker

Bewertung: 

Conan (2011)

Quiz-Frage: Wer führte Regie bei dem Film Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre? Schlaufüchse wissen sofort, dass es natürlich Marcus Nispel war. Logisch. Der ist übrigens Deutscher und drehte früher mal Musikvideos. Mit Cher und George Michael. Wer wäre somit besser dafür prädestiniert, einen blutigen Barbaren-Action-Film zu machen als dieser feine Herr aus Frankfurt am Main?

Conan ist ein Remake des Conan von 1982 mit Arnold Schwarzenegger. Das Original kenne ich leider nicht, nehme aber mal stark an, dass es besser ist. Sehr viel mieser kann man die Thematik nämlich nicht verwursten. Oha!

Also Conan (Jason Momoa) wird irgendwie mitten auf dem Schlachtfeld durch den ersten dokumentierten Kaiserschnitt geboren, durchgeführt von Ron Perlman, kurz bevor die entsprechende Mutter stirbt. Irgendwie ist gerade Krieg. Dann ist Conan Jugendlicher und voll cool drauf. Jedoch wird das Dorf samt Vater Perlman (a.k.a. Hellboy!) gelyncht und er ist allein. Dann ist er erwachsen und voll der coole Typ, der Sklaven befreit, Frauen beglückt und total gut aussieht. Jason Momoa ist wirklich Model übrigens. Und mit Lisa Bonet liiert. Das ist die Dame, die Denise Huxtable bei den Cosbys und die Informantin von Will Smith in Der Staatsfeind Nummer 1 gespielt hat. Huch, bin ich abgedriftet? Tut mir leid. Kommt nicht wieder vor.

Also, er muss sich ja noch rächen, weil sein Dorf vom bösen Khalar (Stephen Lang) weggeschnetzelt wurde. Er trifft Tamara, die irgendeine Nachfahrin irgendeiner Blutlinie ist und für irgendeinen okkulten Schwachsinn gebraucht wird. Also Conan hat sie jetzt (Gott sei Dank sieht die ganz lecker aus, zwinker zwinker). Und Khalar will sie. So sehen sich die beiden dann halt wieder. Und jetzt kommt eine der beknacktesten Szenen überhaupt: Sie kämpfen gegeneinander in irgendsoeiner verlassenen Arena, die Tochter vom Bösen beschwört irgendwelche Sandmonster und so weiter, die man leider nicht töten kann und so müssen Conan und seine Freundin fliehen. Ohne es zu checken, stellt sich heraus, dass wir uns die ganze Zeit einen Katzensprung vom Meer befanden und unsere Helden also einfach nur ins Wasser zu springen brauchen, um zu entkommen. Huch! Das ist ein wenig so, als ob Tom Hanks nach 10 Jahren auf der verfluchten Insel in Castaway feststellt, dass 100 Meter den Strand runter ein Flughafen samt Shopping-Meile und Hotel steht. Und sowas geht dann durch den ganzen Film. Als ob irgendwer es sich leicht machen wollte. Beim Finale hängen wir über einer Schlucht, fallen, und stellen fest, dass wir doch auf einem Felsvorsprung landen (Nein, das war jetzt kein Spoiler).

Überhaupt ist Conan so subtil wie Mario Barth. Er mag das Leben, die Liebe und das Blut seiner Feinde in seinem Gesicht. Einen kruden Hang zum Sadismus muss ich ihm auch unterstellen. In einer Szene wird einem armen Zellenwärter in sein nasenloses Gesicht gegrabscht. Das brachte mich zum Lachen. Es war einfach lächerlich. Wenn wir ihn nich schlau machen können, machen wir ihn brutal. Und so wird sogar ein Arnold Schwarzenegger mehr Tiefe und Schläue in jeder seiner Rollen versprüht haben (Sogar in Hercules in New York). So richtig brutal ist der Film dann eigentlich nicht, es fliegen höchstens 3 oder 4 Körperteile in den 113 Minuten Laufzeit. Schade.

Viele Kampfszenen sind außerdem so zufallsmäßig zusammengeschnipselt, dass man einfach die Lust daran verliert. Besonders eine Pferde-Rennen-Kampf-Szene ist einfach nur unglaublich blöd und lieblos. Erst ist Conan in Höhe von der Kutsche, dann doch nicht, dann doch wieder. Und wenn nicht einmal Herr Regisseur sich Mühe gibt, das Ganze gescheit zusammenzuschustern, warum sollte ich mir dann Mühe geben, aufzupassen? Und dann gucke ich auf Box Office Mojo nach, wie teuer Conan war und schreie auf! 90 Millionen Dollar? Nicht einmal 50 Millionen eingespielt? Gutes Geschäft. Mit der Knete könnte man 6 mal Drive drehen, oder 5 mal Midnight in Paris und immer noch 5 Millionen übrig haben, um sich bis ans Lebensende von Louis Vuitton Taschen zu ernähren.

So, was kann man sonst noch kritisieren? Die Dialoge sind alle doof, ALLE Charaktere sind doof, Conan voran. Handlung doof. Action nicht so krass. Wer K1 kennt, darf sich noch über die Gastrolle von Bob Sapp freuen, eine menschgewordene Dampframme. Ansonsten ist Conan ganz großer Schrott. Schon Pathfinder (vom gleichen Regisseur) war totaler Quatsch. Wer coole kämpfende Barbaren will, guckt 300. Conan mag.

Regie: Marcus Nispel (Pathfinder, Freitag der 13., Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre)

Schauspieler: Jason Momoa, Ron Perlman, Stephen Lang

Bewertung: 

Babylon A.D. (2008)

Irgendwo in der nahen Zukunft treibt sich unser glatzköpfiger Held bzw. Teilzeitkiller namens Toorop (Vin Diesel) in Osteuropa rum. Und man, da ist es voll brutal und so. Der russische Mafioso Gorsky (Gerard Depardieu) beauftragt unseren Fleischmützen-tragenden Muskelberg mit einem heiklen wie geheimnisvollen Auftrag: Irgendsone Olle namens Aurora (Mélanie Thierry) muss von irgendsonem Kloster nach New York gebracht werden. Begleiten tut sie die Nonne Rebeka (Michelle Yeoh). Soweit, so schon ziemlich egal. Weil die Welt jedoch ein gefährlicher Ort ist, müssen sie verschiedene Fortbewegungsmittel benutzen, die zufälligerweise total gut Platz für Action und sowas bieten. Wie fahren also U-Boot, Schneemobil, Auto und noch ein wenig Flugzeug. Also fliegen jetzt. Warum man nich gleich in den Flieger steigen konnte, erschloss sich mir nicht. Aber da habe ich auch aufgehört, darüber nachzudenken. Aurora ist natürlich irgendwie was ganz Besonderes. Toorop (was ein beschissener Name ey) checkt das aber nicht gleich, oder halt doch, aber nicht so schnell wie der Zuschauer halt. Und dann kommt auch schon die nächste gefährliche und merkwürdige Szene. Einen Gastauftritt hat K1-Star Jérome Le Banner (über dem ‚o‘ in seinem Vornamen ist übrigens noch ein Dach, aber ich hab das jetzt der Einfachheit halber mal weggelassen. Das tut mir leid, hoffentlich liest er das hier nicht und verprügelt mich danach. Aber ich schweife ab….). Wo waren wir? KEINE AHNUNG!

Ehrlich mal. Babylon A.D. endet nach 90 Minuten und ich sitze sprachlos da. Nicht weil ich total geflasht bin, sondern weil ich keinen Plan habe, was genau passiert ist. Ich weiß einfach nicht, warum und wieso und weshalb und so weiter! Was macht man nun? Man öffnet Wikipedia und liest durch, worums da jetzt so richtig ging. Ok. Der überwiegend negative Eindruck verstärkt sich, nachdem die Handlung noch einmal meinen Kopf durchwandert. Nun stehen aber in dem Wiki-Artikel Kritiken drin, ganz unten, und die eine geht so:

„Vin Diesel beweist endlich wieder einmal schauspielerische Klasse und profiliert sich in der Rolle des Toorop als legitimer Nachfolger von „Klapperschlange“ Kurt Russell. Noch dazu verfügt der Film über das bizarrste Darsteller-Ensemble der jüngeren Zeit: An Diesels Seite agieren Gérard Depardieu als Russen-Mafioso, Bond-Girl Michelle Yeoh und die aristokratische Britin Charlotte Rampling als Verkörperung des ultimativen Bösen. Nicht zu vergessen Top-Model Mélanie Thierry in der Rolle der sinnlich-schönen Aurora. „Babylon A.D.“: ein weiterer Beweis für die internationale Kassenstärke und Attraktivität des neuen französischen Films.

Fazit: Lakonisch erzählte Action-Apokalypse mit rabenschwarzem Humor und Glatzkopf Vin Diesel in Top-Form.“

Aha. Ich mag ja Kasovitz. Der hat coole Filme gemacht, allen voran Hass bzw. La Haine und Die purpurnen Flüsse. Aber Babylon A.D. ist nicht tiefsinnig und nicht gut. Allen voran ist Vin Diesel kein überragender Schauspieler. Ich mag ihn zwar, weiß aber, dass seine Filme in der Regel unterhaltsamer Blödsinn sind. Außer, wenn er Richard B. Riddick ist. Da mag ich ihn, obwohl das am Ende doch eher Quatsch ist. Michelle Yeoh ist auch cool, vor allem in Tigers and Dragons. Ich mag Mark Strong als Schauspieler, z. Bsp. in RocknRolla oder Sherlock Holmes, aber seine Figur hier ist so blöd und eindimensional. Der verdammte Gerard Depardieu war mir noch nie so unsympathisch wie hier. Und alles zusammengewürfelt könnte zwar vielleicht noch cool werden, ist es aber nicht.

Die Geschichte ist völlig wirr und alle Szenen wirken wie lose aneinandergeheftet und austauschbar. 2 verschiedene Gruppen wollen was von Aurora, ABER DIE GRÜNDE, WARUM STEIN UND BEIN IN BEWEGUNG GESETZT WERDEN, UM SIE ZU KIDNAPPEN, SIND VOLLKOMMEN BESCHEUERT. Und noch bevor man irgendwie da durchsieht, ist der Film auch schon vorbei. Das Ende soll dann total tiefsinnig und bewegend sein, ist es aber meiner bescheidenen Meinung nach nicht. Es ist nirgendwo lustig.  Ich habe nicht ein einziges mal gelacht. Vielleicht bin ich einfach nicht schlau genaug, um den tiefsinnigen französischen Humor zu verstehen oder ich bin einfach zu alt, um einem umherballernden Vin Diesel Tiefsinnigkeit abzukaufen. Wie gesagt, es wurde alles in einen Topf geworfen und geguckt, was halt am Ende dabei rauskommt. Zudem unterscheiden sich die deutsche und die englische Version in diversen Szenen deutlich. So endet der Film auf deutsch mit einer anderen Szene als auf englisch. Das zeigt mir nur, wie austauschbar und unbedeutend die Message ist. Und was sage ich da, die Verwurstung hat keine Message. Nur dass wir alle viel dümmer sind in 10 Jahren als wir es nicht ohnehin schon wären.

Und während ich diese Zeilen verfasse, linse ich auf diese eine Kritik, aus der ich bereits zitiert habe und werde wütend. Meine Fresse. Ich bilde mir ein, einem Film Tiefsinnigkeit abzugewinnen, wenn er welche zu bieten hat. Und das tut Babylon A.D. zu keiner Zeit. Es ist kein Kunstwerk, sondern totaler Quatsch. Nur weil Kasovitz auf dem Einband drinsteht, heißt dies nicht, dass dort La Haine drin ist. Ich glaube, die haben den Film gedreht, nebenher lief Gerard Depardieu vorbei und die Leute meinten: „Hey Gerry, nich ma Bock nen total behinderten Mafioso zu spielen?“ Und er so: „Na klar!“, wohlbemerkt mit 3 Promille im Blut. So. Das wars soweit. Ich mag praktisch alle Leute, die an dem Film beteiligt waren. Trotzdem würde ich davon die Finger lassen. Wer Lust auf richtig gut gemachte Endzeit hat, schaut sich Children of Men an. Wer Vin Diesel mag, greift zu allen anderen Filmen mit ihm. Danke.

Regie: Mathieu Kassovitz (Die purpurnen Flüsse, Hass, der Typ in ‚Die fabelhafte Welt der Amelie‘)

Schauspieler: Vin Diesel, Michelle Yeoh, Mélanie Thierry, Gérard Depardieu, Mark Strong

Bewertung: 

Zombie Strippers! (2008)

Hurra, Titten! Hurra, Stripperinnen! Und Zombies? Nein! Zombie-Stripperinnen!

Also irgendwie in der Zukunft ist George W. Bush in seiner 4. Amtszeit und er braucht mehr Soldaten, weil er viele Kriege führt. Also lässt er halt ein Virus oder so entwickeln, welches tote Soldaten weiterkämpfen lässt (wie schlau!). In der Forschungseinrichtung kommt es jedoch zur Katastrophe und die ganze Belegschaft wird zombifiziert. Ein Super-Duper-Überkrass-Überhart-Ultra-Special-Einsatzteam soll die Viechers beseitigen. Einer in der Crew (der Neue) wird gebissen. Um nicht von den Kollegen exekutiert zu werden, flieht er. Lustigerweise ist gleich neben dem Labor ein geheimes Striplokal. Ach Moment mal. Man sollte noch wissen, dass unter dem guten alten George W. Nacktheit und somit auch Striplokale verboten sind. So. Deswegen ist die Bude auch illegal und geheim und wird geführt von Robert Englund. Wie seine Rolle hieß, habe ich leider vergessen. Ist auch egal. So. Wo waren wir? Ach ja: unser gebissener Soldat versteckt sich also in dieser Busenhölle, die scheinbar vier Meter von dem Labor entfernt ist. Dort chillt er dann, während wir ein paar Mädels zu sehen bekommen. Hurra, Titten! Unter anderem die von der Ober-Stripperin Jenna Jameson (ihren Filmnamen hab ich auch vergessen, kann aber nach gründlicher Recherche auf einschlägigen Seiten sagen, dass sie in vielen Pornos mitspielt. In sehr sehr vielen…). Unser gebissener Recke fällt jetzt die Jenna an (die übrigens riesige Milchtüten hat) und beißt sie. Ihr Ableben scheint kaum wen zu kratzen und kurz darauf steht sie auch wieder auf, blutüberströmt und irgendwie mit fehlender Luftröhre. Und was macht man in solch einer Situation? Na klar, Strippen! Hurra, Titten! So. Äh, jetzt muss man noch wissen, dass das dumme Virus (bla bla) Männer in dümliche Zombies, aber Frauen in untote Superheldinnen verwandelt, die noch 1000 mal krasser strippen als vorher. Also hurra, Titten! Aber halt? Will man verwesende Milchtüten mit blutüberströmten Weibers beim Tanzen zusehen? Keine Ahnung, das Publikum ist jedoch begeistert und so lassen sich auch ein paar andere Stripperinne beißen (wie schlau!), um zu supergeilen Zombie-Stripperinnen zu werden.

Ich glaube damit habe ich ungefähr das erste Drittel des 1,5-Stünders abgedeckt. Danach gibt es auch keine Titten mehr, zumindest keine geilen. Was man dafür aber noch zu sehen bekommt: Die untote Jenna Jameson, die ihre Zombie-Stripper-Erzfeindin mit Tischtennisbällen und Billardkugeln aus ihrer Mumu torpediert, einen mexikanischen Hausmeister, der jedes auch nur erdenkliche Klischee über Mexikaner abdeckt und einen riesigen Haufen der mit Abstand behindertsten Dialoge, die das menschliche Gehör vernehmen durfte. Kostprobe?

Paco: [after seeing that a bar patron has been killed] Holy shit! Hey, do I have to clean this mess up?

~

Jessy: Your optimism makes you an idiot.
Berengé: What did you call me?
Jessy: An idiot.
Berengé: No, an optimist! Don’t you ever call me an optimist again!

~

Jessy: They’re zombies.
Madame Blavatski: No. They’re strippers.
Berengé: [cocking shotgun] They’re zombie strippers!

Aber was erwartet man auch, ist ja nur ein B-Movie. Mit Titten und Zombies. Die sowieso schon beknackte Handlung nimmt ganz am Ende noch einmal ein wenig Schwung und wird noch beknackter (Achtung, es gibt einen Twist!). Und jede einzelne Nutte, entschuldigung, ich meinte Stripperin, ist so schlau wie eine Packung Schuhcreme. Robert Englund ist ein ganz komischer Typ. Ihm gehört zwar der Stripladen, aber Frauen oder Körperkontakt scheint er nicht zu mögen. Und Herr im Himmel, ein paar der Splatter-Momente sind so künstlich, dass man die benutzte Puppe schon fast bauchreden hört.

Irgendwie bleibt die Zombie-Apokalypse jedoch aus, denn unsere ‚Helden‘ schaffen es, den Virus im Laden zu halten. Dass alles doch irgendwann aus dem Ruder läuft, ist natürlich abzusehen. Der wahre Star des Films ist somit der Zuschauer, der sich teilweise an total beknackten Sachen amüsieren darf. Allerdings unterhält das alles nicht durchgängig. Die ersten 30 Minuten gehen noch, teilweise auch Dank dem vermehrten Einsatz leicht bekleideter, barbusiger Damen. Der Rest plätschert dann so vollkommen ziel- und hirnlos in die Hölle und man wünscht sich, Robert Englund würde sich die Krallen umschnallen und wie in der Elm Street dem Trauerspiel ein Ende bereiten.

Ich muss allerdings zugeben, schon langweiligere Filme gesehen zu haben. Insofern bekommt man eigentlich alles, was auf der Packung steht: einen großen Brei aus Möpsen und Untoten. Und die Mädels sehen auch alle ganz nett aus. Nichtsdestotrotz bleibt ‚Zombie Strippers‘ Trash, den man jedoch in einer illustren und betrunken Männerrunde durchaus konsumieren kann. In diesem Sinne:

Paco: It’s Paco time.

 

Regie: Jay Lee (The Slaughter, Empty Rooms)

Schauspieler: Jenna Jameson, Robert Englund

Bewertung:  

Zardoz (1974)

Vor ungefähr einem Jahr hab ich einem Podcast auf spill.com, einer amerikanischen Rezensionsseite für Filme (und inzwischen auch Games), gelauscht. Irgendwie unterhielten sich dort zwei über alte und beknackte Filme, und einer fing an zu lachen und sich an den Aufzug von Sean Connery in Zardoz zu erinnern. Ich googelte das Bild und siehe da, ein großes WTF. Es ergab sich nun, dass ich mich in meiner allmächtigen Weisheit irgendwie wieder vor kurzem daran erinnerte und beschloß, dieses Meisterwerk der Filmkunst doch einfach mal zu gucken. Und vorneweg, das WTF ist geblieben…

Willkommen in der Metaebene

Zum Film begrüßt uns ein Kopf vor schwarzem Hintergrund und erklärt uns, dass wir jetzt irgendwie eine Geschichte zu hören bekommen. Oder so. Es stellt sich heraus, dass in der fernen Zukunft die Menschheit aufgespalten ist in eine nicht-ganz-so-supertolle Welt mit Mord und Sklaverei, wo Exekutoren wie Zed (Sean Connery) andere Menschen töten und vergewaltigen und in eine Sonnenschein-super-duper-Welt, den Vortex. Auf Befehl eines Quasi-Gottes in Form eines großen, umherfliegenden Steinkopfes namens Zardoz kontrollieren die unsterblichen Vortexianer die Leute außerhalb ihrer heilen Welt. Nun begibt sich unser Sean in den Kopf, tötet seinen „Lenker“ und gelangt in den Vortex, wo er als Sklave und Brutalo leben muss und die irgendwie nicht ganz so perfekten Verhältnisse in der Teletubbie-Hemisphäre aufwühlt. Ich will jetzt auch nicht zu viel preisgeben, aber wen es interessiert, der liest es einfach mal auf Wikipedia nach.

Was das alles dann genau soll, erschloß sich mir nicht sofort. Vieles wirkt einfach so unglaublich krude dahingeworfen. Allerdings entfaltet sich irgendwo recht weit am Anfang des 105-Minüters ein ganz nettes Gefühl des „Oha, das könnte ja ähnlich der Matrix hier sein“. Ist es dann nicht, weil es unnötig verkompliziert wird. Und so nimmt die Langeweile voller philosophischem Zeugs und Quark seinen Lauf. Dann gibt es Rückblenden und wir erfahren, warum es Zed erst dorthin verschlagen hat. Unfreiwillig lustig wird der Film dann, als Sean Connery Nackt-Bade-Szenen gezeigt werden und mann sich wundert, warum er keine Erektion bekommt (er wird ‚untersucht‘). Dann guckt er eine der Wissenschaftlerinnen an und bekommt doch eine Latte. Liebe führt eben über den mächtigen Ständer. Zum Ende hin wurde mir alles viel zu wirr und konfus und dahingeworfen.

Eigentlich fand ich die Idee ja ganz interessant, denn sie hat ja was von der Matrix mit ihrer Zweiklassengesellschaft. Aber wenn einem alles doch so dermaßen dumpf vorgesetzt wird, verliere ich jede Lust. Am Ende kann man, darf man, viel Intelligenz in das Ganze hineininterpretieren. Doch mir fiel es schwer, in so teilweise unglaublich lächerlichen Vorgängen einen tieferen Sinn zu sehen. Man sieht das Ende der Welt und die Erde, die einerseits von Slipper-tragenden Nudisten und andererseits von gelangweilten Hippies bewohnt wird. Und ja, da bekommt man Angst. Doch hätte man das nicht eleganter, oder einfach weniger lächerlich und umständlich darstellen können?

Ich schwöre, ich habe versucht, allem eine Chance zu geben! Doch der Film gab mir keine Chance, ihn gut zu finden. Belustigend finde ich, dass Sean Connery diese Rolle nur annahm, weil er wegen seiner 007-Vergangenheit kaum noch andere Rollen bekam und ‚Zardoz‘ dadurch billig gehalten werden konnte.

Und nu?

Rätselhaft ist mir, wie es auf imdb zum Film fast nur gute Reviews gibt. Dabei ist Zardoz weder für die Familie nett, noch für einen netten Abend. Das alljährliche Treffen der Philosophen und Suizidgefährdeten kann ihm sicherlich was abgewinnen. Und auch wenn ich mir Feinde mache: Wer den Film gut findet, hat nur Angst, für blöd gehalten zu werden. Zardoz ist kein Kunstwerk und auch kein missverstandenes Meisterwerk. Zardoz ist wie eines dieser Gemälde, wo ein Haufen Kot zu sehen ist und man dann das Leben dort hineininterpretieren soll. Und so lecke man mir doch die Eier, folgende Dialogzeile kann doch keiner Ernst nehmen:

The Tabernacle: You have penetrated me. There is no escape. You are within me. Come into my center. Come into the center of the crystal!

So, Zardoz ist totaler Blödsinn.  Wer mir nicht glaubt, überzeuge sich bitte selbst davon.

Regie: John Boorman (Der Schneider von Panama, The General, Beim Sterben ist jeder der Erste)

Schauspieler: Sean Connery, …

Bewertung: 

Skyline (2010)

Kommt ein Mann in eine Bar. Er setzt sich an die Theke und guckt den Barkeeper an. Schmunzelnd erkundigt sich dieser, was der mysteriöse Fremde gerne trinken würde. Der Mann überlegt, überfliegt die Karte und legt dann los:

„Ich möchte ‚Independence Day‘, ‚Cloverfield‘, ‚Crysis‘ und ‚Prey‘ [Anmerkung: die letzten beiden sind Computerspiele]. Nimm alles und kipp das in einen Kübel. Dann nimmst du noch eines dieser x-beliebige Gruppe-kämpft-ums-Überleben-und-einer-nach-dem-anderen-stirbt-Szenarios und garnierst das richtig mit Schmackes Luftkämpfen, vorzugsweise so á la Krieg der Sterne. Erinnern muss das noch ein wenig an ‚World Invasion – Battle Los Angeles‘ irgendwie und auch ‚Krieg der Welten‘ will ich herausschmecken. Am wichtigsten sind mir so richtig schön flache Charaktere und wehe, du packst auch nur einen intelligenten Dialog rein! Wage dir, Freundchen! Das merke ich sofort! So, Special Effects können ruhig gut sein, ist mir total egal. So, um das ganze dann noch zu krönen, machste mir einen Schlag Sahne mit dem beschissensten Ende, den ein Film haben kann, drauf. Du verstehst? Der Film ist schon so richtig richtig Scheiße, aber der Schluss muss das alles noch einmal toppen. So du guckst den Dreck und denkst, wenigstens gleich vorbei. Letzte Szene fickt den Zuschauer dann komplett. So Surprise-mäßig halt, checkste? Schön umrühren, und vergiss das Schirmchen nicht!“

Der Barkeeper, vollkommen fassungslos, weiß nicht ein noch aus.

„Alter, der Drink killt dich. Lass die Finger von sowas. Der Letzte, dem ich sowas gemixt habe, findet bis heute keinen Job mehr in Hollywood.“

Trotzig erwidert der Fremde: „Ist mit egal, hau rein, hurtig!“

So mixt der Barkeeper den Kübel voll Blödsinn und Schwachsinn und weiterer Synonyme für total dämliche Sachen. Er muss sich die Nase am Ende zuhalten, der Gestank bohrt sich in seinen Kopf. Er kann kaum glauben, dass er das wirklich tut. Aber er ist schon seit 30 Jahren Barkeeper und hat noch nie einen Kunden unzufrieden nach Hause geschickt. Ja, auch ein Barkeeper hat seine Ehre.

Der Mann guckt ihm ungerührt zu, als das Gebräu schließlich fertig ist und der dicke Eimer vor ihm steht. Ein kurzer Blick in die Brühe, ein kurzes Schütteln, ein Durchatmen und schon kippt er alles runter. Alles mit einem Mal. Ohne auch nur einmal abzusetzen. Dem Barkeeper fällt die Kinnlade herunter. Hat der gerade 90 min Sci-Fi-Dreck in einem Zug geleert? Ja, das hat er.

Der Mann setzt das Gefäß ab, schaut den Barkeeper mit einem Lächeln an. „Hast wohl nicht gedacht, dass ich das schaffe?“

Im gleichen Moment fällt er nach hinten und muss sich übergeben. Er kotzt den Boden voll, ächzt und stöhnt. Mit letzter Kraft schreibt der das Wort ‚Skyline‘ in sein eigenes Erbrochenes. Dann stirbt er. Todesursache: Dummheit. Nach 30 Jahren des Barkeeper-Daseins gibt der Barkeeper seinen Beruf auf, besser ist.

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Die Erde wird von Aliens angegriffen. Mittendrin ist eine Gruppe von Freunden in Los Angeles.

So, alles was ich sagen wollte, habe ich in die Story da oben verpackt. Wen das nicht abschreckt, viel Spaß. Los, guckt ihn euch an. Oder etwa Angst auf einmal? He?

Richtig heftiger Müll. Miese Schauspieler, miese Handlung, miese Dialoge, und wenn man denkt, okay, es wird nicht mieser, kommt dieses beschissene Ende und man sitzt so da: WTF? Really? WTF? Ja, die Effekte sind okay oder gut, aber der Rest geht einfach mal gar nicht.

Geht doch lieber die Wohnung oder das Haus putzen. Hat man mehr von. Oder einen der Filme da oben gucken, die sind auch besser. Die Steuererklärung macht sich auch nicht von alleine!

Regie: die Strause-Brüder (Alien vs. Predator 2, die beiden machen seit 15 Jahren die Special Effects für praktisch jeden Film)

Schauspieler: Eric Balfour, Scottie Thompson, Donald Faison

Bewertung: 

New Kids Turbo (2010)

Die 5 Freunde Robbie, Barrie, Gerrie, Richard und Rikkert werden alle aufgrund ihrer Lebenseinstellung fristlos entlassen.  Arbeitslos und frustriert beschließen sie, einfach für nichts mehr zu bezahlen. Stattdessen wird geklaut und ‚geliehen‘. Dadurch lösen sie eine kleine Revolution in den Niederlanden aus und geraten ins Visier der Behörden.

Wirklich wichtig ist die Handlung nicht. Oder besonders sinnvoll. Aber darum geht in New Kids auch nicht.

New Kids ist eine holländische TV-Serie, die seit 2007 auf 101 TV ausgestrahlt wird (und auf Comedy Central in Deutschland). Darin geht es um die gleichen 5 Protagonisten und ihren Alltag. In kurzen ca. 3-minütigen Sketchen geht um die Prollbande und ihre Abenteuer. Ich persönlich mag die kurzen Episoden, sie sind zwar hohl, aber sehenswert. Natürlich ist das nichts für jedermann, aber kennt man die Serie, kennt man auch den Film. Man kriegt, was man erwartet, nicht mehr und nicht weniger. Auf youtube und Konsorten findet man genug Episoden.

Wer damit schon nichts anfangen kann, sollte dringend die Finger von ‚New Kids Turbo‘ lassen, denn glücklich wird man dann mit der Action-Komödie nicht. Die ist quasi ein 80 Minuten langer New Kids Sketch mit ein wenig Story. Und das ist meiner Meinung auch das größte Problem des Films. Es mangelt an Substanz. Im Endeffekt guckt man nur weiter, um den nächsten dummen Scherz zu sehen. Das wird dann zum Ende hin fade und eintönig. Besonders das Ende mit einer ‚großen‘ Schießerei ist die Spitze des Klamauks und hätte vielleicht ein wenig mehr herausholen können. Vielleicht erwarte ich aber auch einfach nur zu viel. Denn New Kids versucht an keiner Stelle mehr zu sein als es ist, nämlich eine Comedy über 5 Proleten.

Man könnte gut eine Paralle ziehen zu Michael ‚Bully‘ Herbigs Filmen ‚Der Schuh des Manitu‘ und ‚Traumschiff Surprise‘. Auch diese Komödien entstanden aus kurzen Sketchen und wurden auf Kinoformat gedehnt. Das gelang mit dem Indianer-Setting in überragender Manier während der Sci-Fi-Ableger mehr oder weniger bei weitem nicht an den Vorgänger herankam. ‚New Kids Turbo‘ schlägt für mich eher in die Richtung von ‚Traumschiff Surprise‘. Die Gags sind teilweise einfach viel zu flach. Und naja, mir wars teilweise einfach zu doof. Nichtsdestotrotz gefällt mir das Serien-Format, aber der Film hat mich nicht umgehauen. Ich wurde unterhalten, aber im Gedächtnis bleiben wird mir ‚New Kids Turbo‘ leider nicht.

Fans der Serie finden den Film gut oder ok, für jeden anderen ist das stupider Müll. Wer richtig guten Klamauk  sehen will, der sollte die Trilogie ‚Die Nackte Kanone‘ mit Leslie Nielson in der Rolle seines Lebens sehen, oder eben ‚Der Schuh des Manitu‘. Die kriegen den Spagat zwischen Unterhaltung und Witz-an-jeder-Ecke besser hin, ohne ins Lächerliche abzurutschen. Aber wie gesagt, wer New Kids liebt, macht mit dem Film auch nichts falsch, Junge.

Regie: Steffen Haars & Flip Van der Kuil (wie in der Serie)

Schauspieler: Huub Smit, Tim Haars, Wesley van Gaalen, Steffen Haars, Flip van der Kuit

Bewertung: 

Bret Easton Ellis: American Psycho (1991)

Handlung: Patrick Bateman ist ein reicher junger Mann in New York. Echte Sorgen hat er nicht, jedoch ist ihm sein Leben inmitten von Snobs und Luxus einfach nur langweilig und leer. Er ist gefangen in einer Welt voll von Monotonie, Wiederholungen und Oberflächlichkeit. Um daraus zu flüchten, beginnt er einfach, auf bestialische Art und Weise Menschen zu ermorden.

Ich bin ein großer Fan des Films. Der ist wirklich gelungen, und deswegen hatte ich auf ein mindestens ebenso gutes Buch gehofft. Doch dem ist leider nicht so. Während im Streifen alles komprimiert und knackig rüberkommt, ist der Wälzer so dermaßen langatmig, dass ich die Lust am Lesen des öfteren verlor.

Das liegt zum einen an den beschriebenen Ereignissen. Diese sind in der Regel weder sonderlich spannend noch interessant. Zum anderen gibt es ganze Kapitel über einzelne Musiker. Ich verstehe diese als Teil eines Gesamtkunstwerkes, doch sie lesen sich unglaublich zäh und vermitteln in ihrer Länge keine Lesevergnügen.

Außerdem erlebt man die Geschichte komplett in der Ich-Perspektive, doch Patrick Bateman ist einer der mit Abstand unsympathischsten und distanziertesten Hauptcharaktere, denen man begegnen kann.

Der Grund, warum das Buch einst indiziert war, sind die überaus makaberen und abstrusen Gewaltszenen. Die sind teilweise wirklich sehr hart, machen aber nicht unbedingt den größten Teil aus. Auch sind diese nicht sonderlich interessant. So wird das snobistische Leben des Patrick Bateman zwar ein wenig aufgebrochen, die uninteressanten Teile überwiegen jedoch dermaßen, dass der Gesamteindruck sehr eintönig ist.

Man kann sicherlich auch Gutes entdecken, wenn man das Buch in seiner Gesamtheit betrachtet. Ich persönlich finde jedoch, dass es wahrlich außer diverse Herrschaften aufzuregen keine besondere Leistung erbringt. Ich wurde als Leser für meine Beharrlichkeit nicht belohnt. Das hat mich, vor allem in Hinsicht auf den guten Film, sehr überrascht. Früher dachte ich, dass Filme basierend auf Büchern sowiese schlechter sind als das Original, doch hier wurde ich eines Besseren belehrt.

Meine Emphelung: Das Buch ist Müll, dort gehört es auch hin. Der Film ‚American Psycho‘ mit einem großartigen Christian Bale in der Hauptrolle jedoch ist ein absolutes Must-See für Freunde der gepflegten intelligenten (und auch etwas abgedrehten) Unterhaltung.

Bewertung: