300: Rise of an Empire (2014)

Wut. Haß. Überschäumende, alles zersetzende Rage. Zorn. Empörung. Alles Begriffe, mit denen ich nicht die kämpfenden Griechen in diesem Film beschreiben würde, sondern meinen eigenen Gemütszustand nach dieser Fortsetzung. Selten, wirklich selten könnte ich mich so aufregen. Natürlich bin ich da auch selbst schuld. Wer nicht gestochen werden will, sollte wohl auch nicht in ein Wespennest fassen. Doch trotzdem. Es war wieder mal meine Naivität. Der erste Film nämlich, 300, nach einem Comic von Frank Miller und umgesetzt von Zack Snyder, war wirklich cool. Stylisch, brachial und einfach. Natürlich ohne Tiefgang, aber allein die Art der Umsetzung war so konsequent und spaßig, dass man keine Sekunde über den Inhalt grübeln musste. Es war einfach alles stimmig. Und nun das hier…

Xerxes (Rodrigo Santoro) greift nämlich nicht nur die bekannten 300 Spartaner an den Thermopylen an, sondern auch den Rest Griechenlands zu Wasser. Angeführt wird seine Flotte von Artemisia (Eva Green), deren Name und Erscheinungsbild an eine Puffmutter erinnern. Der Athener Themistocles (Sullivan Stapleton) stellt sich mit ein paar kümmerlichen Schiffen der Streitmacht, weil Sparta und der Rest der Griechen grad nicht so Bock haben. Dabei gibt es ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Die Königin der Spartaner Gorgo (Lena Headey aka Cercei Lannister), der im ersten Teil von Leonidas in die Kloake gekickte Perser sowie dieser Verräter-Krüppel. Die Handlung ist dabei rund um den ersten Film angesiedelt und erweitert die einfache Story des Vorgängers um allerhand unnötigen Blödsinn. 300 Rise of an Empire

Es ist das typische Hollywood-Syndrom. Ein erfolgreiches Konzept wird mit viel Geld aufgegriffen und fortgesetzt, ohne dabei auch nur den Hauch des Charmes des Originals zu erreichen. Dabei ist es fast schon idiotisch, wie viel Mühe sich 300: Rise of an Empire gibt, die Handlung von 300 zu kopieren. Wieder einmal muss eine kleine Gruppe von Kriegern der persischen Übermacht strotzen, weil sich der bürokratische Rest nicht einigen kann. Wieder tritt ein über alle Maßen erfahrener Krieger einer Unmenge an Schergen in den Allerwertesten. Und wieder folgt eine Welle persischer Angriffe auf die nächste. Wieder gibt es auf Seite der Protagonisten einen Vater samt Sohn, die an der Seite des übermächtigen Anführers kämpfen. Wieder werden vor und nach den Kämpfen Reden geschwungen, die diesmal allerdings allesamt reichlich uninspiriert wirken.

Der große Unterschied zum ersten Teil ist, dass die gesamte Action auf dem Wasser stattfindet. Und dass eine Antagonistin etabliert wird. Hier erreicht der Film wirklich einen absoluten Tiefpunkt. Klar ist Eva Green hübsch, aber ihre Handlungen sind weder nachvollziehbar noch geistreich. Und so nimmt sich der Film des Mysthischen, was die Bösen davor noch hat auszeichnen können. Klar war Xerxes ein Mensch, aber die Art und Weise seines Gebarens war so abgehoben und passend, dass sich das mit den übertriebenen Worten Leonidas‘ ergänzte. Artemisia ist nämlich tatsächlich nicht viel mehr, als eine durchgeknallte Puffmutter in Lack und Leder. Die ach so gewitzte Anführerin lässt niemals auch nur den Hauch von Intelligenz aufkommen. Schade.

Noch dümmer ist nur das Ende. Dort greift doch tatsächlich die spartanische Königin selbst, ohne Schild, Helm oder Rüstung, zur Waffe. Das widerspricht wirklich allem, was vorher jemals etabliert wurde. Mit viel Pathos bedient man sich nämlich der altbekannten Gesichter, um dadurch eine Art Fanservice zu betreiben. Nicht umsonst wird auch nochmal der bereits erwähnte persische Bote eingeflochten, genauso auch der einäugige Spartiate, der am Ende von Teil 1 die Truppen anführt. Alles nur, damit man sich als Zuschauer immer wieder an 300 erinnert fühlt. Folglich hat der Film auch keine Alleinstellungsmerkmale. Man beruft sich auf das Prequel, ohne einen eigenen geistreichen Beitrag zu leisten. Glückwunsch.

Klar sind die Kämpfe nicht schlecht. Aber niemand will zum zwanzigsten Mal irgendwelche computeranimierten Galeeren aufeinander zufahren sehen. Und solche Szenen machen einen großen Teil der Action aus. Wenn zum Schluss auch noch ein Pferd aus dem Hut gezaubert wird, welches über die zerstörten Schiffe galoppiert, dann wird es wirklich lächerlich. Folglich scheitert 300: Rise of an Empire an sich selbst. Schneller, lauter, größer ist nicht gleich besser. Den Spagat aus Action, Style und Pathos hat Leonidas hinbekommen, Themistocles scheitert jedoch auf allen Ebenen.

 

Regie: Noam Murro (Smart People)

Schauspieler: Sullivan Stapleton, Eva Green, Lena Headey, David Wenham, Callan Mulvey

Bewertung: 

 

After Earth (2013)

Gefahr ist real. Angst ist eine Entscheidung. Das ist das Motto dieses illustren Ausflugs auf eine verlassene Erde, die voll ist mit allerhand bösen Tieren. Und weil es an Gefahren noch nicht genug ist, bringen unsere Helden sogar ihren eigenen Antagonisten mit. Dass besagte arme Kreatur nicht sehen oder hören kann, scheint aber niemanden stören. Wo steckt Greenpeace, wenn offensichtlich behinderte Tiere massakriert werden?After Earth

In der Zukunft hat die Menschheit die Erde schon lange verlassen, da diese unbewohnbar geworden ist. Warum genau wird nicht klar, denn die ganzen Tiere chillen dort immer noch. Vielleicht waren es die horrenden Immobilienpreise. Jedenfalls fand man mit Nova Prime einen neuen Heimatplaneten. Dieser stellte sich jedoch als bereits bewohnt heraus. Die bösen Aliens hatten außerdem keinen Bock auf Touristen bzw. eine verflucht rassistische Einwanderungspolitik und hetzten Ursas auf uns. Das sind blinde / taube / dämliche Monster-Ungetüme, die anhand von Angst-Pheromonen Menschen aufspüren und als Baumdekoration aufhängen. Zum Glück jedoch stellte sich ein Mann namens Cypher Raige (Will Smith) als so cool heraus, dass er keine Angst hatte und deswegen unsichtbar für die Ursas war. So gewann die Menschheit den Krieg und konnte sich an die Aufgabe machen, den nächsten Planeten zu vergewaltigen. Leider geht Kampfgeschick nicht mit den Fähigkeiten des Papaseins Hand in Hand und so führen Cypher und Sohnemann Kitai (Jaden Smith) eine typische Beziehung: Autoritäre Vaterfigur und sein Junge, der nicht an die Leistungen seines Stammhalters heranreicht und erwachsen werden muss. Alles schon bekannt. Cypher nimmt Kitai mit auf irgendeine Mission, ein Trainings-Ursa mit an Bord. Dann stürzen sie auf dämliche Art und Weise auf der Erde ab, der Prinz von Bel-Air bricht sich beide Beine und der Sohn muss irgendein Föhn-ähnliches Gerät aus 100km Entfernen besorgen. Leider sind Flora und Fauna alles andere als gut auf die Menschheit anzusprechen und die Reise stellt sich als selbstmörderischer Trip heraus. Bla bla bla. Wer nicht von Beginn an weiß, worauf es im Film hinausläuft, hat vermutlich noch nie von Mister Miyagi, Yoda oder Splinter gehört.

After Earth hat aber auch sehr viele hilfreiche Weisheiten parat, die man unbedingt wissen muss:

  • Selbst auf Raumschiffen im Weltall sollte man sich immer anschnallen.
  • Ein gottverdammter Strohhalm von einem Trinkpäckchen eignet sich hervorragend, um einen Shunt (zur Flüssigkeitsübertragung getrennter Blutgefäße) zu legen.
  • Die Schweizer Taschenmesser der Zukunft passen nicht mehr in die Hosentasche. Dafür hat man zugunsten von 37 verschiedenen Messerarten auf Dosenöffner, Nagelknipser und Pinzette verzichtet.
  • Der Handyempfang auf einem aktiven Vulkan ist fantastisch.
  • Paviane sind immer Arschlöcher. Nicht nur, weil sie so merkwürdige Arschlöcher besitzen.

After Earth ist öde, vorhersehbar und erschreckend uninspiriert. Es gibt keine sympathische Figur. Schlimmerweise gibt es trotz des Settings auch nichts Interessantes zu erzählen. Will Smith ist der beschissenste Vater seit ewigen Zeiten, Jaden Smith ist kein guter Schauspieler und nie, zu keinem Zeitpunkt, auch nur im Entferntesten sympathisch. Mit wem soll man da mitfiebern? So plätschert der Müll vor sich hin. Fürchterlich sind diverse Szenen, in denen After Earth unfreiwillig komisch rüberkommt. Der Film nimmt sich so ernst, dass scheinbar niemandem aufgefallen ist, dass das Erzählte furchtbar dämlich ist. Keine Ahnung, wer M. Night Shyamalan noch 130 Millionen Dollar in die Hand gibt. Aber hoffentlich war das hier das letzte Mal.

Finger weg von diesem Scheiß.

Regie: M. Night Shyamalan (The 6th Sense, Unbreakable, Signs)

Schauspieler: Will Smith, Jaden Smith, Zoe Kravitz

Bewertung: 

Die Legende von Aang (2010)

Die Legende von Aang

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer dreht Filme so spät bei Nacht und Wind?

Es ist M. Night Shyamalan mit seinem „Talent“;

Er hat die Kamera wohl in dem Arm,

Er fasst sie sicher, er macht sich warm.

 

Mein Gott, was birgst du so bang dein Gesicht?

Siehst du denn den Erzählfaden nicht?

Die Geschichte um den legendären Avatar!

Mein Gott, die Filmhandlung ist furchtbar.

 

„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!

Deinen Lieblingscartoon zeige ich dir;

Denn das hier ist die Kinofilmadaption,

In der M. Night Shyamalan-Version.“

 

Mein Gott, verdammt, und hörest du nicht,

Wie jeder Kinderschauspieler spricht?

Weißt du denn nicht, mein armes Kind,

Dass Kinderschauspieler meistens scheiße sind?

 

„Willst, feiner Knabe, du coole Kämpfe sehen,

Die sich zudem um die vier Elemente drehen?

Und die eine Spannung und Dynamik besitzen,

Wie M. Night Shyamlan beim sitzenden Pissen.“

 

Meine Güte, verflucht, und siehst du nicht dort

Furchtbare Spezialeffekte an jedem Ort?

Meine Fresse, ich seh es genau:

Die CGI-Abteilung war wieder mal blau.

 

„Ich liebe dich, vor allem dein Geld macht mich sehr geil;

Und bist du nicht willig, dreh ich noch den zweiten Teil!“

Scheiße, o Scheiße, so tu doch bitte irgendwer irgendwas!

Denn fast jeder vergeht hier vor M. Night Shyamalan-Hass!

 

Dem Zuschauer grauset’s, man tut es im Internet Kund:

Die Legende von Aang ist furchtbarer Schund,

Eine Vergewaltigung der tollen Orignalserie,

Für die ganze Familie.

 

Regie: M. Night Shyamalan (Sixth Sense, Unbreakable, Signs, The Village)

Schauspieler: Noah Ringer, Dev patel, Nicola Peltz, Jackson Rathbone, Cliff Curtis

Bewertung: 

Scary MoVie (2013)

Auch wenn man sich größte Mühe gegeben hat, die ‚5‘ im Titel zu verstecken. Das inzwischen vierte Sequel zu Scary Movie kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass man zum, nun ja, fünften Mal das Gleiche macht. Die einzige Neuerung sind die Filme, die persifliert werden. Im Vordergrund stehen ‚Paranormal Activity‘ und ‚Mama‘. Weil das aber nicht genügend Material geliefert hätte, werden zudem noch ‚Black Swan‘, ‚Inception‘ und, praktisch völlig zusammenhanglos, ‚Planet der Affen‘ auf die Schippe genommen. Ein paar weitere Anspielungen gibt es dann noch hier wie dort und eine ganze Reihe von prominenten Gastauftritten, die das Geschehen auf 86 Minuten strecken.scary movie 5

Die Handlung ist einfach: Jody Sanders (Ashley Tisdale) und ihr Mann Dan (Simon Rex) nehmen die beiden Töchter von Dans verstorbebnem Bruder unter ihre Fittiche, welche von irgendeinem Dämon besessen sind. Oder so. Bla bla bla, et cetera und so weiter. Gastauftritte haben Charlie Sheen, Lindsay Lohan, Snoop Dogg, Mike Tyson und Mac Miller. Was die da drin zu suchen haben? Kinder in die Kinos locken, mehr nicht. Die dicke mexikanische Haushälterin präsentiert sich im Bikini und hat eine heimliche Liebesbeziehung mit dem Staubsauger. Die eine kleine Göre steckt sich ihre Zahnbürste in den Hintern. Ein Säugling wird in Brand gesteckt. Und der schwarze Geisteraustreiber entpuppt sich als Dieb und Kreditkartenbetrüger. Was womöglich ein wenig rassistisch ist, aber wen kümmert es.

Mein grundlegendes Problem mit ‚Scary MoVie‘ ist, dass man sich tatäschlich die Dreistigkeit herausnimmt, sich beispielsweise über ‚Inception‘ lustig zu machen, dabei aber selbst meilenweit davon entfernt ist, einen ansprechenden Film abzuliefern. So bedient man sich popkultureller Anspielungen, ohne auch nur irgendeine eigene kreative Leistung dazu beigetragen zu haben. Dem Affen aus ‚Planet der Affen‘ wird permanent auf die Fresse gehauen. Das mag dann einmal lustig sein, aber mehr fiel den Verantwortlichen auch nicht ein. Und tatsächlich ist es ‚Black Swan‘, welches hier mit am meisten verarscht wird. Das reine Ballett als Grundlage für Witze zu nehmen spricht ganz klar für den pubertären Humor und die Ausrichtung auf eine Zielgruppe jugendlicher Menschen, die so einen Scheiß total abfeiern.

Zugegeben, auch die vorigen Filme haben schon nichts anders gemacht. Aber bei denen war ich noch jünger und naiver. Das hier ist wirklich von vorne bis hinten dumm und eine Unverschämtheit. Klar, im Suff und mit Freunden kann man sich diese Idiotie geben. Aber wie man auf clevere Art und Weise zitiert beweisen ‚Hot Fuzz‘ und ‚Shaun of the Dead‚, die von vorne bis hinten liebevoll mit den Vorbildern umgehen und zu jeder Zeit vor allem eines sind: lustig. Weil nur weil es dumm ist, nicht zwangsläufig auch lustig sein muss. Außer man ist noch zwölf Jahre alt. Gleiches gilt übrigens auch in die andere Richtung. Lustiges muss nicht dümlich sein. Und entweder waren die Schreiber und Macher noch auf dem geistigen Level von Vorschülern, oder, und das ist der wahrscheinlichere Fall, Scary Movie Episode 5 ist nicht viel mehr als der Versuch, auf schnelle und einfache Art und Weise Geld zu verdienen. Da gucke ich mir lieber zum tausendsten Mal die Nackte-Kanone-Trilogie an. Prost.

Regie: Malcolm D. Lee (Soul Men, Roll Bounce, Undercover Brother)

Schauspieler: Ashley Tisdale, Simon Rex, Erica Ash, Katt Williams

Bewertung: 

Zorn der Titanen (2012)

Man stelle sich vor, man mischt ‚Schindlers Liste‘ mit ‚Star Wars‘ und ‚American History X‘. Ach ja, und eine kleine Prise von Eddie Murphy gehört da natürlich auch noch rein. Dazu kommt ein antikes griechisches Setting. Und voilà, fertig ist die zweite Verwurstung rund um Perseus (Sam Worthington) und seinen paarungsfreudigen Vater Zeus (Liam Neeson). Allerdings ist es ähnlich wie beim Genuss alkoholischer Getränke: Nur weil man den edelsten Whiskey mit dem edelsten Wodka mischt und dazu einen Hauch guten Rums hinzugibt, wird daraus nicht gleich ein trinkbares Gesöff. Oha! Hades (Ralph Fiennes) komplettiert dann noch die Götter-Soap-Opera und stellt als (anfänglicher) Antagonist die Beziehung zu ‚Schindlers Liste‘ her. Wer noch weiß, worum es genau im ersten Teil des Titanen-Epos (ohne Titanen) ging, dem sei an dieser Stelle größtmöglicher Respekt entgegengebracht, weil die Schauspieler und Autoren es selber die meiste Zeit nicht genau wussten. Aber wie denn auch? ‚Kampf der Titanen‚ war eine Aneinanderreihung von krude zusammengeschusterten Szenen mit beliebiger Reihenfolge und gleichgültigen Charakteren. Da gibt es für Teil 2 also viel Verbesserungspotential. Zumal rein optisch der erste Film durch die nachträgliche 3D-Bearbeitung dermaßen übel aussah teilweise, dass selbst die Augsbuger Puppenkiste im Vergleich dazu photorealistisch wirkt.

Die Handlung ist einfach wie bescheuert: Hades und Zeus‘ Sohn / Kriegsgott Ares (Édgar Ramírez II) wollen Kronos befreien, der der Vater der Götterbrüder ist. Hades tut das, weil er ein Arschloch ist. Ares, weil er sich von seinem Daddy vernachlässigt fühlt, da der lieber mit Perseus abhängt. Als dann ziemlich schnell Poseiden (Danny Huston) ins Gras beißt, zieht Perseus mitsamt dem Sohn des Meeresgottes, Agenor (Toby Kebbell), und Andromeda (Rosamund Pike, im Film zuvor noch gespielt durch Alexa Davalos) los, um Big Daddy Zeus den Arsch zu retten. Agenor ist dabei der weiße Edde Murphy der Antike, der zwar nicht unbedingt viel redet, doch meistens nur Scheiße von sich gibt. Andromeda soll so eine Art Love-Interest am Ende darstellen, doch auch sie ist nie sonderlich nett anzuschauen noch gibt sie einen gescheiten Satz von sich. Genauso ergeht es übrigens Perseus, der so viel Charisma hat wie eine Waschmaschine. Der Rest ist dann so dermaßen undurchdacht, dass selbst Ralph Fiennes und Liam Neeson die Sache nicht mehr retten können. Und dann ist da ja auch noch Kronos.

Der Ur-Gott wird am Ende (wenig überraschend) befreit. Er ist mehr oder weniger ein menschlicher Vulkan, der die Leute anbrüllt. Sehr viel mehr macht er nicht. Außerdem bewegt sich diese mächtige Kreatur, als ob ihm seine Beine eingeschlafen wären. Das ist aufgrund der langen Auszeit vermutlich auch nicht verwunderlich, doch es ist erschreckend, dass das, was einem als der ultimative Endboss und Göttervernichter verkauft wird, sich nach einer kurzen Überlegung als ziemlich überflüssiger Spezial-Effekt entpuppt. Man hat versucht, die dämliche Krake aus Teil 1 zu toppen und ist fürchterlich gescheitert. Zusätzlich fliegt auch hier wieder Perseus auf dem Rücken des (schwarzen) Pegasus auf das Vieh zu, um es zu vernichten. Womit wir bei der Star Wars-Anleihe sind. Aus einem mir nicht erfindlichen Grund fliegt unser tollkühner wie krasser Held mit seinem krassen Pferdevieh und dem Stab der krassen Coolness, der alles und jeden derbe krass kaputtmacht, in den Rachen von Kronos und somit irgendwie in sein Verdauungssystem, um das Teil dann zu werfen. Wer hier nicht unweigerlich an die Vernichtung des ersten Todessterns durch Luke Skywalker denken muss, hat leider einmal weniger zu lachen.

Kurz zuvor musste dann noch Perseus gegen Ares kämpfen. Hier gibt es die Anleihe zu ‚American History X‘, denn der Kriegsgott haut mit dem Fuß dem Guten in ähnlicher Manier wie einst Edward Norton ordentlich auf den Schädel. Das scheint unserem Kämpfer aber nicht viel auszumachen. Daraus ergibt sich auch das mit Abstand größte Problem des Films: Man weiß nie, wie mächtig die ganzen Idioten darin sind. Warum sollte ich mitfiebern, wenn Perseus offensichtlich unsterblich ist? Dann widerum sind die Götter plötzlich allesamt sterblich, oder auch wieder nicht. Plötzlich kämpfen Zeus und Hades mit, sehen dabei aber eher aus wie zwei verkappte X-Men, die sich ins Dragonball-Universum verirrt haben.  Diese brüderliche Geschichte über Betrug, Verrat und Vergebung entbehrt ohnehin jeglicher Logik und scheinbar hätte eine Aussprache bei einer beliebigen Talkshow den ganzen Film verhindert.

Die ganze Triebkraft hinter Perseus‘ Schaffen soll übrigens sein Sohn Helios sein. Dafür nimmt sich der Film 2 Sätze und eine Minute Zeit, um zu zeigen, wie dolle Perseus seinen Sohnemann liebt. Wenn dann noch auf die Schnelle eine Liebesbeziehung am Ende zu Andromeda dahergezaubert wird, kann man sich ziemlich sicher sein, dass hier nichts mehr zu retten ist. Was da teilweise für Logiklöcher drin sind. Hephaistos (Bill Nighy) bringt unser Heldentrio in ein Labyrinth, das extra als ein unüberwindbares Hindernis präsentiert wird, für welches man Wochen braucht. Nach einem wenig überraschenden Auftritt des Minotaurus allerdings gehen wir noch um eine Ecke und sind plötzlich da. Und natürlich wird die Karte dem Dummbatzen in die Hand gedrückt, damit er seine zwei bis drei „Wir haben uns bestimmt nicht verlaufen!“-Witze abdrücken kann.

Ich glaube nicht einmal, dass der Film unbedingt dumm ist. Es ist nämlich noch sehr viel schlimmer: ‚Zorn der Titanen‘ ist ein fauler Haufen Dreck ohne auch einen Funken Liebe oder Ambition. Niemand macht sich die Mühe, Nachvollziehbarkeit zu erzeugen. Es wird versucht, dem Zuschauer Effekt um Effekt entgegenzuwerfen auf banale wie dämliche Art und Weise und mit dutzenden von Schauplätzen, ohne auch nur eine sinnvolle Verknüpfung herzustellen. Wir haben genug vom Labyrinth nach einer Minute? Bitte dort entlang, der zweite Gang rechts geht gleich raus zu Zeus. Wir können den kilometerhohen Kratos nicht gegen normale Menschen kämpfen lassen? Kein Problem, er hat noch ein Rudel dunkler Monster mit mehreren Torsos parat, damit Rosamund Pike auch noch was zu tun bekommt. Die Zielgruppe langweilt sicht? Schnell, noch einen flachen Witz reingebaut.

Ich wundere micht nicht, dass so ein Quatsch aus Hollywood kommt. Schließlich sind das alles Firmen, die Geld verdienen wollen und das auch recht erfolgreich tun. 150 Millionen Dollar Investition sind ein lohnenswertes Risiko, wenn man nichtsdestotrotz 300 Millionen am Ende wieder rausbekommt. Viel trauriger ist, dass hier erfolgreich den Leuten dank 3D recht viel Geld aus der Tasche gezogen wird für ein offensichtlich minderwertiges Produkt. Wobei natürlich Trailer wie Optik nur Fassade für die schreckliche und traurige Wahrheit sind. Das ist, als ob man ein edles Auto kauft, weil es geil aussieht. Doch dann beim Fahren entpuppt sich der Motor als ein aus einem Trabant geklautes Schrottteil, das nach 5 Minuten bereits den Geist aufgibt. Am Ende ist es aber wieder wie mit den ganzen ‚Resident Evil‘-Filmen. Solange genug Leute reingehen, wird auch noch viel mehr hinterherkommen, zumal das Ende hier einen Nachfolger verspricht.

Vergesst ‚Zorn der Titanen‘. Verzeiht den Schauspielern, dass auch sie irgendwie ihr Geld verdienen müssen (die armen Schlucker). Lest euch lieber die realen Göttersagen durch. Die sind nicht viel sinnvoller, aber da gibt es wenigstens Sex am laufenden Band, Zeus sei Dank. Und hofft darauf, dass die nächste Gurke dieser Art dem Franchise den Todesstoß versetzt. Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Regie: Jonathan Liebesman (World Invasion: Battle LA, Texas Chainsaw Massacre: The Beginning)

Schauspieler: Sam Worthington, Liam Neeson, Ralph Fiennes, Rosamund Pike, Bill Nighy, Danny Huston

Bewertung: 

Spawn (1997)

Der Zahn der Zeit nagt an alles und jedem. Außer natürlich an Tom Cruise und Keanu Reeves. Manch ein Computerspiel schafft es, trotz seines Alters immer noch gut spielbar zu sein, beispielsweise die ersten Teile von Sim City. Gleichzeitig würde ich aber nur sehr ungern noch einmal einen Fifa-Teil aus den 90ern spielen müssen. Man ist einfach bessere Grafik und ein inzwischen doch sehr viel besseres Gameplay gewohnt. Bücher haben solche Probleme oft nicht. Außer natürlich diverse sprachliche Hürden, die rein zeitlich gesehen viel seltener auftreten. Goethe ist auch heute, hunderte Jahre später, gut les- und verstehbar. Man muss sich da eben nicht auf irgendwelche Grafik-Engines stützen, die alle paar Jubeljahre durch eine neue ersetzt werden. Filme liegen im Bezug auf ihre Halbwertszeit irgendwo zwischen Spiel und Buch, haben aber auch gerade aufgrund der in den letzten 20 Jahren immer häufiger verwendeteten Special Effects, die besser und billiger werden, durchaus Probleme. Vor allem, wenn ein Film wie ‚Spawn‘ 1997 noch ganz am Anfang der Zeit der Computertricks steht.

Was ich damit sagen will, ist, dass ‚Spawn‘ furchtbar aussieht. Nicht an jeder Stelle, aber der Teufel in der Hölle, der als eine Art Drachen-Lava-Monster daherkommt, könnte Original aus dem Spiel ‚Minecraft‘ entspringen. Die Maske des Helden in verbrannter Menschenform ist auch nach damaligen Maßstäben nicht gut. Allerdings muss ich zugeben, dass der meterlange Umhang von ‚Spawn‘ hier und da auch heute noch ansehnlich ist, wie er da computeranimiert durch die Nacht weht. Kurz darauf aber sehen wir ein Höllenmonster, dass alles Optische wieder unheimlich abwertet. Das wäre im Grunde ja auch verkraftbar, wenn der Film noch genug anderes Erinnerungswürdiges bieten würde. Und das tut er eben nicht.

Al Simmons (Michael Jai White) ist eine Art Agent. Er will jedoch aussteigen, denn er hat Gewissensbisse und möchste seine Frau Wanda (Theresa Randle) nicht weiter belügen. Sein zwielichtiger Chef Jason Wynn (Martin Sheen) schickt ihn auf eine letzte Mission nach Nordkorea, wo irgendeine Bio-Waffen-Fabrik vernichtet werden muss. Allerdings wird Al hintergangen und umgebracht. In der Hölle nimmt er jedoch das Angebot des Minecraft-Teufel-Drachen an, auf die Erde zurückzukehren. So kann er seine Frau noch einmal sehen, muss im Gegenzug jedoch die Armee des Unterweltfürsten anführen, die scheinbar bald die Erde überfallen soll. So weit, so schon ziemlich flach. Auf der Oberfläche angelangt, ist Al nun zu ‚Spawn‘ geworden, einem Superhelden mit einem Anzug, der seine Form verändern kann. An seiner Seite ist ein fetter Clown (John Leguizamo), dessen Haupfaufgabe im Machen von anzüglichen Witzen besteht. Das kann ich auch:

Penis!

Aber selbst mit einer riesengroßen Retro-Brille kann man dem Film nicht viel abgewinnen. Michael Jai White ist erschreckend schlecht und sogar Martin Sheen wirkt geradezu gedanklich abwesend. Das Drehbuch ist fürchterlich unkreativ und konfus. So taucht beispielsweise auch noch eine Art Trainer auf, inklusive einem Trainingszusammenschnitt. Noch mehr Klischee geht im Grunde nicht. Selbst 1997 kann das nicht mehr innovativ gewesen sein. Der Typ, den Martin Sheen spielt, lässt sich einen Apparat implantieren, der die Welt vernichtet, wenn sein Herz stehen bleibt. Noch blöder geht es nicht. Interessanterweise kostet es Spawn zwei Handbewegungen, um besagte Apparatur schmerzfrei wieder zu entfernen. Frei nach Uri Geller:

Stop! This trick is too dangerous!

Überhaupt wirkt alles sehr lieblos zusammengeschustert. Eine rote Handlungslinie sucht man vergebens. Und so plätschert die ganze Geschichte in ein schlecht animiertes Finale, das so plump und traurig ist, dass es einen nicht einmal mehr überrascht. Wer sich mal ein wenig amüsieren möchte, darf hier gerne mal reinschauen. Ansonsten gelten die Spawn-Comics als gut und auch als eigentlich unverfilmbar. Gerade in der heutigen Zeit gibt es diverse bessere Helden-Verwurstungen, die zudem besser aussehen. Zwar ist ‚Spawn‘ mit damals 40 Millionen Dollar Budget ein billiges Film-Projekt gewesen, aber selbst der Ghost Rider wirkt im Vergleich wie ein guter Streifen mit überragenden Darstellern. Und so gerät ‚Spawn‘ verdientermaßen in Vergessenheit, so wie auch die Karriere von Michael Jai White. Zum Glück ist Martin Sheen unbeschadet aus dem Blödsinn rausgekommen.

Regie: Mark A.Z. Dippé (Visuelle Effekte für Abyss, Zurück in die Zukunft II, Jurassic Park)

Schauspieler: Michael Jai White, John Leguizamo, Martin Sheen, Theresa Randle

Bewertung: 

 

Aliens vs. Predator 2 (2007)

Willkommen zu AvP 2, dem Film der Superlativen. Von den Strause-Brothers, die mit ‚Skyline‚ bereits einen der einflussreichsten und besten Alien-Streifen aller Zeiten abgeliefert haben. Von den zwei Genies, die an Skyfall, Looper, Avengers, The Social Network, Iron Man 2, Terminator 3, Constantine, Kiss Kiss Bang Bang, X-Men 3, 300, Shooter, Benjamin Button und Avatar beteiligt waren (kein Witz, siehe hier). Aliens vs. Predator 2, der vermutlich größte und einzigartigeste Film seiner Art. Ein Film, der es wagt, Grenzen zu überschreiten und neue Maßstäbe zu setzen. Vor allem im Bereich der Kindes- und Säuglingstötung. Und allen voran: Der dunkelste Film, der je gemacht wurde. Ein Film, der Aliens mit Predatoren gekreuzt hat und der ein Alien beinhaltet, das aussieht, als ob es eine Rastafari-Perücke anhat. Völerkverständigung, auf Strause-Art. Pass that dutch!

Und die beiden müssen eine Menge Ganja geraucht haben. Ansonsten ist das hier nämlich nicht zu erklären. Der fucking Film ist zu dunkel! Man erkennt in über 50% aller Szenen kaum etwas, geschweige denn in den Actionsequenzen. Das macht es schwierig, die ganzen Aliens und den einen Predator auseinanderzuhalten. Außerdem watschelt da jetzt auch noch ein Alien-Predator-Mischling rum, der die Predator-Locken trägt. Und weil es dunkel ist, kann man die beiden noch viel öfter als ohnehin schon verwechseln. Hallo, hat denn keiner mal vielleicht in das Filmchen reingeguckt, bevor es auf den Markt kam? Wie kann man denn vergessen, ein paar Lampen aufzustellen? Scheiße nochmal, 40 Millionen Dollar Budget! Konnte da nicht wenigstens einer mal sein Handy rausholen und wenigstens das Licht davon auf die Szenerie halten?

Und der Predator! Von allen Außerirdischen, die uns hätten heimsuchen können, schicken die tatsächlich den mit Alzheimer. Erst bringt er nämlich zwei Menschen um und entsorgt die Leichen mit einer Säure, damit auch ja keiner was merkt, um kurz darauf dann eine dritte Leiche gehäutet im Wald aufzuhängen. Halt, wird jetzt der eine oder andere rufen. Vielleicht gab es eine Planänderung und er ist in die Offensive gegangen? Klar, wenn er nur nicht kurz darauf die Leichen 5, 6 und 7 auch weggeätzt hätte. Was sagt uns das? Entweder er ist sehr vergesslich, oder einfach nur auch auf Ganja. So wie die beiden Regisseur-Brüder.

In einer der ersten Szenen wird übrigens ein Kind erst infiziert und daraufhin getötet. Also mit einem Alien, das aus seinem Brustkorb bricht. Geschmacklos? Geradezu lachhaft, wenn man bedenkt, dass im Verlauf des Films ein Alien auf eine Säuglingsstation im Krankenhaus geht. Leider zeigt uns der Film dann nicht mehr, was dort geschieht. Dafür wird dann eine Hochschwangere kurz vor der Entbindung angegriffen, um gleich darauf drei kleine Aliens zu gebären. Und spätestens hier ist man gezwungen, als Zuschauer selber Ganja zu rauchen. Denn sonst läuft man Gefahr, sich selbst zu verstümmeln. So gut ist der Film!

Im Nachhinein ist die Dunkelheit vielleicht ganz gut, um nicht alles mitzubekommen. Das Beste kommt nämlich noch. Noch bevor in den 94 Minuten Film nämlich die Kämpfe losgehen, sehen wir die wichtigen Protagonisten. Da wäre der kleine Loser-Bruder, der Pizza ausfahren muss. Der große Loser-Bruder, der frisch aus dem Knast kommt. Der Dorf-Sheriff, der entweder geistig behindert oder einfach auch durchgängig bekifft ist. Und die Dorfhure, die erst dem kleinen Loser-Bruder beim Verprügelt-Werden durch ihren Freund zuschaut, um dann mit diesem Schluss zu machen, um im Anschluss im Schwimmbad den kleinen Loser-Bruder flachzulegen. Dann ist da die Mutter, die frisch aus der Armee heimkommt. Als ein Alien jedoch ihren Mann killt, bleibt sie überraschend gelassen. Vielleicht hat sie sich auch nur ein paar Tricks im Männermanagement von der Dorf-Hure abgeguckt. Einfach nur zum Haareraufen. Das Beste wäre gewesen, wenn Predator und Aliens sich zusammengetan und die ganze Crew samt Regisseuren erlegt hätten. Weil hier einfach nichts funktioniert. Nicht mal die Effekte, für die die Strause-Brothers scheinbar ein Händchen haben.

Außerdem frage ich mich, warum der erste ‚Alien vs. Predator‘ hieß und der hier nun ‚Aliens vs. Predator – Requiem‘. Und sogar der zweite Matrix-Film wirkt hierzu wie ein Meisterwerk der Logik und des Feinschliffs.

Die Handlung gespoilert: Alien-Predator-Rastafari strandet auf der Erde, weil siehe Cliffhanger aus erstem Teil. Predator kommt, um alles und jeden zu beseitigen. Außer Leiche #3, die wird schön öffentlich im Wald präsentiert. Fast alle Menschen sterben (leider nicht alle). Inklusive Atombombe von der Regierung. Loser-Brüder und Armeetussi mit Kind überleben in Helikopter Atombombe (leider). Aliens und Predator nicht. The End.

Ein furchtbarer Film, der noch eine ganze Ecke bescheuerter ist als sein Vorgänger. Vielleicht reicht das Teil hier, um sich zusammen zu amüsieren und diesen Franchise-Hybriden ein für alle mal unter die Erde zu bringen. Aber ansonsten sollte man das Tuch des Schweigens über diesen Scheiß hängen, der sogar Paul W.S. Anderson fast wie einen (guten) Regisseur aussehen lässt. Ihr braucht was zum Lachen? Dann rupft euch die Zehennägel aus. Oder die Zähne. Da habt ihr mehr Entertainment von.

Regie: Colin & Greg Strause (Skyline)

Schauspieler: Steven Pasquale, Reiko Aylesworth, John Ortiz

Bewertung: 

Alien vs. Predator (2004)

Ich hasse Paul W.S. Anderson. Seine kreative Leistung als Regisseur geht stark gegen null. ‚Mortal Kombat‘ als Kampfspielverfilmung war akzeptabel, aber hey, es ist ein gottverdammtes Prügelgame. Als Film. Was für eine Herausforderung! ‚Event Horizon‚ fand ich furchtbar. Ganz zu schweigen von allen den bescheuerten ‚Resident Evil‘-Verfilmungen (I, II, III, IV, V), die alle nichts mit den Spielen zu tun haben und zunehmend ins Debile abgleiten und sich dabei schamlos an anderen Computerspielen und Filmen bedienen. Der Kerl gibt sich einfach keine Mühe, gescheite Handlungen, Dialoge oder sonstwas Erinnernswertes in seinen Streifen einzubauen. Und weil es nicht reicht, ein einzelnes Franchise zu verwursten, werden kurzerhand Aliens mit den Predatoren vereint. Und voilà, seelenlose Filmkost nach Anderson-Art. Welch ein Hochgenuss. Basierend auf einer einzelnen Szene aus ‚Predator 2‚.

In der Antarktis findet man irgendeine bescheuerte Pyramide tief unter der Erde. Eine Gruppe von bescheuerten Wissenschaftlern und noch bescheuerteren Söldnern geht im Auftrag vom bescheuerten Charles Weyland (Lance Henriksen) auf Safari-Tour. 1, 2, 3, Predators kommt herbei. Mit einer an den Haaren herbeigezogenen Geschichte werden die Aliens aus ‚Alien‘ auch noch reingestümpert und so weiter. Dann wird unter Tage gekämpft, gelacht und geliebt. Am Ende gibt es ganz viele unglaubwürde Kampfszenen und NATÜRLICH EIN ENDE, DAS EIN SEQUEL HERAUFBESCHWÖRT! Verflucht seist du, Paul W.S. Anderson!

Andersons Filmprinzipien #1: Wenn das Ende deines Films keinen Cliffhanger hat, dann ist es ein schlechtes Ende. Denn nur ein Cliffhanger zwingt die ganzen blöden Teenager, in den nächsten Teil deiner Filmchen! (siehe alle, JA ALLE!, Resident Evil-Filme)

Weswegen guckt man diesen Schwachsinn überhaupt? Ach ja, wegen der Kämpfe zwischen Aliens und Predatoren. Leider nimmt sich der 101-minütige Film 57 stolze Minuten, bis zum allerersten Mal die Außerirdischen aufeinandertreffen. Nebenbei wird noch eine Alienmutter befreit, dutzende Leute in dieser öden „einer-nach-dem-anderen“-Manier umgebracht und tatsächlich Freundschaft zwischen Mensch und Predator geschlossen.

Die Kämpfe sind allesamt fürchterlich geschnitten und die Predators sind eigentlich behäbig, doch wenn es sein muss, bewegen sie sich wie eine Katze. Warum sie dabei nicht schon gleich zu Beginn ihre krassen Laser-Waffen einsetzen, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Ohnehin stelle ich die Intelligenz der Außerirdischen in Frage, zumal die ganze Aktion arg aufwendig wirkt. Aber hey, das fällt kaum auf, weil so ziemlich jeder Mensch in diesem Film trotz Doktortiteln den Tod mehr als verdient hat. Einfach wegen Dummheit.

Andersons Filmprinzipien #2: Spicke deinen Film mit vielen One-Linern! Das mögen die Kids. Siehe Transformers.

Und als ob es noch nicht reicht, labert die Haupttrulla (Sanaa Lathan) am Ende in einem Kampf gegen das haushohe Mutteralien tatsächlich noch cool daher. Als ob ihr während des Films plötzlich Arnis Eier aus ‚Predator‘ gewachsen wären. Habe ich schon den klischeehaften Archäologen-Italiener erwähnt, der aus ein paar Skizzen und Runen sofort die ganze Story erkennt? Oder den Wandertags-Anführer Weyland selbst, der versucht, einen Predator mit Feuerzeug und Deodorant zu töten. Der alte Sack soll dabei ein Easter-Egg für die Alien-Filme sein, denn dort gehts es um die Weyland Corporation. Coole Aktion, Paul W.S. Anderson! Richtig clever.

Andersons Filmprinzipien #3: Es ist völlig egal, ob man die alten Ideen und Konzepte mit Respekt behandelt. Die Kiddies wollen alle nur coole nerdige Anspielungen. Die Leute, die die originalen ‚Alien‘- und ‚Predator‘-Filme gesehen haben, sind sowieso schon allesamt tot.

Ansonsten gibt es nicht mehr viel Sehenswertes. Das ist ein Film, der für die spezielle Gruppe von Teenagern gemacht wurde, die einmal die Woche mit ihren Freunden ins Kino gehen und dabei auch jeden Scheiß mitnehmen. Genauso finanziert sich auch Resident Evil. Also Finger weg davon, gerade als Fan der originalen Alien-Filme. Denn wie so oft liefert Paule seelenlosen wie auch einfallslosen Dünnpfiff ab, den die Welt nicht braucht. Und am allerwenigsten das Alien- oder das Predator-Franchise. Lustigerweise tanzt das Sequel (JA, ES GIBT TATSÄCHLICH EIN SEQUEL!) Limbo unter dem Anspruch des ersten Teils. Im Vergleich dazu ist ‚Alien vs. Predator‘ geradezu Arthouse-Kino mit krasser Message.

Ihr wollt Monster, die gegeneinander kämpfen? Guckt euch die alten Godzilla-Filme an. Es gibt dutzende! Ob gegen Battra, Destoroyah, King Kong und Ghidorah, Mothra, Rodan oder Spacegodzilla. Und alles bessere Filme als der hier. Ich verziehe mich derweil in mein stilles Kämmerlein, bis ‚Resident Evil 6‘ kommt und ich wieder über Paul W.S. Anderson und seine sogenannten ‚Filme‘ herziehen kann. Cheers.

Regie: Paul W.S. Anderson

Schauspieler: Sanaa Lathan, Raoul Bova, Lance Henriksen, Ewen Bremner, Colin Salmon

Bewertung: 

Jonah Hex (2010)

Josh Brolin. John Malkovich. Michael Fassbender. Michael Shannon. Wes Bentley (der Junge mit der Mülltüte aus American Beauty). Und Megan Fox. Okay, Megan Fox ist keine Schauspielerin, sondern einfach nur ein nett anzuschauendes Püppchen, dass in Jonah Hex passenderweise eine Nutte spielt. Aber die ersten fünf Herren sind gute Schauspieler! Brolin, Malkovich und Fassbender sogar sehr populäre. Daraus könnte man einen epischen Film machen. Vor allem, wenn man 47 Fucking Millionen Dollar zur Verfügung hat. Und dass dieser, naja, nennen wir ihn mal „Film“, weltweit nicht einmal 11 Millionen eingespielt hat, spricht schon Bände. Zumal er auf einer Comicreihe basiert und hier und da bereits Fans besitzt.

Das Beste an Jonah Hex ist, dass der Blödsinn nur knappe 81 Minuten dauert. Zudem sieht man nicht alles, weil es Szenen gibt, die zu dunkel sind. Außerdem sind die Actionszenen so geschnitten, dass man ohnehin kaum etwas mitbekommt. Aber nicht zu schnell! Da gibt es ja noch eine Story zu erzählen:

Jonah Hex (Josh Brolin) ist Soldat im Amerikanischen Bürgerkrieg. Dann hat er aber plötzlich die totale Erleuchtung und weigert sich, Leute zu töten. Das findet sein Befehlshaber Quentin Turnbull (John Malkovich) nicht so schön und in irgendeiner Auseinandersetzung stirbt dann dessen Sohn. Aus Rache tötet er Hex‘ Familie und markiert seine Backe mit einem Brandzeichen. Jonah stirbt dabei fast, wird jedoch von irgendeinem Indianerstamm gerettet. Die Nahtoderfahrung verschafft ihm jedoch die Fähigkeit, sich mit Leichen unterhalten zu können. Dann macht er sich auf die Jagd nach seinem Peiniger, der sich jedoch als tot herausstellt. Was tut ein Mann mit entstelltem Gesicht in so einer Lage? Klar, er wird Kopfgeldjäger. Und kein normaler, nein. Unser Recke hat ein Pferd mit Gatling-Guns an der Seite. Richtig gehört, diese sich drehenden Maschinenpistolen. Und das im Wilden Westen. Keine Ahnung ob es die auch so im Comic gibt, aber sowas findet man höchstens als 12-Jähriger cool. Leider sind das die meisten Menschen eher nicht und so kommt diese Technik reichlich albern rüber. Zumal unser finsterer Held permanent sehr dunkle und tiefgründige Monologe hält. Natürlich ist der Oberschurke Turnbull nicht tot. Er klaut aber die scheinbar erste Massenvernichtungswaffe der Welt und will damit die USA vernichten, weil ihm der Verlauf des Bürgerkriegs nichts ganz passt. An seiner Seite ein völlig verschenkter Michael Fassbender. Daraufhin wendet sich der Präsident von Amerika an Jonah Hex, der die bösen Buben aufhalten soll. Jonah vernascht nebenbei noch Megan Fox, die so eine Art Kampfhure ist, die über sein entstelltes Gesicht hinwegsieht und den Menschen dahinter erkennt: einen leeren wie auch blöden Westernheld.

Vieles erinnert an Wild Wild West. Anders ist nur, dass hier von vorne bis hinten alles superernst sein soll. Und da geht es auch schon los. Während Wild Wild West eben kein wirklich guter Film war, so konnte man die ganze Geschichte immerhin auf lustiger Ebene abfrühstücken. Jonah Hex will aber so unbedingt cool und unlustig sein, dass hier so ziemlich alles von vorne bis hinten lächerlich wirkt. Ob Gatling-Gun-Pferd, Dynamit-Schleuder-Pistole oder Leichen-Gequatsche, nie wird gelacht. Und anstatt den Weg einer Komödie zu gehen, möchte man so sein wie Sin City oder Clint Eastwood. Aber wie soll das gehen mit einem Gatling-Gun-Pferd? Es gibt dann so eine metaphysische Szene, in der Jonah einen Kampf gegen Turnbull in seinem Kopf führt, die so plump und dahingeschludert wirkt, dass es mir einfach in der Seele wehtut. Womöglich freut man sich, wenn man den Comic kennt. Aber hierzulande werden das wohl nicht so viele Leute sein.

Das wirklich Schlimme ist dann, dass Jonah Hex auch rein handwerklich ein ganz mieser Film ist. Das liegt nicht an Kostümen und Drehorten, sondern eben an technischen Aspekten. Mehrere Szenen sind so dunkel, dass man nichts erkennt, viele Schnitte sind völlig nervig und die Dialoge sind völlig blöd. Da fragt man sich, ob die fast 50 Millionen Dollar zu wenig waren, um gescheite Scheinwerfer zu besorgen? Man hätte doch auch eine Kerze anzünden können, oder ein paar Autoscheinwerfer.

Die Handlung ist an Klischees und Einfallslosigkeit nicht zu überbieten. Die Schauspieler, inklusive Josh Brolin, sind entweder lustlos oder völlig unterfordert. Und das auch zurecht. Denn es gibt nichts, rein gar nichts, was der Film auch nur ansatzweise gut macht. Für mich ist Jonah Hex eine der widerlichsten Comic-Verwurstungen, die ich je gesehen habe und markiert einen Tiefpunkt in meiner Beziehung zu Hollywood. Es wurde versucht, mit Namen wie Brolin und Fox, dem Western-Setting sowie dem Comic-Ursprung entsprechende Zielgruppen zu ködern. Als ob irgendein BWL-Heini vorher mal durchgerechnet hat, wie viel der Film abwerfen wird und wie viel er kosten darf. Leider fehlt es dadurch Jonah Hex vor allem an einem, undzwar einer Seele.

Und selbst wenn man 12 Jahre alt ist und Pferde-Maschinengewehre voll geil findet, dann gibt es mit Wild Wild West, und wer hätte gedacht dass ich das jemals einmal sagen würde, einen deutlich interessanteren, besseren und lustigeren Film. Also Finger weg von diesem Unfug und lieber nochmal True Grit mit einem guten Josh Brolin oder die alten Sergio Leone-Klassiker geben. Schließlich hat man zu den Zeiten noch gute Storys erzählt.

Regie: Jimmy Hayward (Horton hört ein Hu)

Schauspieler: Josh Brolin, John Malkovich, Megan Fox, Michael Fassbender

Bewertung: 

 

xXx – Triple X (2002)

James Bond. Ehemaliger Agent 007 in den Diensten ihrer Majestät. Er versucht den Neuanfang in den USA. Doch nach einer glorreichen Karriere rutscht der gefeierte Held ab, denn Ziele im Leben hat er nicht mehr. Arbeitslos und gebrochen, beginnt er zu trinken. Es dauert nicht lange, bis Bond zum ersten Mal in Kontakt gerät mit Kokain. Doch schon bald reicht das nicht mehr. Und so bleibt er auf Crystal Meth hängen. Die Droge verändert ihn. Seine Haare gehen ihm aus und er verliert alles. Freunde, Fähigkeiten und Grobmotorik. Auch seine gehobenen Sprachfertigkeiten. Alles verschwunden. Da dauert es nicht lange, bis er in die Beschaffungskriminalität abrutscht. Anfangs sind es kleine Diebstähle, um den täglichen Meth-Konsum zu finanzieren. Aber mit dem steigenden Verbrauch der Droge steigt auch das benötigte Geld, und so häufen sich die Verbrechen. Die einzigen beiden Perspektiven sind der Knast und der Tod. Bond hat Glück, wird gefasst, bevor er völlig zu Grunde geht und sitzt mehrere Jahre im Bau. Das verändert ihn. Er kommt runter von den Drogen und trainiert. Wird fit. Er legt seinen alten Namen ab und nennt sich nun Xander Cage, oder auch xXx. Ein Neuanfang. Durchtätowiert und körperlich gestärkt, verlässt er den Knast geläutert. 

Es beginnt sein neues Leben. Xander findet Gefallen an Extremsportarten und verdingt sich seinen Lebensunterhalt bald durch coole Stunts. Die Illegalität seiner Aktionen bringt ihm schon bald Probleme mit den Cops ein, doch er macht unerschrocken weiter. Die Popularität macht ihn wieder stark und schon bald hat er alles über sein altes Ich vergessen. Doch die Polizei macht ihn nach einer halsbrecherischen Aktion dingfest und er steht wieder vor dem Nichts.

Die Vergangenheit lässt sich aber nicht so einfach abschütteln und so kommt es, dass Agent Augustus Eugene Gibbons unseren gefallenen Helden aus dem Gefängnis holt, um ihn als Spitzel für die NSA zu rekrutieren. Als gefeierter Internet-Star fällt es ihm leicht, sich in Prag in die Bande um Yorgi einzuschmuggeln und das Vertrauen der überaus gefährlichen Verbrecher zu gewinnen. Diese wollen nicht weniger als unzählige Menschen auf einmal umbringen. Damit schließt sich der Kreis und Xander wird wieder zu Bond. Wieder mit Gadgets ausgestattet, macht er sich auf den gefährlichen Weg, die Menschheit vor ihrem sicheren Untergang zu bewahren. Doch diesmal ist es anders. Der alte Glanz ist weg. Anstatt Martinis zu schlürfen und schöne Frauen an paradiesischen Stränden zu beglücken, hat unser bulliger Glatzkopf allerhand Widrigkeiten zu umgehen. Zwar hat er wieder eine Frau an seiner Seite, die sieht aber die meiste Zeit eher wie eine mürrische Cracksüchtige aus.

Und auch seine kleinen Gadgets sind nicht sonderlich elegant, sondern eigentlich ziemlich lächerlich. Dafür erlaubt es ihm sein neuer Job, ein wenig zu Skydiven. Snowboard-Fahren ist auch drin. Einfach mal abschalten. Meistens wirkt er aber ziemlich ungelenk. Wäre er nicht bereits schonmal der weltbeste Agent gewesen, wäre er vermutlich auch bereits nach wenigen Miunten Einsatzzeit tot. Anders lässt sich auch nicht erklären, warum die Amis einen Knacki so mir nichts dir nichts als Agenten verpflichten.

Und so ist es letztendlich ein Treppenwitz von Xanders Geschichte, dass der Job, der ihn einst zerstört hat, ihm nun einen neuen Lebensinhalt verleiht. Doch Xander merkt, dass der amerikansiche Geheimdienst nicht der britische ist und Dinge wie Stil, Benehmen und nachvollziehbare Handlung der Vergangenheit angehören. Nach seiner geglückten Mission fängt er sich bei einer seiner Bekanntschaften einen Tripper ein und fällt für das nächste Abenteuer aus, sodass ihn ein amerikanischer Rapper ersetzen muss, der von seiner Mutter ‚Eiswürfelchen‘ genannt wird. Doch Xander ist noch nicht am Ende und wird wiederkehren, gestärkt und (hoffentlich) tripperfrei.

 

Regie: Rob Cohen (The Fast and the Furious, Dragonheart, Stealth, Die Mumie 3)

Schauspieler: Vin Diesel, Samuel L. Jackson, Asia Argento, Marton Csokas

Bewertung: 

D-Tox – Im Auge der Angst (2002)

Willkommen auf der Beauty-Farm vom Trainer von Vampirjäger Blade, Kris Kristofferson. Irgendwo im amerikanischen Nirgendwo werden hier traumatisierte und drogenabhängige Polizisten vor einer malerischen Schneekulisse entschlackt und ermordet. Mittendrin unser Lieblingspolizist Sylvester Stallone, der in so einer Art Trauma versucht, sein Schauspieltalent zu entdecken, allerdings als moderner Don Quijote von Vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Der Hausmeister ist Tom Berenger (Inception, Training Day) und die Krankenschwester wird verkörpert von Polly Walker. Außerdem spielen noch ungefähr zwanzig weitere Protagonisten eine Rolle, deren Namen man sofort vergisst. Ein Glück benutzt D-Tox daraufhin jeden gottverdammten Namen dutzendfach pro Minute, um das eigene Gedächtnis zu trainieren.

Aber sachte. Worum geht es in diesem eineinhalbstündigen „Thriller“? Jake Malloy (Sylvester Stallone) ist FBI-Ermittler und einem Polizisten-Mörder auf der Spur. Dieser bringt seine Opfer auf bestialische Art und Weise um. Als Malloy ihm immer näher kommt, wird seine Frau ermordet und der Beamte wird depressiv. Alkoholisiert versucht er, sich das Leben zu nehmen. Das gelingt natürlich nicht und sein Kollege Hendricks (Charles S. Dutton) schickt ihn nach Wyoming, wo der Doc (Kris Kristofferson) eine Art Atombunker als Therapiezentrum für Cops führt. Bis hierhin hat man noch einen halbwegs akzeptablen Film, der aufgrund der Morde stark an ‚Sieben‘ erinnert. Aber leider kommen nun die letzten 60 Minuten.

Nach und nach werden die Patienten ermordet. Manchmal fragt man sich jedoch, wer denn nun genau tot ist. Schließlich hat man nur kurz alle zehn Insassen kennengelernt und die erste Leiche sieht man eher flüchtig. Dann teilt sich die Gruppe auch noch auf und wir erleben tatsächlich ein „lasst uns alle einzeln alles absuchen“. Dabei stirbt der eine oder andere. Und in dem ganzen Sterben wird unser Held Malloy in Einzelhaft gesperrt. Doch, wer hätte das gedacht, in der gottverdammten Zelle gibt es einen mannsgroßen Lüftungsschacht, den er mit seinem gottverdammten Ehering aufbekommt. Dann wird noch ein wenig mehr gestorben, es kommt zum Showdown und natürlich taucht die Nebenhandlung zum Schluss auf, die aus seinem Kollegen besteht, der in der Nähe Eisangeln war.

Alle in der Anstalt sind merkwürdige Arschlöcher und selbst Malloy hat nicht viel, was man an ihm mögen kann. Das liegt nicht zuletzt an Sylvester Stallone, der hier die Ausstrahlung einer Gurke hat. Und auch das Verwirrspiel darum, wer am Ende denn der Böse ist, ist ziemlich vorhersehbar. Nichtsdestotrotz ist die ganze Aktion von vorn bis hinten völlig bescheuert. Die Idee hinter der Einrichtung ist völlig hirnrissig und das Verhalten der Protagonisten, die alle (angeblich) Polizisten sein sollen grenzt an pure Dummheit. Und, oh Wunder, die heiße Krankenschwester wird zur einzigen Vertrauensperson unseres Psycho-Rambos. Das Finale ist vorhersehbar und am Ende hat man den Eindruck, dass die Hälfte der beteiligten Personen einfach vergessen oder rausgeschnitten wurden. Da ist dann irgendwann auch die, na nennen wir sie mal Spannung, verpufft.

D-Tox ist ein sehr trauriger Film, ohne jegliche Handlung oder auch nur ein bisschen schauspielerischer Leistung. Das ist ein von der Bank weg uninspiriertes Stück Müll, das vermutlich auf der Welle von ‚Sieben‘ schwimmen und mit den Namen Stallone, Krisofferson und Berenger werben soll. Ich habe wirklich nicht den blaßesten Schimmer, wem das hier gefallen sollte. Der Regisseur, Jim Gillespie, zeichnet sich verantwortlich für ‚Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast‘. Und genauso blöd wie diese Billigthriller aus den 90ern ist eben auch D-Tox. Da hilft auch nicht der auf cool gemachte Name (detox ist englisch für entgiften). Alternativen sind vor allem, wie bereits mehrfach erwähnt, ‚Sieben‘ und ‚Die purpurnen Flüsse‘. Die sind nämlich H-mmer.

 

Regie: Jim Gillespie (‚Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast‘, Venom)

Schauspieler: Sylvester Stallone, Kris Kristofferson, Tom Berenger, Jeffrey Wright, Stephen Lang

Bewertung: 

G.I. Joe – Geheimakte Cobra (2009)

Die Zeiten, in denen man mit Spielzeug nur gespielt hat, sind vorbei. Jetzt kommen die Lieblingsfiguren alle ins Kino, ob Transformers oder Barbie. Zuletzt sogar mit ‚Battleship‘ eine Brettspielverfilmung von ‚Schiffe versenken‘, was nur der Anfang vom Ende ist, schließlich stürmt bald eine Filmadaption von Monopoly die Leinwände. Und weil Hasbro mit den Transformers schon gute Erfahrungen gemacht hat, ist es nur logisch, die erste Puppe für Jungen, G.I. Joe, auch zu verfilmen. Und damit wären wir bei Geheimakte Cobra.

Die Story dieses Films ist so dünn wie auch kompliziert. Duke (Channing Tatum) und sein Kumpel Ripcord (Marlon Wayans, und ja, er heißt wirklich so im Film) sind Soldaten und sollen für die Nato eine neue Art von Sprengkopf bewachen, der irgendwohin transportiert wird. Plötzlich tauchen böse Buben auf und versuchen, den Koffer mit seinem Inhalt an sich zu nehmen. Dabei bemerkt Duke, dass die Fieslinge von seiner Ex-Freundin Ana (Sienna Miller) angeführt werden. Gott sei Dank erscheinen die G.I. Joes, die krasseste Kampftruppe auf dem Planeten. Sie retten den Tag und nehmen die beiden amerikanischen Soldaten mit in ihre Basis in Ägypten. Die Joes werden von General Hawk (Dennis Quaid) angeführt und sind sowieso die Coolsten. Dann erzählt Duke von seiner Vergangenheit mit Ana. Er war nämlich zusammen mit ihrem Bruder Rex (Joseph Gordon-Levitt) vier Jahre zuvor bei einem Einsatz, bei dem dieser ums Leben kam, woraufhin sie mit Duke schluss machte und böse wurde. Oder so. Wenn man so ein wenig über die Handlung siniert, dann kann man sich ein Lachen kaum verkneifen. Zumal ich hier gerade die ersten 15 Minuten abgedeckt habe. Ferner erfahren wir, dass der Entwickler der Sprengköpfe McCullen (Christopher Eccleston) die Dinger selber geklaut hat, weil er sie mit Nato-Geldern eh nur finanzieren wollte. Die Anfangsszene des Films spielt übrigens im Mittelalter, in denen ein Vorfahre des Mannes gefoltert wird und was irgendwie seine Motivation erklären soll. Oder so. Ach ja, in seinen Reihen befindet sich nicht nur Dukes Ex-Freundin Ana, sondern auch der total fiese Storm Shadow (Byung-hun Lee), der mit einem der Joes eine gemeinsame Vergangenheit hat. Außerdem führt Ana eine Scheinehe mit einem reichen Wissenschaftler-Schnösel in Monaco (WTF?) und der böse Zartan (Arnold Vosloo, der Typ, der die Mumie spielte in ‚Die Mumie‘) spielt auch noch eine Rolle, die im Sequel wichtig wird. Und der amerikanische Präsident (Jonathan Pryce) wird involviert und dann wird ganz Paris, inklusive Eiffelturm, in Schutt und Asche zerlegt, Rex ist doch nicht tot, die Bösen chillen irgendwo am Nordpol, Storm Shadow hat den Meister von Snake Eyes umgebracht und jeder normale Mensch sollte inzwischen den Faden verloren haben. Aber wer noch nicht genug hat: Ana ist doch nicht böse, es gibt einen ziemlich merkwürdigen Kurzauftritt von Brendan Fraser, der Präsident der Vereinigten Staaten wird ersetzt, Ripcord macht sich an Cover Girl (Karolina Kurkova) ran und steuert einen Kampfjet und die Motivation von Oberschurke McCullen ist so bescheuert wie auch blöd. Ja, …

Während der wohl aufwändigsten Szene in Paris gibt es eine minutenlange Verfolgungsjagd, die wohl noch bescheuerter ist als die Handlung selbst. Da wird ein Hummer (das Auto, nicht das Krustentier) mit einer Rakete hintenrum zerfetzt, um ein paar Sekunden darauf in unbeschädigtem Glanz zu erstrahlen. Einer der Joes klebt eine Minute lang unter besagtem Automobil drunter, ohne groß in Erscheinung zu treten, und dann, als ob irgendwem am Set noch eingefallen ist, dass der Typ ja noch da ist, springt er auf einmal hervor und weg. Während dieser Sequenz müssen ungefähr ein paar tausend Menschen sterben, aber hey, wir verfilmen hier ja nur ein Spielzeug für Kinder. Man sieht sowieso niemanden sterben, auch wenn der Eiffelturm und halb Paris zerlegt wird. Und das alles könnte man noch verzeihen, wenn es geil aussehen würde. Wenn es wenigstens Michael-Bay-Transformer-mäßig krasse Effekte gebe. Aber die Animationen von Autos und Motorrädern in solchen Szenen sind super schlecht und billig. Man sieht, wie die eine computeranimiert durch den Verkehr rast, schnitt, echte Schauspielerin…. Das ist traurig und schlecht. Ja, cool dass der Eiffelturm umkippt, aber es sieht schrecklich aus. Sogar Modern Warfare hat sowas cooler hinbekommen.

Und wer sich bis hierhin an noch nichts gestört hat, ist spätestens am Ende wütend, wenn Unterwasser-U-Boot-Kämpfe in so eine Art feuchtes Star Wars ausarten und mit noch ein wenig mehr Pathos die amerikanischen Kriegshelden gefeiert werden. Der Film ist zwei Stunden voll mit Quatsch. Sogar Transformers wirkt hiergegen wie ernstes Arthouse-Kino. Stephen Sommers hat zuvor tatsächlich ‚Die Mumie‘, ‚Die Mumie kehrt zurück‘ und ‚Van Helsing‘ gemacht. Doch wenigstens haben sich die Mumienfilme nie richtig ernst genommen. G.I. Joe ist fürchterlich platt und quellt nur so über vor Geschehen, dass aber keine Linie und nur ganz wenig Struktur hat. Sowieso kann ich persönlich Dennis Quaid-Filme nicht leiden, aber es liegt hier definitv nicht an ihm. Das Drehbuch ist totaler Dreck, dabei war daran ein Stuart Beattie beteiligt, der u.a. an Collateral und den ganzen Fluch der Karibik-Filmen mitgewirkt hat.

Was ist G.I. Joe: Geheimakte Cobra? Ganz einfach: ein 175.000.000 $-Werbefilm für ein Spielzeug, dass kleinen Jungen gefallen soll. Danke Hollywood. Ich freu mich schon fast auf den zweiten Teil…

 

Regie: Stephen Sommers (Die Mumie, Die Mumie kehrt zurück, Van Helsing)

Schauspieler: Channing Tatum, Dennis Quaid, Sienna Miller, Marlon Wayans

Bewertung: 

 

Resident Evil 5 (2012)

Meine Güte, wie die Zeit vergeht. Man glaubt, sich gerade vom letzten Resident Evil-Film erholt und die Ladung an Story-Dünnpfiff endlich verdaut zu haben, da schneit auch schon Teil 5 herein. Im Originial heißt der Streifen ‚Retribution‘, aber scheinbar hat man in Deutschland die wahrlich unglaublich beliebigen Beinamen satt. Genauso satt hat Regisseur und Drehbuchautor Paul W. S. Anderson, seines Zeichens Ehegatte von Milla Jovovich, jegliche Standards an nachvollziehbarer Handlung. Und als ob das noch nicht reicht, wird dreist aus allerlei Spielen und Filmen geklaut.

Nachdem im vierten Teil Alice (Milla Jovovich) auf einem Schiff den Oberschurken der Umbrella Corporation Wesker (Shawn Roberts) gestellt hat, endete Afterlife mit einem Cliffhanger, indem sich die arme Frau einem Bataillon an Kampfhubschraubern gegenübergestellt sah. Daran knüpft Retribution an: Alice wird gefangengenommen und eingesperrt. Wer sich bei der halbnackten Inhaftierten unfreiwillig an das Fünfte Element oder an beinahe jeden Vorgängerfilm der Reihe erinnert, liegt wohl nicht ganz falsch. Dann wird die Gute von Ada Wong (Bingbing Li) befreit und die Frauen fliehen durch den Gebäudekomplex und treffen nebenbei auf alte Bekannte, die sich als Klone entpuppen: Michelle Rodriguez, Oded Fehr, usw. Der Hauptcomputer, der in Form eines kleinen Mädchens dargestellt wird, ist nämlich böse und will alles und jeden töten.

Und jetzt mal eine kleine Aufzählung, was hier an Ideen schamlos kopiert wurde. Relativ zu Anfang gibt es eine Sequenz in einem amerikanischen Vorort, in dem die Zombieapokalypse ausbricht. Das erinnert sehr stark an Zack Snyders ‚Dawn of the Dead‘-Remake. Der Blödsinn mit den Klonen scheint eine Art ‚The 6th Day‘-Hommage zu sein. Aber keine Angst, Anderson schafft es, jegliche Ansätze von Sozialkritik im Keim zu ersticken. Am Ende sieht man unsere Helden auf dem Weißen Haus stehen, umringt vom Feuer des Krieges. Das wäre dann wohl Modern Warfare 2. Und dann kopiert sich Resident Evil stellenweise selbst. Nicht nur die nackte Alice kam schon dutzendfach vor. Auch die großen Gegner aus dem vierten Teil dürfen wieder ran. Das Fürchterliche ist, dass diese eine Axt werfen. Da hat man den gleichen blöden Effekt aus dem Vorgängerfilm nochmal benutzt. Zum Schluss fliegt ein Monstrum in den Zuschauer hinein, das verdammt stark an einen Mutalisken aus Starcraft erinnert. Der böse Obercomputer ist eine abgespeckte Version von Alma aus F.E.A.R.

Das ist dann noch nicht einmal die Spitze des Eisbergs. Die gesamte Handlung ist eine Ausgeburt der Lächerlichkeit. Der Film ist stellenweise dermaßen inkonsistent, dass es wirklich wehtut. Besonders Alice als Heldin springt von einer Sequenz zur nächsten, blutet nebenbei aus der Brust, scheint ansonsten aber ganz fit zu sein. Problematisch sind auch die Sprünge der Orte. Da in der Anlage mehrere Großstädte nachgebaut sind, schafft es Retribution, von einem amerikanischen Vorort runter zur Moskauer Metro und von da aus zum Big Apple. Reisegenuss à la Paul W. S. Anderson. Manchmal hat man auch den Eindruck, dass er sich nicht entscheiden konnte, ob die Helden gegen Zombies oder Klone antreten müssen. Ist auch eigentlich egal. Hauptsache Geballer. Das ist aber widerum total lächerlich geschnitten. Während alle aus der Deckung ballern, steht die böse und in lila Latex gekleidete Jill Valentine (Sienna Guillory) einfach in der Mitte des Ganges und ballert mit zwei Pistolen, wobei bei den alternierenden Schüssen entweder die linke oder die rechte Brust nach vorne schnellt. Das sieht dermaßen bescheuert aus, dass man sich kaum noch über ihren Ausschnitt freuen kann.

Neben dem Standard-Cliffhänger-Ende, an das man als Fan der Serie gewöhnt sein sollte, ist eine Stelle besonders bemerkenswert. Einerseits, weil ein Charakter so mir nichts dir nichts stirbt. Andererseits, weil ein großer Kerl (Kevin Durand) erst meint, er würde jetzt sterben, dann allerdings doch noch die Kraft findet, rumzuballern. Natürlich verreckt er kurz darauf mti Zigarre im Mund. Was für ein Held.

Die Effekte sind ebenfalls nicht besonders. Zugegeben, der Anfang, in dem wir die ersten gut 60 Sekunden erst rückwärts sehen, dann eine Zusammenfassung aller Filme bekommen, um dann den Anfang nochmal in normaler Geschwindigkeit und Abfolge zu sehen, ist durchaus sehenswert. Was aber danach an Tricktechnik zu sehen ist, ist wahrlich weder besonders ansprechend noch atemberaubend. Die Kampfsequenzen wirken dabei auf mich auch teilweise hölzern und irgendwie billig.

Eigentlich könnte ich noch stundenlang weiter über den Film motzen. Es stimmt einfach rein gar nichts. Man erwartet natürlich keine ausgefeilte Handlung bei einem Zombie-Videospiel-Streifen. Aber der fünfte Teil der Reihe schlägt dem Fass den Boden aus. Da steckt kein Fünkchen Liebe mehr drin (falls da jemals so etwas dabei war). Es ist nur noch Geldmacherei. 65 Millionen Dollar sind ein kleiner Einsatz, wenn man in kürzester Zeit wieder 200 Millionen drin hat. Und 3D ist nur nochmal ein weiteres Mittel, leicht begeisterten Minderjährigen ein paar Euro mehr aus der Tasche zu ziehen.

Keine Ahnung, wem das hier gefallen soll. Aber was ich davon halte, ist sowieso egal. Es haben genug Leute den Film im Kino gesehen, um Teil 6 zu finanzieren. Das Ende des Blödsinns ist noch lange nicht in Sicht.

 

Regie: Paul W. S. Anderson (Resident Evil  1 + 4, Alien vs. Predator, Death Race, Mortal Kombar)

Schauspieler: Milla Jovovich, Michelle Rodriguez, Bingbing Li, Boris Kodjoe

Bewertung: 

Ghost Rider: Spirit of Vengeance (2011)

Im zweiten Teil der Comicverfilmung über einen Motorradfahrer mit brennendem Kopf und dem Hang zur Gewalt treibt sich Johnny Blaze (Nicolas Cage) in Osteuropa rum, weil ihm die schwere Bürde des Riders irgendwie total aufs Gemüt schlägt. Wahrscheinlich will er sich dort eher mit billigen Frauen und Fusel vergnügen. Zeitgleich werden Nadya (Violante Placido) und ihr Sohn Danny von den Schergen des Teufels verfolgt, weil die Mutter einst, um ihr eigenes Leben zu retten, mit Satan ins Bett gehüpft ist und er nun die Frucht seiner Lenden zurückverlangt, um in Kürze ein richtig krasses Ritual durchzuführen, welches ihm seine Mächte auf der Erde zurückbringt. Unterstützt werden sie zusätlich vom Priester und Alkoholiker Moreau (Idris Elba), der Johnny Blaze den Auftrag gibt, Mutter und Kind zu finden und zu beschützen.

So richtig viel Sinn ergibt die Story nie. Das scheint aber niemanden wirklich zu stören, vor allem nicht den Ghost Rider, der jetzt so eine Art Psychopath ist, vor dem sich sogar Johnny fürchtet. Man versucht auch, ein wenig die Hintergrundgeschite und die Ursprünge dieses Dämons zu beleuchten, was aber die gesamte Angelegenheit noch lächerlicher macht. Mutter und Kind sind so profillos und gleichgültig, dass man sich um ihr Überleben nie wirklich schert. Auch allein der Fakt, dass Nadya sich auf einen selten dämlichen Deal mit dem Teufel eingelassen hat, macht sie mir ungemein unsympathisch.

Idris Elba ist ein Lichtblick, da er einfach ein guter Schauspieler ist, der seiner Figur wenigstens etwas Leben einhaucht, doch leider bekommt dieser dafür kaum Screentime. Und dann wäre da noch Nicolas Cage, der mit seiner psychotischen Mimik rumrennt und aus einem irgendwie nicht wirklich tiefgründigen Comic-Charakter eine Art Dr. Faust machen soll. Das gibt der Ghost Rider aber einfach nicht her und so bleiben die Mühen des Oscar-Preisträgers vergeblich. Man fragt sich auch wieder mal, warum Nicolas Cage so einen Müll drehen muss. Aber die Frage wurde zur Genüge diskutiert und eine logische Antwort kann es nicht geben.

Wer noch weniger Sinn ergibt, ist der Teufel, verkörpert von Ciarán Hinds. Satan hat, weil er auf der Erde wandelt, irgendwie nicht seine gewohnten Kräfte und ist darum relativ schwach. Deswegen braucht er den Jungen. Doch warum, wenn er selber nicht allzu mächtig ist, kann er Blaze den Ghost Rider einverleiben, der, wie es scheint, um einiges kräftiger ist als der gottverdammte Teufel selbst? Anstatt eine kleine einfache Story aufzubauen, muss man dann noch einen Twist einbauen und die ganze Chose unnötig kompliziert machen.

Kurz vor dem finalen Fight schafft es Blaze, sich den Ghost Rider auszutreiben, um kurze Zeit später festzustellen, dass er den Dämon doch noch gebraucht hätte. Schade. Und unglaublich bescheuert. Das ist ungefähr so, als ob sich Superman kurz vor der letzten Schlacht noch ein Kryptonit-Zäpfchen einführt oder Rambo beschließt, fortan ohne Maschinengewehre zu kämpfen. Sonst wäre es ja auch langweilig. Überhaupt wurde versucht, den Ghost Rider verletztlich zu machen. Manchmal machen ihm dann Granaten was aus. Doch schon kurze Zeit später schluckt er Maschinengewehrsalven völlig uninteressiert. So weiß man irgendwie nicht wirklich, was das für ein Held sein soll und wo Stärken und Schwächen liegen. Dadurch schafft es der Film, die Orientierungslosigkeit der Handlung auch auf seinen Hauptcharakter zu übertragen.

Es gibt aber auch einen guten Moment. Jedes Gefährt, das der Geisterreiter besteigt, verwandelt sich zu einem brennenden Höllenfahrzeug. In einer Szene klettert unser Recke auf einen haushohen Schaufelradbagger, um mit diesem Ungetüm seine Widersacher plattzuwalzen. Das ist ziemlich cool und brachial, dauert aber leider nicht allzu lange. Hier hätte man die Chance gehabt, den Ghost Rider zu einem schön eindimensionalen Actionhelden zu machen. Dafür müsste auch die Handlung einfacher und vor allem logischer sein, doch sie ist es eben nicht. Ghost Rider: Spirit of Vengeance schafft es, eine ganze Schippe schlechter auszufallen als sein Vorgänger, der mir im Gegensatz zu vielen anderen gar nicht mal so schlecht erschien. Gott sei Dank ist dieser Blödsinn, der im Kino sogar in 3D kam, nach knapp eineinhalb Stunden vorbei und man kann sofort damit anfangen, den Unfug wieder zu vergessen.

Regie: Mark Neveldine, Brian Taylor (beide Crank I + II, Gamer)

Schauspieler: Nicolas Cage, Idris Elba, Ciarán Hinds

Bewertung: 

Underworld: Awakening (2012)

Seit Twilight haben Vampire einen schweren Stand. Die früher furchterregenden Kreaturen der Nacht sind heute nicht viel mehr als der fleischgewordene Traum pubertierender Gören mit einem Faible für Stalker, die in diesem Fall zugegebenermaßen sehr anmutig in der Sonne funkeln. Dass der wenig männliche Eindruck mit weiteren Genre-Ablegern à la Vampire Diarrhea selbst Rainbow Dash wie einen superbrutalen Cartoon-Charakter aussehen lässt, ist weitreichend bekannt. Doch vor lauter Tränen über unsere verlorenen Blutsauger-Freunde vergisst man manchmal, dass es da noch die Kehrseite der Medaille gibt. Vor gar nicht allzu langer Zeit streifte noch der Daywalker alias Blade durch die Straßen und sorgte für ordentliche Kopfschmerzen unter Vampiren. Da Herr Snipes aber noch bis Mitte 2013 im Knast abhängt, müssen andere Leute für Action sorgen: Selene!

Im vierten Teil der Underworld-Reihe muss die mächtige Vampirin Selene (Kate Beckinsale) feststellen, dass sie ganze 12 Jahre von einer bösen Biofirma eingefroren wurde und nun eine Tochter hat, die irgendwie aus ihrer Beziehung zum Hybriden Michael genetisch hervorgeht. Damit ist die junge Eve irgendwie Werwölfin und Vampirin zugleich, nur voll krasser. Mutter und Kind können auch irgendwie teilweise sehen was der andere gerade sieht, weil sie so miteinander verbunden sind oder so. In Selenes Abwesenheit haben die normalen Menschen eine Art Genozid an allen Vampiren und Lykanern (also Werwölfen) durchgeführt und nur wenige Kreaturen sind übrig. Dann tauchen doch noch ein paar Wölfchen auf, wobei unsere Helden erschrocken feststellen müssen, dass ein Bello scheinbar in einen Topf voller Steroide gefallen ist.

Die Handlung ist unheimlich belang- und sinnlos. Ich wüsste auch nicht so Recht, was Fans der Reihe darin so Tolles sehen könnten. Selene ist im Grunde das, was passiert, wenn man Trinity (Matrix) und Beatrix Kiddo (Kill Bill) miteinander kreuzt. Die Frau trägt permanent ihr Lederoutfit und wird nach längerem Koma mit einem Kind „gesegnet“. Dann verprügelt und tötet sie ganz viele Menschen, ohne dabei auch nur ein einziges mal mit der Wimper zu zucken. Die Kampfszenen könnten genauso auch aus einem der Resident Evil-Filme sein, so wie auch die Handlung. Die Bösen sind die Lykaner, wobei die Halb-Wolf-Halb-Vollidioten ihre Ausrottung verdient hätten. Das, was als so ungemein ausgeklügelter böser Plan hier verkauft wird, ist sowas von fernab jeglichen Sinns, dass ich das hier auch einfach nicht spoilern will oder kann.

Besonders verstörend empfand ich eine Szene am Anfang des Films. Hier wird Selene am Hafen von der Polizei beschossen. Sie rennt auf ihren Lover Michael zu, der daraufhin auch den Gewehrsalven ausgesetzt ist. Was macht er in dieser so unglaublich bedrohlichen Situation? Er reißt sich das Shirt vom Leib und genießt, an der selben Stelle weiterstehend, den Kugelhagel, während er sich in was-auch-immer verwandelt. Dann explodiert irgendwie irgendwas und beide sind unter Wasser mit noch mehr Beschuss und einer krassen Bombe. Sowas entzieht sich dann meinem Verständnis. Hatte man kein Geld oder was? Hätte der Typ nicht wenigstens ein wenig so tun können, als ob das echte Patronen waren?

Der Rest ist dann das reinste Déjà-vu-Erlebnis. Ob Matrix, Resident Evil oder American Beauty. American Beauty? American Beauty! In einer kleinen und kurzen Nebenrolle sehen wir den Typen, der damals Kevin Spacey Dope verkaufte und der Plastiktüte beim Rumfliegen zusah. Karrierefördernd würde ich Underworld: Awakening allerdings nicht gerade nennen. Dafür stimmt hier einfach gar nichts. Kate Beckinsales Rolle ist unterkühlt und absolut unsympathisch und alle anderen sind völlig egal. Die Kämpfe gibt es schon anderswo und besser und ich kann mich einfach nicht so recht mit dem Aussehen der Wölfe anfreunden, wobei das natürlich Ansichtssache ist. Nicht mal Harry Potter hatte einen ‚guten‘ Werwolf anzubieten.

Problematisch ist, dass mir die ersten beiden Underworld-Teile überhaupt nicht gefallen haben (den dritten habe ich leider verpasst). Und dieser Film ist im Grunde genau das Gleiche, nur eben noch schlechter. Ich finde Selene als Hauptcharakter auch vollkommen merkwürdig. Sie soll ja cool sein. Aber sie ist so unterkühlt, dass ich keine Sympathie empfinden kann, lediglich ein einziges mal im finalen Fight mit dem Steroid-Wolf kam so etwas wie Verbundenheit auf. Blade hat in seiner Coolness und seinem tollen Schwert halt noch eine Schippe Style mitgebracht. Und eine brauchbare Comic-Vorlage. Aber es soll ja auch Leute geben, die Mila Jovovich im Resident Evil-Franchise feiern.

Ich kann jedem von diesem eineinhalb Stunden langen Style-Blödsinn abraten, zumal es auch verdammt gute Vampir-Filme gibt. Daybreakers fand ich gelungen, der erste Blade-Film ist auch ganz brauchbar und manch einer da draußen munkelt, dass From Dusk Till Dawn wunderbar ist. So wie Underworld: Awakening endet, wird es wohl noch eine oder mehrere Fortsetzungen geben. Dann kann sich Selene mit Alice (Resident Evil) um den Titel der ausgelutschtesten Filmreihe streiten.

Regie: Måns Mårlind, Björn Stein (schwedisches TV vorher)

Schauspieler: Kate Beckinsale, Stephen Rea, Michael Ealy, Wes Bentley (der aus American Beauty)

Bewertung: 

Darkest Hour (2011)

Sean (Emile Hirsch) und Ben (Max Minghella) wollen in Moskau viel Geld verdienen, indem sie ihr eigenes soziales Netzwerk unter die Leute bringen. Dabei werden sie jedoch von Skyler (Joel Kinnaman) hintergangen. Daraufhin betrinken sich die beiden Jungunternehmer, woraufhin Energie-Alien-Wesen die Stadt angreifen und sich Ben, Sean, Skyler und zwei Frauen aus der verlassenen Stadt herauskämpfen. Dabei ist der Kontakt mit den unsichtbaren Außerirdischen in höchstem Maße ungesund und führt zur Auflösung eines Menschen oder Tieres zu Staub.

Was sich ein wenig fischig anhört, ist noch viel bescheuerter im Film. Das geht schon damit los, dass ‚Darkest Hour‘ eine ganze Viertelstunde verschlingt, um uns die mehr oder weniger bescheuerte Hintergrundgeschichte zu vermitteln, die eher an GZSZ erinnert als an einen Sci-Fi-Film. Die Aliens bleiben dann die meiste Zeit über unsichtbar, da sie einen Energieschild um sich haben. Als dann zum Ende hin das Sprengen dieses Schildes eines der Außerirdischen gelingt, steht uns ein Totenkopf mit Patronengürtel gegenüber. Oder so. Und hier hört man dann einfach auf, dem Film noch irgendwie gutmütig Mühe zu unterstellen. Weil man sich hier einfach nirgendwo Mühe gibt.

Standardmäßig werden Nebencharaktere eingeflochten, die dann irgendwann das Zeitliche segnet. Vorhersehbar und unglaublich bemüht. Im Moment, als Skyler mit den Jungs flieht, war mir schon bereits klar, dass der Typ irgendwie bald sterben wird. Und ja, ich spoilere den Film jetzt, weil außer mir sowieso niemand so einen Quatsch guckt und hier einfach mal davor gewanrt werden soll. Doof ist auch, dass mir keiner der Protagonisten auch nur in irgendeiner Form sympathisch ist. Weder die beiden Helden, von denen einer auf eine mir nicht erklärliche dumme Weise sterben muss, noch die beiden Frauen in der Gruppe, die niemals schlau agieren.

Beispiel: Am Ende befindet sich die Gruppe in einem Fluss, weil dort irgendwo ein rettendes U-Boot auftauchen soll. Dann werden sie getrennt und AUF EINMAL BEFINDET SICH DOCH TATSÄCHLICH DIE EINE OLLE IRGENDWO EINEN BESCHISSENEN KILOMETER ENTFERNT IN IRGENDEINEM BUSBAHNHOF, ZU DEM DER EINE TYP ERST NOCH HINLATSCHEN MUSS! Hier verlässt mich dann der letzte Rest Interesse für den Blödsinn. Noch lustiger ist eher der Plan unserer Protagonisten, in der menschenleeren Stadt einfach mal zur amerikanischen Botschaft zu latschen, weil dort muss es ja unbedingt noch Hilfe geben. Ich habe Erfahrung mit Botschaften bzw. Konsulaten im Ausland, und man geht dort einfach nicht freiwillig hin! Nicht, wenn man nicht unbedingt muss. Man nimmt sich ja auch nicht den einen Tag im Jahr frei und denkt sich: „Hey, warum sich nicht einfach mal rektal untersuchen lassen?“

Produzieren tut hier übrigens Timur Bekmambetov, der Regisseur von ‚Wanted‘ und dessen Film ‚Abraham Lincoln  Vampirjäger‘ bald im Kino einschlägt. Alles klar? Mir persönlich gefällt Wanted, weil der Film so herrlich übertrieben ist, dass es einem schon wieder Spaß macht. Doch bei der dunkelsten Stunde stimmt einfach gar nichts. Vor allem, wenn man nicht unbedingt die Kapazitäten für eine interessante Handlung hat, so könnte man doch wenigstens die Aliens nicht ganz so doof aussehen lassen. Oder andersrum. Oder wenigstens nicht ganz so stereotype Charaktere, weil die Klischeerussen hier drin wieder mal die typischen Klischeerussen sind.

„Icchh biin BooRRRiissss, icchh macchhe Eyliähn kkahhputtt.“

Außerdem begeht der Film den Kardinalfehler, einen unschuldigen Hund sterben zu lassen. So schlägt es direkt in Antipathie um. Am Ende verhält es sich so, dass man mit ‚Darkest Hour‘ durchaus seinen Spaß haben kann. Der Film ist 90-minütiges Lachen darüber, wie schlecht das alles ist. Mit entsprechendem Alkoholkonsum dürfte diese wilde „Achterbahn“-Fahrt durchaus Freude bereiten, zumal ein Sequel möglich ist. Dabei hätte ich nach dem Trailer nicht gedacht, einen annähernd so doofen Film wie ‚Skyline‚ zu bekommen, der für mich zu den miesesten Filmen dieses Erdenrunds zählt, dabei aber jedoch wenigstens gut aussieht.

Regie: Chris Gorak (Right at Your Door, Art Director bei Fight Club, Minority Report)

Schauspieler: Emile Hirsch, Olivia Thirlby, Max Minghella, Rachael Taylor

Bewertung: 

Der Kaufhaus Cop (2009)

Herzlich willkommen zur jugendfreien Variante von Stirb Langsam! Natürlich ist in der Hauptrolle kein glatzköpfiger und schuhloser Bruce Willis, sondern sein dicker, von Hyperglykämie gepeinigter kleiner Bruder Kevin James (Brüder im Geiste, die sind nicht verwandt oder verschwägert, soweit ich weiß). Und noch nie habe ich mir in einer Komödie sehnlicher gewünscht, dass die Hauptfigur mal endlich so langsam stirbt. Dabei ist die Prämisse gar nicht mal so unbedingt schlecht.

…Alternativer Artikelanfang: Herzlich willkommen zum Segway-Werbefilm #1. Mit Ihrem Segway kommen sie nicht nur durch ihre Einkaufshalle in beeindruckendem Tempo, nein, Sie können damit auch böse Buben das Fürchten lehren. Hören Sie auf, Ihre verdammten Füße zu benutzen, kaufen Sie sich eines, nein lieber gleich zwei von diesen geilen Teilen zum Super-Sonderpreis von lediglich 8000 €  pro Stück. Und wenn Ihr Esel leider kein Gold kackt oder Sie sich nicht mal einen Esel leisten können, dann kriechen Sie doch mit dem dreckigen Pöbel auf dem Boden rum, Sie Arsch! Und nun, weiterhin viel Vergnügen mit der Filmrezension…

Paul Blart (Kevin James) ist ein übergewichtiger Vater einer pubertierenden Tochter, der von seiner Frau verlassen wurde. Zudem arbeitet er in einem Einkaufszentrum in New Jersey als Sicherheitsmann, verzeihung, Sicherheitsbeamter (Insider…). Er ist tollpatschig, schüchtern und eigentlich ein Trottel. Weil er die Aufnahmeprüfung zur Polizei nicht schafft, nimmt er seinen Job selber ziemlich ernst. Eines Tages überfällt eine Bande von Skateboardern und Akrobaten die Mall und will an die Kreditkartennummern von den Leuten, oder so. Inklusive Geiselnahme und Paul Blart als Einzelkämpfer gegen alle.

Frage #1: Wer um alles in der Welt überfällt ein beschissenes Einkaufszentrum? Auch wenn dann am Ende gesagt wird, dass da 30 Millionen Dollar zu holen sind, ist der gesamte Plan ziemlich bescheuert. Nicht minder beknackt sind auch die Gangster, die zwar mit Waffen rumlaufen, aber weder sonderlich bedrohlich noch intelligent wirken.

Frage #2: Warum muss Paul Blart nur so ein dummes Arschloch sein? Im Grunde ist er ein tollpatschiger Stalker, der genausogut auch Fahrkarten kontrollieren könnte.  Ganze 35 Minuten (von insgesamt 90 Minuten Laufzeit) nimmt sich der Film Zeit, uns diesen Vollidioten vorzustellen, bevor die Action losgeht. Und irgendwie soll das Mitgefühl erzeugen, mit dem eigentlich doch ganz netten Typen, der schon so viel Pech hatte. Ehrlicherweise war da nicht mehr drin als Fremdschämen. Er ist weder in seinem Job gut nocht verhält er sich sonderlich nett. Kevin James war als Doug Heffernan in King of Queens unheimlich sympathisch. Dort war er auch nur Paketlieferant, aber er nahm seinen Job nicht so furchtbar ernst. Hier haben wir aber Paul Blart, der einem Opa im Elektroroller einen Strafzettel geben will, weil der zu schnell im Kaufhaus rumgefahren ist.

Das meiste, was der Film an Komik zu bieten hat, sind Szenen, in denen Paul gegen Türen rennt und dabei wegkugelt. Voll der Slapstick. Und weil das einmal einfach noch nicht lustig genug ist, widerfährt ihm dieser Schwachsinn fünf bis sechs mal. Aus irgendeinem mir nicht erfindlichen Grund wird auch noch ein indischer Hacker-Kerl eingebaut, der ihm später im Film ein wenig hilft. Haha, ein Inder mit indischem Akzenten. Voll lustig. Am Ende gibt es noch total den krassen Twist, der einem aber ziemlich egal ist. Weil einfach alles total bemüht und auch nicht wirklich unterhaltsam ist. Und dann gibt es da noch diese lächerlichen Musikeinspieler. Die könnten auch völlig okay sein. Aber in der finalen Szene z. Bsp. werden gleich zwei Songs hintereinander unter das Geschehen gelegt, was dem Film einen völlig diletantischen Touch gibt. Vermutlich kann das einem auch egal sein, aber Paul Blart sowie der Rest aller Figuren war mir zu dem Zeitpunkt einfach schon so unglaublich auf den Sack gegangen.

Wenig verwunderlich ist, dass Adam Sandler den Dreck mitprodzuziert hat. Von Regisseur Steve Carr stammen außerdem solche Klassiker wie ‚Sind wir endlich fertig?‘, ‚Der Kindergarten Daddy‘ (eine von Eddie Murphys miesesten Rollen) und ‚Dr. Dolittle 2‘. Für Kinder könnte Der Kaufhaus Cop vielleicht und unter Umständen noch was taugen, der Rest macht bitte einen großen Bogen drum. Mit Hot Fuzz und Shaun of the Dead gibt es viel bessere Komödien (mit Nick Frost als lustigem dicken Typen) da draußen und über allen thront sowieso immer noch Leslie Nielsen in ‚Die Nackte Kanone‘. Obwohl ich Kevin James mag, ist eigentlich alles von ihm nach King of Queens nicht mehr gut. Schade. Na wenigstens konnte er ein paar Runden auf seinem Segway drehen. Fazit: Stirb langsam, Paul Blart. Langsam und qualvoll.

Regie: Steve Carr (Sind wir schon da?, Dr. Dolittle 2, Der Kindergarten Daddy)

Schauspieler: Kevin James, Jayma Mays

Bewertung: 

Ghosts of Mars (2001)

Die Menschheit auf dem Mars. Immer eine gute Idee. Oder etwa nicht? Mir persönlich fallen zwei gute Filme ein, undzwar Total Recall und Watchmen. Tja, und dann gibt es die nicht ganz so guten Vertreter. Da wären Der Onkel vom Mars, Mission to Mars, Red Planet, Mars Attacks, Doom und der zuletzt im Kino gescheiterte John Carter, der sich gerade zum größten Filmflop der letzten Jahre mausert. Steht damit John Carpenter’s Ghosts of Mars unter einem schlechten Stern? Oder können etwa der Transporter und XXX II. („Tripple X, der Zweite“) das Marsgenre retten und dem Roten Planeten einen Platz in unseren Herzen sichern? Außerdem genießt Regie-Legende John Carpenter doch Kultstatus unter so manchen Filmfreunden!

Wir schreiben das Jahr 2176. Der Mars ist kolonisiert und verstreut leben Menschen darauf. Lieutenant Melanie Ballard (Natasha Henstridge) soll mit ein paar anderen (u. a. Jason Statham) den Schwerverbrecher Desolation Williams (Ice Cube) in seiner Zelle abholen, um ihn vor ein Gericht zu schaffen, weil er (*hust, hust* angeblich *hust*) mehrere Morde verübt hat. Jedoch stimmt etwas nicht mit der sonst so lebhaften Minenstadt, denn die Bewohner neigen merkwürdigerweise dazu, tot und mit abgetrennten Köpfen von der Decke zu baumeln. Außerdem rennen große Teile der Ex-Bevölkerung als sich selbst verstümmelnde Vollhonks rum und wollen unserer bunten Reisetruppe ans Leder. So kämpft man sich dann irgendwie dann zum Zug durch, um das Städtelein zu verlassen während die Hauptprotagonistin auch noch auf Drogen ist und so richtig Sinn ergibt das alles dann auch schon lange nicht mehr.

SPOILER: Bei Minenarbeiten wurden die Geister einer einstigen Zivilisation freigeschaufelt, die von den Menschen Besitz ergreifen und diese zu mordenden Zombies machen. Bei Tod entsteigt der Geist und sucht sich weitere Opfer. Zudem wird die Handlung quasi im Rückblick durch unsere Heldin erzählt, wobei es am Ende eine Art Cliffhanger gibt, welcher den Film den Mount Everest der Lächerlichkeit erklimmen lässt.

Die Darsteller sind alle richtig mies. Die Handlung ist unglaublich blöd. Die Action ist lächerlich und ziemlich schwach. Die lustigen Stellen sind überhaupt nicht lustig. Einfach alles wirkt total billig. Es gibt wirklich nichts Gutes an diesem Film. Reihenweise sterben Leute, ohne dass auch nur irgendeiner der Protagonisten sich darum schert. Dadurch verkommt das alles zu einem merkwürdigen Klamauk in einem surrealen Setting mit Sci-Fi-Elementen, der einen irgendwie an Resident Evil erinnert, nur in (noch) schlechter. Und wer nennt seinen pseudo-coolen Helden bitteschön Desolation Williams? Nicht nur, dass Ice Cubes grimmiges Gesicht und sein Schauspieltalent die Kirsche auf dem Misthaufen darstellen, nein, sein Rollenname soll noch der Wink mit dem Zaunpfahl auf einen unglaublich tiefgründigen Charakter sein. Man stelle sich vor, der Hulk hieße „Aggressionsbewältigungs-Peter“.

Das Einprägsamste an Ghosts of Mars ist für mich die Hose von Ice Cube. Diese sieht aus, als ob er sie direkt dem Prinzen von Bel-Air aus den 90ern geklaut hätte. Nur dass Will Smith in seiner Rolle damals viel besser war als es Ice Cube je sein könnte. Und so bleibt der Mars filmtechnisch ein schwieriges Pflaster. Wie wärs mal stattdessen mit einem Abstecher zum Mond (Moon, Apollo 13, Iron Sky)? Vergesst den Mars, der ist doof.

Regie: John Carpenter

Schauspieler: Natasha Henstridge, Ice Cube, Jason Statham

Bewertung: 

 

100 Million BC (2008)

Was macht eigentlich dieser blonde Bengel aus ‚Die blaue Lagune‘? Das Mädel aus diesem Insel-Romantik-Gedöns von 1980, Brooke Shields, kann immerhin auf eine relativ erfolgreiche Karriere in der amerikansichen TV-Landschaft zurückblicken (Lipstick Jungle, Hannah Montana, Nip/Tuck, Two and a Half Men, Die Wilden 70er, Susan). Doch wo hat man den blonden Schönling noch gesehen? Natürlich, in 100 Million BC! Nur ist Mister Blondi dort 28 Jahre älter und die Ansprüche ein kleines wenig niedriger.

Dr. Frank Reno (Michael Gross) hat eine Gruppe Soldaten in den 40ern zurück in die Vergangenheit geschickt. Nämlich 100 Millionen Jahre vor unsere Zeitrechnung. Dummerweise war sein Bruder Erik (Christopher Atkins) dabei und noch dümmererweise klappt das mit dem In-die-Gegenwart-zurückholen nicht mehr und so vergehen halt mal knapp 60 Jahre, bis man nun einen Trupp überkrasser Elite-Soldaten in die Vergangenheit schicken kann, um die Leute zu retten und alles wieder ins Lot zu bringen. Irgendwas geht dann noch schief und am Ende landet ein großer Fleischfresser aus der Urzeit im Los Angeles der Gegenwart und treibt dort seinen Schabernack.

100 Million BC ist ein wahrhaftiger Trash-Film. Das beginnt schon mit der Handlung, die weder vorne noch hinten so richtig Sinn ergibt. Am Ende wird ein Panzer aus dem zweiten Weltkrieg durch die Zeit geschickt, und keiner weiß so richtig warum. Die Armee der USA bzw. die Polizei von Los Angeles sind nicht vorhanden und ein umherstapfender Dino interessiert so ziemlich keinen. Um quasi den Verkehr darzustellen, wird ein Hummer-Truck  immer und immer und immer wieder verwendent. Ganz davon zu schweigen, dass das exakt gleiche Vehikel bereits von den Protagonisten gefahren wurde. Am Ende entwickelt sich der Film zu einem Werbevideo für das Joggen. Das ist einerseits löblich, weil gesund, andererseits jedoch unglaublich lächerlich. Weil nämlich vor 100 Millionen Jahren der Sauerstoffgehalt in der Luft viel niedriger war, sind die Leute, die in dieser Zeit lange gelebt haben, heute unglaublich athletisch und mindestens so schnell wie ein 20 Meter hoher Saurier. Wo die Handlung schon weit entfernt von sinnvoll ist, trumpfen die Special Effects zu einer unglaublichen Kakophonie des Grauens auf. Ein Soldat steht im Wald alleine und wir sehen, wie innerhalb von 0,5 Sekunden ein ziemlich schlecht gezeichneter Velociraptor ihn von hinten sachte in den Nacken beißt, um ihn mit Lichtgeschwindigkeit auf einen Waldspaziergang mitzunehmen. *Plupp*. Und so ziemlich jedes Urtier sieht aus wie von Kindergartenkindern mit Fingerfarben gezeichnet, animiert und produziert. Selbst zu Zeiten der Blauen Lagune wäre das schon komplett bescheuert gewesen.

Die letzten Szenen spielen dann noch ein wenig mit Zeitreisen und machen es auch nicht mehr besser. Obwohl mir der eine Twist zum Schluss für so ein nocht-nicht-mal-B-Movie geradezu genial erschien, verbleibt 100 Million BC auf seinem ununtertroffenem beschissenen Niveau. Dialoge und Schauspieler sind mies und alleine der Trailer lädt schon zum Schmunzeln ein. Wer schon alles gesehen hat, 85 Minuten Zeit hat und mal wieder „richtige“ Filme wieder genießen möchte, könnte mit Hilfe dieses Bodensatzes der Filmindustrie unterhalten werden. 100 Million BC ist nämlich schlechter als alles, was nachts über den Äther der privaten Sender flimmert und es lässt alle Filme von Nicoals Cage der letzten 5 Jahre wie kongeniale Meisterwerke wirken. Danke.

Regie: Griff Furst (Movin‘ In, Universal Soldiers (nichts mit Jean Claude Van Damme zu tun), 30 Days to Die)

Schauspieler: Michael Gross, Christopher Atkins

Bewertung: 

[amazon-product image=“http://ws.assoc-amazon.de/widgets/q?_encoding=UTF8&Format=_SL110_&ASIN=B004BUGDM4&MarketPlace=DE&ID=AsinImage&WS=1&tag=quirellde-21&ServiceVersion=20070822″ type=“image“]B004BUGDM4[/amazon-product]

 

Kampf der Titanen (2010)

Der ärmliche griechische Fischer Spyros (Pete Postlethwaite, RIP) zieht einen Sarg aus dem Meer. Darin eine tote Mutter mit ihrem noch lebenden Säugling namens Perseus (Sam Worthington, er spielt aber nicht das Baby!). Dieser ist zufällig der Sohn des Zeus (Liam Neeson). Jahre später fangen die Menschen im antiken Lande an, alle Göttersymbole zu schänden und zu beschädigen, weil sie, nun ja, voll überheblich geworden sind. Als Perseus samt Familie gerade neben einer frisch abgerissenen Zeus-Statue entlangsegelt, killt Hades (Ralph Fiennes) die Schänder und nebenbei auch Perseus‘ gesamte Sippe. Dieser wird aus dem Meer gefischt und aus irgendeinem Grund vor den König und die Königin geführt, die gerade voll auf die Gotteslästereien abfeiern. Da kommt jedoch Hades und tötet die meisten Soldaten und stellt das Ultimatum, in 10 Tagen mit dem Riesenkraken die Stadt Argos zu vernichten, wenn nicht des Königs Tochter Andromeda zum Opfer angeboten wird. Ich fasse zusammen: Entweder opfern wir eine einzelne Person oder aber wir schicken ein dutzend Männer und die halbe Stadt in den Tod. Natürlich lässt sich der notgeile Perseus nicht lumpen und bricht mit einem dutzend Männer (darunter Draco gespielt von Mads Mikkelsen) auf in den Tod. Weil es natürlich noch eine Hintertür gibt, um den Kraken zu vernichten. Deswegen soll man erst zu den Schicksals-Hexen und die geben dann einen Tipp, was zu machen ist. Zeitgleich kocht Hades sein eigenes kleines Süppchen, um Zeus zu stürzen und die Titanen freizulassen, die Trotz des Filmtitels nicht im Film in Erscheinung treten. Also quasi ein Alienfilm ohne Aliens oder ein Porno ohne schlechte Dialoge oder eine Filmrezension ohne miese Vergleiche und flache Witze. Irgendwie taucht dann noch so ein ehemaliger König und nun Monster-Riese auf, der ja eigentlich der Stief-Vater von Perseus ist, welcher aber aufgrund der sexuellen Intimität seiner Frau mit Zeus die Mutter samt Kind damals in einem Sarg im Meer versenkt hatte und dabei leider selbst als Blitzableiter gedient hatte. Die komplexen Familienstrukturen bieten also viel Spielraum, um eine tiefgründige Story mit der vollen Bandbreits an Emotionen abzuliefern.

Kampf der Titanen strotzt nur so vor Unlogik. Das liegt vor allem daran, dass es eigentlich keinen einzigen tiefgründigen oder sinnvollen Charakter gibt. Perseus ist ein Junge mit Vaterkomplexen und mit wenig Verstand, und zum ersten mal merkt man, dass Sam Worthington auch kein wirklich guter Schauspieler ist. Zumindest meiner Meinung nach. Natürlich liegt es auch am Skript, welches ihm ungefähr zwei Sekunden Zeit gibt, um über den Verlust seiner Familie hinwegzukommen. So richtig RACHE-BIS-AUFS-BLUT kauft man ihm so nicht ab. Viel mehr als angestrengt flüstern und hier und da sein Schwert schwingen tut er auch nicht. Warum die Halbgöttin Io (Gemma Arterton) ihm hinterherlatscht habe ich nicht verstanden und es war mir auch egal. Dass Mads Mikkelsens Rolle irgendwo zwischen Arschloch und Arschloch einzustufen ist, ist schade, denn gerade da hätte man sich doch einfach mal ein wenig zeit nehmen können.

Die Effekte sind eine wahre Frechheit. Im Jahre 2010 ist es doch wohl möglich, dass eine Medusa und diverse Riesenskorpione nicht aussehen, als ob sie die direkten Nachfahren des noch ein wenig schlechter, aber nicht viel schlechter,  animierten Skorpionkönigs aus ‚Die Mumie kehrt zurück‘ von 2001 sind. So wirken die Kämpfe gegen die Ungetüme irgendwie komisch, was die Schnitte nicht viel besser machen. So wirkt das alles vollkommen lieblos zusammengeschustert. Noch weniger Liebe wird den einzelnen Protagonisten zuteil, die kurz auftauchen, um schnell wieder zu sterben. Unseren Helden schert das eh nicht, weil er noch eine offene Rechnung mit Hades hat und keine Zeit, seine Freunde zu betrauern. Pegasus ist schwarz, ein Schiff versinkt innerhalb von Sekunden (so hätte auf der Titanic niemand überlebt) und die Auflösung des Finals ist vollkommen merkwürdig und schnell. Aber null Problemo, so haben wir wenigstens genügend Stoff für Sequels. Hurra!

So etwas entzieht sich jedem Verständnis. Man hat einen Liam Neeson, einen Ralph Fiennes und einen Mads Mikkelsen. Alles gute Schauspieler, die starke Rollen ausfüllen können. Warum da nicht ein wenig mehr Verstand in eine sinnvolle Handlung investieren? Schon hätte man einen ähnlichen Film à la Herr der Ringe oder Fluch der Karibik, der garantiert erfolgreich wäre, und zudem noch intelligent und gut! Dafür hätte man sich 10 bis 15 Minuten am Anfang nehmen müssen und die Charaktere mal ein wenig interagieren lassen können, bevor „the shit hits the fan“. Doch scheinbar besitzt das keine Relevanz in Hollywood, hauptsache man haut pünktlich zum Sommer einen Blockbuster raus, die Leute fressen das schon. Die Action-Sequenzen sind dann auch schlecht und so hat man einen ziemlich blöden Film ohne Charakter. Oder Titanen….

Regie: Louis Leterrier (Transporter I + II, Unleashed, Der unglaubliche Hulk)

Schauspieler: Sam Worthington, Liam Neeson, Ralph Fiennes, Gemma Arterton, Mads Mikkelsen

Bewertung: 

[amazon-product image=“http://ws.assoc-amazon.de/widgets/q?_encoding=UTF8&Format=_SL160_&ASIN=B003IHVKHE&MarketPlace=DE&ID=AsinImage&WS=1&tag=quirellde-21&ServiceVersion=20070822″ type=“image“]B003IHVKHE[/amazon-product]