Okt 152014
 

Es gibt Filme, bei denen ist eigentlich von vornherein klar, was passieren wird. Und dann gibt es ja auch noch Schauspieler, bei denen von vornherein klar sein sollte, auf was für Rollen sie gebucht werden. Und wer hinter ‘Lock Up’ mit Sylvester Stallone in der Hauptrolle ein gesellschaftskritisches Stück mit facettenreicher Handlung vermutet, hat vermutlich noch nie Rambo gesehen. Oder Over the Top. Oder Rocky. Oder Cliffhanger. Oder The Expendables. Oder jeglichen anderen Film mit Sly in der Hauptrolle. Außer Copland, der war wirklich gut. Aber wir sind hier schließlich bei Lock Up, und dahinter verbirgt sich, wer hätte das gedacht, ein Knast-Action-Streifen. Mit Dramaelementen! Frank Leone (Sylvester Stallone) ist ein eigentlich herzensguter Mensch. Wer hätte das gedacht? Zwar kommt

Lock Up - Überleben ist alles (1989)
Aug 052014
 

Wut. Haß. Überschäumende, alles zersetzende Rage. Zorn. Empörung. Alles Begriffe, mit denen ich nicht die kämpfenden Griechen in diesem Film beschreiben würde, sondern meinen eigenen Gemütszustand nach dieser Fortsetzung. Selten, wirklich selten könnte ich mich so aufregen. Natürlich bin ich da auch selbst schuld. Wer nicht gestochen werden will, sollte wohl auch nicht in ein Wespennest fassen. Doch trotzdem. Es war wieder mal meine Naivität. Der erste Film nämlich, 300, nach einem Comic von Frank Miller und umgesetzt von Zack Snyder, war wirklich cool. Stylisch, brachial und einfach. Natürlich ohne Tiefgang, aber allein die Art der Umsetzung war so konsequent und spaßig, dass man keine Sekunde über den Inhalt grübeln musste. Es war einfach alles stimmig. Und nun das hier… Xerxes

300: Rise of an Empire (2014)
Mai 162014
 

Falls man jemals in der Situation steckt, auf die Frage antworten zu müssen, für wie viele Oscars der erste Star Trek-Film von 1979 nominiert wurde, dann sei an dieser Stelle für Aufklärung gesorgt: 3! Bestes Set, beste Effekte und beste Musik. Gewonnen hat das 132-minütige Filmchen dann nichts, aber immerhin gibt es nicht viele andere Franchises, die so einen Einschlag auf die heutige Popkultur genommen haben. Captain Kirk (William Shatner), eigentlich Admiral und inzwischen Sesselfurzer, übernimmt wieder das Kommando über die Enterprise, was dem nun Ex-Captain Decker (Stephen Collins) gehörig gegen den Strich geht. Schließlich ist der alte Sack nicht mit den Modernisierungen vertraut. Mit an Bord sind die altbekannten Scotty (James Doohan), Sulu (George Takei), Uhura (Nichelle Nichols) und

Star Trek: Der Film (1979)
Dez 072013
 

Es gibt Filme, Serien und Bücher, die einen so mitnehmen, dass man erst einmal dasitzt und nicht so recht weiß, ob schon mit dem normalen Leben fortgefahren werden kann. Man ist geschockt, erschüttert und hat noch nicht den Elan, wieder in das Tempo des Alltags zurückzukehren. Wie kann sich die Welt trotz des Gesehenen weiter in ihren gewohnten Bahnen bewegen? Skandal! Bei Game of Thrones ging es mir nach einer speziellen Folge so. Und mit The Act of Killing hat es sogar eine Dokumentation geschafft, mich so aufzurütteln, dass ich über das Gesehene erst einmal gründlich nachdenken musste. Auch weil des Erlebte in dieser Form einzigartig ist. Und verstörend. Nach einem gescheiterten Putschversuch in Indonesien 1965 begann die Verfolgung, Verschleppung

The Act of Killing (2012)
Nov 292013
 

Tom Hanks hat bereits zwei Oscars für den besten Hauptdarsteller in der Tasche (Philadelphia und Forrest Gump) und weitere drei Nominierungen vorzuweisen (Big, Der Soldat James Ryan und Cast Away). Und als Captain Phillips darf er sich zumindest schon mal vorsichtig einen weiteren Platz für einen Goldjungen suchen, denn was er hier besonders zum Ende hin spielt, ist ganz großes Kino. Richard Phillips ist Kapitän der MV Maersk, einem amerikanischen Containerschiff. Dieses wird vor der Küste von Somalia von einer kleinen Gruppe Piraten gekapert. Das ist dann tatsächlich auch schon die gesamte Handlung. Mehr braucht man nicht zu wissen. Als Geisel muss der Kapitän dann qualvolle Stunden und Tage in der Gewalt der ausgehungerten Banditen verbringen.  Die erste Hälfte ist

Captain Phillips (2013)
Nov 272013
 

Nach dem großartigen Shaun of the Dead 2004 und dem nicht weniger amüsanten Hot Fuzz 2007 kommen Edgar Wright (Regie und Drehbuch) und Simon Pegg (Drehbuch und Hauptrolle) 2013 erneut zusammen, um das Finale der Trilogie über Blut und Cornetto-Eis zu machen. Mit dabei sind viele bekannte Gesichter und natürlich die gewohnte Reihe an popkulturellen Anspielungen, aber auch, man halte sich fest, eine große Schippe Ernsthaftigkeit. Gery King (Simon Pegg) hat im Gegensatz zu seinen vier Freunden aus der Jugend (Nick Frost, Martin Freeman, Eddie Marsan, Paddy Considine) nicht viel im Leben erreicht. Trotzdem trommelt er die alte Truppe zusammen, um einen erneuten Versuch zu wagen, die Goldene Meile zu vollenden. Diese ist ein Sauftrip durch Newton Haven, bestehend aus

The World's End (2013)
Nov 182013
 

Nicolas Winding Refns ‘Drive’ wurde 2011 von Publikum und Kritikern gefeiert. Und sogar für einen Oscar nominiert (Sound Editing). Entsprechend hoch waren die Erwartungen an den Nachfolgefilm. Dabei sind die Meinungen zu Only God Forgives unglaublich zwiegespalten. Die negativen Kritiken sind eher in der Überzahl, aber es finden sich auch positive. Vorneweg: Mir hat Only God Forgives gefallen. Nichtsdestotrotz ist dieser Film alles andere als zugänglich. Julian (Ryan Gosling) betreibt eine Kampfsportschule in Bangkok. Zumindest hat es den Anschein, denn eigentlich verdingen sich er und sein Bruder Billy (Tom Burke) mit Drogengeschäften ihren Lebensunterhalt. Als Billy eines Nachts eine Prostituierte vergewaltigt und ermordet, um daraufhin von deren Vater zu Tode geprügelt zu werden, beginnt die Suche nach dem Verantwortlichen. Dieser

Only God Forgives (2013)