Alien vs. Predator (2004)

Ich hasse Paul W.S. Anderson. Seine kreative Leistung als Regisseur geht stark gegen null. ‚Mortal Kombat‘ als Kampfspielverfilmung war akzeptabel, aber hey, es ist ein gottverdammtes Prügelgame. Als Film. Was für eine Herausforderung! ‚Event Horizon‚ fand ich furchtbar. Ganz zu schweigen von allen den bescheuerten ‚Resident Evil‘-Verfilmungen (I, II, III, IV, V), die alle nichts mit den Spielen zu tun haben und zunehmend ins Debile abgleiten und sich dabei schamlos an anderen Computerspielen und Filmen bedienen. Der Kerl gibt sich einfach keine Mühe, gescheite Handlungen, Dialoge oder sonstwas Erinnernswertes in seinen Streifen einzubauen. Und weil es nicht reicht, ein einzelnes Franchise zu verwursten, werden kurzerhand Aliens mit den Predatoren vereint. Und voilà, seelenlose Filmkost nach Anderson-Art. Welch ein Hochgenuss. Basierend auf einer einzelnen Szene aus ‚Predator 2‚.

In der Antarktis findet man irgendeine bescheuerte Pyramide tief unter der Erde. Eine Gruppe von bescheuerten Wissenschaftlern und noch bescheuerteren Söldnern geht im Auftrag vom bescheuerten Charles Weyland (Lance Henriksen) auf Safari-Tour. 1, 2, 3, Predators kommt herbei. Mit einer an den Haaren herbeigezogenen Geschichte werden die Aliens aus ‚Alien‘ auch noch reingestümpert und so weiter. Dann wird unter Tage gekämpft, gelacht und geliebt. Am Ende gibt es ganz viele unglaubwürde Kampfszenen und NATÜRLICH EIN ENDE, DAS EIN SEQUEL HERAUFBESCHWÖRT! Verflucht seist du, Paul W.S. Anderson!

Andersons Filmprinzipien #1: Wenn das Ende deines Films keinen Cliffhanger hat, dann ist es ein schlechtes Ende. Denn nur ein Cliffhanger zwingt die ganzen blöden Teenager, in den nächsten Teil deiner Filmchen! (siehe alle, JA ALLE!, Resident Evil-Filme)

Weswegen guckt man diesen Schwachsinn überhaupt? Ach ja, wegen der Kämpfe zwischen Aliens und Predatoren. Leider nimmt sich der 101-minütige Film 57 stolze Minuten, bis zum allerersten Mal die Außerirdischen aufeinandertreffen. Nebenbei wird noch eine Alienmutter befreit, dutzende Leute in dieser öden „einer-nach-dem-anderen“-Manier umgebracht und tatsächlich Freundschaft zwischen Mensch und Predator geschlossen.

Die Kämpfe sind allesamt fürchterlich geschnitten und die Predators sind eigentlich behäbig, doch wenn es sein muss, bewegen sie sich wie eine Katze. Warum sie dabei nicht schon gleich zu Beginn ihre krassen Laser-Waffen einsetzen, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben. Ohnehin stelle ich die Intelligenz der Außerirdischen in Frage, zumal die ganze Aktion arg aufwendig wirkt. Aber hey, das fällt kaum auf, weil so ziemlich jeder Mensch in diesem Film trotz Doktortiteln den Tod mehr als verdient hat. Einfach wegen Dummheit.

Andersons Filmprinzipien #2: Spicke deinen Film mit vielen One-Linern! Das mögen die Kids. Siehe Transformers.

Und als ob es noch nicht reicht, labert die Haupttrulla (Sanaa Lathan) am Ende in einem Kampf gegen das haushohe Mutteralien tatsächlich noch cool daher. Als ob ihr während des Films plötzlich Arnis Eier aus ‚Predator‘ gewachsen wären. Habe ich schon den klischeehaften Archäologen-Italiener erwähnt, der aus ein paar Skizzen und Runen sofort die ganze Story erkennt? Oder den Wandertags-Anführer Weyland selbst, der versucht, einen Predator mit Feuerzeug und Deodorant zu töten. Der alte Sack soll dabei ein Easter-Egg für die Alien-Filme sein, denn dort gehts es um die Weyland Corporation. Coole Aktion, Paul W.S. Anderson! Richtig clever.

Andersons Filmprinzipien #3: Es ist völlig egal, ob man die alten Ideen und Konzepte mit Respekt behandelt. Die Kiddies wollen alle nur coole nerdige Anspielungen. Die Leute, die die originalen ‚Alien‘- und ‚Predator‘-Filme gesehen haben, sind sowieso schon allesamt tot.

Ansonsten gibt es nicht mehr viel Sehenswertes. Das ist ein Film, der für die spezielle Gruppe von Teenagern gemacht wurde, die einmal die Woche mit ihren Freunden ins Kino gehen und dabei auch jeden Scheiß mitnehmen. Genauso finanziert sich auch Resident Evil. Also Finger weg davon, gerade als Fan der originalen Alien-Filme. Denn wie so oft liefert Paule seelenlosen wie auch einfallslosen Dünnpfiff ab, den die Welt nicht braucht. Und am allerwenigsten das Alien- oder das Predator-Franchise. Lustigerweise tanzt das Sequel (JA, ES GIBT TATSÄCHLICH EIN SEQUEL!) Limbo unter dem Anspruch des ersten Teils. Im Vergleich dazu ist ‚Alien vs. Predator‘ geradezu Arthouse-Kino mit krasser Message.

Ihr wollt Monster, die gegeneinander kämpfen? Guckt euch die alten Godzilla-Filme an. Es gibt dutzende! Ob gegen Battra, Destoroyah, King Kong und Ghidorah, Mothra, Rodan oder Spacegodzilla. Und alles bessere Filme als der hier. Ich verziehe mich derweil in mein stilles Kämmerlein, bis ‚Resident Evil 6‘ kommt und ich wieder über Paul W.S. Anderson und seine sogenannten ‚Filme‘ herziehen kann. Cheers.

Regie: Paul W.S. Anderson

Schauspieler: Sanaa Lathan, Raoul Bova, Lance Henriksen, Ewen Bremner, Colin Salmon

Bewertung: 

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