Man of Steel (2013)

Zwei Männer sitzen an der Bar hoch oben im Empire State Building. Da sagt der eine zum anderen: „Hey, wenn du hier vom Dach springst, dann weht dich der Wind genau in die Bar wieder hinein!“ Verwundert und ungläubig widerspricht ihm der andere, denn das sei einfach nur unmöglich. Zur Demonstration steigt der Mann, um seine Behauptung zu unterlegen, aufs Dach und springt. Und siehe da, der Wind weht ihn zum Fenster hinein und er steht ohne ein gekrümmtes Haar vor seinem erstaunten Kollegen. Begeistert rennt nun dieser aufs Dach, springt hinunter und am Fenster vorbei in seinen Tod. Daraufhin wendet sich der Barkeeper an den noch Lebenden: „Alter, Superman, du bist echt ein ganz schönes Arschloch wenn du getrunken hast.“

Man of Steel

Warum erzähle ich das? Weil selbst der Superman in diesem Geschichtchen mehr Charisma und Tiefe besitzt als der von Henry Cavill verkörperte Mann aus Stahl. Denn trotz Rückblenden, Mobbing und Identifikationsproblemen bleibt Clark Kent nicht sehr viel mehr als ein Pappaufsteller. Zugegeben, ein wirklich muskulöser und vor allem für Frauen nett anzuschauender. Trotzdem besitzt Superman keine prägnanten charakterlichen Eigenschaften. Selbst wenn im Verlauf vermutlich tausende von Menschen ihren Tod finden, bleibt er ungerührt. Hauptsache seine Freundin Lois Lane (Amy Adams) ist in Sicherheit. Diese Liebesbeziehung ist übrigens genauso aufgesetzt und oberflächlich. Da ist es dann nicht verwunderlich, dass Lois selbst nicht sehr sympathisch ist. Der Rest der Protagonisten bietet auch keine Berührungspunkte. Kevin Costner und Russell Crowe als Väter von Clark / Kal-El labern allerhand weises Zeug zusammen, dass durch ein wenig Nachdenken schnell arg dümmlich wirkt. Als Beispiel sei hier die Tatsache genannt, dass der junge Clark einen Schulbus samt mobbender Mitschüler rettet, um sich dann Jahre später dagegen zu entscheiden, seinen Vater vor dem sicheren Tod zu bewahren. Und warum? Weil die Menschheit „noch nicht reif für ein Alien ist“. Wirklich menschlich wirkt das aber nicht. Und das ist der Knackpunkt an Man of Steel: die Identifikation. Es gibt sie einfach nicht.

Ob man mit Superman als Figur an sich zurechtkommt, sei dahingestellt. Ja, er ist übermächtig und ziemlich stark. Aber das sind hier auch seine Gegner. Blöd ist nur, wenn in den gesamten 143 Minuten Laufzeit nicht ein gescheiter Dialog stattfindet. Clark wird als bärtiger Fischkutter-Arbeiter gezeigt, aber warum sollte ihn das menschlich machen? Er hat nichts zu sagen. Clark arbeitet in einem Redneck-Schuppen als Kellner und kann sich nicht wenigstens verbal gegen einen dämlichen Gast zur Wehr setzen. Ständig wird gezeigt, wie er einsteckt. Gerade wenn man an Iron Man, Batman, Thor oder sogar den grenzdebilen Hulk denkt. Sie alle sind Figuren, die auf irgendeine Weise menschlich sind. Sei es ein Tony Stark, der der coolste Playboy-Milliardär aller Zeiten ist  und einen entsprechenden Wortwitz hat oder Batman, der als gebrochener Waisenjunge die Stadt beschützt. Und eigentlich auch ein Playboy-Millionär ist. Selbst der Hulk hat einen im Avengers-Film stellenweise zum Lachen und Fürchten gebracht. Demgegenüber steht nun Superman, der außer seinem Aussehen keine Eindruck hinterlassende Eigenschaft vorzuweisen hat.

Dann ist da noch der Antagonist in Gestalt von General Zod, der von Michael Shannon verkörpert wird. Ich mag den Mann, besonders für Take Shelter. Aber ein Joker aus Dark Knight ist er hier eben nicht. Das sind die wenigsten und die Rolle bietet leider auch nicht so viel. Dafür sind seine Pläne reichlich merkwürdig. So versuchte Zod noch kurz vor Kryptons Vernichtung, die Kontrolle über den Planeten an sich zu reißen. Warum? Keine Ahnung, denn explodiert sind dann doch alle kurz darauf. Das rettete Zod und seiner Crew lustigerweise das Leben und lässt einen an der Intelligenz von Supermans Vorfahren und deren Rechtssystem erheblich zweifeln. Man kann sich aber auch zu leicht in der konstruierten Welt verstricken. Für Comicfans ist Man of Steel eine (vermutlich) akkurate Umsetzung der Vorlage, mir war das Verhalten einer so zivilisierten Spezies nicht ganz einleuchtend. Was an Zod und co. viel eher stört, liegt gar nicht mal unbedingt an den Rollen, sondern an der Altersfreigabe. Denn an jeder Ecke merkt man, wie ein wenig Blut nicht geschadet hätte. Aber dann hätte der Film keine Altersfreigabe ab 12 (bzw. PG-13 in den USA) bekommen und man hätte nicht den Minderjährigen das Geld aus der Tasche ziehen können. Die bösen Buben vernichten einfach mal die halbe Innenstadt samt Wolkenkratzern, aber es gibt einfach keine Leichen. Ganz davon zu schweigen, dass die Überlebenden ziemlich sportlich mit der Vernichtung ihrer Heimat umgehen. Die Schurken verprügeln Soldaten, aber nirgends sieht man Leichen oder auch nur einen Tropfen Blut. Ein Schlag ins Gesicht, schon fliegen diese aus dem Bild und gehen sich einen Kaffee holen. So vermisst man einfach mal die Wucht und die Emotionen, die aus Man of Steel einen reiferen und erwachseneren Film gemacht hätten. Das klingt jetzt vermutlich wie der Aufschrei eines gewalttätigen Psychopathen, der nach Blut und Morden verlangt. Aber das Problem, dass mir der Film bereitet, ist, dass die gezeigte Ladung an Kraft und Zerstörung kaum Einfluss auf den Normalsterblichen hat. Weil der einfach nicht vorkommt. Erinnert sei an die finale Szene aus Dark Knight, in der zwei Boote mit stinknormalen Insassen in die Luft fliegen könnten. Ganz zu schweigen davon, dass Superman selbst für einen Teil der Zerstörung von Metropolis verantwortlich ist.

Abgedreht (2008)

Es gibt diverse Filme, die Trends losgetreten haben. Stirb Langsam hatte großen Einfluss auf das Action-Genre und Blair Witch Project war seiner Zeit die Erfindung des Found Footage-Streifens.  Ach ja, und seit dem Herren der Ringe kommt jedes Buch, jeder Comic oder sonstwas mit einer Trilogie (Matrix, Bourne, Fluch der Karibik, Ocean, X-Men, Spider-Man) oder sogar mit mehr Teilen (Twilight, Harry Potter, usw.) um die Ecke. Und dann ist da Abgedreht. Zwar wurde hier nicht unbedingt etwas total Neues erfunden, aber manchmal reicht es ja auch, der Sache einen Namen zu geben. Und in diesem Falle ist es das ‚Sweding‘.Abgedreht

Mike (Mos Def) arbeitet in der Videothek von Mr. Fletcher (Danny Glover) in Passaic, New Jersey. Der vertreibt in seinem vom Abriss bedrohten Laden nur VHS-Kassetten. In Zeiten von DVD und großen Ketten ist das natürlich alles andere als förderlich und lukrativ. Als Mr. Fletcher für ein paar Tage verreist ist, kommt der magnetisierte Jerry (Jack Black) daher und löscht sämtliche Kassetten im Laden. Kurzerhand beschließen Mike und der Verursacher, die entsprechenden Filme einfach mit einer Kamera nachzudrehen. Ohne Budget oder Effekte entsteht so an einem Nachmittag ihre 20-minütige Version der Ghostbusters in der örtlichen Bibliothek. Was sich wie eine blöde Idee anhört, entpuppt sich als grandioses Geschäftsmodell, das dem Laden in kürzester Zeit zu großer Popularität und sogar zu beachtenswerten Einnahmen verhilft. Allerdings haben sie dabei die Rechnung ohne die Rechteinhaber gemacht.

Die ungewohnten Versionen altbekannter Filme werden als schwedische Variation verliehen, daher der Name ‚Sweding‘. Und um ganz ehrlich zu sein, diese kleinen Werke sind teilweise ziemlich großartig. Wenn Jack Black und Mos Def beispielsweise Rush Hour 2 auf einem Kinderspielplatz nachspielen und sich genauso wie Jackie Chan und Chris Tucker anbrüllen, dann passt das ganz gut. Und trifft auch irgendwie den Kern des Originals. So werden es immer mehr geschwedete Filme, die zwar mit einfachsten Mitteln, dafür aber sehr liebevoll gemacht sind. Leider ist das Gros der Figuren dafür reichlich dämlich. Mos Def ist nicht unsympathisch, doch so richtig charismatisch ist er widerum auch nicht. Und Jack Black ist einfach nur ein Idiot. Danny Glover hat zu wenig Screentime, um wirklich Akzente zu setzen bzw. ist das Beharren auf VHS einfach nicht nachvollziehbar. Die Frauen spielen auch keine besonders einprägsame Rolle. So plätschert Abgedreht eine ganze Weile vor sich hin. Klar, die Handlung ist halt eben nicht unbedingt besonders clever. Nichtsdestotrotz kriegt Michel Gondry am Ende doch noch die Kurve und macht hieraus ein durchaus bewegendes Drama.

Die finale Szene berührt nämlich dann doch und gibt der manchmal etwas plumpen Komödie ein tiefere Ebene. Es geht hier nämlich gar nicht mal primär um das Drehen lustiger kleiner Filmchen, sondern um das Bestehen einer kleinen Gemeinde in Zeiten von Internet und Globalisierung. Denn gerade einzelne Schicksale kommen in der Flut von Massenwaren und Anonymität abhanden. Das Ende macht tatsächlich viel aus und hinterlässt einen tollen Eindruck. Denn wo andere Komödien im Adam Sandler-Stil das fette Happy End herausholen, in dem die Bösen alle bestraft werden, schlägt Gondry leisere Töne an. Schließlich gibt es auch keinen wirklich greifbaren Antagonisten.

Zugegeben, Abgedreht kommt langsam in Fahrt und hat trotz der kurzen 102 Minuten Laufzeit die eine oder andere Länge. Auch Jack Black ist mir hier so gar nicht sympathisch. Dafür ist seine Rolle einfach zu ‚abgedreht‘ (haha, Wortwitz). Dies ist garantiert nicht der beste Film von Michel Gondry und man muss auch ein wenig in der richtigen Stimmung sein. Dafür gibt es am Schluss das wohlige Gefühl, eine kreative und liebevolle Komödie genossen zu haben, die frei von Klischees ist und sogar eine Message bietet. Schade, dass das keinen Trend losgetreten hat.

 

Regie: Michel Gondry (Vergiss mein nicht, The Green Hornet, Anleitung zum Träumen)

Schauspieler: Mos Def, Jack Black, Danny Glover

Bewertung: 

 

 

 

 

After Earth (2013)

Gefahr ist real. Angst ist eine Entscheidung. Das ist das Motto dieses illustren Ausflugs auf eine verlassene Erde, die voll ist mit allerhand bösen Tieren. Und weil es an Gefahren noch nicht genug ist, bringen unsere Helden sogar ihren eigenen Antagonisten mit. Dass besagte arme Kreatur nicht sehen oder hören kann, scheint aber niemanden stören. Wo steckt Greenpeace, wenn offensichtlich behinderte Tiere massakriert werden?After Earth

In der Zukunft hat die Menschheit die Erde schon lange verlassen, da diese unbewohnbar geworden ist. Warum genau wird nicht klar, denn die ganzen Tiere chillen dort immer noch. Vielleicht waren es die horrenden Immobilienpreise. Jedenfalls fand man mit Nova Prime einen neuen Heimatplaneten. Dieser stellte sich jedoch als bereits bewohnt heraus. Die bösen Aliens hatten außerdem keinen Bock auf Touristen bzw. eine verflucht rassistische Einwanderungspolitik und hetzten Ursas auf uns. Das sind blinde / taube / dämliche Monster-Ungetüme, die anhand von Angst-Pheromonen Menschen aufspüren und als Baumdekoration aufhängen. Zum Glück jedoch stellte sich ein Mann namens Cypher Raige (Will Smith) als so cool heraus, dass er keine Angst hatte und deswegen unsichtbar für die Ursas war. So gewann die Menschheit den Krieg und konnte sich an die Aufgabe machen, den nächsten Planeten zu vergewaltigen. Leider geht Kampfgeschick nicht mit den Fähigkeiten des Papaseins Hand in Hand und so führen Cypher und Sohnemann Kitai (Jaden Smith) eine typische Beziehung: Autoritäre Vaterfigur und sein Junge, der nicht an die Leistungen seines Stammhalters heranreicht und erwachsen werden muss. Alles schon bekannt. Cypher nimmt Kitai mit auf irgendeine Mission, ein Trainings-Ursa mit an Bord. Dann stürzen sie auf dämliche Art und Weise auf der Erde ab, der Prinz von Bel-Air bricht sich beide Beine und der Sohn muss irgendein Föhn-ähnliches Gerät aus 100km Entfernen besorgen. Leider sind Flora und Fauna alles andere als gut auf die Menschheit anzusprechen und die Reise stellt sich als selbstmörderischer Trip heraus. Bla bla bla. Wer nicht von Beginn an weiß, worauf es im Film hinausläuft, hat vermutlich noch nie von Mister Miyagi, Yoda oder Splinter gehört.

After Earth hat aber auch sehr viele hilfreiche Weisheiten parat, die man unbedingt wissen muss:

  • Selbst auf Raumschiffen im Weltall sollte man sich immer anschnallen.
  • Ein gottverdammter Strohhalm von einem Trinkpäckchen eignet sich hervorragend, um einen Shunt (zur Flüssigkeitsübertragung getrennter Blutgefäße) zu legen.
  • Die Schweizer Taschenmesser der Zukunft passen nicht mehr in die Hosentasche. Dafür hat man zugunsten von 37 verschiedenen Messerarten auf Dosenöffner, Nagelknipser und Pinzette verzichtet.
  • Der Handyempfang auf einem aktiven Vulkan ist fantastisch.
  • Paviane sind immer Arschlöcher. Nicht nur, weil sie so merkwürdige Arschlöcher besitzen.

After Earth ist öde, vorhersehbar und erschreckend uninspiriert. Es gibt keine sympathische Figur. Schlimmerweise gibt es trotz des Settings auch nichts Interessantes zu erzählen. Will Smith ist der beschissenste Vater seit ewigen Zeiten, Jaden Smith ist kein guter Schauspieler und nie, zu keinem Zeitpunkt, auch nur im Entferntesten sympathisch. Mit wem soll man da mitfiebern? So plätschert der Müll vor sich hin. Fürchterlich sind diverse Szenen, in denen After Earth unfreiwillig komisch rüberkommt. Der Film nimmt sich so ernst, dass scheinbar niemandem aufgefallen ist, dass das Erzählte furchtbar dämlich ist. Keine Ahnung, wer M. Night Shyamalan noch 130 Millionen Dollar in die Hand gibt. Aber hoffentlich war das hier das letzte Mal.

Finger weg von diesem Scheiß.

Regie: M. Night Shyamalan (The 6th Sense, Unbreakable, Signs)

Schauspieler: Will Smith, Jaden Smith, Zoe Kravitz

Bewertung: 

Die Legende von Aang (2010)

Die Legende von Aang

 

 

 

 

 

 

 

 

Wer dreht Filme so spät bei Nacht und Wind?

Es ist M. Night Shyamalan mit seinem „Talent“;

Er hat die Kamera wohl in dem Arm,

Er fasst sie sicher, er macht sich warm.

 

Mein Gott, was birgst du so bang dein Gesicht?

Siehst du denn den Erzählfaden nicht?

Die Geschichte um den legendären Avatar!

Mein Gott, die Filmhandlung ist furchtbar.

 

„Du liebes Kind, komm, geh mit mir!

Deinen Lieblingscartoon zeige ich dir;

Denn das hier ist die Kinofilmadaption,

In der M. Night Shyamalan-Version.“

 

Mein Gott, verdammt, und hörest du nicht,

Wie jeder Kinderschauspieler spricht?

Weißt du denn nicht, mein armes Kind,

Dass Kinderschauspieler meistens scheiße sind?

 

„Willst, feiner Knabe, du coole Kämpfe sehen,

Die sich zudem um die vier Elemente drehen?

Und die eine Spannung und Dynamik besitzen,

Wie M. Night Shyamlan beim sitzenden Pissen.“

 

Meine Güte, verflucht, und siehst du nicht dort

Furchtbare Spezialeffekte an jedem Ort?

Meine Fresse, ich seh es genau:

Die CGI-Abteilung war wieder mal blau.

 

„Ich liebe dich, vor allem dein Geld macht mich sehr geil;

Und bist du nicht willig, dreh ich noch den zweiten Teil!“

Scheiße, o Scheiße, so tu doch bitte irgendwer irgendwas!

Denn fast jeder vergeht hier vor M. Night Shyamalan-Hass!

 

Dem Zuschauer grauset’s, man tut es im Internet Kund:

Die Legende von Aang ist furchtbarer Schund,

Eine Vergewaltigung der tollen Orignalserie,

Für die ganze Familie.

 

Regie: M. Night Shyamalan (Sixth Sense, Unbreakable, Signs, The Village)

Schauspieler: Noah Ringer, Dev patel, Nicola Peltz, Jackson Rathbone, Cliff Curtis

Bewertung: 

Die 21 größten Kinoflops aller Zeiten

flopp2012 kam mit Disneys John Carter ein Film heraus, der nicht nur 250 Millionen Dollar an Produktionskosten verschlang, sondern auch ungefähr 100 Millionen für Werbung verbrauchte. Am Ende der Rechnung stand ein Verlust von fast 70 Millionen und Rich Ross, Chef der Disney-Filmstudios, musste sich nach einem neuen Arbeitgeber umsehen. Nicht jede Comic-Adaption rentiert sich eben, selbst in Zeiten, in denen Marvel und DC am laufenden Band Comic-Verwurstungen auf den Markt werfen. Wer jetzt jedoch denkt, dass John Carter damit die Liste der größten Filmflops aller Zeiten anführen müsste, liegt weit daneben. Doch seht selbst.

Das Kleingedruckte: Die einzelnen Plakate verweisen auf die entsprechende imdb-Seite des jeweiligen Films. Das Ranking der Liste basiert auf dem Verlust, den ein Film gemacht hat, in Bezug auf das Jahr 2013. Die Inflation ist also eingrechnet. Damit ergeben sich die Platzierungen anhand der in rot aufgeführten Zahl hinter „Verlust heute:„. Kosten und Verlust sind dabei die aus dem entsprechenden Release-Jahr. Dabei sollen die Zahlen gar nichts über die Qualität der Filme aussagen. Es geht hier wirklich um den reinen finanziellen Aspekt. Beispielsweise waren auch Metropolis, Donnie Darko  und Fight Club zu ihren Zeiten Kino-Flops, die erst im Nachhinein zu ihrem Ruhm fanden. Gott sei Dank haben die drei es allerdings nicht hier rein geschafft.

 

 

Platz 21: Red Planet (2000)

Der Mars ist ein schweres Pflaster für Filme. Nicht nur John Carter musste diese Erfahrung machen. Im Jahre 2000 startete zudem Red Planet fast zeitglich mit Mission to Mars in den Kinos. So erzeugten die Mars-Filme fast schon so eine Art Überdruss beim gewillten Zuschauer. Da halfen dann weder Val Kilmer, Carrie-Anne Moss oder die arg plumpe Handlung, die teilweise über Rückblenden erzählt wird. Am Ende retten doch tatsächlich die Russen so ein wenig den Tag. Oder MacGyver. Mit dabei sind Sauerstoff produzierende Käfer und ein böser Hunderoboter. Mit horrenden 100 Millionen Dollar Produktionskosten erzielte man jedoch lächerliche Einspielergebnisse und einen Verlust von 89 Millionen. Ich persönlich finde den Film ganz in Ordnung. Er ist ein hohler Sci-Fi-Action-Streifen, aber das Setting ist im Grunde ganz nett, hier und dort wird es auch mal spannend und irgendwie ist Val Kilmer ja schon ein Sympath.Red Planet

Kosten: 100.000.000 $   Verlust: 66.536.031 $   Verlust heute: 88.701.851 $

 

 

Platz 20: Postman (1997)

Kevin Costner spielt im postapokalyptischen Amerika des Jahres 2013 (!!!) einen Typen, der Leuten ihre Briefe bringt. Weil dadurch die Zivilisation wieder in Gang kommt. Voll mit Pathos und unglaubwürdigem Blödsinn, erleben wir hier drei Stunden Belanglosigkeit. Epic Fail. Auch was die Einnahmen angeht. Unterm Srich stehen 89 Millionen Dollar Verlust. Hauptdarsteller und Regisseur Kevin Costner kann halt irgendwie keine kurzen Filme machen. Aber es kommt wohl nicht auf die Länge an. Zumindest bei Filmen. Zurecht gab es hierfür mehrere Goldene Himbeeren. Postman

Kosten: 80.000.000 $   Verlust: 62.373.766 $   Verlust heute: 89.203.278 $

 

 

Platz 19: Ballistic (2002)

Rotten Tomatoes hat dieses Meisterwerk 2007 in seinem „Worst of the worst„-Ranking mit Platz 1 gehuldigt. Bei 108 Reviews war nämlich nicht eine einzige positive zu finden. Geradezu eine Meisterleistung. Mit dabei sind Antonio Banderas und Lucy Liu, die beide überkrasse Geheimagenten sind, die gegeneinander arbeiten und sich dann doch gegen einen größeren Feind zusammentun. Oder so. Ich muss zugeben, dass Antonio Banderas doch in allerhand miesem Schrott mitspielt (The Big Bang und The Code). Und das obwohl er als Desperado der coolste Gitarrist der 90er war. Verflucht, der Mann ist doch außerdem noch Zorro! Schade.Ballistic

Kosten: 90.000.000 $   Verlust: 70.075.967 $   Verlust heute: 89.887.250 $

 

 

Platz 18: Der Schatzplanet (2002)

Disney macht Die Schatzinsel. Aber im Weltraum. Das ist an sich nicht verwerflich und der Film ist offensichtlich nicht wirklich schlecht, aber scheinbar hat man einfach nicht den Nerv der Zielgruppe getroffen. Interessanterweise war die superteure Animationsgeschichte kein totales finazielles Fiasko, denn über Video- und DVD-Verkäufe konnte man sogar Gewinn einfahren. Allerdings erst Monate nach Veröffentlichung. Trotzdem trudelt der Streifen in die Weiten des Weltalls und damit auch in Vergessenheit. Der Schatzplanet war übrigens sogar für den Oscar als besten Animationsfilm nominiert, verlor aber Gott sei Dank gegen den überwältigenden Chihiros Reise ins Zauberland. So macht man Trickfilme!Der Schatzplanet

Kosten: 180.000.000 $   Verlust: 70.421.885 $   Verlust heute: 89.887.250 $

 

 

Platz 17: Inchon (1982)

Inchon ist ein Kriegsfilm über den Koreakrieg. Regie führte Terence Young, den man von gleich drei James Bond-Filmen kennen könnte (Dr. No, Liebesgrüße aus Moskau, Feuerball). Inchon wurde nach kurzer Zeit nicht mehr im Kino gezeigt, weil er viel zu schlecht lief und tatsächlich nie auf VHS oder anderweitigen Medien herausgebracht. Suchende finden das Teil bei Youtube. Lustigerweise besitzt der Film den Flair einer mäßigen TV-Produktion. Es ist allerdings auch kein Beinbruch, jegliche Informationen über dieses Werk dann gleich wieder aus dem Gehirn zu löschen. Dafür gab es gleich vier Goldene Himbeeren. Immerhin etwas.Inchon

Kosten: 46.000.000 $   Verlust: 40.800.000 $   Verlust heute: 97.061.793 $

 

Platz 16: Jack and the Giants

Der Originaltitel ‚Jack the Giant Slayer‘ wäre wohl zu brutal oder unverständlich für den deutschen Markt gewesen. Anders kann ich mir nicht nicht so ganz erklären, warum man das unbedingt umbenennen musste. Konsequenterweise hätte man auch gleich ‚Das tapfere Schneiderlein‘ wählen können, oder war das nicht mehr hip genug? Wer das entsprechende Grimmsche Märchen kennt, sollte wissen, was hier so ungefähr passiert. Der Held Jack wird gespielt von Nicholas Hoult, den man aus ‚Der Tag der toten Ente‘ kennen könnte. Ansonsten sind noch Ewan McGregor, Stanley Tucci und Bill Nighy/John Kassir vertreten, wobei die letzten beiden gemeinsam einen Riesen mit zwei Köpfen spielen. Klingt doch eigentlich ganz lustig, oder? Natürlich kommt hier superviel 3D-Technologie zum Tragen, denn wer will heute noch einen Film in 2D haben? Pfui! Regisseur Bryan Singer ist auch kein Unbekannter (Die üblichen Verdächtigen, X-Men I + II, Superman Returns, Operation Walküre). Am Ende sollten es dennoch fast 100 Millionen Dollar Minus werden.

Ursprünglich war ein Release für Juni 2012 geplant. Warner hatte jedoch Angst vor The Dark Knight Rises im Juli und versetzte Jack gleich um 9 Monate in den März 2013. Warum auch nicht? Schließlich lief Der Hobbit ja nur kurz davor im Dezember an, und die Leute gucken schließlich immer wieder gerne ähnliche Filme *zwinker, zwinker*. Außerdem wurde im Oktober aus ‚Jack the Giant Killer‘ dann der finale ‚Jack the Giant Slayer‘. Offensichtlich war man sich wohl erst dann bewusst geworden, welche Zielgruppe man ansprechen wolle. Oder auch nicht. Der Film, der 200 Millionen in der Produktion und 95 Millionen im Marketing verschlang, entpuppte sich als überdimensionierter und viel zu künstlicher Flop, der für Jüngere zu brutal und für Erwachsene zu kindisch ist. Wie man Kinderbücher verfilmt, bewies dafür Peter Jackson, der wohl einzige Gewinner von Jack and the Giants.Jack and the Giants

Kosten: 295.000.000 $  Verlust = Verlust heute: 97.460.502 $