Stolen (2012)

Manchmal passiert es, dass man Eurosport oder Sport 1 einschaltet und glaubt, ein hochklassiges Fußballmatch zu sehen. Brasilien gegen Argentinien. Qualifikation zur Weltmeisterschaft. Doch nach ein paar Minuten merkt man, dass irgendwas nicht stimmt. Es schleicht sich ein vages Gefühl ein. Warum sind die Spieler alle so klein und das Stadion nur zu einem Zehntel gefüllt? Und wo ist Messi?Und dann beginnt man, im Teletext nachzuschauen und stellt erschrocken fest, dass es sich um die U17 handelt und Ernüchterung macht sich breit. Dumm gelaufen. Aber hin und wieder muss es ja nicht die Weltklasse sein. Es reicht halt weniger, um gut unterhalten zu werden.

Manchmal passiert es, dass man Pro 7 einschaltet und glaubt, einen hochklassigen Actionfilm zu sehen. 96 Hours. Mit Liam Neeson in der Hauptrolle. Doch nach ein paar Minuten merkt man, dass irgendwas nicht stimmt. Es schleicht sich ein vages Gefühl ein. Warum sind die Schauspieler so schlecht und die Handlung so dumm? Und wo ist Liam Neeson? Und dann taucht auf einmal Nicolas Cage auf und man stellt erschrocken fest, dass es sich eben nicht um 96 Hours handelt und Ernüchterung macht sich breit. Dumm gelaufen. Aber hin und wieder muss es ja nicht die Weltklasse sein. Es reicht halt weniger, um gut unterhalten zu werden.

Außer bei ‚Stolen‘, denn der Film ist reichlich blöd.

Will Montgomery (Nicolas Cage) ist ein Meister-Dieb aus New Orleans. Zusammen mit seinen Kollegen Vincent (Josh Lucas), Riley (Malin Åkerman) und Hoys (M.C. Gainey) erleichtert er eine Bank um 10 Milionen Dollar. Doch die Aktion geht schief und Will endet ohne Geld alleine im Knast. Nach acht Jahren kommt er wieder frei und will wieder Kontakt zu seiner mittlerweile entfremdeten Tochter Alison (Sami Gayle) aufbauen. Die weist ihn jedoch ab, wird dann aber kurz darauf von Vincent in einem Taxi entführt, der von Will die damals entwendeten 10 Millionen Dollar haben will. Nun beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit durch New Orleans, denn einerseits muss Will das Geld auftreiben und auch seine Tochter finden.

Der Film beginnt durchaus nett. Das Ausrauben der Bank ist angenehm und die anschließende Verfolungsjagd mit der Polizei meistert Nicolas Cage cool und realistisch. Dass seine Tochter eine ziemliche Bitch ist und der Rest seiner Bande irgendwie überflüssig, kann man verkraften. Allerdings beginnen nach einer Weile die Problemchen. Sein Kollege wird zum Bösen, weil keiner so recht weiß, was mit der ganzen Knete passiert ist. Doch der Plan mit der Entführung ist ziemlich bescheuert. So fährt Vincent den ganzen Tag lang durch die Stadt mit seinem Taxi und der Entführten im Kofferraum. Warum? Weil er es kann! Und weil er eine Flachpfeife ist. Natürlich wird er nebenbei von der Polizei angehalten und ist gezwungen, den Beamten umzulegen. Ist das vielleicht ein Zeichen, dass man sich lieber an einem Ort verstecken sollte? Nein! Nebenbei tobt ein Volksfest durch die Stadt, was dem Film so eine Art New Orleans-Flair geben soll. Das kann man mit einem Schulterzucken quittieren.

‚Stolen‘ dauert 96 Minuten und zur Mitte entsteht tatsächlich das Gefühl, dass der Film durchaus in Ordnung ist. Natürlich ist Nicolas Cage nicht Liam Neeson, aber eine gewisse Coolness hat er durchaus. Dann aber passiert das, was man schon die ganze Zeit befürchten musste. Halbherzigerweise muss Will in der Mitte nochmal einen Job abziehen, um die Knete zu beschaffen. Dadurch gerät die Geschichte ins Lächerliche, weil „Hey, ich hab gerade 5 Minuten. Wollen wir nochmal die gleiche Bank wie vor acht Jahren ausrauben?“ kein Satz ist, den man wirklich ernst nehmen kann. Ocean hat auch nicht beim Zähneputzen geplant, drei Casinos auf einmal auszurauben. ‚Contraband‚ hat einen ähnlichen Fehler gemacht, aber tatsächlich hat man Mark Wahlberg seine Rolle mehr abgekauft als Nicolas Cage, obwohl letzterer eigentlich ein viel besserer Schauspieler ist.

Und so büßt ‚Stolen‘ einfach alles ein, was in der ersten Hälfte noch sympathisch war. Das wirklich Schlimme ist dann das Ende, das völlig verkorkst ist. Der Showdown ist dermaßen dämlich, dass mir die Worte fehlen. Und die Szene nach dem Showdown, die nochmal zeigen soll, wie unglaublich clever Will Montgomery, der Meisterdieb, ist, macht es auch nicht besser. Damit ist ‚Stolen‘ der nächste schlechte Nicolas Cage-Film. Aber wie so oft liegt es nicht an ihm, sondern am überaus dämlichen Drehbuch. Das macht es auch nicht besser, aber das kleine Fünkchen der Hoffnung, dass in mir lodert und sagt, dass Cage irgendwann auch mal wieder einen guten Film bringen kann, existiert noch. Aber nur wie lange?

 

Regie: Simon West (Con Air, Wehrlos, Lara Croft: Tomb Raider, The Mechanic, The Expendables 2)

Schauspieler: Nicolas Cage, Josh Lucas, Danny Huston

Bewertung: 

 

Das Fernsehen in Zeiten der Cholera

Lang, lang ists her. Es war um die 1946, da tätigte der damalige Chef von 20th Century Fox, Darryl F. Zanuck, eine interessante wie auch falsche Aussage:

Der Fernseher wird sich auf dem Markt nicht durchsetzen. Die Menschen werden sehr bald müde sein, jeden Abend auf eine Sperrholzkiste zu starren.

Heute haben wir 2012 und selbst in Zeiten des Internets nimmt das Fernsehen immer noch einen nicht unwichtigen Teil in der Gesellschaft ein. Ob das nun gut oder schlecht ist, sei dahingestellt. Vielmehr will ich einen kleinen Blick auf die Entwicklung mehrerer TV-Formate der vergangenen 20 Jahre werfen. Dass dabei nicht alle möglichen Daten aufgeführt sind, sollte aufgrund meiner beschränkten Mittel und Manpower beachtet werden. Weiter unten führe ich meine verwendeten Quellen auf, die hauptsächlich aus einzelnen Wikipedia-Artikeln bzw. -Listen bestehen. Diese können mitunter nicht vollständig sein, aber für eine grobe Übersicht ist das mehr als ausreichend.

Die folgende Grafik zeigt fünf verschiedene TV-Formate im deutschen Fernsehen und ihre entsprechende Anzahl. Bezogen auf ein Jahr und rückblickend von 1992 bis 2012. Die x-Achse stellt dabei den Zeitverlauf dar während die y-Achse die Anzahl der verschiedenen Sendungen in einem Jahr aufführt. Bei den Formaten handelt es sich um Talkshows, Gerichtsshows, Scripted-Reality-Sendungen sowie Daily Soaps und Telenovelas (und Daily Soap ist nicht gleich Telenovela, siehe hier). Beispielsweise 1997 existierten 9 Talk- und 3 Gerichtsshows im deutschen Fernsehen. (klicken zum Vergrößern)

1992 startete mit ‚Hans Meiser‘ das erste Talkshow-Format. Heutzutage läuft mit ‚Britt‘ tatsächlich nur noch eine Sendung dieser Art. Dabei waren Talkshows mit ihrem Peak um 1999/2000 ein unheimlich populäres Format. Sage und schreibe 15 unterschiedliche Sendungen wurden damals übertragen. Doch diese Zeiten scheinen vorbei. In den letzten 12 Jahren ging die Anzahl beständig zurück und es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis auch Britt irgendwann die Segel streichen muss. Allerdings ist die Talkerin rein quotentechnsich garantiert nicht das Sorgenkind bei Sat 1. Nichtsdestotrotz bleibt festzuhalten, dass die Ära der Talkshows vorbei ist.

Ähnlich ergeht es da den Gerichtssendungen. ‚Das Fernsehgericht tagt‘ von 1961 war dabei die erste Sendung dieser Form in Deutschalnd. Von 1992 bis 2003 steigerte man sich sogar auf 6 verschiedene Nachmittagssendungen, bis die Anzahl schließlich kontinuierlich zurückging und wir mit ‚Richter Alexander Hold‘ heute tatsächlich auch nur noch eine Gerichtsshow haben. Um 2002/2003 erreichte man das Peak, wobei der Rückgang im Vergleich zu den Talkshows nicht ganz so schnell vonstatten ging. Es gab aber auch nie annähernd so viele Gerichtsshows wie Talksendungen. Vielleicht ist es ein markantes Zeichen, dass gerade der schwächelnde Sender Sat 1 als einziger die beiden erwähnten Formate beherbergt. Es zeichnet sich außerdem keine Rückkehr zu mehr Talk- und Gerichtssendungen ab, wobei ich letzterem einer höhere Langlebigkeit zuspreche. Das liegt daran, dass der TV-Markt mit Richtern nicht ganz so dermaßen übersättigt wurde wie mit Talkern um die Jahrtausendwende, als die ganzen Rickys und Arabellas und wie sie alle hießen von überall auf den Zuschauer einprasselten und vor allem einquaselten.

Lustigerweise startete die erste Dailysoap ‚Gute Zeiten Schlechte Zeiten‘ im gleichen Jahr wie Hans Meiser, undzwar 1992 (Lindenstraße gibt es seit 1985, allerdings wöchentlich und nicht täglich). Auch der Marienhof ging damals an den Start. Seitdem hält sich das Daily-Soap-Format wacker im deutschen Fernsehen. Man erreichte mit 6 verschiedenen Soaps 1996 ein Peak, danach ging es leicht runter auf 4, allerdings auch nie darunter. Man wuchs also zeitgleich mit den Talkshows, hielt sich danach aber relativ konstant auf einem Level. Zeitgleich mit dem Niedergang der Gerichtssendungen um 2007 stieg die Zahl der Seifenopern und man hatte von 2009 bis 2011 sogar gleichzeitig 9 verschiedene Seifenopern im TV. Aktuell sind es nur 6 (Herzflimmern wurde im April 2012 eingestellt), trotzdem scheinen Daily Soaps sehr stabil zu laufen. Eine Übersättigung findet wohl nicht statt. Außerdem laufen die einzelnen Formate über Jahre hinweg und generieren große Fan-Bases, da man zum fortlaufenden Zuschauen bewegt wird. Dabei laufen von den 6 noch laufenden Formaten drei auf RTL und drei im Öffentlich-Rechtlichen. Man versuchte z. Bsp. auf Sat 1 mehrfach eine Daily Soap zu installieren (1995: So ist das Leben, 1997: Geliebte Schwestern, 2009: Eine wie keine, 2010: Hand aufs Herz). Alle Versuche scheiterten, man hat wohl einfach den Zug verpasst. So sind ‚GZSZ‘ ab 1992, ‚Unter Uns‘ ab 1994 und ‚Verbotene Liebe‘ ab 1995 die unangefochtenen Platzhirsche. Und RTL hat es sogar geschafft, mit ‚Alles was zählt‘ 2006 eine weitere erfolgreiche Seifenoper zu installieren, was der Konkurrenz eben größtenteils nicht gelang.

Die erste waschechte Telenovela startete tatsächlich erst 2004 mit ‚Bianca- Wege zum Glück‘. Danach wuchs die Zahl rapide und wir erreichten 2006 mit 9 verschiedenen Telenovelas den Höhepunkt. Anschließend ging es rasch wieder bergab. 2008 waren es dann nur noch 4 Sendungen, und heute sind es nur noch 2 (‚Wege zum Glück‘ und ‚Anna und die Liebe‘ wurden 2012 eingestellt). Aktuell laufen mit ‚Sturm der Liebe‘ und ‚Rote Rosen‘ die beiden letzten Novelas im Öffentlich-Rechtlichen. Hier scheint man ganz klar um 2006 die Zuschauer überfüttert zu haben. Außerdem sind die Telenovelas den Daily Soaps sehr ähnlich und diese hatten eben vorher fast 10 Jahre Zeit, Fans zu sammeln. So waren viele Telenovelas wohl einfach nicht konkurrzenzfähig.

Kommen wir zum letzten Format, den Scripted Reality-Sendungen. Hier ging es erst 1999 los, undzwar mit ‚Nicole – Entscheidung am Nachmittag‘, die eine gescriptete Talkshow war. Bis 2002 ist noch nicht viel passiert, doch dann ging es los. 2003 liefen bereits 6 Scripted-Reality-Formate (von denen ‚Frauentausch‘, ‚Lenßen‘ und ‚Die Autohändler‘ noch bis mindestens 2012 laufen). Dann scheint der Markt um 2005/2006 übersättigt. Man hat 8 Sendungen, 2007/2008 sinkt die Zahl aber wieder auf 6. Doch eigentlich ist das nur die Ruhe vor dem Sturm. Denn bereits 2010 springt die Anzahl hoch auf 14, und 2012 haben wir sage und schreibe 19 gescriptete Realitäten. Das liegt vor allem daran, dass RTL und RTL II massiv auf dieses billige TV-Format setzen und den Markt regelrecht überfluten (‚X-Diarrhea‘, ‚Berlin – Tag & Nacht‘, ‚Betrugsfälle‘, etc.). Und wieder verschläft Sat 1 und verspielt viel Quote. Trotzdem ist die aktuell hohe Zahl dieser Sendungen erschlagend. Damit übertrumpft man sogar die große Zahl der Talkshows um das Jahr 2000. Vermutlich sind es gerade die geringen Kosten von Scripted Reality, die die Produktion fördern. So braucht man in der Regel kein Studio und kaum Requisite. Schauspieler mit Talent oder gar bekannte Personen sucht man vergebens. Und der gigantische Erfolg von ‚Berlin – Tag und Nacht‘ führt sogar zu einem Kölner Ableger 2013. Vermutlich erreichen wir dennoch spätestens in den kommenden zwei Jahren die Schmerzgrenze, denn sehr viel dümmer als X-Diaries kann das Fernsehen nicht werden.

Was haben wir gelernt? Es gibt ganz klar Trends im Fernsehen. 1996 bis 2003 dominierten Talk-Shows, um danach allmählich in der Versenkung zu verschwinden. Anstelle der Talk-Shows traten dann so ein wenig die Gerichtssendungen und Scripted Reality. Doch für die Juristen ging es nicht lange aufwärts und so kamen dann ab 2005 die Telenovelas, die jedoch auch inzwischen vor sich hinsiechen. So ist es tatsächlich Scripted Reality, dass aktuell dominant auftritt und wächst. Und ich vermute, dass die 19 Sendungen 2012 im nächsten Jahr getoppt werden, weil andere Sender nun allmählich auf den Zug aufspringen. Nebenher laufen die täglichen Seifenopern durchaus stabil. Was hier fehlt sind Koch- und Quiz-Sendungen. Auch die nachmittäglichen Rate-Shows liefen seinerzeit oft und gern (‚Der Schwächste fliegt‘, ‚Jeder gegen jeden‘, …), sind heutzutage aber sogut wie verschwunden. Allerdings fehlt mir dazu das Datenmaterial, um eine gescheite Übersicht zu erstellen. Genauso ist es mit Kochsendungen. Am 15.11.2012 laufen sage und schreibe 10 verschiedene Kochsendungen, aber Übersichten oder Listen in welchen Jahren was lief sucht man (aktuell) leider vergebens. Trotzdem sollte klar sein, dass wohl selten mehr als heute im TV gekocht wurde.

Die Entwicklung könnte (man beachte den Konjunktiv) einem Sorgen bereiten. Gerade im Hinblick auf die in der Regel ziemlich blöden Scripted-Reality-Sendungen. Man sollte aber nicht vergessen, dass es wenige private Sender sind, die dieses Format fördern. Gerade die Öffentlich-Rechtlichen haben sich in den vergangen zwei Jahren allerhand Mühe gegeben, neue, nicht-blöde Sachen auf die Beine zu stellen (ZDF Neo und Kultur, ARD Plus etc.). Und gerade in Zeiten des Internets (und von Mediatheken) sollte niemand mehr dazu gezwungen sein, Tag und Nacht mitten im Leben von Familien im Brennpunkt den Schulermittlern bei ihren Verdachts- und Betrugsfällen zugucken zu müssen. Ansonsten bekäme man nämlich so schlimme X-Diarrhea, dass einem weder die Super Nanny, noch die Zollfahnder, Peter Zwegat oder die Geldeintreiber helfen könnten. Und das wäre wirklich das Ende von allem.

 

 

Quellen:

xXx – Triple X (2002)

James Bond. Ehemaliger Agent 007 in den Diensten ihrer Majestät. Er versucht den Neuanfang in den USA. Doch nach einer glorreichen Karriere rutscht der gefeierte Held ab, denn Ziele im Leben hat er nicht mehr. Arbeitslos und gebrochen, beginnt er zu trinken. Es dauert nicht lange, bis Bond zum ersten Mal in Kontakt gerät mit Kokain. Doch schon bald reicht das nicht mehr. Und so bleibt er auf Crystal Meth hängen. Die Droge verändert ihn. Seine Haare gehen ihm aus und er verliert alles. Freunde, Fähigkeiten und Grobmotorik. Auch seine gehobenen Sprachfertigkeiten. Alles verschwunden. Da dauert es nicht lange, bis er in die Beschaffungskriminalität abrutscht. Anfangs sind es kleine Diebstähle, um den täglichen Meth-Konsum zu finanzieren. Aber mit dem steigenden Verbrauch der Droge steigt auch das benötigte Geld, und so häufen sich die Verbrechen. Die einzigen beiden Perspektiven sind der Knast und der Tod. Bond hat Glück, wird gefasst, bevor er völlig zu Grunde geht und sitzt mehrere Jahre im Bau. Das verändert ihn. Er kommt runter von den Drogen und trainiert. Wird fit. Er legt seinen alten Namen ab und nennt sich nun Xander Cage, oder auch xXx. Ein Neuanfang. Durchtätowiert und körperlich gestärkt, verlässt er den Knast geläutert. 

Es beginnt sein neues Leben. Xander findet Gefallen an Extremsportarten und verdingt sich seinen Lebensunterhalt bald durch coole Stunts. Die Illegalität seiner Aktionen bringt ihm schon bald Probleme mit den Cops ein, doch er macht unerschrocken weiter. Die Popularität macht ihn wieder stark und schon bald hat er alles über sein altes Ich vergessen. Doch die Polizei macht ihn nach einer halsbrecherischen Aktion dingfest und er steht wieder vor dem Nichts.

Die Vergangenheit lässt sich aber nicht so einfach abschütteln und so kommt es, dass Agent Augustus Eugene Gibbons unseren gefallenen Helden aus dem Gefängnis holt, um ihn als Spitzel für die NSA zu rekrutieren. Als gefeierter Internet-Star fällt es ihm leicht, sich in Prag in die Bande um Yorgi einzuschmuggeln und das Vertrauen der überaus gefährlichen Verbrecher zu gewinnen. Diese wollen nicht weniger als unzählige Menschen auf einmal umbringen. Damit schließt sich der Kreis und Xander wird wieder zu Bond. Wieder mit Gadgets ausgestattet, macht er sich auf den gefährlichen Weg, die Menschheit vor ihrem sicheren Untergang zu bewahren. Doch diesmal ist es anders. Der alte Glanz ist weg. Anstatt Martinis zu schlürfen und schöne Frauen an paradiesischen Stränden zu beglücken, hat unser bulliger Glatzkopf allerhand Widrigkeiten zu umgehen. Zwar hat er wieder eine Frau an seiner Seite, die sieht aber die meiste Zeit eher wie eine mürrische Cracksüchtige aus.

Und auch seine kleinen Gadgets sind nicht sonderlich elegant, sondern eigentlich ziemlich lächerlich. Dafür erlaubt es ihm sein neuer Job, ein wenig zu Skydiven. Snowboard-Fahren ist auch drin. Einfach mal abschalten. Meistens wirkt er aber ziemlich ungelenk. Wäre er nicht bereits schonmal der weltbeste Agent gewesen, wäre er vermutlich auch bereits nach wenigen Miunten Einsatzzeit tot. Anders lässt sich auch nicht erklären, warum die Amis einen Knacki so mir nichts dir nichts als Agenten verpflichten.

Und so ist es letztendlich ein Treppenwitz von Xanders Geschichte, dass der Job, der ihn einst zerstört hat, ihm nun einen neuen Lebensinhalt verleiht. Doch Xander merkt, dass der amerikansiche Geheimdienst nicht der britische ist und Dinge wie Stil, Benehmen und nachvollziehbare Handlung der Vergangenheit angehören. Nach seiner geglückten Mission fängt er sich bei einer seiner Bekanntschaften einen Tripper ein und fällt für das nächste Abenteuer aus, sodass ihn ein amerikanischer Rapper ersetzen muss, der von seiner Mutter ‚Eiswürfelchen‘ genannt wird. Doch Xander ist noch nicht am Ende und wird wiederkehren, gestärkt und (hoffentlich) tripperfrei.

 

Regie: Rob Cohen (The Fast and the Furious, Dragonheart, Stealth, Die Mumie 3)

Schauspieler: Vin Diesel, Samuel L. Jackson, Asia Argento, Marton Csokas

Bewertung: 

The Amazing Spider-Man (2012)

Mit Remakes ist das ja immer so eine Sache. Gerade in der Filmindustrie gehören sie mittlerweile zum Tagesbrot und finden immer häufiger den Weg auf die Leinwand. Paradoxerweise würde man bei Büchern von Plagiatur reden, wenn Ideen kopiert und neu verwurstet werden. Allerdings hinkt der Vergleich, weil erst über das Remaken diverse Filmstoffe für ein großes Publikum zugänglich gemacht werden. Beispielsweise war ‚The Girl with the Dragon Tattoo‘, die Neuinterpretation von ‚Verblendung‘, für den Großteil der amerikanischen Bevölkerung ein Novum, einfach weil kaum einer dort in einen skandinavischen Film mit Untertiteln gehen würde. ‚The Departed‘, Martin Scorseses Remake zum chinesischen ‚Internal Affairs‘, streichte zahlreiche Oscars ein. Auch hier wurde eine gute ausländische Idee für einen größeren Markt erschlossen. Wenn Hollywood aber anfängt, Hollywood zu remaken und zu rebooten, dann sollte man gewarnt sein. Und so erscheint mit ‚The Amazing Spider-Man‘ 5 Jahre nach Spider-Man 3 und 10 nach dem ersten Film mit Tobey Maguire als Spinne bereits das Reboot der Serie. Halleluja.

Die Story ist im Grunde altbekannt. Peter Parker (Andrew Garfield) ist ein Außenseiter, hat sich aber in seine Klassenkameradin Gwen Stacy (Emma Stone) verguckt. Außerdem ist der junge Mann ein Waisenkind und superschlau. Mit seinem Onkel Ben (Martin Sheen) und seiner Tante May (Sally Field) läuft es auch nicht so gut. Da findet er die alte Aktentasche seines Vaters, die irgendeine krasse Formel enthält. Damit geht er zum ehemaligen Kollegen seines alten Herren, Dr. Curt Connors (Rhys Ifans). Der hat ebenfalls so seine Problemchen, beispielsweise fehlt ihm ein Arm und seine Forschung steckt in der Sackgasse. Peter geht verbotenerweise irgendwohin, wird von einer Spinne gestochen und entwickelt Superkräfte. Dann wird sein Onkel erschossen, er will sich rächen und für das Gute kämpfen. Zeitgleich dreht Connors durch und schluckt irgendein Mittel, das ihn in eine große Echse verwandelt. Natürlich hat er dann auch noch den total krassen Plan, den Spider-Man verhindern muss. Rein storytechnisch bietet der Film also nichts Neues, was nicht unbedingt schlecht sein muss.

Was ‚The Amazing Spider-Man‘ am meisten von der Ursprungs-Trilogie unterscheidet, ist die Teenie-Film-Komponente. Diese Version ist eindeutig an jüngeres Publikum gerichtet. So gibt es keine größere Botschaft mehr am Ende („Aus großer Macht folgt große Verantwortung.“), das sowieso deutlich positiver ausfällt. Die Beziehung zwischen Peter und Gwen könnte auch irgendeiner Teenie-Schmonzette entstammen. Außerdem prunkt der 3D-Film mit teilweise richtig netten Effekten, fällt dann aber widerum beim Finale deutlich weniger bombastisch aus. Der Kameo-Auftritt von Stan Lee, der klassischer Musik lauschend nicht mitbekommt, dass hinter ihm Spider-Man und die Echse gerade die Schule zerlegen, fällt ziemlich cool aus. Man vermisst dann aber auch die Tiefe von Tobey Maguire und Willem Dafoe. Gerade Letzterer war ein so abgedrehter Bösewicht im Gollum-Style, sodass Rhys Ifans als Eidechse mehr oder weniger unterkühlt und distanziert wirkt. Und vor allem weniger erinnerungswürdig.

Mehr Realismus soll wohl dadurch erzeugt werden, dass Spider-Man nun technische Hilfsmittel benutzt, um beispielsweise Fäden zu verschießen. Des öfteren sieht man ihn mit Rucksack, was lustig aussieht und ihn eben wie einen Schüler aussehen lässt. Außerdem ist Andrew Garfield witziger, allerdings nicht unbedingt der Typ Außenseiter, den man von Tobey Maguire kennt. Mit Skate-Board und massiver Intelligenz ausgestattet. Merkwürdigkeiten gibt es dann aber trotzdem. Wenn die Kranführer von New York sich zusammentun, um Spider-Man den Weg zum Finale zu ebnen. Dann fragt man sich, ob es in jedem Häuserblock wohl einen Kran gibt. Das wirkt mitunter arg erzwungen und irgendwie zufällig. Besonders die Beziehung zum Vater seiner Angebeteten, Polizei-Captain Stacy (Denis Leary), ist total blöd und erinnert an eine Telenovela. Auch die Liebesgeschichte wirkt aufgesetzt und pubertär. Aber womöglich bin ich auch einfach nicht die Zielgruppe.

Und das ist es dann. ‚The Amazing Spider-Man‘ ist nicht amazing. Es wird nichts neu gemacht. Irgendwelche eigenständigen Ideen vermisst man, viele Szenen kennt man schon. Den Tiefgang, den Sam Raimi einst eingebaut hatte, gibt es nicht mehr. Einen coolen Bösewicht sucht man vergebens. Mir gefiel insbesondere Tobey Maguire als Spider-Man und Willem Dafoe als Goblin, obwohl Teil 2 und 3 dann ziemlich abfielen. Und nun ja, auch die sind jetzt Geschichte. Andrew Garfield ist nicht schlecht, aber das ungute Gefühl, dass das hier eine seelen- wie ideenfreie Hollywood-Geldanlage ist, stellt sich zum Ende bei mir ein. Ein Remake mit dem einzigen Hintergedanken, Dollars zu machen. Dabei ist der Film nicht schlecht, sondern einfach verdammt massenkompatibel. 5 Jahre waren nicht genug, um den alten Spidey zu vergessen. Und hurra, bereits 2014 gehts mit dem neuen weiter.

 

Regie: Marc Webb (Seascape, (500) Days of Summer)

Schauspieler: Andrew Garfield, Emma Stone, Rhys Ifans, Denis Leary, Martin Sheen

Bewertung: 

Juan of the Dead (2011)

Wenn ein Film bei imdb nicht einmal sein Poster aufgeführt hat, dann kann es sich wohl nicht um einen großen Hollywood-Streifen handeln. Und wahrlich, ‚Juan of the Dead‘ ist eine kleine spanisch-kubanische 3-Millionen-$-Produktion. Mit Zombies. Auf Kuba. Als Komödie. Wer sich allerdings an ‚Shaun of the Dead‚ erinnert, weiß, dass selbst mit geringen Mitteln ein lustiger und vor allen Dingen ziemlich guter Zombie-Film zustande kommen kann. Schließlich hat das britische Vorbild nur sage und schreibe 4 Millionen Pfund gekostet. Geradezu lachhaft im Vergleich zum letzten Resident Evil-Teil, der allerdings mit 65 Millionen $ an Kosten kaum an den großen Comic-Verwurstungen aus Hollywood der letzten Jahre kratzt. Doch genug mit den Zahlen. Auf nach Kuba!

Juan (Alexis Díaz de Villegas) führt zusammen mit seinem Freund Lazaro (Jorge Molina) ein beschauliches und geruhsames Leben auf der kommunistischen Karibik-Insel. Im Grunde saufen die beiden tagein tagaus oder beobachten die Nachbarsfrauen von ihrem Dach aus. Doch plötzlich tauchen vermehrt „Dissidenten“ auf, die scheinbar von den USA unterstützt werden und für Unruhe sorgen. Schon bald merkt das Grüppchen um Juan, dem auch seine Tochter angehört, dass die vermeintlichen Feinde keine politischen Ziele verfolgen, sondern vielmehr vom Hunger nach Fleisch angetrieben werden. Es sind also Zombies. Doch warum nicht aus der Not eine Tugend machen? Und so beginnt Juan, mit den lebenden Untoten Geld zu verdienen. Mit der Firma ‚Juan of the Dead‘ wird er zu einer Art Anführer eines Säuberungstrupps. Natürlich laufen irgendwann die Dinge zunehmend aus dem Ruder und der Kampf ums Überleben beginnt.

‚Juan of the Dead‘ ist tatsächlich im Geiste ein ‚Shaun of the Dead‘ auf Kuba. Das geht sogar so weit, dass die Protagonisten auch hier erst eine Weile brauchen, um zu raffen, dass sie Zombies gegenüberstehen. Problematisch ist nur, dass der südamerikanische Humor anders ist als das, woran man als Westeuropäer gewöhnt ist. Und um nicht lange um den heißen Brei herumzureden, viele Witze sind ganz und gar plump. Wenn beispielsweise Lazaro, Juans bester Freund, sich neben ihn stellt, um sich auf eine Frau im gegenüberliegenden Gebäude einen herunterzuholen. Dabei ist dieser Kerl eine ziemliche Kopie der Figur, die Nick Frost in ‚Shaun of the Dead‘ spielt. Außerdem werden durch Lazaro im gesamten Film drei normale Menschen umgebracht, ohne dass auch nur irgendwer sich großartig darum kümmert. Natürlich ist dies eine schwarze Komödie, aber das große Lachen überkommt mich nicht, wenn ein Opa im Rollstuhl umgebracht wird, um sein Fortbewegungsmittel zu klauen, um damit den Rum leichter zu transportieren.

Schwarzer Humor ist natürlich so eine Sache. Man kann recht leicht den Bogen überspannen und an die Grenzen des guten Geschmacks stoßen, gerade in einem blutigen Horror-Film. Und so habe ich bei ‚Juan of the Dead‘ recht oft den Eindruck, dass viele Witze auch aufgrund kultureller Unterschiede einfach nicht gut rüberkommen. So schließen sich beispielsweise ein Transvestit und ein riesiger Muskelprotz der Gruppe an. Ersterer ist so über alle Maßen weiblich, dass es stellenweise unpassend wirkt. Letzterer kann kein Blut sehen und so kämpft er sich durch die  Zombiemassen mit Augenbinde. Das mag womöglich einmal lustig sein, nervt später aber, weil es mehrmals zur Sprache kommt. Besonders krass, weil in unseren Sphären kaum vorstellbar, ist eine Szene, in der die Gruppe fliehen will. Es stellt sich jedoch heraus, dass keiner das Autofahren beherrscht. Das muss man dann hinnehmen, aber es bleibt trotzdem der Eindruck, dass man ein Fremder ist.

Schließlich kommt man zur Erkenntnis, dass eigentlich keiner der Charaktere sonderlich sympathisch ist. Juan selbst ist als semi-obdachloser Lebemensch mehr oder weniger geeignet, die Gruppe zu leiten und das Geldverdienen mit dem Leid anderer erzeugt wenig Verständnis. Der Rest ist in erster Linie ziemlich dämlich. Die gestörte Beziehung zwischen Juan und seier Tochter wird zwar beleuchtet, kann aber über die Oberflächlichkeit in dem Ganzen nicht hinwegtäuschen.

Nichtsdestotrotz sehen die Zombies ganz nett aus und mit Blut wird hier und da nicht gespart. Dafür sind die Effekte, wenn beispielsweise ein Helikopter in das Kapitol von Havanna kracht, geradezu lächerlich. Aber was erwartet man auch von so einem kleinen Filmchen.

Ganz ehrlich, ‚Juan of the Dead‘ ist kein wirklich schlechter Film. Er funktioniert einfach nur teilweise nicht. Das liegt, wie bereits erwähnt, an kulturellen Unterschieden. Doch auch so ist der Plot reichlich blöd und die Witze teilweise arg niveaulos. Wer aber gerne Zombie-Filme schaut, wird die Erfahrung mit kubanischen Untoten nicht bereuen. Zumal es beinahe so etwas wie Systemkritik gibt und wo sonst hat man die Monster schon unter Palmen an paradiesischen Stränden gesehen? Zombie-Verschmäher sollten aber lieber nicht die Segel Richtung Kuba setzen.

 

Regie: Alejandro Brugués (Fabula, Personal Belongings)

Schauspieler: Alexis Díaz de Villegas, Jorge Molina, Andrea Duro

Bewertung: 

War (2007)

Es hört sich ja eigentlich sehr vielversprechend an, wenn zwei Action-Schwergewichte wie Jason Statham und Jet Li aufeinanderprallen. Und der brachial kurze Titel verspricht vor allem eines, undzwar Blut in Strömen und coole Typen, die andere Typen aufmischen und irgendwelche Gangster und dergleichen. Und Waffen. Kung Fu. Schöne Frauen. Und ganz viel Blut. Doch was sich als einfacher Action-Film ankündigt, entpuppt sich zu etwas ganz anderem. Leider.

Die beiden FBI-Agenten Tom Lone (Terry Chen) und John Crawford (Jason Statham) sind dem gefährlichen Killer Rogue auf den Fersen, welcher für die japanische Yakuza arbeitet. Dabei erwischt Lone den Gangster im Gesicht, doch die Leiche kann nicht gefunden werden. Und so revanchiert sich der noch recht lebendige Rogue und tötet Lone samt Frau und Kind. Drei Jahre später ist Crawfords Ehe am Ende, denn er sucht immer noch auf besessene Art und Weise nach dem Killer seines Partners. Dann taucht Rogue plötzlich wieder in San Francisco auf und mordet sich durch einen Nachtclub voll mit Yakuza. Er schleust sich außerdem beim lokalen Triadenboss ein und spielt die beiden verbrecherischen Syndikate gegeneinander aus, womit er einen Krieg der Banden forcieren will.

Zugegebenermaßen ist die Handlung gar nicht mal so übel. Denn der Film hat am Ende einen dermaßen harten Twist, dass die gesamte Story auf den Kopf gestellt wird. Zumindest beim ersten Sehen wird man überrascht. Das ist wirklich cool, entpuppt sich dann leider in den Auswirkungen als reichlich obeflächlich. So handelt es sich bei ‚War‘ im groben Sinne um einen Rachefilm, in dem reichlich (asiatisches) Blut vergossen wird. Problematisch ist nur, dass man mit einem ungemein unbefriedigenden Ende entlassen wird, sodass sich das Gefühl einstellt, dass der Film sein Potential verschwendet.

Auch auf beinharte Action muss man größtenteils verzichten. Jet Li schlägt sich mal hier und da durch die Gegend, Jason Statham verkommt aber komplett zum Nebendarsteller, der wenig bis gar nichts zu tun hat. Dabei hätte man sich doch so gewünscht, dass sich die beiden ordentlich die Kauleiste polieren. Schlimmer ist noch, dass die Protagonisten teilweise reaktionslos über den Jordan geschickt werden. So wird ein Partner von Statham in einem Restaurant erschossen, doch weder ihn noch sonst jemanden scheint das zu jucken. Coolness und Action ist eine Sache, aber diese Gleichgültigkeit den Charakteren gegenüber durchzieht den Film und spiegelt sich besonders in der allerletzten Szene wieder, die, wie bereits erwähnt, eher so auf die Schnelle dahingeschludert wirkt.

Dann sind da noch die Gangster, die Yakuza und die Triaden. Der Film vergeudet mehrere Minuten darauf, zu zeigen, wie krass diese Banden teilweise drauf sind. So wird die Tochter des Yakuza-Bosses, Kira (Davon Aoki), eingeführt. Erst wird sie nach Amerika eingeflogen. Dort ist sie die meiste Zeit lang eine ziemliche Bitch. Dann wird sie wieder ausgeflogen. Was das ganze mit ihr sollte, bleibt im Grauen. So wird, anstatt sich auf wenige Hauptcharaktere zu beschränken, unnötigerweise versucht, der ganzen Geschichte mehr Komplexität zu verleihen. Das funktioniert aber einfach mal gar nicht, weil jede einzelne Person von vorne bis hinten eindimensional und klischeehaft ist. Schlimm ist das nicht, schließlich erwartet niemand von Jason Statham eine schauspielerische Meisterleistung. Dadurch bleiben dann aber in den 103 Minuten Spielzeit nicht mehr so viele Möglichkeiten, Action und Prügeleien einzubauen. Sowieso wird recht viel geballert, was doch gerade bei Li und Statham nicht nachvollziehbar ist.

Aber seis drum. ‚War‘ ist kein totaler Reinfall. Und der Twist um die Identität von Rogue ist für diese Art von Film ziemlich einzigartig. Trotzdem hätte das hier durchaus besser sein können. Man schaue sich nur ‚Shoot ‚Em Up‘ oder ‚From Paris with Love‘ an, wo zugunsten von Action und Style auf jedweden Ansatz von Handlung verzichtet wird. Da hat man einfach mehr Spaß, wenn man das Hirn ausschaltet. Wer mit solchen Unzulänglichkeiten allerdings umgehen kann und nicht zu viel erwartet, wird durchaus unterhalten. Jet Li hat man schon in cooleren Rollen gesehen, beispielsweise in ‚Unleashed‘ oder ‚Kiss of the Dragon‘. Und Statham macht als Transporter oder Chev Chelios ohnehin eine viel bessere Figur.

 

Regie: Philip G. Atwell (The Shield, 50 Cent: The New Breed, The Up in Smoke Tour)

Schauspieler: Jet Li, Jason Statham, John Lone, Luis Guzmán, Devon Aoki

Bewertung: