Zwei glorreiche Halunken (1966)

Wer im englischen Raum nach „Two glorious rascals“ oder Ähnlichem sucht, wird schnell festellen, dass darunter nichts zu finden ist. Vielleicht der eine oder andere Querverweis auf ‚Die kleinen Strolche‘, ansonsten muss man schon wissen, wie dieser Film eben im Englischen heißt. Undzwar ‚The Good, the Bad and the Ugly‘, bzw. im Original ‚Il buono, il brutto, il cattivo‘. Zugegebenermaßen klingt ‚Zwei glrorreiche Halunken‘ besser als ‚Der Gute, der Schlechte und der Häßliche‘, oder wenigstens ein wenig epischer und dreckiger. Nichtsdestotrotz muss man zugeben, dass der Badass-Faktor des englischen und italienischen Titels deutlich höher ausfällt als für uns Deutsch sprechendes Volk. Und eigentlich wäre sowas egal, jedoch handelt es sich hier um einen der besten Western, die je gedreht wurden und da muss man wissen, was Sache ist. Sergio Leones Film steht bei imdb seit jeher ganz weit oben und hält trotz seines Alters die Frodos, Batmans und Luke Skywalkers in Schach. Und bei Quentin Tarantino steht der Streifen seit Jahren auf Platz 1 seiner Charts. Aber kann so ein Film, der bald ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat, noch aktuell sein? Und ob!

Grundlegend kann man sagen, dass es um drei Typen geht, die einen Goldschatz suchen. Der befindet sich irgendwo in den Weiten des Westens und ist in irgendeinem Grab versteckt. Was den guten Blonden (Clint Eastwood), den häßlichen Tuco (Eli Wallach) und den bösen Sentenza (Lee Van Cleef) verbindet, ist, dass sie allesamt nach Geld streben und damit ganz klar Antihelden sind. Es ist eben wenig Platz für Ideale und Prinzipien, wenn man in einer rauen Gegend über die Runden kommen will. So ist der böse Sentenza ein skrupelloser Kopfgeldjäger, der über Leichen geht. Da ist es egal, ob er einen blutjungen Burschen über den Haufen schießen muss oder geradewegs seinen Auftraggeber umbringt. Zeitgleich verdingen sich Blondie und Tuco ihren Lebensunterhalt damit, dass der Gute in diversen Städten das Kopfgeld für den Häßlichen kassiert, um diesen dann bei dessen Hinrichtungen zu befreien. Doch zwischen den beiden herrscht keine Freundschaft und so löst sich die symbiotische Partnerschaft kurzerhand auf, sodass Tuco alleine in der Wüste zurückbleibt und auf Rache sinnt. Dass dieser, obwohl er der lustige Charakter in dem Film ist, kein Mitgefühl besitzt, wird dadurch gezeigt, dass er den Blonden in einer Art Todesmarsch zu einem qualvollen Tod geleiten will. Doch wie der Zufall so spielt, erfahren sie von dem versteckten Goldschatz und sind, zumindest für eine gewisse Zeit, aufeinander angewiesen. Nebenher geraten sie in die Wirren des Bürgerkrieges und der Film entwickelt sich in der zweiten Hälfte gar zu einem Antikriegsfilm.

Die Handlung ist relativ simpel, auch wenn rückblickend viel passiert. Das liegt daran, dass der Film ein sehr gemächliches Erzähltempo hat und öfter von dialogfreien Passagen dominiert wird. In den 161 Minuten wird man als Zuschauer öfter in der kargen Gesellschaft allein gelassen. Zwar kann man Tuco als Labertasche bezeichnen, aber umso weniger redet der Blonde. Sowieso ist das nicht sein richtiger Name und wir erfahren eigentlich nichts über den Menschen, was ihm eine gewisse Coolness und Abgebrühtheit verleiht. Sentenza taucht eigentlich nur am Anfang, in der Mitte und am Ende auf und ist ansonsten fast nicht im Film zu sehen. Das erklärt insofern auch die Wahl des deutschen Titels, denn Clint Eastwood und Eli Wallach haben mit Abstand am meisten Screentime. Schließlich ist es Tuco, dessen Bruder wir kurz kennenlernen und der als einziger ein wenig mehr von sich preisgibt. Doch schnell geht es weiter und man merkt, dass Familie und Freundschaft nichts zählen.

Satirisch wird es dann vor allem in Szenen zum Ende hin, in denen der Blonde und Tuco zur Armee gelangen und so hautnah die Wirren des Bürgerkriegs vorgezeigt bekommen. Es bekriegen sich beide Seiten monatelang um eine Brücke. So rennen pünktlich tagtäglich Männer aufeinander ein und bringen sich gegenseitig um, um kurz darauf auf einer Bare oder in einem Sarg wieder zurückgebracht zu werden. Der ernste Tenor bleibt und erreicht hier ein Stück Sozialkritik, was man dem Film hoch anrechnen kann. Zumal man gerade Western als ein eher oberflächliches Genre betrachtet, schließlich haben obercoole harte Männer auf Pferden mit Schießeisen keine Zeit, eine politische Meinung zu haben. Die Unmenschlichkeit, die so ein Krieg mit sich bringt, wird dann an einem einzelnen jungen Soldaten verdeutlicht, der im Sterben liegt und der von seinen Leuten zum Krepieren zurückgelassen wurde. Das ist ein Moment, in dem Sergio Leone die Fesseln des Western-Settings aufbricht und glasklar vorführt, dass Krieg scheiße ist, egal auf welcher Seite man steht.

Das Finale ist dann schließlich eine minimalistische, aber gerade auch deswegen sehr erinnernswerte Szene. Da sprechen die Protagonisten fast nur noch mit den Augen. Und am Ende wird man dann doch, trotz der ganzen schlechten Dinge und der menschlichen Abgründe, mit einem Lächeln aus dem Film entlassen. Für mich ist ‚Il buono, il brutto, il cattivo‘ ein runder Film. Es gibt keine zufälligen und unausgereiften Stellen, in denen man das Gefühl bekommt, hier wäre Sergio Leone nichts eingefallen. Und meiner Meinung ist es die Stärke des Films, nicht alles zu zeigen. Damit meine ich, dass man sich als Zuschauer das eine oder andere dazudenken muss, gerade weil beispielsweise Sentenza eher nicht so oft auftritt und dann plötzlich in militärischer Funktion auftaucht. Wer generell Western mag, wird viel Freude hieran haben. Und auch wenn man sonst nicht so auf Cowboys steht, sollte man Sergio Leone die Chance geben, einen vom Gegenteil zu überzeugen. Meiner Meinung nach ist nämlich ‚Il buono, il brutto, il cattivo‘ herausragend und eine ganze Spur unterhaltsamer als Leones ‚Spiel mir das Lied vom Tod‘. Dass der Soundtrack von Ennio Morricone großartig ist, sollte spätestens dann klar sein, wenn man die Musik kennt, ohne je den Film gesehen zu haben.

Und selten sieht man so eine coole Sau wie Clint Eastwood. Das Bild von ihm mit Zigarre und Poncho ist so ikonisch und lässig, dass man den Eindruck nicht los wird, dass er bereits mit Stoppelbart und Revolver am Mann zur Welt gekommen sein muss. Dabei ist ‚Zwei glorreiche Halunken‘ inhaltlich das Prequel zu ‚Für ein handvoll Dollar‘ (1964) und ‚Für ein paar Dollar mehr‘ (1965) und schließt die Dollar-Trilogie ab. Damit tritt Clint den Filmreihen um Frodo, Bruce und Neo aber sowas von dermaßen in den Arsch, dass die freiwillig bei imdb ein paar Plätze unter ihm bleiben.

 

Regie: Sergio Leone (Spiel mir das Lied vom Tod, Für eine handvoll Dollar, Für ein paar Dollar mehr, Es war einmal in Amerika, Mein Name ist Nobody)

Schauspieler: Clint Eastwood, Lee Van Cleef, Eli Wallach

Bewertung: 

30 Days of Night (2007)

Irgendeine Kleinstadt irgendwo in Alaska. Die Einwohner bereiten sich gerade auf die bevorstehende 30-tägige Nacht vor. Die meisten verlassen das Dorf einfach. Sheriff Eben Oleson (Josh Hartnett) aber bleibt und muss feststellen, dass sich die merkwürdigen Begebenheiten häufen. Nicht nur wurden die Hunde eines Anwohners allesamt bestialisch abgeschlachtet, auch ein Fremder (Ben Foster) taucht auf und muss vorläufig dingfest gemacht werden. Was der Ordnungshüter noch nicht ahnt, ist, dass eine Schar von Vampiren die Stadt überfallen und sich an den Anwohnern satttrinken möchte. Glücklicherweise hat Olesons Ex, Stella (Melissa George), ihren Flug verpasst und muss mit ihm ums Überleben kämpfen. Allerdigns sind 30 Tage eine lange Zeit und die Blutsauger haben gut Hunger mitgebracht.

Der Film ist mit 113 Minuten Laufzeit relativ lang und dabei öfter mal eher ruhig. Das liegt daran, dass die Protagonisten sich vor den schier übermächtigen Vampiren verstecken müssen. Gerade in der ersten Hälfte gelingt es dadurch, Spannung zu erzeugen, zumal es bis hierhin noch recht logisch zugeht. Mit zunehmender Zeit gerät ’30 Days of Night‘ zunehmend in Schwierigkeiten und es ergeben sich doch zahlreiche Logiklücken. Höhepunkt der Fehler ist, als in einer Szene zum Ende hin ein Vampir getötet und durch den Fleischwolf gedreht wird, um kurz darauf im richtigen Finale wieder am Start zu sein. Das könnte man noch verzeihen, aber dafür wirkt vieles andere konstruiert und nicht natürlich.

Stella meint, sie rennt los und lenkt die Widersacher ab. Daraufhin meint Eben, er macht das schon. Der Plan ist im Nachhinein ziemlich bescheuert, dass aber die Frau ohne mit der Wimper zu zucken Josh Hartnett in den schier sicheren Tod schickt, ist dagegen mehr als lächerlich. Und so verstrickt sich der Film zum Ende hin in zu viel und hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Wenn dann einer unserer Helden in die Luft gesprengt wird, um dann aber doch irgendwie noch zu leben, wirkt das alles sehr merkwürdig.

Das ist wirklich schade, weil die Vampire eigentlich cool sind und veritable Gegner darstellen, vor allem ihr Anführer Marlow (Danny Huston). Dafür sind es dann die Menschen, die durch die Bank weg wenig Sympathie wecken und die meiste Zeit wie verängstigtes Vieh in der Ecke hocken. Stella ist so nervig und unrettenswert, dass man sich wundert, warum Eben auch nur einen Finger für sie krumm macht. Allerdings gibt es auch nicht so viele gut aussehende Weibchen da oben am Polarkreis, weswegen er entschuldigt sei. Der Rest der Bande ist ersetzbar und erschreckend farblos. Dagegen ist die Szenerie an und für sich nett und der Rahmen des Films durchaus erfrischend, auch wenn es vielleicht ein wenig an ‚The Thing‘ (Das Ding aus einer anderen Welt) erinnert.

Es gibt auch Blut zu sehen, stellenweise sogar auf ziemlich drastische Art und Weise. Das passt gut zu den bösen Vampiren, die dadurch unglaublich brutal und blutrünstig wirken. Es ist insofern dann schon eigentlich lustig, dass Regisseur David Slade drei Jahre nach ’30 Days of Night‘ auch Regie beim dritten Twilight-Film führte. Mit den handzahmen Regenbogen-Vampiren aus den Teeniefilmen haben die Kreaturen hier jedoch glücklicherweise wenig am Hut.

So ist ’30 Days of Night‘ ein netter Horror-Film und übrigens eine Comicbuch-Adaption. Er beginnt gut, zum Schluss geht der Geschichte jedoch ein wenig die Puste aus. Gerade die letzte Szene ist eher merkwürdig. Ansonsten ist der Streifen für Menschen wie mich, die etwas mit kleinen Horrorfilmchen anfangen können, durchaus sehenswert. Zumindest hinterließ er bei mir kein negatives Gefühl am Ende, ohne dass ich in Enthusiasmus ertrunken wäre. Wer dem Genre jedoch abgeneigt ist, wird sich sehr an den Logikfehlern und Ungereimtheiten stören und sollte die lieber die Finger hiervon lassen.

 

Regie: David Slade (Eclipse – Biss zum Abendrot, Hard Candy)

Schauspieler: Josh Hartnett, Melissa George, Danny Huston, Ben Foster

Bewertung: 

D-Tox – Im Auge der Angst (2002)

Willkommen auf der Beauty-Farm vom Trainer von Vampirjäger Blade, Kris Kristofferson. Irgendwo im amerikanischen Nirgendwo werden hier traumatisierte und drogenabhängige Polizisten vor einer malerischen Schneekulisse entschlackt und ermordet. Mittendrin unser Lieblingspolizist Sylvester Stallone, der in so einer Art Trauma versucht, sein Schauspieltalent zu entdecken, allerdings als moderner Don Quijote von Vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Der Hausmeister ist Tom Berenger (Inception, Training Day) und die Krankenschwester wird verkörpert von Polly Walker. Außerdem spielen noch ungefähr zwanzig weitere Protagonisten eine Rolle, deren Namen man sofort vergisst. Ein Glück benutzt D-Tox daraufhin jeden gottverdammten Namen dutzendfach pro Minute, um das eigene Gedächtnis zu trainieren.

Aber sachte. Worum geht es in diesem eineinhalbstündigen „Thriller“? Jake Malloy (Sylvester Stallone) ist FBI-Ermittler und einem Polizisten-Mörder auf der Spur. Dieser bringt seine Opfer auf bestialische Art und Weise um. Als Malloy ihm immer näher kommt, wird seine Frau ermordet und der Beamte wird depressiv. Alkoholisiert versucht er, sich das Leben zu nehmen. Das gelingt natürlich nicht und sein Kollege Hendricks (Charles S. Dutton) schickt ihn nach Wyoming, wo der Doc (Kris Kristofferson) eine Art Atombunker als Therapiezentrum für Cops führt. Bis hierhin hat man noch einen halbwegs akzeptablen Film, der aufgrund der Morde stark an ‚Sieben‘ erinnert. Aber leider kommen nun die letzten 60 Minuten.

Nach und nach werden die Patienten ermordet. Manchmal fragt man sich jedoch, wer denn nun genau tot ist. Schließlich hat man nur kurz alle zehn Insassen kennengelernt und die erste Leiche sieht man eher flüchtig. Dann teilt sich die Gruppe auch noch auf und wir erleben tatsächlich ein „lasst uns alle einzeln alles absuchen“. Dabei stirbt der eine oder andere. Und in dem ganzen Sterben wird unser Held Malloy in Einzelhaft gesperrt. Doch, wer hätte das gedacht, in der gottverdammten Zelle gibt es einen mannsgroßen Lüftungsschacht, den er mit seinem gottverdammten Ehering aufbekommt. Dann wird noch ein wenig mehr gestorben, es kommt zum Showdown und natürlich taucht die Nebenhandlung zum Schluss auf, die aus seinem Kollegen besteht, der in der Nähe Eisangeln war.

Alle in der Anstalt sind merkwürdige Arschlöcher und selbst Malloy hat nicht viel, was man an ihm mögen kann. Das liegt nicht zuletzt an Sylvester Stallone, der hier die Ausstrahlung einer Gurke hat. Und auch das Verwirrspiel darum, wer am Ende denn der Böse ist, ist ziemlich vorhersehbar. Nichtsdestotrotz ist die ganze Aktion von vorn bis hinten völlig bescheuert. Die Idee hinter der Einrichtung ist völlig hirnrissig und das Verhalten der Protagonisten, die alle (angeblich) Polizisten sein sollen grenzt an pure Dummheit. Und, oh Wunder, die heiße Krankenschwester wird zur einzigen Vertrauensperson unseres Psycho-Rambos. Das Finale ist vorhersehbar und am Ende hat man den Eindruck, dass die Hälfte der beteiligten Personen einfach vergessen oder rausgeschnitten wurden. Da ist dann irgendwann auch die, na nennen wir sie mal Spannung, verpufft.

D-Tox ist ein sehr trauriger Film, ohne jegliche Handlung oder auch nur ein bisschen schauspielerischer Leistung. Das ist ein von der Bank weg uninspiriertes Stück Müll, das vermutlich auf der Welle von ‚Sieben‘ schwimmen und mit den Namen Stallone, Krisofferson und Berenger werben soll. Ich habe wirklich nicht den blaßesten Schimmer, wem das hier gefallen sollte. Der Regisseur, Jim Gillespie, zeichnet sich verantwortlich für ‚Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast‘. Und genauso blöd wie diese Billigthriller aus den 90ern ist eben auch D-Tox. Da hilft auch nicht der auf cool gemachte Name (detox ist englisch für entgiften). Alternativen sind vor allem, wie bereits mehrfach erwähnt, ‚Sieben‘ und ‚Die purpurnen Flüsse‘. Die sind nämlich H-mmer.

 

Regie: Jim Gillespie (‚Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast‘, Venom)

Schauspieler: Sylvester Stallone, Kris Kristofferson, Tom Berenger, Jeffrey Wright, Stephen Lang

Bewertung: 

Abraham Lincoln Vampirjäger (2012)

Geschichtsstunde mit Timur Bekmambetov. Und wer ‚Wanted‘ kennt, weiß, was das heißt. Da sind dann Vampire für den Sklavenhandel in den Südstaaten verantwortlich, Abraham Lincoln ist ein Axt-schwingender Kämpfer für Recht und Ordnung und aus irgendeinem Grund ist Silber das probate Mittel im Kampf gegen die Twilight-Vorfahren. Aber ich will mich nicht beschweren. ‚Wanted‘ hat trotz der mehr als beknackten Handlung unglaublich viel Spaß gemacht, aber da waren ja auch eine Angelina Jolie und vor allem ein unheimlich sympathischer James McAvoy dabei.

Der junge Abraham Lincoln sieht mit an, wie ein Vampir seine Mutter tötet. Dann stirbt noch irgendwann sein Vater und unser irgendwann erwachsener Held (Benjamin Walker) will irgendwie Rache üben, auf irgendeine Art und Weise. In einer Bar lernt er Henry Sturges (Dominic Cooper) kennen, der Abes Pläne durchschaut und ihm daraufhin das Leben rettet, bevor der Mörder seiner Mutter auch ihn beseitigen kann. Henry entpuppt sich als Vampirjäger und wird zu Abrahams Mentor und unterrichtet ihn in der hohen Kunst des, nun ja, Holzhackens. Dann schickt der Meister seinen Schüler in irgendein Kaff, wo er Vampire beseitigen soll, nebenbei verliebt er sich in die verlobte Mary (Mary Elizabeth Winstead), entdeckt seinen Hang zur Politik und kommt hinter eine noch größere Vampirverschwörung. Spätestens hier ist ganz klar, dass die Handlung nicht einfach bleiben wird und dabei konsequent den Weg der Verblödung geht. Die Story spannt sich dann später über mehrere Jahrzehnte auf, bis zur finalen Schlacht im Bürgerkrieg, wo die Vampire ihr Händchen im Spiel haben. Interessanter Nebenaspekt: Die Fledermäuse können sich bei Sonnenlicht umherbewegen und besitzen die Fähigkeit, sich unsichtbar zu machen. Warum diese dann trotzdem öfter mal den Kürzeren ziehen bleibt mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Anstatt unsichtbar ihre Gegner wegzumorden, müssen in dreidimensionalen Verrenkungen Kampfchoreographien abgearbeitet werden. Wirtschaftlich ist was anderes.

Tja, und dann ist da Abraham Lincoln. Natürlich ist das eine sehr witzige Idee, dem Zylinderträger eine Axt und schier übermenschliche Kräfte zu verleihen. Leider hat der Kerl die Ausstrahlung und Coolness einer Kartoffel. Man bringt ihm nie wirklich Sympathie entgegen, nichtmal als ein enges Familienmitglied von ihm ermordet wird. Lustigerweise ist dafür Henry als sein Lehrer die Coolness in Person. Der rennt permanent mit Sonnenbrille und Drei-Wetter-Taft-Fönfrisur umher und schafft es tatsächlich, dass man ihn mag. Ansonsten sind die ganzen anderen Weggefährten unglaublich egal. Jimmi Simpson (aus ‚It’s always sunny in Philadelphia‘) spielt den Chef und Freund von Abe, hintergeht ihn, dann doch nicht und irgendwie hat man auch schon keine Lust, sich groß darum zu kümmern.

Der Oberböse Adam (Rufus Sewell, der Böse in ‚Ritter aus Leidenschaft‘) ist, nun ja, voll fies. Aber auch ihm kauft man das nicht ab, zumal sein beknackter Plan mit den Sklaven vorne und hinten keinen Sinn ergibt. An seiner Seite sorgt die böse Vampirin Vadoma (Erin Wasson) unfreiwillig für die bescheuerteste Szene im ganzen Film, als sie im Finale aus einem mir nicht erfindlichen Grund der Präsidentengattin gegenübersteht.

Da helfen die zwei bis drei Twists im Film nicht weiter. Es gibt durchaus nette Kampfszenen, aber man wird das Gefühl nicht los, dass alles halbherzig und dahingeschludert ist. Und selten war mir ein Held so unsympathisch wie hier. Er ist kein Arschloch, aber als Nicht-Amerikaner habe ich keine persönliche Bindung zu Abraham Lincoln. Da schaue ich mir lieber zum zehnten mal ‚Blade‘ an.

 

Regie: Timur Bekmambetov (Wanted, Nochnoy dozor, Nochnoy bazar, Wächter des Tages)

Schauspieler: Benjamin Walker, Dominic Cooper Anthony Mackie

Rating: 

 

The Cabin in the Woods (2011)

Die Hütte im Wald ist vermutlich einer der abstrusesten Filme, die ich kenne. Nicht ganz so beknackt wie Zardoz vielleicht, indem ein Slip-tragender haariger Sean Connery auf einer Metaebene über die Menschheit philosphiert, aber dennoch ziemlich abgefahren. Das liegt vor allem daran, dass die altbackene Geschichte über ein paar junge Leute fernab der Zivilisation, die mit einem brutalen Grauen konfrontiert werden, auf satirische Art und Weise durch den Kakao gezogen wird und am Ende eine Art Film im Film ist.

‚The Cabin in the Woods‘ beginnt mit zwei Angestellten (Richard Jenkins, Bradley Whitford), die sich über ihr Privatleben unterhalten und nach einer Weile dann zur Arbeit schreiten. Diese hat mit fünf jungen Leuten zu tun (u. a. Chris Hemsworth a.k.a. Thor), die übers Wochenende zu einer einsamen Hütte rausfahren und Party machen wollen. Natürlich geschehen merkwürdige Dinge inklusive der gruseligen Begegnung mit einem Einheimischen an einer Tankstelle und schon bald stellt sich das Häuschen als Schauplatz unmenschlicher Morde heraus. Die Zombie-Familie lässt nicht lange auf sich warten und es beginnt ein blutiger Kampf ums Überleben. Dabei wird stellenweise nicht mit Blut gespart. Im letzten Drittel löst sich der Film dann komplett vom Schauplatz und es wird richtig absurd. Großartig ist, dass dies der womöglich erste Film ist, in dem ein Einhorn einfach mal so einen Menschen aufspiest.

Es ist schwierig, viel mehr zu verraten, ohne alles zu spoilern. Es sei nur so viel gesagt, dass ‚The Cabin in the Woods‘ auf seine eigene Art und Weise eine Satire auf das gesamte Horror-Genre ist. Joss Whedon (Avengers, Firefly, Buffy) und Drew Goddard (Cloverfield, Lost, Buffy) kritisieren mit dem Drehbuch direkt die Entwicklung der Gruselfilme, wie Whedon in einem Interview verriet (Quelle):

On another level it’s a serious critique of what we love and what we don’t about horror movies. I love being scared. I love that mixture of thrill, of horror, that objectification/identification thing of wanting definitely for the people to be alright but at the same time hoping they’ll go somewhere dark and face something awful. The things that I don’t like are kids acting like idiots, the devolution of the horror movie into torture porn and into a long series of sadistic comeuppances. Drew and I both felt that the pendulum had swung a little too far in that direction.

Man kann sagen, dass der Film im Grunde wirklich jeden Horror- bzw. Splatterfilm abdeckt. Ob Werwolf, böses Einhorn oder gar mordlüsterne Ballerina, hier dürfen zum Ende alle mal ran. Und dann gibt es noch einen Überraschungsauftritt von Sigourney Weaver. Am Ende ist dann klar, dass das Geschehene nur zweitrangig ist und der gesamte Film auf dieser Meta-Schiene fährt. Besonders alles, was nicht über die fünf jungen Menschen handelt, ist derart merkwürdig und satirisch, dass schnell klar wird, dass der Film eben nicht in erster Linie ein „Horrorstreifen“ Marke „5 Dummbatzen im Wald“ ist. Stellenweise fühlte ich mich mitunter an ‚Tucker & Dale vs. Evil‚ erinnert. Aber die Hütte im Wald ist eben mehr als nur eine Komödie.

Auch wenn mir die Message unheimlich gut gefallen hat, der Film hat durchaus seine Längen. Da hätte vielleicht das dezentere Einstreuen von ‚Merkwürdigem‘ mehr Spannung erzeugt, aber das liegt natürlich nicht in meinen Händen. Im Grunde ist der Film nie in großem Maße überaus aufregend. Auch wenn gerade der eine oder andere dahingemeuchelt wird, bleibt immer das Gefühl der Kontrolle und der Absicht hinter jeder Aktion.

 

Der Film wurde übrigens bereits 2009 gedreht, lag jedoch wegen der Insolvenz von MGM stolze drei Jahre irgendwo rum. Mehr dazu gibt es in diesem Interview mit Regisseur Drew Goddard. Wie man es auch sieht, im Endeffekt ist ‚The Cabin in the Woods‘ ein sehr spezielles und einmaliges Filmerlebnis für alle, die von dem ganzen ‚Saw‘-Blödsinn genug haben und ein bisschen was mit ‚Meta‘ anfangen können.

Regie: Drew Goddard (Writer für Lost, Cloverfield, Buffy)

Schauspieler: Kristen Connolly, Chris Hemsworth, Anna Hutchison, Fran Kranz, Jesse Williams

Bewertung: 

G.I. Joe – Geheimakte Cobra (2009)

Die Zeiten, in denen man mit Spielzeug nur gespielt hat, sind vorbei. Jetzt kommen die Lieblingsfiguren alle ins Kino, ob Transformers oder Barbie. Zuletzt sogar mit ‚Battleship‘ eine Brettspielverfilmung von ‚Schiffe versenken‘, was nur der Anfang vom Ende ist, schließlich stürmt bald eine Filmadaption von Monopoly die Leinwände. Und weil Hasbro mit den Transformers schon gute Erfahrungen gemacht hat, ist es nur logisch, die erste Puppe für Jungen, G.I. Joe, auch zu verfilmen. Und damit wären wir bei Geheimakte Cobra.

Die Story dieses Films ist so dünn wie auch kompliziert. Duke (Channing Tatum) und sein Kumpel Ripcord (Marlon Wayans, und ja, er heißt wirklich so im Film) sind Soldaten und sollen für die Nato eine neue Art von Sprengkopf bewachen, der irgendwohin transportiert wird. Plötzlich tauchen böse Buben auf und versuchen, den Koffer mit seinem Inhalt an sich zu nehmen. Dabei bemerkt Duke, dass die Fieslinge von seiner Ex-Freundin Ana (Sienna Miller) angeführt werden. Gott sei Dank erscheinen die G.I. Joes, die krasseste Kampftruppe auf dem Planeten. Sie retten den Tag und nehmen die beiden amerikanischen Soldaten mit in ihre Basis in Ägypten. Die Joes werden von General Hawk (Dennis Quaid) angeführt und sind sowieso die Coolsten. Dann erzählt Duke von seiner Vergangenheit mit Ana. Er war nämlich zusammen mit ihrem Bruder Rex (Joseph Gordon-Levitt) vier Jahre zuvor bei einem Einsatz, bei dem dieser ums Leben kam, woraufhin sie mit Duke schluss machte und böse wurde. Oder so. Wenn man so ein wenig über die Handlung siniert, dann kann man sich ein Lachen kaum verkneifen. Zumal ich hier gerade die ersten 15 Minuten abgedeckt habe. Ferner erfahren wir, dass der Entwickler der Sprengköpfe McCullen (Christopher Eccleston) die Dinger selber geklaut hat, weil er sie mit Nato-Geldern eh nur finanzieren wollte. Die Anfangsszene des Films spielt übrigens im Mittelalter, in denen ein Vorfahre des Mannes gefoltert wird und was irgendwie seine Motivation erklären soll. Oder so. Ach ja, in seinen Reihen befindet sich nicht nur Dukes Ex-Freundin Ana, sondern auch der total fiese Storm Shadow (Byung-hun Lee), der mit einem der Joes eine gemeinsame Vergangenheit hat. Außerdem führt Ana eine Scheinehe mit einem reichen Wissenschaftler-Schnösel in Monaco (WTF?) und der böse Zartan (Arnold Vosloo, der Typ, der die Mumie spielte in ‚Die Mumie‘) spielt auch noch eine Rolle, die im Sequel wichtig wird. Und der amerikanische Präsident (Jonathan Pryce) wird involviert und dann wird ganz Paris, inklusive Eiffelturm, in Schutt und Asche zerlegt, Rex ist doch nicht tot, die Bösen chillen irgendwo am Nordpol, Storm Shadow hat den Meister von Snake Eyes umgebracht und jeder normale Mensch sollte inzwischen den Faden verloren haben. Aber wer noch nicht genug hat: Ana ist doch nicht böse, es gibt einen ziemlich merkwürdigen Kurzauftritt von Brendan Fraser, der Präsident der Vereinigten Staaten wird ersetzt, Ripcord macht sich an Cover Girl (Karolina Kurkova) ran und steuert einen Kampfjet und die Motivation von Oberschurke McCullen ist so bescheuert wie auch blöd. Ja, …

Während der wohl aufwändigsten Szene in Paris gibt es eine minutenlange Verfolgungsjagd, die wohl noch bescheuerter ist als die Handlung selbst. Da wird ein Hummer (das Auto, nicht das Krustentier) mit einer Rakete hintenrum zerfetzt, um ein paar Sekunden darauf in unbeschädigtem Glanz zu erstrahlen. Einer der Joes klebt eine Minute lang unter besagtem Automobil drunter, ohne groß in Erscheinung zu treten, und dann, als ob irgendwem am Set noch eingefallen ist, dass der Typ ja noch da ist, springt er auf einmal hervor und weg. Während dieser Sequenz müssen ungefähr ein paar tausend Menschen sterben, aber hey, wir verfilmen hier ja nur ein Spielzeug für Kinder. Man sieht sowieso niemanden sterben, auch wenn der Eiffelturm und halb Paris zerlegt wird. Und das alles könnte man noch verzeihen, wenn es geil aussehen würde. Wenn es wenigstens Michael-Bay-Transformer-mäßig krasse Effekte gebe. Aber die Animationen von Autos und Motorrädern in solchen Szenen sind super schlecht und billig. Man sieht, wie die eine computeranimiert durch den Verkehr rast, schnitt, echte Schauspielerin…. Das ist traurig und schlecht. Ja, cool dass der Eiffelturm umkippt, aber es sieht schrecklich aus. Sogar Modern Warfare hat sowas cooler hinbekommen.

Und wer sich bis hierhin an noch nichts gestört hat, ist spätestens am Ende wütend, wenn Unterwasser-U-Boot-Kämpfe in so eine Art feuchtes Star Wars ausarten und mit noch ein wenig mehr Pathos die amerikanischen Kriegshelden gefeiert werden. Der Film ist zwei Stunden voll mit Quatsch. Sogar Transformers wirkt hiergegen wie ernstes Arthouse-Kino. Stephen Sommers hat zuvor tatsächlich ‚Die Mumie‘, ‚Die Mumie kehrt zurück‘ und ‚Van Helsing‘ gemacht. Doch wenigstens haben sich die Mumienfilme nie richtig ernst genommen. G.I. Joe ist fürchterlich platt und quellt nur so über vor Geschehen, dass aber keine Linie und nur ganz wenig Struktur hat. Sowieso kann ich persönlich Dennis Quaid-Filme nicht leiden, aber es liegt hier definitv nicht an ihm. Das Drehbuch ist totaler Dreck, dabei war daran ein Stuart Beattie beteiligt, der u.a. an Collateral und den ganzen Fluch der Karibik-Filmen mitgewirkt hat.

Was ist G.I. Joe: Geheimakte Cobra? Ganz einfach: ein 175.000.000 $-Werbefilm für ein Spielzeug, dass kleinen Jungen gefallen soll. Danke Hollywood. Ich freu mich schon fast auf den zweiten Teil…

 

Regie: Stephen Sommers (Die Mumie, Die Mumie kehrt zurück, Van Helsing)

Schauspieler: Channing Tatum, Dennis Quaid, Sienna Miller, Marlon Wayans

Bewertung: 

 

Resident Evil 5 (2012)

Meine Güte, wie die Zeit vergeht. Man glaubt, sich gerade vom letzten Resident Evil-Film erholt und die Ladung an Story-Dünnpfiff endlich verdaut zu haben, da schneit auch schon Teil 5 herein. Im Originial heißt der Streifen ‚Retribution‘, aber scheinbar hat man in Deutschland die wahrlich unglaublich beliebigen Beinamen satt. Genauso satt hat Regisseur und Drehbuchautor Paul W. S. Anderson, seines Zeichens Ehegatte von Milla Jovovich, jegliche Standards an nachvollziehbarer Handlung. Und als ob das noch nicht reicht, wird dreist aus allerlei Spielen und Filmen geklaut.

Nachdem im vierten Teil Alice (Milla Jovovich) auf einem Schiff den Oberschurken der Umbrella Corporation Wesker (Shawn Roberts) gestellt hat, endete Afterlife mit einem Cliffhanger, indem sich die arme Frau einem Bataillon an Kampfhubschraubern gegenübergestellt sah. Daran knüpft Retribution an: Alice wird gefangengenommen und eingesperrt. Wer sich bei der halbnackten Inhaftierten unfreiwillig an das Fünfte Element oder an beinahe jeden Vorgängerfilm der Reihe erinnert, liegt wohl nicht ganz falsch. Dann wird die Gute von Ada Wong (Bingbing Li) befreit und die Frauen fliehen durch den Gebäudekomplex und treffen nebenbei auf alte Bekannte, die sich als Klone entpuppen: Michelle Rodriguez, Oded Fehr, usw. Der Hauptcomputer, der in Form eines kleinen Mädchens dargestellt wird, ist nämlich böse und will alles und jeden töten.

Und jetzt mal eine kleine Aufzählung, was hier an Ideen schamlos kopiert wurde. Relativ zu Anfang gibt es eine Sequenz in einem amerikanischen Vorort, in dem die Zombieapokalypse ausbricht. Das erinnert sehr stark an Zack Snyders ‚Dawn of the Dead‘-Remake. Der Blödsinn mit den Klonen scheint eine Art ‚The 6th Day‘-Hommage zu sein. Aber keine Angst, Anderson schafft es, jegliche Ansätze von Sozialkritik im Keim zu ersticken. Am Ende sieht man unsere Helden auf dem Weißen Haus stehen, umringt vom Feuer des Krieges. Das wäre dann wohl Modern Warfare 2. Und dann kopiert sich Resident Evil stellenweise selbst. Nicht nur die nackte Alice kam schon dutzendfach vor. Auch die großen Gegner aus dem vierten Teil dürfen wieder ran. Das Fürchterliche ist, dass diese eine Axt werfen. Da hat man den gleichen blöden Effekt aus dem Vorgängerfilm nochmal benutzt. Zum Schluss fliegt ein Monstrum in den Zuschauer hinein, das verdammt stark an einen Mutalisken aus Starcraft erinnert. Der böse Obercomputer ist eine abgespeckte Version von Alma aus F.E.A.R.

Das ist dann noch nicht einmal die Spitze des Eisbergs. Die gesamte Handlung ist eine Ausgeburt der Lächerlichkeit. Der Film ist stellenweise dermaßen inkonsistent, dass es wirklich wehtut. Besonders Alice als Heldin springt von einer Sequenz zur nächsten, blutet nebenbei aus der Brust, scheint ansonsten aber ganz fit zu sein. Problematisch sind auch die Sprünge der Orte. Da in der Anlage mehrere Großstädte nachgebaut sind, schafft es Retribution, von einem amerikanischen Vorort runter zur Moskauer Metro und von da aus zum Big Apple. Reisegenuss à la Paul W. S. Anderson. Manchmal hat man auch den Eindruck, dass er sich nicht entscheiden konnte, ob die Helden gegen Zombies oder Klone antreten müssen. Ist auch eigentlich egal. Hauptsache Geballer. Das ist aber widerum total lächerlich geschnitten. Während alle aus der Deckung ballern, steht die böse und in lila Latex gekleidete Jill Valentine (Sienna Guillory) einfach in der Mitte des Ganges und ballert mit zwei Pistolen, wobei bei den alternierenden Schüssen entweder die linke oder die rechte Brust nach vorne schnellt. Das sieht dermaßen bescheuert aus, dass man sich kaum noch über ihren Ausschnitt freuen kann.

Neben dem Standard-Cliffhänger-Ende, an das man als Fan der Serie gewöhnt sein sollte, ist eine Stelle besonders bemerkenswert. Einerseits, weil ein Charakter so mir nichts dir nichts stirbt. Andererseits, weil ein großer Kerl (Kevin Durand) erst meint, er würde jetzt sterben, dann allerdings doch noch die Kraft findet, rumzuballern. Natürlich verreckt er kurz darauf mti Zigarre im Mund. Was für ein Held.

Die Effekte sind ebenfalls nicht besonders. Zugegeben, der Anfang, in dem wir die ersten gut 60 Sekunden erst rückwärts sehen, dann eine Zusammenfassung aller Filme bekommen, um dann den Anfang nochmal in normaler Geschwindigkeit und Abfolge zu sehen, ist durchaus sehenswert. Was aber danach an Tricktechnik zu sehen ist, ist wahrlich weder besonders ansprechend noch atemberaubend. Die Kampfsequenzen wirken dabei auf mich auch teilweise hölzern und irgendwie billig.

Eigentlich könnte ich noch stundenlang weiter über den Film motzen. Es stimmt einfach rein gar nichts. Man erwartet natürlich keine ausgefeilte Handlung bei einem Zombie-Videospiel-Streifen. Aber der fünfte Teil der Reihe schlägt dem Fass den Boden aus. Da steckt kein Fünkchen Liebe mehr drin (falls da jemals so etwas dabei war). Es ist nur noch Geldmacherei. 65 Millionen Dollar sind ein kleiner Einsatz, wenn man in kürzester Zeit wieder 200 Millionen drin hat. Und 3D ist nur nochmal ein weiteres Mittel, leicht begeisterten Minderjährigen ein paar Euro mehr aus der Tasche zu ziehen.

Keine Ahnung, wem das hier gefallen soll. Aber was ich davon halte, ist sowieso egal. Es haben genug Leute den Film im Kino gesehen, um Teil 6 zu finanzieren. Das Ende des Blödsinns ist noch lange nicht in Sicht.

 

Regie: Paul W. S. Anderson (Resident Evil  1 + 4, Alien vs. Predator, Death Race, Mortal Kombar)

Schauspieler: Milla Jovovich, Michelle Rodriguez, Bingbing Li, Boris Kodjoe

Bewertung: 

Lanz‘ große Erwartungen

31 Jahre hat Wetten, dass..? auf dem Buckel. Damit ist die Sendung nur 12 Jahre jünger als Markus Lanz, der nun am 6. Oktober die Moderation übernimmt und damit in die großen Fußstapfen Gottschalks tritt. Und der Druck auf dem Südtiroler ist groß, oder wann hat es zuletzt eine 50-minütige Countdown-Show im Vorhinein gegeben? Wer sich die Zeit genommen hat, konnte also ununterbrochen von 19:25 bis 23:40 etwas mehr als 4 Stunden die volle Breitseite Wetten, dass..? konsumieren. Zusätzlich sitzt zeitgleich der Gottschalk beim Supertalent und läuft damit in direkter Konkurrenz zu seinem Nachfolger. Und weil das noch nicht ausreicht, soll die eingestaubte Sendung modernisiert werden und muss somit eine Gratwanderung aus Neuem und Altem machen.

 

Lanz schön nervös

Markus Lanz beginnt die Sendung mit ein paar einleitenden Worten. Nebenbei schüttelt er Eltsners Hand in der ersten Reihe und man merkt, dass da verdammt viele Menschen sitzen. Und so spürt man bereits von Beginn an, dass der Mann nervös ist. Lanz erzählt eine Anekdote, die aber nicht so recht hilft und dann geht es auch schon los. Die erste große Neuerung ist wohl, dass nun alle Prominenten von Beginn an auf der Couch Platz nehmen und zeitgleich auch schon von vornherein als Paten für die jeweiligen Wetter präsentiert werden. Unglücklich scheint nur, dass Lanz so viele Leute gleich am Anfang da zu sitzen hat. Campino, Karl Lagerfeld, Sylvie und Rafael van der Vaart, Hannelore Kraft, Wotan Wilke Möhring, Bülent Ceylan und Rolando Villazón. Mit ihm sind das 9 Leute, von denen die meisten lange Zeit unbeteiligt bleiben. In den ersten Gesprächen addressiert der Moderator immer eine einzelne Person und man fühlt sich an seine Talk-Sendungen erinnert. Zumal man auch hier spürt, dass sich Lanz noch nicht so Recht wohlfühlt und mit seinen zusammengekniffenen Augen ganz gerne auf konzentrierter Zuhörer macht. Vor allem die Palawer mit den Promis wirken dabei gerne mal unglücklich und arg konstruiert. Das liegt aber auch daran, dass Lanz auf seine nette Art und Weise nicht so ein Chauvinist wie Gottschalk ist. Der setzte sich in jeder Unterhaltung durch, auch wenn dazu ein böser Witz nötig war. Außerdem sah sich Gottschalk immer erst zum Ende seiner Sendungen mit einer derart großen Überzahl an Leuten konfrontiert. Hier ist das Konzept, dass die Couch erst nach und nach mit Leuten gefüllt wird, eigentlich besser. Dafür kann sich die Couch mit den Gästen jetzt drehen und die einzelnen Wetter sitzen dahinter auf ihrer eigenen Sitzgelegenheit (die sich aber nicht drehen kann).  Die Modernisierung der Kulisse ist dezent, aber doch deutlich spürbar und macht die Sendung frischer. Man ist also im 21. Jahrhundert angekommen.

Man dachte auch, es würde auf eine Co-Moderatorin verzichtet werden. Bis dann Cindy aus Marzahn aus einem Wohnwagen herausgeklettert kam und noch häufiger Auftritte hatte und vor allem bei den Wetten dem Lanz zur Hand ging. Das war eine durchaus sympathsiche Lösung, auch wenn ich persönlich Cindy nicht leiden kann bzw. mir der Humor zu eintönig ist. Nichtsdestotrotz ist so eine sporadische Assistentin tausendmal besser als die arg gequälte Art von Michelle Hunziker, die mit Thomi mit zu RTL gewandert ist. Gerade Cindy schafft es, ein wenig Druck von Markus Lanz zu nehmen, weil jemand neben ihm steht, der eher ausgelacht wird und der eben auch davon lebt, dass die Leute sich über einen lustig machen. So tritt bei einer Außenwette Michael Kessler als Günther Jauch auf und gibt der etwas trägen Wette noch eine lustige Seite.

Die Gäste sind alle in Ordnung. Natürlich brabbelt Lagerfeld viel komisches Zeug und natürlich macht Bülent Ceylan irgendeinen Quatsch mit seinem Haar. Und Villazón bleibt auch cool, wenn Lanz seine Körperbehaarung, ob in der Nase oder auf der Brust, anspricht. Nichtsdestotrotz wird man das Gefühl nicht so richtig los, als ob es einfach viel zu viele Leute sind. Hannelore Kraft hat wenig beizutragen, auch wenn sie eine sympathische Person ist. Und Jennifer Lopez ist nach ihrem Auftritt auch nur ganz kurz da um über allerhand Unwichtiges zu reden.

 

Lanz‘ normale Wetten und eine Herausforderung

Dann sind da ja auch noch die Wetten. Auch hier wurde erneuert. Jeder Wetter bekommt nun ein Anfangsfilmchen, dass die Hintergründe der vorgestellten Aktion und die Person dahinter beleuchtet. Das ist auf jeden Fall sehr schön und bringt einem die Akteure näher. Gleich die erste Wette ist die mit Abstand beste und später am Abend auch Sieger. Hier balanciert ein junger Mann auf einer Slackline und macht, ohne abzusteigen, Fallrückzieher mit einem Fußball auf ein Tor hinter ihm. Doch als der Mann die angestrebten vier Tore macht, beim letzten jedoch die Balance verliert und den Boden berührt, herrscht kurze Zeit Verunsicherung. Wette geschafft oder nicht? Niemand weiß so recht. Auch die Van der Vaarts sind sich unsicher. Eher unsicher verkündet Lanz, dass der Mann nun noch einmal von vorne anfangen muss und zwei Minuten später ist die Wette dann auch verloren. Hier war der Moderator spürbar nicht Herr der Lage. Aber das ist auch vermutlich nicht verwunderlich für die erste Sendung. Trotzdem vermisst man bei Lanz ein wenig den Killerinstinkt und die Initiative. Um einiges merkwürdiger ist eine spätere Wette, in der ein älterer Herr einen relativ großen Parcours mit seinem Traktor auf nur zwei Rädern meistern soll. Nach wenigen Metern scheitert er jedoch, vermutlich weil der Untergrund nass war, und somit ist diese recht aufwendige Außenwette nach nur 20 Sekunden vorbei. Bei der nächsten Einstellung auf das Sofa mit Lanz mittendrin merkt man, dass das unerwartet kam und ein paar Sekunden lang Verwirrung herrscht. Das liegt vermutlich daran, dass Lanz kein überhebliches Arschloch sein kann wie Gottschalk, der wenn es sein muss, mit stupidem Gequatsche und einem blöden Witz jede Situation vergessen machen kann.

 

Nervig ist später bei einer Wette, bei der eine Frau Hundehaare entsprechenden Hunderassen zuordnen soll, Lanz‘ und Möhrings Gequatsche. Die Dame sitzt da und fummelt an der Haarprobe rum und die beiden Herren quatschen einen Haufen Quatsch und stören die Konzentration. Hier merkte man ganz klar, dass sich Markus Lanz ein wenig versuchte, wie Gottschalk zu verhalten. Nur funktioniert das so eben nicht. Dazu fehlt es an der Ruhe und der Routine. Aber das ist nichts, woran man nicht arbeiten kann. Überhaupt ist die Idee, Wettenden und Wettpaten aneinander zu binden, sehr gelungen. So müssen nun zu jeder Wette alle Promis ihre Einschätzung abgeben, denn wer richtig liegt, gewinnt für seinen Wetter 1000€ pro richtiger Angabe. Doch auch diese Idee wird getrübt, denn einmal vergisst Lanz beinahe, bei allen nachzufragen und beim vierten Mal ist es ein wenig nervig, wenn er jedes mal jeden einzelnen befragt, wie dieser so denkt. Das müsste man vermutlich anders lösen, vielleicht eine graphische Eingabe oder ähnliches. Nichtsdestotrotz werden die Grenzen zwischen Prominenz und Normalos ein wenig gelockert und man merkt vor allem am Ende, wenn sich Slackliner und Van der Vaarts in die Arme nehmen, dass man sowas nie bei Gottschalk gesehen hätte. Dass von den fünf Wetten nicht alle unbedingt interessant waren, sollte nicht unbedingt stören. Lanz schafft es jedoch, dass die Spiele wieder etwas wichtiger werden und nicht nur Beiwerk sind.

Und dann plötzlich und unvermittelt die ‚Herausforderung‘. Lanz muss gegen einen Zuschauer antreten. Liegestütze mit einem Bierkasten auf dem Rücken. Wenn der Kandidat gewinnt, darf er auf eine zweiwöchige Kreuzfahrt im Wert von 10.000 €.  Der Zuschauer bricht jedoch nach 3 Wiederholungen zusammen. Hier schafft es Lanz, mit dieser unerwarteten Leistung gut umzugehen. Er bietet dem Mann an, dass sich dieser eine Person aus den Zuschauerreihen aussucht, die die Challenge anstatt seiner macht und so noch für ihn die Aktion gewinnen kann. Und der sucht sich natürlich den stärksten Kerl im Saal aus, der Lanz dann auch schlägt. Das war widerum gut gemeistert. Einerseits weil der Moderator selbst Körpereinsatz zeigt und weil die spontane schwierige Situation in Wohlgefallen aufgelöst wurde. Dass Lanz nach den Liegestützen so außer Atem war, dass er kaum den nächsten Showact ankündigen konnte, war schon wieder sehr lustig und garantiert nicht unbedingt so vorgesehen. Nichtsdestotrotz fühlt man sich an ‚Schlag den Raab‘ erinnert, was aber nicht zwangsläufig schlecht ist. Man muss nur zusehen, was aus dieser Idee in späteren Sendungen gemacht wird.

 

Lanz‘ nette Auftritte

Und natürlich gibt es Showacts. Der junge maskierte Rapper Cro, der seine sehr erfolgreiche Nummer ‚Easy‘ vorträgt, die aber so rein gar nicht zur Sendung passt. Dafür ist meiner Meinung nach einfach der Altersdurchschnitt zu hoch. Es ist vielleicht auch lustig, dass auf seinem Shirt vorne „Was reimt sich auf Lanz?“ draufsteht, was mit „Gans“ auf dem Rücken beantwortet wird, doch ich habe dann immer den Eindruck, dass ein Frank Eltsner  in der ersten Reihe dem Herzinfarkt nahe ist. Die Toten Hosen und die Voca People hingegen fügen sich da homogener in die Veranstaltung. Und dann ist da noch am Ende Jennifer Lopez. Nach ihrem Auftritt kommt die Frau noch auf eine kurze Unterhaltung auf die Couch. Dass sie selber jedoch nicht mehr weiß, wann und wo sie in Deutschland auftritt, ist dann einfach mal schade. Da weiß Lanz auch nicht genau die konkreten Termine, aber macht ja nichts, es sind vier große deutsche Städte. Die Showacts waren aber sowieso nie das wichtige Element der Sendung.

Das war die Stadtwette mit ihrem Wettpaten Campino auch nicht. Es sollten 500 Düsseldorfer halbnackt und bemalt das Logo von Forutna Düsseldorf mit ihren Körpern bilden. Und natürlich wurde die Wette gewonnen. Ich habe ohnehin den Eindruck, dass diese Wette nur zur Promotion dient. Jetzt muss der Lanz im Fortuna-Trikot 37km nach Köln latschen. Medienwirksam eine Woche vor der nächsten Sendung. Mit Gottschalk war es auch nie anders, aber man könnte vermutlich auf diese Art Wette ohne größere Verluste verzichten.

 

Lanz und gar zu viel

Das größte Ärgernis an der Sendung ist, dass sie viel zu sehr überladen ist und dreieinhalb Stunden auch nicht wirklich wenig sind. Es passiert einfach zu viel und es bleibt wenig Ruhe für die Gespräche. Mitten in einer Unterhaltung mit Villazón kommt der Ruderachter von der Außenwette hinein, setzt sich laut und unter Applaus zu den anderen Wettenden und dann wird nicht etwa das Gespräch fortgesetzt, sondern man kommt gleich zum nächsten Punkt auf der Agenda. Beim Gespräch mit Ceylan kommt Lopez umgezogen aufs Sofa und dann wird mit ihr weitergeredet. Und ständig geschieht etwas. Natürlich ist die Sendung dadurch dynamischer, aber ich fühle mich als Zuschauer einfach überfordert. Viel zu viele Leute und Eindrücke. Man bekommt Angst, aufs Klo zu gehen, weil man etwas verpassen könnte.

Und obwohl ich Lanz wegen seinen Talksendungen nicht wirklich leiden kann, hat er seinen Job wirklich gut gemacht. Man merkt, dass alle paar Minuten irgendetwas nicht nach Plan verläuft. Ob der Gesprächspartner à la Lagerfeld undeutlich seine Weltanschauung präsentiert oder eine Wette nicht so läuft wie vorgesehen. Selbst als alle Promis und Wettenden versammelt werden, um die Telefonnummern zu präsentieren, funktioniert die Einblendung nicht. Unbeirrt quatscht Lanz einfach munter weiter, bis die Technik läuft. Und ich nehme auch an, dass er an Lockerheit mit weiteren Sendungen dazugewinnt.

Insgesamt ist dem ZDF mit dem Lanz’schen Wetten, dass..? eine Modernisierung gelungen. Die Sendung ist unterhaltsam, obwohl an der einen oder anderen Ecke noch geschliffen werden sollte. Dass Markus Lanz so etwas kann, hat er nun bewiesen. Und so richtig vermisst wird Thomas Gottschalk nicht, das beweisen die Quoten. Während das Supertalent mit 4,57 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 14,1 % den Tiefpunkt der Staffel markiert, interessierte Lanz‘ Debüt 13,62 Millionen Menschen und damit 43,7%. Das sind starke Zahlen. Die Zukunft wird zeigen, ob Lanz und Wetten, dass..? eine erfolgreiche Mischung für viele Jahre ist. Der Grundstein dafür wurde zumindest gelegt.