The Dark Knight Rises (2012)

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei  (außer vielleicht im Falle von Matrix). Gerade Peter Jackson sollte man dieser Tage mal fragen. So schickt uns Christopher Nolan in den Abschluss seiner Trilogie rund um den Mann mit dem Faible für Lack und Leder sowie einer Vorliebe für Fledermäuse. Im Folgenden soll auch die Frage geklärt werden, ob nach dem überragenden ‚The Dark Knight‘ dieser Film überhaupt eine Chance hat oder ob die übertriebene Erwartungshaltung nicht von vornherein für Regisseur und Drehbuchschreiber ein Kampf gegen Windmühlen ist. Schließlich hat Heath Ledger mit seiner Oscar-prämierten Darbietung als Joker den vermutlich einprägsamsten Schurken aller Zeiten erschaffen. Gleichzeitig muss sich Christopher Nolan stets in gewisser Weise an seinen anderen Filmen messen, was ebenfalls die Fallhöhe vergrößert.

‚The Dark Knight Rises‘ beginnt acht Jahre nach Teil zwei. An dessen Ende hatte Batman (Christian Bale) die Schuld für den Tod von Harvey Dent (Aaron Eckhart) auf sich genommen, um dessen böse Absichten zu verschleiern und den Glauben der Stadt an die Gerechtigkeit aufrechtzuerhalten. Dabei bleibt Commissioner Gordon (Gary Oldman) der Einzige, der die Wahrheit kennt. Ohne die Heldenrolle zieht sich Bruce Wayne immer mehr in sein Anwesen zurück und isoliert sich von der Welt. Nicht einmal sein treuer Butler Alfred (Michael Caine) ist in der Lage, den reichen Spross der Wayne-Familie aufzubauen. Dann tritt jedoch Selina Kyle (Anne Hathaway) auf den Plan und bestiehlt Bruce, der sich daraufhin wieder in die Öffentlichkeit traut. Das ist auch bitter nötig, denn Gordon begegnet dem unglaublich starken Schurken Bane (Tom Hardy), der in den Abwässerkanälen von Gotham City einen perfiden Plan ausheckt, um Bruce Wayne zu stürzen und die Stadt zu vernichten.

Das sind ungefähr die ersten zwanzig bis dreißig Minuten der Handlung. In einem Nebenplot verfolgen wir den jungen Polizisten Blake (Joseph Gordon-Levitt). Hin und wieder tritt die reiche Investorin Miranda (Marion Cotillard) auf und manchmal sehen wir auch noch Lucius Fox (Morgan Freeman). Man könnte auch unmöglich sehr viel mehr erzählen, ohne den Film zu spoilern. Dabei scheint niemand unwichtig zu sein und alleine die Anzahl der bekannten Schauspieler offenbart ein Problem: der Film ist einfach heillos überladen. Und dabei gewinnt man tatsächlich den Eindruck, dass ‚The Dark Knight Rises‘ mit seinen 164 Minuten Laufzeit zu kurz ist. Tatsächlich trifft man die Bösen aus dem ersten Teil, Scarecrow (Cillian Murphy) und Ducard (Liam Neeson), kurz wieder. Das soll allen Protagonisten der Trilogie noch einmal Tribut zollen, doch gerade für Nolan untypisch wirkt die Handlung sehr konstruiert und unfertig.

Das Finale von ‚The Dark Knight‘ bestand aus zwei Schiffen, bei denen beide jeweils einen Schalter besaßen, um das andere Schiff in die Luft zu jagen. Bevor eine bestimmte Zeit ablief, musste also eine Besatzung die andere töten. Der Clou dabei war, dass auf einem Boot normale Menschen, also Familien und Kinder waren, während auf dem anderen inhaftierte Sträflinge saßen. Die Abläufe und die moralischen Fragen, die sich dadurch ergaben, waren ziemlich interessant und haben einen gefesselt. Es wirkt so, als ob man sich größte Mühe gegeben hätte, diese Situation nun in Teil 3 überbieten zu müssen. Hier soll die ganze Stadt mit ihren 12 Millionen Einwohnern vor dem Abgrund stehen. Und genauso stellt Bane auch hier, ähnlich wie der Joker, die Bevölkerung vor ein moralisches Dilemma. Die Tiefe, die man nun dadurch zu erzeugen versucht, verpufft jedoch völlig. Man kann die Idee, die die Handlung vorgibt, erkennen, schließlich faßt Bane sie ja auch in Worte, aber man sieht sonst nicht mehr viel zu dem Thema. Daraus resultierend soll auch in gewisser Weise der Klassenkampf zwischen Arm und Reich gezeigt werden, aber die Zeit reicht nicht aus. Schnell geht es weiter zur nächsten Handlungsstation, zum nächsten Protagonisten und zu einem weiteren Zeitsprung.

Zeitsprünge macht der Film sowieso einige und diese sind unheimlich unbefriedigend und unnötig. ‚The Dark Knight Rises‘ spielt über eine Periode von etwas mehr als fünf Monaten. Dabei hat man den Eindruck, dass die Guten tatsächlich erst einmal die meiste Zeit über in den Urlaub fahren, bevor sie entgeistert feststellen, dass sie doch noch etwas unternehmen müssen. Das Verhindern von Banes Plänen fühlt sich auch nicht wirklich gut an. Das liegt daran, dass die Art und Weise, wie die Stadt unterjocht wird, weder elegant noch allzu sinnvoll oder nachvollziehbar ist. Der Joker hat einfach nur gerne Dinge in die Luft gejagt und Chaos erzeugt. Das war einfach, aber auch einigermaßen nachvollziehbar. Als dann Bruce Wayne den Schauplatz für längere Zeit wechselt, beginnt eine Sequenz, die an Vorhersehbarkeit nicht zu überbieten ist. Tatsächlich sind das dann Szenen, die man schon zigfach aus anderen Filmen kennt. Und gerade das erwartet man irgendwie nicht von einem Film, wo Christopher Nolan oben drübersteht.

Kommen wir zum großen Antagonisten Bane. Die Menge an Muskelmasse, die Tom Hardy für diese Rolle zugelegt hat, ist schon ziemlich imponierend. So ist Bane ein physischer Bösewicht, der allein durch Kraft Batman gefährlich wird. Schade ist nur, dass es nur zwei Aufeinandertreffen der beiden gibt. Zudem soll Bane auch brutal sein. Das erlebt man aber meiner Meinung nach nicht oft genug. Er bricht zwar einer Person das Genick, doch im Endeffekt habe ich ehrlich gesagt den Eindruck, dass er einfach nicht genug Screentime bekommt. Gerne hätte ich mehr von der schieren Durchschlagskraft dieses Ochsen gesehen, doch er beschränkt sich meistens auf eine lässige Körperhaltung mit den Armen am Revers. Und viele Dialoge hat er auch nicht. Diese müssten eigentlich für die wegen der Maske fehlende Mimik herhalten. So kommt es jedoch, dass Bane im Vergleich zu Joker sehr blass, wenig ausgefeilt und eben nicht wie das Genie, als das er dargestellt wird, wirkt. Dass seine deutsche Synchronisation anfangs merkwürdig klingt, weil oft ziemlich hoch intoniert, finde ich in Ordnung. Man gewöhnt sich daran und es gibt ihm auch ein wenig den Charme eines Psychopathen. Trotzdem macht die fehlende Gewaltdarstellung Bane seichter als er sein sollte. Man sieht kein Blut im Film, auch wenn da gerade eine Menge Menschen über den Haufen geschossen wurden. Rigorose Brutalität war natürlich nie Teil von Nolans Batmanreihe, doch gerade weil der Böse hier so eine physische Präsenz hat, fühlt sich das doch an, als ob man die Handbremse angezogen hätte. Sogar der schmächtige Joker hat durch das Verschwindenlassen eines Stifts klar gezeigt, wie fies er ist. Bane ist nun kein schwacher Charakter, aber man hatte doch auf mehr gehofft. Zumal Tom Hardy ein verdammt guter Schauspieler ist (siehe Bronson).

Negativ ist mir tatsächlich Batman aufgefallen. Seine tiefe Stimme wirkte auf mich oft unglaublich unpassend und geradezu merkwürdig. Überhaupt hat auch Batman so seine Macken. Anfangs ist er noch eine Art Krüppel. Irgendwann benutzt er irgendeine Hightech-Schiene. Und später scheint er dann völlig genesen. Dann ist er nämlich so gesund, dass auch Messerstiche ihm nichts ausmachen. Seine Beziehung zu Alfred steht auch auf wackligen Beinen, wobei mir das nicht ganz einleuchtet. Michael Caine ist garantiert ein überragender Schauspieler, aber warum seine Figur so dermaßen sentimental werden muss, ist mir ein Rätsel.

Allerdings hat mir Selina Kyle als Catwoman sehr gut gefallen, nicht nur optisch. Selbst wenn sie nie Catwoman genannt wird, bringt sie mit ihrer großen Klappe ein wenig frischen Wind in die Sache. Ehemaliga Katzenfrauen (Hally Berry, Michelle Pfeiffer) waren entweder ein totaler Reinfall oder totale Psychopathinnen. Joseph Gordon-Levitt ist sicherlich eine Bereicherung für den Film. Gleichzeitig erschien mir Gary Oldman als Gordon eher wie ein Fremdkörper und unpassend, aber das kann auch nur ein falscher Eindruck sein. Versöhnlich ist das Ende, das ein paar Überraschungen bereithält und der Story noch einmal eine nette Wendung gibt. Zwischendrin im Finale stören jedoch wieder mehrere Sachen, ob es eine merkwürdige Sterbeszene ist oder die Logik, dass man doch eigentlich nicht mit Raketen auf Bomben schießen sollte.

So summieren sich ganz viele kleine Dinge, die ‚The Dark Knight Rises‘ unrund werden lassen. Vor allem die Handlung ist nicht elegant und zu kompliziert. Das macht den Film nicht tiefgründig, sondern recht oberflächlich und die erzählte Geschichte irgendwie ungewohnt unintelligent. Natürlich reicht der Abschluss von Nolans Batmansaga damit nicht an Teil zwei heran. Das hätte er vermutlich auch nie gekonnt. Doch die ganzen störenden Kleinigkeiten hätten einfach nicht sein müssen. ‚The Dark Knight‘ war nicht in allen Belangen perfekt, doch sowas kann eben eine einzelne geniale Figur überstrahlen. Man erinnert sich nämlich nicht an die Handlung von Teil zwei, sondern einfach nur an Heath Ledger als Joker und wie großartig das bitteschön war. So jemand fehlt widerum nun. Und so fallen eben sonst mit Freude ignorierte negative Sachen eher auf. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass ‚The Dark Knight Rises‘ totaler Murks ist. Der Film ist eben immer noch ein guter Actionfilm mit einer großartigen Besetzung. Und damit für Hollywood typisches Popcorn-Kino. Das ist nichts, was zwangsläufig schlecht ist. Es ist jedoch eher ungewohnt, dass gerade jemand wie Christopher Nolan etwas derartiges produziert. Gerade, weil man mehr von ihm erwartet. Jetzt kann er sich wenigstens anderen Projekten zuwenden. Am Ende hat Nolan mit seiner Trilogie einem totgedrehten Superhelden neues Leben eingehaucht und die Batman-Reihe (als auch womöglich DC Comics?) gerettet. Die Filme von Tim Burton und Joel Schumacher werden in Vergessenheit geraten. Doch niemand wird es in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten wagen oder können, Nolans Adaption Paroli zu bieten.

Zitat aus Christopher Nolans offenem Brief über das Ende seiner Arbeit an Batman:

Michael, Morgan, Gary, Cillian, Liam, Heath, Christian . . . Bale. Names that have come to mean so much to me. My time in Gotham, looking after one of the greatest and most enduring figures in pop culture, has been the most challenging and rewarding experience a filmmaker could hope for. I will miss the Batman. I like to think that he’ll miss me, but he’s never been particularly sentimental.

 

Regie: Christopher Nolan (Batman Begins, The Dark Knight, Inception, Memento, Prestige, Insomnia)

Schauspieler: Christian Bale, Gary Oldman, Tom Hardy, Joseph Gordon-Levitt, Anne Hathaway, Marion Cotillard, Morgan Freeman, Michael Caine

Bewertung: 

Hot Shots! – Die Mutter aller Filme (1991)

Es hat schon etwas Befremdliches, wenn man sich im Jahre 2012 Hot Shots! ansieht und auf dem Bildschirm plötzlich Charlie Sheen neben Jon Cryer auftaucht. Schließlich sollten die beiden viele Jahre später in siebeneinhalb Staffeln ‚Two and a Half Men“ die Gebrüder Harper verkörpern. Als ob das nicht reicht, erblickt man bei genauem Hinsehen weiter zum Ende hin Ryan Stiles, besser bekannt als Dr. Herb Melnick. Damit ist dieses Filmchen schon so etwas wie ein wenig Zeitgeschichte, auch weil alle möglichen und damals aktuellen Filme aufs Korn genommen werden, allen voran natürlich Top Gun.

Lieutnant Topper Harley (Charlie Sheen) wird wieder in die Navy einberufen, um an der geheimen Operation „Schläfriges Wiesel“ teilzunehmen. Dabei leidet der Kampfjetpilot unter dem Trauma, dass sein eigener Vater bei einem Einsatz in einem Düsenjäger ums Leben gekommen ist. Glücklicherweise hilft ihm die Psychologin Ramda Thompson (Valeria Golino), mit dem Schicksalschlag fertig zu werden. Auf den Rest seiner Kollegen kann er sich jedenfalls nicht verlassen, denn die sind in der Regel sehbehindert, dumm oder beides.

Die Handlung ist mehr oder weniger egal und soll einfach nur eine enorme Anzahl von Witzen irgendwie zusammenhalten. Hauptthema bildet hierbei Top Gun, schließlich spielt der Film zum großen Teil auf einem Flugzeugträger oder in der Luft. Es werden jedoch noch unzählige andere Filme auf die Schippe genommen, beispielsweise Der mit dem Wolf tanzt, Rocky, Superman, Der Pate, Full Metal Jacket und Vom Winde Verweht. Erkennt man, was da gerade persifliert wird, funktioniert das eigentlich ganz gut. Die Witze verlieren jedoch enorm, wenn man einen Film nicht kennt. So habe ich bis dato Top Gun nicht gesehen. Dafür kann Hot Shots! natürlich nichts, aber nichtsdestotrotz beeinflusst es die Menge an Spaß, die einem bereitet wird. Im Grunde ist alles kindertauglich und in diesem Sinne auch ziemlich flach. Manchmal besteht der Humor einer Szene einfach nur darin, dass jemand stolpert. Hier muss man dann für sich entscheiden, ob man mit dem Niveau leben kann.

Für mich persönlich ist Hot Shots! zeitgleich auch ein gutes Stück Kindheitserinnerung und so übersehe ich gerne aus nostalgischer Verklärung, dass mancher Dialog vollkommen albern und gut zwei Jahrzehnte später nicht mehr ganz so lustig ist, wie noch vielleicht in den 90ern. Außerdem erinnert man sich gerne daran, dass Charlie Sheen damals noch ein junger und durch die Bank weg sympathischer Comedian war. Die mit 84 Minuten Laufzeit recht kurze Komödie ist definitv ein netter Film für Zwischendurch, ohne Tiefgang, aber am Ende liebenswürdig. Wer also die Nackte Kanone mag und mit dem persiflierten Material einigermaßen vertraut ist, darf gerne mal reingucken. Schließlich werden solche Komödien nicht mehr wirklich gemacht und wenn, dann auf billige und abstoßende Art und Weise. Damit ist nicht Will Ferrell gemeint. Der wirkt nämlich neben Hot Shots! beinahe schon ernst und geradezu tiefgründig.

Der zweite Teil geht dann in die Rambo- und Kriegsfilm-Richtung und gefällt mir dadurch sogar besser, zumal man die gleiche Schauspielerriege vorfindet hat.

Regie: Jim Abrahams (Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug, Mafia! – Eine Nudel macht noch keine Spaghetti!, Die unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Stone)

Schauspieler: Charlie Sheen, Valeria Golino, Lloyd Bridges, Kevin Dunn, Jon Cryer

Bewertung: 

 

 

Anchorman – Die Legende von Ron Burgundy (2004)

2010 hat Forbes Will Ferrell zum überbezahltesten Schauspieler Hollywoods gekürt. Zugegebenermaßen war das Auswahlverfahren dafür alles andere als besonders sinnvoll und der Kalifornier hatte zu dem Zeitpunkt gerade mit ‚Die fast vergessene Welt‘ einen Megaflop gelandet. Der Rest seiner Filme schlägt sich jedoch meistens relativ gut an den Kinokassen. So war ‚Anchorman‘ von 2004 mit einem Budget von 26 Millionen Dollar und Einnahmen in Höhe von 90 Millionen Dollar alles andere als ein Reinfall. Allerdings sagen solche Zahlen oft wenig über die Qualität eines Filmes aus. Das größte Problem an Will Ferrell-Komödien ist viel eher der Humor. Dieser ist ungemein polarisierend, abstrus und brachial. Und zugegebenermaßen recht dümlich. Von vornherein muss das aber nicht unbedingt schlecht sein.

In Anchorman spielt Will Ferrell den Nachrichtensprecher Ron Burgundy, der im San Diego der 70er eine angesehene und schillernde Persönlichkeit ist. An seiner Seite hat er die Kollegen und Mitstreiter Brian Fantana (Paul Rudd), Champ Kind (David Koechner) und Brick Tamland (Steve Carell). Den vier Männern passt es überhaupt nicht in den Kram, dass mit der Journalistin Veronica Corningstone (Christina Applegate) eine smarte wie auch gut aussehende Frau in die von Männern beherrschte Welt der Nachrichtensendungen tritt. Es entwickelt sich ein Kleinkrieg, der Ron Burgundy schnell ins Abseits befördert.

Es geht also im Grunde um den aufkeimenden Feminismus. Wer jetzt an ein zorniges Pamphlet gegen die Unterdrückung der Frau denkt, hat vermutlich noch nie einen Film mit Will Ferrell in der Hauptrolle gesehen. Das heißt soviel wie, dass es eine Szene gibt, in der er plötzlich eine Erektion bekommt und diese deutlich sichtbar und unabsichtlich eine Minute lang zur Schau trägt. Und dieser Humor wird auch den Rest des Films beibehalten. Es sind immer relativ platte und oft improvisierte Witze. Steve Carell spielt beispielsweise den Wetterfrosch, der im Grunde geistig zurückgeblieben ist. Oft kann er sich nicht richtig artikulieren und labert irgendeinen Schrott nach. Das völlig blöde Verhalten wird dann in der abgefahrensten Szene des Films so dermaßen auf die Spitze getrieben, dass ich mir eingestehen musste, dass mir ‚Anchorman‘ unglaublich viel Freude bereitet.

Die vier Männer geraten nämlich in einem Hinterhof an ein anderes Nachrichtenteam und die Situation eskaliert in eine gewalttätige Auseindersetzung, in der man sich auf Gastauftritte von Tim Robbins, Luke Wilson und Ben Stiller freuen kann. Das ist die meiner Meinung nach beste Szene des Films, denn nie erreicht der Humor sonst diese Überspitzung. Trotzdem musste ich oft mindestens schmunzeln. Auch schon ob der Gastauftritte von Jack Black, Seth Rogan und Denny Trejo. Oder weil Burgundy und sein Hund den gleichen Schlafanzug tragen. Oder weil er seinen Kummer in Milch ertränkt. Und so weiter. Es läuft eben auf die Frage hinaus, ob man mit dieser Art von Späßen etwas anfangen kann. Ist dem so, dann ist ‚Anchorman‘ der vermutlich beste Film mit Will Ferrell. Einfach weil quantitativ so viel passiert und die Art und Weise unheimlich erfrischend und einem Ron Burgundy sympathisch ist. Andererseits, wem das zu flach ist, wird sich die 94 Minuten lieber sparen. Dann ist der Film nämlich nicht viel mehr als eine Anhäufung von Witzen über Kot.

Mich persönlich hat ‚Die etwas anderen Cops‘ bereits positiv überrascht und in die gleiche Kerbe schlägt auch ‚Anchorman‘. Es ist eben seichter, aber nie verletzender Spaß. Man macht sich hier nicht über Britney Spears lustig wie beispielsweise ‚Meine Frau, die Spartaner und Ich‘ und bleibt eben auf diesem kindlichen Level, wie es einst auch Leslie Nielsen in ‚Die Nackte Kanone‘ gemacht hat. Ganz so gut ist die Geschichte um Ron Burgundy nicht, aber ich freue mich tatsächlich auf die Fortsetzung, bei der die ganze Saturday Night Live Crew wieder am Start ist.

Regie: Adam McKay (Die etwas anderen Cops, Stiefbrüder, Ricky Bobby)

Schauspieler: Will Ferrell, Christina Applegate, Paul Rudd, Steve Carrell, David Koechner, Fred Willard

Bewertung: