Jun 222012
 

Sean (Emile Hirsch) und Ben (Max Minghella) wollen in Moskau viel Geld verdienen, indem sie ihr eigenes soziales Netzwerk unter die Leute bringen. Dabei werden sie jedoch von Skyler (Joel Kinnaman) hintergangen. Daraufhin betrinken sich die beiden Jungunternehmer, woraufhin Energie-Alien-Wesen die Stadt angreifen und sich Ben, Sean, Skyler und zwei Frauen aus der verlassenen Stadt herauskämpfen. Dabei ist der Kontakt mit den unsichtbaren Außerirdischen in höchstem Maße ungesund und führt zur Auflösung eines Menschen oder Tieres zu Staub.

Was sich ein wenig fischig anhört, ist noch viel bescheuerter im Film. Das geht schon damit los, dass ‘Darkest Hour’ eine ganze Viertelstunde verschlingt, um uns die mehr oder weniger bescheuerte Hintergrundgeschichte zu vermitteln, die eher an GZSZ erinnert als an einen Sci-Fi-Film. Die Aliens bleiben dann die meiste Zeit über unsichtbar, da sie einen Energieschild um sich haben. Als dann zum Ende hin das Sprengen dieses Schildes eines der Außerirdischen gelingt, steht uns ein Totenkopf mit Patronengürtel gegenüber. Oder so. Und hier hört man dann einfach auf, dem Film noch irgendwie gutmütig Mühe zu unterstellen. Weil man sich hier einfach nirgendwo Mühe gibt.

Standardmäßig werden Nebencharaktere eingeflochten, die dann irgendwann das Zeitliche segnet. Vorhersehbar und unglaublich bemüht. Im Moment, als Skyler mit den Jungs flieht, war mir schon bereits klar, dass der Typ irgendwie bald sterben wird. Und ja, ich spoilere den Film jetzt, weil außer mir sowieso niemand so einen Quatsch guckt und hier einfach mal davor gewanrt werden soll. Doof ist auch, dass mir keiner der Protagonisten auch nur in irgendeiner Form sympathisch ist. Weder die beiden Helden, von denen einer auf eine mir nicht erklärliche dumme Weise sterben muss, noch die beiden Frauen in der Gruppe, die niemals schlau agieren.

Beispiel: Am Ende befindet sich die Gruppe in einem Fluss, weil dort irgendwo ein rettendes U-Boot auftauchen soll. Dann werden sie getrennt und AUF EINMAL BEFINDET SICH DOCH TATSÄCHLICH DIE EINE OLLE IRGENDWO EINEN BESCHISSENEN KILOMETER ENTFERNT IN IRGENDEINEM BUSBAHNHOF, ZU DEM DER EINE TYP ERST NOCH HINLATSCHEN MUSS! Hier verlässt mich dann der letzte Rest Interesse für den Blödsinn. Noch lustiger ist eher der Plan unserer Protagonisten, in der menschenleeren Stadt einfach mal zur amerikanischen Botschaft zu latschen, weil dort muss es ja unbedingt noch Hilfe geben. Ich habe Erfahrung mit Botschaften bzw. Konsulaten im Ausland, und man geht dort einfach nicht freiwillig hin! Nicht, wenn man nicht unbedingt muss. Man nimmt sich ja auch nicht den einen Tag im Jahr frei und denkt sich: “Hey, warum sich nicht einfach mal rektal untersuchen lassen?”

Produzieren tut hier übrigens Timur Bekmambetov, der Regisseur von ‘Wanted’ und dessen Film ‘Abraham Lincoln  Vampirjäger’ bald im Kino einschlägt. Alles klar? Mir persönlich gefällt Wanted, weil der Film so herrlich übertrieben ist, dass es einem schon wieder Spaß macht. Doch bei der dunkelsten Stunde stimmt einfach gar nichts. Vor allem, wenn man nicht unbedingt die Kapazitäten für eine interessante Handlung hat, so könnte man doch wenigstens die Aliens nicht ganz so doof aussehen lassen. Oder andersrum. Oder wenigstens nicht ganz so stereotype Charaktere, weil die Klischeerussen hier drin wieder mal die typischen Klischeerussen sind.

“Icchh biin BooRRRiissss, icchh macchhe Eyliähn kkahhputtt.”

Außerdem begeht der Film den Kardinalfehler, einen unschuldigen Hund sterben zu lassen. So schlägt es direkt in Antipathie um. Am Ende verhält es sich so, dass man mit ‘Darkest Hour’ durchaus seinen Spaß haben kann. Der Film ist 90-minütiges Lachen darüber, wie schlecht das alles ist. Mit entsprechendem Alkoholkonsum dürfte diese wilde “Achterbahn”-Fahrt durchaus Freude bereiten, zumal ein Sequel möglich ist. Dabei hätte ich nach dem Trailer nicht gedacht, einen annähernd so doofen Film wie ‘Skyline‘ zu bekommen, der für mich zu den miesesten Filmen dieses Erdenrunds zählt, dabei aber jedoch wenigstens gut aussieht.

Regie: Chris Gorak (Right at Your Door, Art Director bei Fight Club, Minority Report)

Schauspieler: Emile Hirsch, Olivia Thirlby, Max Minghella, Rachael Taylor

Bewertung: 

Jun 052012
 

Die Pandorum ist ein riesiges Raumschiff, das dazu entwickelt wurde, in einer Flugzeit über 123 Jahre so viele Menschen und Spezies wie möglich auf den Planeten Tanis zu bringen. Dieser ist erdähnlich. Die Erde selbst steht kurz vor dem Kollaps und so ist die Elysium gleichzeitig auch eine Art Arche Noah, um den Fortbestand dieses allseits beliebten Homo Sapiens zu sichern (Shoutout an alle Dodos und Tasmanischen Wölfe). Leider lief wohl nicht unbedingt alles nach Plan und so erwachen die beiden Crew-Mitglieder Payton (Dennis Quaid) und Bower (Ben Foster) nach ihrem Tiefschlaf, ohne eine Menschenseele vorzufinden. Gleichzeitig steht der Reaktor kurz vor dem Supergau und der Aufwachraum ist von außen verriegelt. So begibt sich Bower unter telefonischer Anweisung von Payton durch einen Lüftungsschacht nach draußen, um den Antrieb zu reparieren und Freundschaft mit einer illustren Bande von sehr hungrigen Kreaturen mit Stöckchen zu schließen. Hinzu kommt der Gedächtnisverlust, unter dem die beiden Männer leiden und der die Story phasenweise ein wenig von hinten aufrollt.

Pandorum als Begrifflichkeit stellt in diesem 108-minütigen Sci-Fi-Horror-Streifen eine Art Lagerkollaps dar, der einen in einer Art suizidalen Kurzschlussreaktion dazu veranlasst, einfach alles und jeden an Bord eines Raumschiffs zu ermorden. Die Verbindung dieser Krankheit zu unseren Hauptprotagonisten ist zu Beginn nicht ganz klar und auch die Herkunft der Monster bleibt ziemlich lange im Dunkeln, wird jedoch in einer ziemlich gelungenen Art und Weise am Ende aufgelöst. Der Trick mit der Amnesie und den daraus resultierenden Rückblenden, die zunehmend mehr Sinn ergeben, gefällt mir richtig gut und gibt dem Film mehr Tiefe, als er eigentlich hat. Denn im Grunde ist das hier Survival-Horror im Weltraum. Bei weitem nicht so düster und beklemmend wie z. Bsp. ‘Alien’, jedoch deutlich einfallsreicher und unterhaltsamer als ‘Event Horizon‘.

Und sogar Dennis Quaid gefällt mir hier drin. Obwohl er nicht gerade großartig anders spielt als sonst, ist das auf jeden Fall in Ordnung. Seit ‘Todeszug nach Yuma’ mag ich außerdem Ben Foster, der hier den aktiven Part übernimmt, während (der) Dennis eingesperrt bleibt. Allerdings ist Foster nie so richtig zu 100% der Held, mit dem man bis zum Schluss mitfiebert. Dafür wirkt er einfach zu steril und unterkühlt. Das ist natürlich der Rolle selbst geschuldet, aber ein wenig Selbstreflektion über seine Situation findet einfach nicht statt. Wenn es die Situation erfordert, ballert er. Muss man mutig und kühn durch eine Horde von schlafenden Monstern kriechen, so tut er das. Zurückblicken und sich darüber wundern, dass er als Bordmechaniker eigentlich ein anderes Betätigungsfeld hat, tut er nicht. Hier wäre mehr drin gewesen. Das muss nicht heißen, dass er à la Guy Pearce in ‘Lockout’ oder Vin Diesel als Riddick ständig irgendeinen pseudo-coolen One-Liner raushauen muss, doch ich hätte mir mehr Profil für ihn gewünscht.

Die bösen Viecher empfand ich okay. Nichts ist bedrohlicher natürlicher als diese schwarzen Dinger in ‘Aliens’, aber hier hat man immerhin probiert, etwas Eigenes zu finden. So eine Mischung aus Brandopfer und Kellerbräune. Der Horror kommt dann eher über die Verfolgungen als über das Aussehen. So richtig konnte man sich dann aber nicht entscheiden, wann sich unser Held verstecken muss und wann nicht. Zumindest wirkt es unnatürlich, wenn sich Bower in der einen Szene noch gerade so verstecken konnte, um kurz darauf seelenruhig weiterzuschlendern bzw. durch das verseuchte Schiff zu rufen. Dadurch verfliegt die Spannung ein wenig.

Trotz alledem fühlte ich mich sehr gut unterhalten. Das mag einerseits daran liegen, dass mir solch Weltraumzeug gut gefällt, andererseits ist der Story-Twist am Ende (den es in dieser Art von Film scheinbar immer geben muss…) nett und einfach mal etwas Neues. Gerade nach ‘Event Horizon’ bin ich über jedes halbwegs brauchbare Ende dankbar. Natürlich ist dem deutschen Regisseur Christian Alvart mit Pandorum kein Geniestreich gelungen und zum Genre wird auch nichts Innovatives beigetragen. Allerdings gibt es hierdrin auch nicht wirklich viel, was einen stören könnte. Deswegen empfehle ich Pandorum jedem, der die Wartezeit auf ‘Prometheus‘ verkürzen will und dem die ‘Alien’-Filme bereits zum Hals raushängen.

Regie: Christian Alvart (Fall 39, Antikörper, 8 Uhr 28)

Schauspieler: Ben Foster, Dennis Quaid, Cam Gigandet, Antje Traue

Bewertung: