Iron Sky (2012)

Während Günter Grass wohl nie wieder nach Isreal reisen darf und sich die Aufregung um sein Gedicht auch irgendwie wieder total gelegt hat, scheint es keinen zu jucken, dass da gerade ein Film über Nazis auf dem Mond in den Kinos läuft. Diese bösen Nationalsozialisten, die immer noch hasspredigen und im Jahre 2018 wieder die Weltherrschaft an sich reißen wollen. Oder soll es etwas möglich sein, dass man nicht alles ernst und persönlich nimmt und den Menschen die allgemeine Meinungs- und Pressefreiheit lässt? Oder ist Iron Sky etwa die Darstellung von Space-Nazis erlaubt, weil es eine internationnale Produktion (Finnland, Deutschland, Australien) ist? Und hat der englische Begriff ‚irony‘ irgendetwas mit dem englischen Wort für Eisen (‚iron‘) zu tun? Fragen über Fragen!

Um es einfach mal vorweg zu nehmen: irony und iron stehen nach meinen Recherchen in keiner Verbindung zueinander. Währen nämlich die Ironie auf den griechischen Komödien-Charakter Eiron zurückgeht, entstammt das Eisen dem etruskischen Begriff ‚aiser‘ für ‚die Götter‘, weil das erste gewonnene Metall den göttlichen, weil vom Himmel stammenden, Meteoriten entstammte. Warum erzähle ich das alles? Weil Iron Sky ein sehr ironischer Film ist, indem unglaublich viel Eisen im Weltraum und auf dem Mond in die Luft gejagt wird.

Wir erfahren, dass die Nazis während des zweiten Weltkriegs eine geheime Basis auf der dunklen Seite des Mondes errichtet haben und sich dort versteckt halten, um sich auf die Rückeroberung der Erde vorzubereiten. Das erinnert den einen oder anderen womöglich an Transformers 3, nur halt eben mit Space-Faschisten anstelle von Space-Robotern. Im Jahr 2018 schickt die amerikanische Präsidentin, die Sarah Palin sehr ähnlich sieht, aus PR-Gründen ein paar Astronauten auf den Mond, darunter das schwarze Model James Washington (Christopher Kirby). Diese stoßen auf die Nazi-Basis mit ihrem Neu-Führer Wolfgang Kortzfleisch (Udo Kier). Washington wird anschließend albinisiert (bzw. stark gepudert) und zusammen mit dem SS-Offizier Klaus Adler (Götz Otto) und der naiven Lehrerin Renate Richter (Julia Dietze) auf die Erde geschickt, um Mobilgeräte für die Fertigstellung des Nazi-Eroberungs-Raumschiffs, der Götterdämmerung, zu besorgen.

Man merkt, allzuviel Sinn ergibt das alles nicht. Aber darum geht es auch nicht. Wir verfolgen also, wie die Mond-Nazis in unsere Gesellschaft kommen und dabei überraschend gut akzeptiert werden. Das liegt vor allem an der unglaublich skrupellosen PR-Frau Vivian Wagner, die Klaus und Renate für eine Werbekampagnge der Präsidentin einspannt. So wird der heutige Wahlkampf auf eine Stufe mit der Propaganda im Dritten Reich gestellt. Das ist einer der starken Momente des Films, denn hier erhält das ganze Spektakel einen bitterbösen Beigeschmack und karikiert auf eine humoristische Art aktuelle Missstände. Herauszuheben ist des Ende von Iron Sky, welches überraschenderweise einen ernsteren Ton anschlägt, den Film meiner Meinung nach aufwertet und ihm eine durchaus clevere Message mitgibt.

Problematisch ist der gut einstündige Mittelteil des 90-Minüters, welcher auf der Erde spielt und irgendwo zwischen Langeweile und seichtem Klamauk schwebt. Denn allzuviel wird mit den Nazis auf unserem Heimatplaneten nicht gemacht und so wird es relativ seicht, zumal man hier optisch nicht auftrumpfen kann. Denn trotz seines geringen Budgets sieht Iron Sky, vor allem in den Mond- und Weltraumszenen, fantastisch aus. Das gräulich angehauchte Flair der Nazis ist passend und macht besonders am Anfang Spaß. Die Weltraumschlachten am Ende sehen auch gut aus und fühlen sich nicht wie Low-Budget an. Gerade zum Schluss nimmt der Film dann noch einmal Fahrt auf und wird wieder interessanter. Eine offensichtliche Hommage an Star Trek finde ich äußerst gelungen und bei Weitem cooler als alle Witze bei Bullys Traumschiff Surprise.

So ist Iron Skys größtes Problem die Handlung. Natürlich steht diese bei so einem Film nicht im Vordergrund, aber so viele Witze gibt es in der Mitte nicht, die einen unterhalten und so entsteht ein gewisser Leerlauf. Außerdem wirken die Protagonisten eher orientierungslos und man weiß selbst nicht, wo das Ganze hin will. Nichtsdestotrotz überraschte mich der Film und unterhielt über die meiste Zeit ganz gut. Götz Otto spielt den jungen aufstrebenden SS-General authentisch und mit einer erschreckenden Souveränität, während Julia Dietze mit ihrer naiven und irgendwie profillosen Rolle ziemlich abfällt und eher den Eindruck eines Dummchens hinterlässt. Washington ist nicht viel mehr als ein Klischee, sodass die Guten weniger interessant sind als die Bösen.

Am Ende bleibt ein netter Film mit coolen Effekten aber ohne erinnerungswürdige Charaktere und mit Längen. Die Botschaft am Ende ist klar und deutlich und macht Iron Sky eindeutig besser als ein Traumschiff Surprise. Womöglich hätte ein Hans Landa, verkörpert vom Oscar-prämierten Christoph Waltz in Inglorious Basterds, Wunder bewirkt und hieraus einen B-Movie-Klassiker gemacht. Wer überhaupt auch nur ein wenig mit Science-Fiction anfangen kann, sollte jedoch gut unterhalten werden.

Regie: Timo Vuorensola (Star Wreck: In the Pirkinning, Norjalainen huora)

Schauspieler: Julia Dietze, Götz Otto, Udo Kier, Christopher Kirby

Bewertung: 

100 Million BC (2008)

Was macht eigentlich dieser blonde Bengel aus ‚Die blaue Lagune‘? Das Mädel aus diesem Insel-Romantik-Gedöns von 1980, Brooke Shields, kann immerhin auf eine relativ erfolgreiche Karriere in der amerikansichen TV-Landschaft zurückblicken (Lipstick Jungle, Hannah Montana, Nip/Tuck, Two and a Half Men, Die Wilden 70er, Susan). Doch wo hat man den blonden Schönling noch gesehen? Natürlich, in 100 Million BC! Nur ist Mister Blondi dort 28 Jahre älter und die Ansprüche ein kleines wenig niedriger.

Dr. Frank Reno (Michael Gross) hat eine Gruppe Soldaten in den 40ern zurück in die Vergangenheit geschickt. Nämlich 100 Millionen Jahre vor unsere Zeitrechnung. Dummerweise war sein Bruder Erik (Christopher Atkins) dabei und noch dümmererweise klappt das mit dem In-die-Gegenwart-zurückholen nicht mehr und so vergehen halt mal knapp 60 Jahre, bis man nun einen Trupp überkrasser Elite-Soldaten in die Vergangenheit schicken kann, um die Leute zu retten und alles wieder ins Lot zu bringen. Irgendwas geht dann noch schief und am Ende landet ein großer Fleischfresser aus der Urzeit im Los Angeles der Gegenwart und treibt dort seinen Schabernack.

100 Million BC ist ein wahrhaftiger Trash-Film. Das beginnt schon mit der Handlung, die weder vorne noch hinten so richtig Sinn ergibt. Am Ende wird ein Panzer aus dem zweiten Weltkrieg durch die Zeit geschickt, und keiner weiß so richtig warum. Die Armee der USA bzw. die Polizei von Los Angeles sind nicht vorhanden und ein umherstapfender Dino interessiert so ziemlich keinen. Um quasi den Verkehr darzustellen, wird ein Hummer-Truck  immer und immer und immer wieder verwendent. Ganz davon zu schweigen, dass das exakt gleiche Vehikel bereits von den Protagonisten gefahren wurde. Am Ende entwickelt sich der Film zu einem Werbevideo für das Joggen. Das ist einerseits löblich, weil gesund, andererseits jedoch unglaublich lächerlich. Weil nämlich vor 100 Millionen Jahren der Sauerstoffgehalt in der Luft viel niedriger war, sind die Leute, die in dieser Zeit lange gelebt haben, heute unglaublich athletisch und mindestens so schnell wie ein 20 Meter hoher Saurier. Wo die Handlung schon weit entfernt von sinnvoll ist, trumpfen die Special Effects zu einer unglaublichen Kakophonie des Grauens auf. Ein Soldat steht im Wald alleine und wir sehen, wie innerhalb von 0,5 Sekunden ein ziemlich schlecht gezeichneter Velociraptor ihn von hinten sachte in den Nacken beißt, um ihn mit Lichtgeschwindigkeit auf einen Waldspaziergang mitzunehmen. *Plupp*. Und so ziemlich jedes Urtier sieht aus wie von Kindergartenkindern mit Fingerfarben gezeichnet, animiert und produziert. Selbst zu Zeiten der Blauen Lagune wäre das schon komplett bescheuert gewesen.

Die letzten Szenen spielen dann noch ein wenig mit Zeitreisen und machen es auch nicht mehr besser. Obwohl mir der eine Twist zum Schluss für so ein nocht-nicht-mal-B-Movie geradezu genial erschien, verbleibt 100 Million BC auf seinem ununtertroffenem beschissenen Niveau. Dialoge und Schauspieler sind mies und alleine der Trailer lädt schon zum Schmunzeln ein. Wer schon alles gesehen hat, 85 Minuten Zeit hat und mal wieder „richtige“ Filme wieder genießen möchte, könnte mit Hilfe dieses Bodensatzes der Filmindustrie unterhalten werden. 100 Million BC ist nämlich schlechter als alles, was nachts über den Äther der privaten Sender flimmert und es lässt alle Filme von Nicoals Cage der letzten 5 Jahre wie kongeniale Meisterwerke wirken. Danke.

Regie: Griff Furst (Movin‘ In, Universal Soldiers (nichts mit Jean Claude Van Damme zu tun), 30 Days to Die)

Schauspieler: Michael Gross, Christopher Atkins

Bewertung: 

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The Yellow Sea (2010)

Ein koreanisches Thriller-Krimi-Drama! Und nur mit englischen Untertiteln, dazu noch 140 Minuten lang in der westlichen Version (157 im Original). Und ganz viele Leute, deren Namen und Gesichter man sich nicht so gut merken kann, zumindest fiel es mir sehr schwer. Und verdammt, die Koreaner mögen Messer…

The Yellow Sea handelt von Gu-Nam (Jung-woo Ha), einem ärmlichen Taxifahrer in der Grenzregion von China, Nordkorea und Russland. Er ist ein Joseonjok, also ein in China lebender Koreaner und damit ziemlich weit unten in der Nahrungskette. Vor sechs Monaten ging seine Frau ins reiche Südkorea, um dort zu arbeiten und so die Familie zu unterstützen. Sie hat sich seitdem nicht mehr gemeldet und Gu-Nam versinkt in Schulden, Alkohol und Glücksspiel. Der Gangster-Boss Myun (Yun-seok Kim) bietet ihm die Auflösung seiner Schulden an, wenn er jemanden für ihn in Südkorea um die Ecke bringt. So begibt sich Gu-Nam auf die Reise, um einen Mord zu begehen und dabei noch irgendwie seine Frau zu finden. Rund um den Auftrag ergeben sich Probleme und so ist die Polizei, die nach ihm fandet, bald sein geringstes Problem.

The Yellow Sea ist das genaue Gegenteil eines Feel-Good-Movies. Wer auf nette zwischenmenschliche Interaktionen wartet und weder mit Armut, Kriminalität und abgetrennten Gliedmaßen konfrontiert werden möchte, sollte Hong-jin Nas zweiten Film absolut meiden. Ansonsten entspinnt sich hier ein relativ komplexes Gefüge, dem man nicht immer allzu einfach folgen kann. Gegliedert ist der Film in 4 Kapitel, die jedoch nicht ganz so einschneidende Brüche bewirken wie beispielsweise bei Quentin Tarantinos Kill Bill-Filmen.

Gu-Nam ist im Grunde ein niemand. Er kann nicht kämpfen, hat kein Geld und unbedingt sympathisch ist er auch nicht. Doch man fühlt mit ihm in seiner aussichtslosen Situation mit. Das liegt teilweise auch an der Härte einiger Szenen. Es gibt teilweise minutenlange Verfolgungssequenzen, die einfach nur einen Typen zeigen, der überleben will und dabei von 20 Männern mit Messern, Äxten und Stangen verfolgt wird. Das sind die ganz starken Momente des Films. Und hier erinnert er ein wenig an Oldboy.

Der ‚Oberböse‘ ist Myun. Ein anfangs irgendwie ganz schön asozialer Typ, der liebend gern eine Axt benutzt. Man begegnet ihm relativ früh und kann ihn eigentlich überhaupt nicht einschätzen. Doch zum Ende hin nimmt er fast schon übermenschliche Fähigkeiten an und scheinbar machen ihm Messerstiche in den Leib nicht allzuviel aus. Und verdammt, mit seiner Axt kann man so viel machen, vor allem Amputationen am lebenden Subjekt. Er verfolgt Gu-Nam und ist einfach mal ein Boss, der das Heft selbst in die Hand. In einer Szene hat er keine Axt zur Hand, da nimmt er halt einen gottverdammten Knochen und verprügelt damit Leute. Ein weiterer Bösewicht ist ein gepflegter und reicher Mafioso, der in Sachen Coolness nie an Myun herankommt. So hat man jedoch enorm viele Charaktere, die alle Probleme miteinander haben und irgendwo in der Mitte ist Gu-Nam und versucht nur, am Leben zu bleiben.

Das Ende wiederum fand ich eigentlich gut. Das Problem ist nur, dass die letzte Szene nach dem Abspann noch einmal Fragen aufwirft und einen komplett unbefriedigt zurücklässt. Genauso auch eine andere Szene zum Schluss, die ich zwar deuten kann, die aber ansonsten irgendwie nicht allzuviel Aussagekraft besitzt und meiner Meinung nicht ganz in die Geschichte passt. The Yellow Sea hätte besser sein können, wenn man vielleicht die eine oder andere Sequenz weggelassen hätte. Nichtsdestotrotz bleibt der Film trotz seiner ausufernden Länge meistens spannend und geht einem an die Nieren. Diese Brutalität und Armut sieht man in der westlichen Hollywood-Welt selten. Während Oldboy jedoch ein sehr psychologischer und philosphischer Film ist, bleibt Yellow Sea glasklar in der Realität und konfrontiert einen einfach nur mit der Wirklichkeit. Meiner Meinung nach sollte man diesem Streifen durchaus eine Chance geben, zumal er noch im Mai 2012 ins Kino kommt und es gerade hierzulande neben den ganzen Tatorten und CSIs an Krimis nicht viel mehr in diesem Segment gibt.

Regie: Hong-jin Na (The Chaser)

Schauspieler: Jung-woo Ha, Yun-seok Kim, Jo Seong-Ha

Bewertung: 

Kampf der Titanen (2010)

Der ärmliche griechische Fischer Spyros (Pete Postlethwaite, RIP) zieht einen Sarg aus dem Meer. Darin eine tote Mutter mit ihrem noch lebenden Säugling namens Perseus (Sam Worthington, er spielt aber nicht das Baby!). Dieser ist zufällig der Sohn des Zeus (Liam Neeson). Jahre später fangen die Menschen im antiken Lande an, alle Göttersymbole zu schänden und zu beschädigen, weil sie, nun ja, voll überheblich geworden sind. Als Perseus samt Familie gerade neben einer frisch abgerissenen Zeus-Statue entlangsegelt, killt Hades (Ralph Fiennes) die Schänder und nebenbei auch Perseus‘ gesamte Sippe. Dieser wird aus dem Meer gefischt und aus irgendeinem Grund vor den König und die Königin geführt, die gerade voll auf die Gotteslästereien abfeiern. Da kommt jedoch Hades und tötet die meisten Soldaten und stellt das Ultimatum, in 10 Tagen mit dem Riesenkraken die Stadt Argos zu vernichten, wenn nicht des Königs Tochter Andromeda zum Opfer angeboten wird. Ich fasse zusammen: Entweder opfern wir eine einzelne Person oder aber wir schicken ein dutzend Männer und die halbe Stadt in den Tod. Natürlich lässt sich der notgeile Perseus nicht lumpen und bricht mit einem dutzend Männer (darunter Draco gespielt von Mads Mikkelsen) auf in den Tod. Weil es natürlich noch eine Hintertür gibt, um den Kraken zu vernichten. Deswegen soll man erst zu den Schicksals-Hexen und die geben dann einen Tipp, was zu machen ist. Zeitgleich kocht Hades sein eigenes kleines Süppchen, um Zeus zu stürzen und die Titanen freizulassen, die Trotz des Filmtitels nicht im Film in Erscheinung treten. Also quasi ein Alienfilm ohne Aliens oder ein Porno ohne schlechte Dialoge oder eine Filmrezension ohne miese Vergleiche und flache Witze. Irgendwie taucht dann noch so ein ehemaliger König und nun Monster-Riese auf, der ja eigentlich der Stief-Vater von Perseus ist, welcher aber aufgrund der sexuellen Intimität seiner Frau mit Zeus die Mutter samt Kind damals in einem Sarg im Meer versenkt hatte und dabei leider selbst als Blitzableiter gedient hatte. Die komplexen Familienstrukturen bieten also viel Spielraum, um eine tiefgründige Story mit der vollen Bandbreits an Emotionen abzuliefern.

Kampf der Titanen strotzt nur so vor Unlogik. Das liegt vor allem daran, dass es eigentlich keinen einzigen tiefgründigen oder sinnvollen Charakter gibt. Perseus ist ein Junge mit Vaterkomplexen und mit wenig Verstand, und zum ersten mal merkt man, dass Sam Worthington auch kein wirklich guter Schauspieler ist. Zumindest meiner Meinung nach. Natürlich liegt es auch am Skript, welches ihm ungefähr zwei Sekunden Zeit gibt, um über den Verlust seiner Familie hinwegzukommen. So richtig RACHE-BIS-AUFS-BLUT kauft man ihm so nicht ab. Viel mehr als angestrengt flüstern und hier und da sein Schwert schwingen tut er auch nicht. Warum die Halbgöttin Io (Gemma Arterton) ihm hinterherlatscht habe ich nicht verstanden und es war mir auch egal. Dass Mads Mikkelsens Rolle irgendwo zwischen Arschloch und Arschloch einzustufen ist, ist schade, denn gerade da hätte man sich doch einfach mal ein wenig zeit nehmen können.

Die Effekte sind eine wahre Frechheit. Im Jahre 2010 ist es doch wohl möglich, dass eine Medusa und diverse Riesenskorpione nicht aussehen, als ob sie die direkten Nachfahren des noch ein wenig schlechter, aber nicht viel schlechter,  animierten Skorpionkönigs aus ‚Die Mumie kehrt zurück‘ von 2001 sind. So wirken die Kämpfe gegen die Ungetüme irgendwie komisch, was die Schnitte nicht viel besser machen. So wirkt das alles vollkommen lieblos zusammengeschustert. Noch weniger Liebe wird den einzelnen Protagonisten zuteil, die kurz auftauchen, um schnell wieder zu sterben. Unseren Helden schert das eh nicht, weil er noch eine offene Rechnung mit Hades hat und keine Zeit, seine Freunde zu betrauern. Pegasus ist schwarz, ein Schiff versinkt innerhalb von Sekunden (so hätte auf der Titanic niemand überlebt) und die Auflösung des Finals ist vollkommen merkwürdig und schnell. Aber null Problemo, so haben wir wenigstens genügend Stoff für Sequels. Hurra!

So etwas entzieht sich jedem Verständnis. Man hat einen Liam Neeson, einen Ralph Fiennes und einen Mads Mikkelsen. Alles gute Schauspieler, die starke Rollen ausfüllen können. Warum da nicht ein wenig mehr Verstand in eine sinnvolle Handlung investieren? Schon hätte man einen ähnlichen Film à la Herr der Ringe oder Fluch der Karibik, der garantiert erfolgreich wäre, und zudem noch intelligent und gut! Dafür hätte man sich 10 bis 15 Minuten am Anfang nehmen müssen und die Charaktere mal ein wenig interagieren lassen können, bevor „the shit hits the fan“. Doch scheinbar besitzt das keine Relevanz in Hollywood, hauptsache man haut pünktlich zum Sommer einen Blockbuster raus, die Leute fressen das schon. Die Action-Sequenzen sind dann auch schlecht und so hat man einen ziemlich blöden Film ohne Charakter. Oder Titanen….

Regie: Louis Leterrier (Transporter I + II, Unleashed, Der unglaubliche Hulk)

Schauspieler: Sam Worthington, Liam Neeson, Ralph Fiennes, Gemma Arterton, Mads Mikkelsen

Bewertung: 

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Total Recall (1990)

Douglas Quaid (Arni) führt ein gar nicht mal so schlechtes Leben. Tagsüber ist er Bauarbeiter und bedient mit seinen ganzen Muckis den Presslufthammer, den Rest des Tages wartet Sharon Stone auf ihn daheim. Doch innerlich fühlt er sich zum Mars hingezogen, jedoch ist die Reise dahin nicht unbedingt billig und die politischen Verhältnisse dort sind gerade ein wenig unurlaubsmäßig. Der gewiefte Leser merkt bereits, dass wir uns in der nahen Zukunft befinden (im Jahr 2084), in der der Mars besiedelt und von einem fiesen Kerl kommerziell ausgebeutet wird. Quaid beschließt derweil, zu der Firma REKALL Inc. zu gehen und sich einen künstlichen Marsurlaub in seinen Kopf einpflanzen zu lassen, um so in den billigeren Genuss eines solchen Trips zu kommen. Zusätzlich wählt er sich eine Frau für diese virtuelle Reise und den Job eines Geheimagenten. Leider geht bei der ganzen Prozedur etwas schief und Quaid verliert sein Gedächtnis und plötzlich wird er von Männern verfolgt, die versuchen, ihn umzubringen. Seine Frau (Sharon Stone) offenbart ihm, dass sein ganzes Leben eigentlich nicht wahr ist und nur eine künstliche Erinnerung, die ihm implantiert wurde, was seine Situation nicht gerade verbessert.

Was folgt sind diverse Verfolgungsjagden bis auf den Mars, wo sich langsam die Handlung auflöst, um am Ende doch noch für Überraschungen zu sorgen. Auffällig ist, dass Total Recall von der technischen Seite her nicht gut gealtert ist. Das liegt an den ganzen Bildschirmen, Masken und Kulissen, die heutzutage ziemlich künstlich wirken und 1990 noch anders aufgenommen wurden. Das ist aber verschmerzbar, denn die Story ist für Arni-Verhältnisse wirklich gut. Und wer Total Recall nicht kennt, sollte ihn sich definitv mal geben, denn so viele aktuellere Filme nehmen Anleihen aus ihm heraus. Zum Beispiel die Horror-Idee von Matrix, in der wir nicht wissen, was real ist und was nicht, macht Arni bereits 10 Jahre früher durch. Minority Report war erst als Sequel zu Total Recall geplant worden, inklusive Quaid gespielt von Arnold Schwarzenegger, um dann überarbeitet zu werden. Man erkennt trotzdem Parallelen. Auch Equilibrium oder Johnny Mnemonic dürften sich durchaus an den Ideen hier bedient haben, ohne dass ich hier Plagiatur vorwerfe. Es ist jedoch interessant zu sehen, wie die Idee, dass Realität und Wahrnehmung nicht unbedingt identisch sein müssen, hier zum ersten mal auf die große Leinwand gebracht wird.

Gerade Arnold hätte ich solch ein mitunter gesellschaftskritisches Szenario nicht zugetraut. Zugegebenermaßen wirkt er manchmal deplatziert, wenn er mit seinen gigantischen Bizepsen als Bauarbeiter neben „nicht-ganz-so-durchtrainierten“ Leuten abhängt, aber das ist nicht schlimm. Viel unterhaltsamer ist der Aspekt, dass Total Recall mehr oder weniger eine Wundertüte der Merkwürdigkeiten bietet: eine Nutte mit 3 Brüsten, Mutanten mit verunstalteten Köpfen, Alien-Technologie, einen Eddie-Murphy-Verschnitt von Taxi-Fahrer, einen siamesischen Zwillings-Mutanten mit revolutionärer Attitude, eine messerschwingende Liliputaner-Prostituierte und den Terminator im Frauenkostüm mittendrin. Das macht den Film erfreulicherweise nicht allzu bierernst, zumal er an mancher Stelle ziemlich brutal ist. Insgesamt ergibt sich ein hoher Unterhaltungswert, zumal man sich nie in ausschweifenden philosphischen Dialogen verliert. Ein Arni stellt nun mal nicht so viele Fragen. Dazu bleibt auch keine Zeit und man sieht hier einen 113 Minuten langen Action-Sci-Fi-Film, der zu Schwarzeneggers besten Streifen zählen darf.

PS: 2012 kommt ein Remake mit Colin Farrell, dessen Trailer aber eher nicht allzu vielversprechend aussieht. Ab August wissen wir mehr.

Regie: Paul Verhoeven (Starship Troopers, Basic Instinct, RoboCop, Hollow Man)

Schauspieler: Arnold Schwarzenegger, Rachel Ticotin, Sharon Stone

Bewertung: 

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Cheyenne – This Must Be the Place (2011)

Sean Penn spielt Cheyenne, einen alternden ehemaligen Rockstar, der zurückgezogen irgendwo in Irland sein Dasein fristet. Er führt ein ruhiges Leben mit seiner Ehefrau Jane (Frances McDormand) voll von Melancholie und Tristess. Cheyenne selbst ist gezeichnet von seinem früheren Leben. Einerseits versucht er noch immer den Tod zweier Fans seiner Musik zu verdauen, andererseits merkt man ihm seinen früheren exzessiven Drogenkonsum an. Er bewegt sich langsam und spricht meistens eher bedächtig. Aus purer Langeweile handelt er mit Aktien und macht sonst eigentlich nicht allzu viel. Trotz dieser Lebensumstände schminkt sich Cheyenne immer noch tagtäglich und behält ein gewisses Outfit bei, welches seinem ehemaligen Musikerleben entspricht.

Eines Tages erfährt er, dass sein in New York lebender jüdischer Vater, zu dem er drei Jahrzehnte lang keinen Kontakt hatte, gerade stirbt. Da Cheyenne Angst vor dem Fliegen hat, nimmt er das nächste Schiff und kommt dadurch zu spät. Aus den Tagebüchern seines alten Herren und durch seinen Cousin erfährt er, dass dieser sein Leben lang den Deutschen gesucht hat, der ihn im KZ in Auschwitz gepeinigt und gedemütigt hat. So macht sich Cheyenne auf einen Roadtrip durch die USA, um die Lebensaufgabe seines Vaters zu Ende zu bringen.

Man muss wissen, dass dies ein langsamer zweistündiger Film ist. Es gibt sehr viele ruhige Bilder und teilweise sehr statischen Dialog. Das liegt vor allem an Cheyenne selbst, der langsam und mit hoher Stimme spricht und nur ein einziges Mal aus sich selbst herauskommt. Bewegen tut er sich bedächtig. Sowieso ist Cheyennes Erscheinungsbild teilweise so absurd und skurril, dass es schon wieder lustig ist. Wenn er beispielsweise irgendwo in einer amerikanischen Kleinstadt in einem Wohnzimmer neben einer alten Lady hockt, überall Plüschfiguren im Raum und alles auf süß und gemütlich gemacht, dann wirkt er wie ein Alien. Und das ist es, was den Film in erster Linie auszeichnet. Nirgends wirkt Cheyenne beheimatet und trotzdem muss er überall durch. Sean Penn spielt meiner Meinung nach überragend.

Der Film deckt rein thematisch eine große Menge an Dingen ab. Einerseits geht es um den Popstar, der seines Lebens schon lange überdrüssig ist und nicht mit seinem Leben klarkommt. Getragen wird alles vom Rachethema. Doch auch hier wird es wieder problematisch, weil Cheyenne mit der Reise gleichzeitig in gewisser Weise die Beziehung zu seinem Vater aufarbeitet. So läuft die Suche zum Ende hin auf die moralische Frage hinaus, ob das alles überhaupt in Ordnung hinaus, was er da macht. Was micht am meisten verwundert hat, ist, dass This Must Be the Place doch eher eine Art Krimi ist, weil der gesuchte Nazi gar nicht mal so leicht zu finden ist. Ich musste auch nach zwei Dritteln kurz Pause machen und über das Gesehene nachdenken. Es ergbit jedoch alles Sinn und so hangelt sich eben Cheyenne von Hinweis zu Hinweis. Das, woran er sich da orientierte, war mir zuerst gar nicht so bewusst, doch die Auflösung, die sich zum Schluss ergab, empfand ich als äußerst befridiegend und nachvollziehbar. Erst mit der letzten Szene wird deutlich, dass Cheyenne dank dieser ganzen Reise erst richtig erwachsen wird und sich von den Fesseln seiner Vergangenheit löst, die ihn zu einem melancholischen Emo haben verkommen lassen.

Der Film klärt nicht alles auf und lässt so Raum für Interpretationen. Das muss nicht jedem Gefallen, aber so empfand ich das Ende nicht aufgedrückt. Manchmal muss eben nicht jeder Faden, der am Anfang gesponnen wurde, auch bis zum Ende verfolgt werden. So ist mir dieser Charakter namens Cheyenne, der erst völlig merkwürdig und deplatziert erscheint, als ein tiefgründiger und intelligenter Mensch ans Herz gewachsen. Einerseits weil Sean Penn so gut in der Rolle ist, andererseits weil er keine Diva ist, sondern einfach nur ein Kerl, der sich halt eben schminkt, weil er das so gewohnt ist und Probleme hat, sich das abzugewöhnen.  So ist Cheyenne eben ein totaler Antiheld, ähnlich einer Lisbeth Salander. Defnitiv ist das hier eines der ungewöhnlichsten Road-Movies da draußen, welches mir aber große Freude bereitet hat. Man muss auf große Spannung verzichten, denn der Film lebt von seinem zentralen Charakter. Der Trailer vermittelt ein gutes Bild für Unentschlossene.

Regie: Paolo Sorrentino (Il Divo, The Consequences of Love, The Family Friend)

Schauspieler: Sean Penn, Frances McDormand, Judd Hirsch

Bewertung: 

Johnny English – Jetzt erst Recht (2011)


Es ist wie immer das gleiche Spiel. Ich sehe einen Trailer und freue mich tierisch auf einen Film. So war es schon mit allen möglichen Streifen, die am Ende dann mehr oder weniger scheiße waren oder sind. Von World Invasion: Battle Los Angeles über G.I. Joe: Geheimauftrag Cobra, Kampf der Titanen bis hin zu Apollo 18. Die Liste ist endlos forsetzbar (Outlander, Sucker Punch, Fluch der Karibik 4, Wolverine, Legion, Transporter 2 + 3, alle Transformers). Inzwischen herrscht ein problematisches Verhältnis zu Trailern, die Angst vor einer weiteren Verarsche überwiegt. Das Vertrauen zerstört, die Hoffnung nicht mehr vorhanden. Wie tragisch… doch dann kam vor gut einem Jahr der Trailer zu Johnny English – Jetzt erst Recht daher und da war sie, die Hoffnung auf einen total lustigen und geilen Film mit Mister Bean a.k.a. Rowan Atkinson! Jaja, Eye of the Tiger im Trailer ist eigentlich kein gutes Zeichen, aber was hab ich früher Mister Bean gesuchtet. In den 90ern. Als das Leben noch einfach und die Trailer ehrlich waren.

Und Johnny English 2 beginnt eigentlich ganz in Ordnung. Der ehemalige Geheimagent des MI-7 (Rowan Atkinson) ist nach einem missglückten Einsatz ins Exil gegangen, doch eine geheime Geheimgesellschaft plant einen geheimen Anschlag auf den (geheimen?) britischen Premierminister und den (noch geheimeren?) chinesischen Regierungschef und so reaktiviert man Mister English. Jedoch gibt es einen Maulwurf in den Reihen des britischen Geheimdienstes und so muss English mit seinem Gehilfen Agent Tucker (Daniel Kaluuya) die Welt retten. Zur Mitte hin verliert der Film jedoch zusehends an Ideen und Feinschliff und so klamaukt es irgendwie vor sich hin.

Im Trailer sieht man, wie Johnny auf einem hochmotorisierten Rollstuhl vor allerlei Gegnern flieht, doch eine spannende Verfolgungsjagd mit solch einem merkwürdigen Gefährt wird nicht großartig verwendet. Alles, was man dazu bereits aus dem Trailer kennt, sieht man auch im Film. Das ist schade und gerade mit so etwas hätte man den üblichen Agenten-Film ganz gut parodieren können. Zu Beginn hatte English sogar noch einen netten Charme: Als ein Fiesling in bester Parcours-Manier vor ihm flieht und er relaxt hinter ihm herschlendert, dachte ich bereits, man schafft es, einen sympathischen und nicht allzu beschämenden Film hinzubekommen. Leider wird es von da an immer schlechter. Ich versuchte, Rowan Atkinson immer noch eine Chance einzuräumen, doch auch sein Credit ist irgendwann verspielt und so ist Johnny English gerade am Ende so vollkommen belanglos und unlustig, dass es einfach nur schade ist. Wenn er zum Beispiel im Tiefflug einen Helikopter zu einem Krankenhaus fliegt und sich in den Autoverkehr einreiht, dann mag das vielleicht noch für Kinder einigermaßen lustig sein, aber mir war das dann einfach zu blöd. Und das tut mir leid, weil ich immer noch ein großer Fan von Mister Bean bin und Johnny English im Vergleich dazu einfach nur ein profilloser Schatten einer so glorreichen Vergangenheit ist. An den ersten Teil erinnere ich mich nicht mehr ganz genau, doch ich denke, dass der zweite ein wenig besser ist. Aber nicht viel. Ein Fan von Austin Powers bin ich nicht, doch der ist auf jeden Fall besser. Wenigstens schafft es Johnny English, nicht ganz so dermaßen blöd zu sein wie ein Knight and Day. Eine große Leistung ist das jedoch nicht.

Regie: Oliver Parker (Othello, Ein perfekter Ehemann, Das Bildnis des Dorian Gray)

Schauspieler: Rowan Atkinson, Rosamund Pike, Daniel Kaluuya)

Bewertung: 

 

Krieg der Götter (2011)

Diese Review zu Krieg der Götter beginnt als ein multimediales Erlebnis, welches ich mit Hilfe der GZSZ-Titelmelodie ausstaffiere. Man möge sich bitte in einem Tab das hier öffnen und laufen lassen, während man den etwas angepassten Text zeitlich passend liest (oder singt) und so die Handlung mitbekommt:

 

Theseus hatte Träume,
wusste genau, wohin er will.
Immer auf der Suche,
bis er Hyperion killt.

Ich seh in sein Herz.
Sehe gute Griechen, schlechte Griechen,
ein Leben, das neu beginnt.

Durch Schwerter und Schmerz
werden alle Griechen gelyncht und auch
sein Schicksal bestimmt.

 

 

Alles geklappt? Alle Silben (sollten) passen, also bei Misserfolg noch einmal hörlesen! Ansonsten geht die Soap-Opera-Achterbahnfahrt weiter und wir benutzen unsere langweiligste Erzählerstimme (einfach total angestrengt alles überdramatsich betonen und schnell lesen, danke):

Theseus (Henry Cavill) versteht sich gut mit seiner Mutter. Als jedoch Hyperion (Mickey Rourke) mit seiner Armee vorbeischaut, „entgleitet“ ihm sein Dolch und Theseus wird zum Vollwaisen und Sklaven. Theseus ist sehr wütend und möchte Hyperion zur Rede stellen, doch der ist gerade wieder weg, um den Epeiros-Bogen zu finden, mit dem er die Titanen befreien und so den Göttern das Geschäft vermiesen will. Das gefällt Zeus natürlich nicht. Er will Theseus jedoch nicht helfen, weil ihn seine Vergangenheit verfolgt. Können die anderen Götter vielleicht die Situation retten? Bei Theseus‘ Flucht aus der Gefangenschaft begegnet er dem Orakel Phaedra (Freida Pinto), dem Mönchen (Greg Bryk) und dem Ex-Dieb Stavros (Stephen Dorff). Gemeinsam begeben sie sich auf die Reise, um Hyperions furchbaren Plan zu vereiteln und die Firma von Theseus‘ Vater noch zu retten. Gleichzeitig stellt sich heraus, dass Stavros‘ Zwillingsbruder eigentlich der Cousin 7. Grades von Hyperion ist und dass man beim Begräbnis der eigenen Mutter immer die Augen offen halten sollte, um nach dem einen oder anderen versteckten Schatz zu suchen. Plötzlich taucht der lange verschollene Onkel von irgendwem auf und stellt den Anspruch auf das Erbe von Stavros‘ Stiefvater, der jedoch in seiner Wut seinen gesamten Besitz anzündet und nur knapp überlebt. Die Götter stellen Untersuchungen an und finden heraus, dass Hyperion gar nicht verwandt sein kann mit irgendeinem der vorher erwähnten Charaktere, doch Phaedra spührt noch immer eine gewisse Verbindung zwischen dem König und Theseus. Da Theseus aber beim Fitnesstraining sich den rechten Fußknöchel verstaucht, kann er nicht bei der Premiere von Hyperions Musical dabei sein und so wird die Beziehung der beiden, die durch Hyperions Mord an Theseus‘ Mutter sowieso schon eher nicht so gut war, noch verschlechtert. Der Mönch hat sich mittlerweile die Zunge herausgeschnitten, einerseits, weil er den Aufenthaltsort von Phaedra nicht verraten wollte, andererseits, weil er verwirrt ist, da man sich bei der Handlung eigentlich die Augen und die Ohren abhacken müsste. Die prikäre Situation wird durch die latente Spannung zwischen Ober- und Unterschicht verschärft und es gibt noch einen Krieg. Oder so

Zugegebenermaßen ist die Fantasie ein wenig mit mir durchgegangen. Ist aber auch ziemlich egal, weil viel weniger Sinn könnte die gesamte Handlung von Krieg der Götter kaum haben. Und das meine ich ernsthaft. Die ersten zehn Minuten finde ich noch nachvollziehbar, doch von da an ist alles vollkommen behämmert. Wir haben eine Gruppe von Leuten, von denen uns jeder egal ist (inklusive Theseus) und die irgendwie rumlaufen, um erst einen Bogen zu finden, den sie dann (auf dümmlichste Art und Weise) verlieren, um dann in die finale Schlacht zu ziehen. In dieser finalen Schlacht kämpfen dann ungefähr 20 Leute gegen Mickey Rourkes 3-Millionen-Mann-Armee. Aus dieser Schlacht entfernen sich dann unsere Helden, warum auch immer, wird schon gut gehen. Aber gut, vergessen wir die Handlung. Der Film ist in erster Linie eines: eine Grafik-Hure. Und mehr auch nicht.

Problematisch ist dann jedoch, dass mir Krieg der Götter neben einem 300 wie ein lustiger Kindergeburtstag aussieht. Die Götter strahlen keine Autorität aus und obwohl Kampf der Titanen ein vollkommen lausiger Film ist, waren dort die griechischen Götter, angeführt von Liam Neeson und Ralph Fiennes, relativ cool. Auch die göttliche Inkonsequenz in Bezug auf das Einmischen in die Geschicke der Menschen macht sie noch lächerlicher und unlogischer, womit wir wieder bei der Handlung sind. Im Grunde sind Zeus und co. eine Bande von gelangeweilten Emo-Calvin-Klein-Unterwäsche-Models.

Der Einzige, dem ich in der Plörre seine Motivation abkaufe, ist Mickey Rourke bzw. Hyperion, der, wie Mickey Rourke sonst auch immer, ein ziemlich fieser Assi ist. Freida Pinto läuft nur rum, um gut auszusehen. Und der Rest schwafelt vor sich hin. Lustigerweise kopiert der Film dann hier und da Szenen aus anderen Filmen, allen voran eine Situation, in der 3 Frauen lebendig gekocht werden und dann um ihren Tod betteln. In bester Alien-4-Manier heißt es dann „Töte mich“ und ich komme mir vor wie ein Psychopath, weil das alles so blöd ist, dass es mich zum Lachen bringt. Weit am Anfang schnätzelt sich noch Theseus durch ein paar Gegner, wie einst Gerard Butler durch Perser. Doch meiner Meinung gibt es einfach nicht wirklich viele coole Kampfszenen, um das ganze als hohlen, aber coolen Actionfilm durchgehen zu lassen. Viel zu oft wird innegehalten und das Geschehene refkletiert. Wenn man aber über Blödsinn sinniert, dann gewinnt man nicht an Tiefe, sondern an unweigerlich lächerlichen Momenten. Die eine wichtige Ansprache vor dem finalen Kampf von Theseus ist keine bedeutende Ansprache, sondern vielmehr total uninspiriert. Und das Ende verstehe ich nicht. Vielleicht, weil ich zu blöd bin, vielleicht, weil ich nach einem Sinn suche. Alles, was mir bleibt, ist zu hoffen, dass man keine (durchaus mögliche) Fortsetzung hieraus spinnt und die arme geschändete griechische Mythologie in Ruhe lässt. Wer coole Griechen in krassen Schlachten sehen will, der guckt 300 oder Troja. Wer eine antike Geschichte mit Inhalt braucht, der liegt mit Gladiator oder Braveheart besser. Ich glaube, ich finde sogar Xena und Hercules besser als diesen Müll.

Regie: Tarsem Singh (The Cell, Spieglein Spieglein)

Schauspieler: Henry Cavill, Mickey Rourke, Stephen Dorff, Freida Pinto

Bewertung: 

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