Feb 282012
 

Ein Film von dem Typen, der den Flat Beat gemacht hat! Über einen mordenden Autoreifen! Mit telekinetischen Kräften! Und explodierenden Köpfen! Und ganz viel Metaebene! Wuut?

In Rubber sehen wir, wie ein Autoreifen zum Leben erwacht und losrollt, dabei jedoch seine finstere Seite entdeckt und anschließend mordend durch die Unweiten der amerikanischen Landstraßen tigert. Beobachtet von einer Gruppe Menschen mit Ferngläsern, die die Zuschauer darstellen sollen und zeitgleich die Metaebene des Zuschauers selber durchdringen. Oder so. Eigentlich ist die Handlung ziemlich egal, weil der Film sich nie so wirklich ernst nimmt. Als ein Zuschauer dann anfängt, mit den Protagonisten zu reden, wird es total absurd…

Der Anfang ist ziemlich cool. Wir sehen, wie der Reifen losrollt und seine dunkle Seite entdeckt. So tötet er erstmal ein Karnickel und freut sich auch ein wenig darüber, begleitet von netter Musik. Der Kontakt zu anderen Menschen wird dann jedoch schnell weniger nett und die ersten Köpfe müssen explodieren. So habe ich mir zumindest anfangs noch versucht, einen Sinn dahinter zu denken. Das wird aber immer schwieriger, sodass am Ende das totale Chaos herrscht. Auf dieser Seite habe ich jedoch eine wirklich gut passende Interpretation gefunden:

The movie interperates the movie companies. The officer at the beggining is a high up man that gives the orders to other people. The pale man with the bike is his ‘servant’ and does anything. The people spectating are regular movie goers that easily get poisoned by the crap that the movie industry puts out. The old man in the wheel chair represents a critic that isnt fooled into taking the poison. At the end, the tire turns into a tricycle and that is the same idea being reproduced. The tricycle then gathers an army of tires and goes to hollywood to mass produce that idea again and again.

Und in diesem Licht wirkt der Film wirklich clever. Das war mir persönlich nicht klar, denn trotz seiner kurzen 82 Minuten Laufzeit bin ich fast eingepennt. Emphelen würde dahingehend Rubber kaum jemandem. Es ist ein Kunstfilm, ohne richtiges Plot. Wer mit sowas umgehen kann und wer Lust hat, sich hinter jeder möglichen Szene einen Sinn dahinterzudenken, wird sich wohl unterhalten fühlen. Somit ist Rubber halt auch nichts für den Massenmarkt. Ich habe ihn geguckt, weil Leute meinten, dass das wohl ein total (absichtlich) doofer Film über einen psychopathischen Autoreifen wäre und ich keine Lust hatte, mein Gehirn zu überfordern (was einem Studenten nach seiner Klausurphase ja wohl erlaubt sein dürfte). Das ist er aber eben nicht.

Mein Problem ist auch, dass wenn man eine Botschaft eines Films nicht versteht, eher dazu geneigt ist, ihn für schlecht zu halten. Vor allem, weil man sich seine eigene Dummheit nicht eingestehen will. Und weil ich gut mit meiner eigenen Dummheit leben kann, ziehe ich mein Fazit folgendermaßen:

Rubber ist ein chaotischer, esoterischer Kunst-Film, dessen Bedeutung sich mir anfangs überhaupt nicht erschlossen hat und der trotz Splatter-Elementen kein Splatter-Film ist. Die Musik ist meistens wirklich gut und unterstreicht die Gefühlslage des Reifens. Die Interpretation aus dem Internet ist einleuchtend, aber nicht offensichtlich und somit bleibt Rubber schwierig, vor allem schwierig zu genießen. Auf jeden Fall ist das hier etwas, was einem sonst nicht alle Tage über den Weg läuft.

Regie: Quentin Dupieux (Mr. OIZO!!!!)

Schauspieler: Stephen Spinella

Bewertung:  

Feb 282012
 

Olé olé, der Dragonball-Film!  Olé olé, wie war die Serie geil, als ich noch ein Kind war. Gott sei Dank wurden meine Helden der Kindheit noch nie verwurstet und in billigen und / oder doofen Produktionen bzw. Sequels bzw. Prequels verstümmelt (außer der Tekken-Film,  Star Wars I, II, III, Der Tag an dem die Erde stillstand, 101/102 Dalmatiner, Karate Kid, A-Team, Planet der Affen, Conan, Pink Panther, Alien vs. Predator I+II, Die unendliche Geschichte II+III, Krieg der Welten, …). Heiliger Kuhmist, Son-Goku lauf! Oh nein, zu spät….

Dragonball selber ist ein Anime aus den 80ern. Davon gibt es dann noch erwachsenere Ableger: Dragonball Z und Dragonball GT. Im Fokus steht Son-Goku, der in Dragonball als kleiner Junge von einem älteren Herren adoptiert und im Kampf unterrichtet wird. Die Dragonballs sind 7 magische Kugeln, die beim Einsammeln aller zur Beschwörung eines Drachen führen, der einem jeden Wunsch erfüllt. Soviel zur Serie. In Z und GT ist Son-Goku erwachsen, hat Kinder und teilweise Enkel, ist aber immer recht frisch. Eine tolle Serie, mit sehr vielen Folgen und total viel Action und Kämpfen. Son-Goku wird immer mächtiger und ist überhaupt ein total korrekter Kerl. So weit, so gut.

Im 21. Jahrhundert entschloss man sich nun, die Serie mit realen Darstellern zu verfilmen. Und da geht das erste Problem von Evolution schon los. Wen nimmt man, um Son-Goku zu spielen, der in der Serie eigentlich ein Kind ist? Man nimmt Justin Chatwin, einen Hänfling, dessen Ausstrahlung und Mimik eher der eines gelangweilten Sexualstraftäters gleichen. Aber nun gut, damit kann ich noch leben. Wenigstens stimmt die Frisur. Jedoch haben alle anderen Protagonisten nichts mit der Serie gemein, außer die eine oder andere lose Charaktereigenschaft hier oder dort. Und da wird es schwierig und auch oberflächlich. Was das Ur-Dragoball in 74 (von insgesamt 153) Episoden erzählt, wird hier zusammengekürzt auf 85 Minuten und vollkommen leb- und lieblos abgespult. Der Quatsch ergibt dann im großen und ganzen überhaupt keinen Sinn mehr. Alle, die Dragonball nicht kennen, erkennen keinen Zusammenhang. Alle, die Dragonball kennen, fühlen sich verarscht.

Der böse Piccolo sieht zum Beispiel total beschissen aus. Nicht nur, weil er keine Ähnlichkeit zu seinem Comic-Vorbild hat, sondern weil seine Maske billig aussieht. Das erinnert dann viel mehr an die Power Rangers. Und wo wir gerade bei den Power Rangers sind, Dragonball Evolution klaut ganz frech aus diversen anderen Filmen. Wenn Son-Goku einen Dragoball berührt, hat er Flashbacks und böse Gedanken (Herr der Ringe). Piccolo verfügt über telekinetische Kräfte à la Magneto (X-Men). Und das Finale ist dann einfach nur noch traurig. Nicht im Sinne von “Och, wie traurig *schluchz*”, sondern eher in die Richtung von “Hey, das ist so traurig, ich glaube, ich zünde mich an, um den Dreck zu vergessen!”. Leider reicht es nicht, seine pyromanischen Triebe an sich selbst auszuleben, um den Haufen Blödsinn namens Dragonball Evolution zu vergessen.

Ich habe auch keinen Plan, was ein Chow Yun-Fat (Hard Boiled, Tiger & Dragon) da drin zu suchen hat. Das macht es nur noch trauriger. Und so bleibt nur noch eine Frage zu klären, die nach dem warum. Warum musste man Dragonball verwursten? Warum so schlecht? Warum so lieblos? Warum hatte man ein 45-Millionen-Dollar-Budget, obwohl der Film viel billiger aussieht? Hätte man nicht einfach einen erotischen Sailor-Moon-Softporno drehen können? Dann wäre zumindest ein Teil meiner Kindheitserinnerungen noch intakt. Alles, was bleibt, ist die Hoffnung, das irgendwer mal einen ordentlich Dragonball-Film in diesem Grafikstil macht.

Regie: James Wong (Final Destination I + III, The One)

Schauspieler: Justin Chatwin, Chow Yun-Fat

Bewertung:  

Feb 242012
 

Wie viel Geld braucht man heutzutage, um einen (guten) Film zu machen? Da gibt es Leute, die brauchen schon ihre “Milliönchen”. Der dritte Fluch der Karibik führt aktuell die Tabelle mit 300 000 000 $ an und lustigerweise befindet sich gleich dahinter Rapunzel (ja, dieser animierte Märchenfilm aus dem Jahre 2010) mit 260 000 000 $ an Produktionskosten. Inflationsbereinigt schaut das noch ein wenig anders aus, denn dann führt der Film Cleopatra, der 20th Century Fox fast in den Ruin getrieben hätte. Another Earth dahingegen ist ein Indie-Film für unter 100 000 $. Die Hauptdarstellerin hat das Skript zusammen mit dem Regisseur geschrieben, beide haben mitproduziert und das gesamte Editing hat Mike Cahill am eigenen Rechner gemacht. Dazu gibt es hier ein nicht uninteressantes Interview mit ihm.

In Another Earth geht es um die angehende und überaus intelligente Studentin Rhoda (Brit Marling). Sie zelebriert die Annahme am MIT (Massachusetts Institute of Technology) und fährt des Nachts im Rausch nach Hause. Zeitgleich kann man zum ersten Mal am Himmel einen neuen Planeten sehen: die zweite Erde. Dadurch wird sie abgelenkt und rammt ein anderes Auto, in dem sich John (William Mapother) misamt Frau und Kind befindet. Nur Rhoda und John überleben den Unfall und sie muss anschließend für 4 Jahre ins Gefängnis. Völlig verstört kommt sie nach dieser Zeit raus und begibt sich zu John, dem die Identität der Unfallverursacherin schleierhaft ist, um sich zu entschuldigen.

Der Film ist ein Drama, in dem zwei Menschen, die durch ein Ereignis vollkommen von der Gesellschaft getrennt und traumatisiert wurden, zueinander finden. Dabei schwingt immer im Hintergrund mit, dass Rhoda sich schuldig fühlt und John nichts von ihrer Vergangenheit weiß. Die zweite Erde ist dabei mehr oder weniger eher eine Randnotiz, was Another Earth nicht zu einem waschechten Sci-Fi-Film macht. Die Erden-Kopie ist mehr oder weniger der Rahmen für die Geschehnisse und stellt zum Ende hin auch eine Art Ausflucht aus der misslichen Lage der Akteure dar.

Insgesamt ist Another Earth sehr minimalistisch. Teilweise wird sehr wenig geredet, was mir persönlich jetzt aber nicht langweilig vorkam, da stets irgendwie eine Stimmung erzeugt wurde. Dabei entwickeln sich die beiden Protagonisten und steuern auf ein verdammt geiles Ende hin. Soviel sei gesagt. Natürlich bleibt der Tonus meistens traurig, denn den Tod von Johns Familie kann man im Grunde mit nichts aufwiegen. Es gibt auch nur einen Special Effekt im Film, undzwar die immer größer werdende Zweiterde am Firmament. Das sieht ziemlich nett aus und so verzichtet man auf irgendwelche abgedrehten Weltraum-Szenen oder dergleichen, die der Stoff vielleicht hergegeben hätte.

Wer dieses 90-minütige Beziehungs-Indie-Drama mit Sci-Fi-Einfluss schaut, wird sicher nicht enttäuscht werden. Zumindest wenn man auf jegliche Action und Komik verzichten kann. Es geht halt eben sehr ernst zu, vor allem wenn man Menschen auf dem Gewissen hat.  Wissenschaftler werden vermutlich innerlich sterben, denn rein physikalisch ist das Szenario mehr als fragwürdig. Ich fand Another Earth dennoch überwältigend schön. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, außer, dass man auch ohne viel Geld gute Filme machen kann.

Regie: Mike Cahill

Schauspieler: Brit Marling, William Mapother

Bewertung:  

Feb 232012
 

Es ist Nacht. Der Regen verwandelt die Straßen in eine Ansammlung von Pfützen, Dreck und Schlamm. Die Menschen beeilen sich, es herrscht geschäftiges Treiben. Man vertreibt sich die Zeit, zum Beispiel im Kino. Dort läuft gerade Dame, König, As, Spion. Es ist noch dunkler im Saal als draußen. Stille. Niemand wagt es, zu reden oder zu rascheln. Alle starren gebannt auf die Leinwand. Lange bleibt es so, bis ich beschließe, mir ein Bier aufzumachen.

Scheiße war das laut. Kurz umgeschaut. Niemand verärgert. Ok. Popcorn-Tüte aufmachen. Scheiße, das war ja noch viel lauter. Ganz, ganz langsam kauen. Damit es nicht so knirscht. Bloß nicht im Sitz bewegen, ist nämlich auch laut. Mein Gott, wie laut wir Menschen doch sind manchmal. Jede Bewegung erzeugt Geräusche, selbst das Atmen anderer. Augenblick, gabs da nicht noch einen Film auf der Leinwand?

Dame, König, As, Spion ist ein leiser Film. Und wenn ich sage leise, dann meine ich, dass manchmal so wenig gesprochen wird, dass man Angst bekommt, irgendwelche Geräusche zu machen und so, für den Fall, dass etwas gesagt wird, zu verpassen. Das ist keine Kritik. Jedoch können Freunde von Michael Bay und Roland Emmerich gleich an dieser Stelle aufhören zu lesen und lieber etwas sinnvolleres mit ihrer Zeit anstellen, zum Beispiel in Zeitlupe von Explosionen weggehen, ohne sich umzusehen. Der Rest freut sich über die überragende Besetzung.

Der Film spielt in den 70er Jahren und thematisiert den britischen Geheimdienst irgendwo zwischen Ost und West. In der Organisation soll sich ein Maulwurf befinden, der wichtige Informationen an die Russen weitergibt. Control (John Hurt), Chef der Organisation, erteilt Jim (Mark Strong) den Auftrag, sich mit irgendwem in Budapest zu treffen und so an den Namen des Maulwurfs zu kommen. Das geht ziemlich in die Hose und so wird Control mitsamt seinem Vertrauten George Smiley (Gary Oldman) entlassen. Das waren jetzt ungefähr die ersten 5 Minuten von Dame, König, As, Spion. Mir käme es jedoch schon als Spoiler vor, mehr zu erzählen. Es sei nur gesagt, dass Smiley sich auf die Suche nach dem Maulwurf begibt. Er ist nicht unbedingt sehr redselig. In den ersten paar Minuten, in denen man ihn zu Gesicht bekommt, sagt er praktisch nichts. Das trägt zur Statik und Ruhe des Films bei. Es gibt Schnitte, in denen erst ein Gegenstand in Nahaufnahme gezeigt wird und danach erst der Wechsel zu den Personen stattfindet.

Wichtig ist, stets konzentriert zu bleiben. Praktisch jedes Gespräch ist wichtig, egal wie unwichtig es scheint. Es reicht, wenige Szenen zu verpassen und schon versteht man einfach mal gar nichts mehr. Das liegt unter anderem auch daran, dass wir uns nicht nur auf einer Zeitebene befinden. Viele Dinge, wie zum Beispiel Smileys Beziehung zu seiner Frau, werden nur angeschnitten und mehr oder weniger angedeutet. Das kann einem Gefallen, schließlich muss ja nicht alles (wie in Hollywood) von vornherein ganz klar und eindeutig sein. So gibt es eben auch nicht so wirklich Gute und Böse hier. Es gibt lediglich Leute in einem menschenunwürdigen System, die miteinander interagieren. Nirgendwo springt ein glattgeleckter James Bond aus der Ecke und ballert dem fiesen Doktor Whatever die Birne weg. Der Feind bekommt kein Gesicht und die, deren Geschichte wir verfolgen, sind auch alle nicht ganz astrein, zumal ja einer von ihnen ein Maulwurf sein soll.

Wer als Kind schon immer Geheimagent werden wollte, wird sich das mit Dame, König, As, Spion wahrscheinlich nochmal gut überlegen. Man hat keine coolen Gadgets und bekommt nicht jede Frau. Der Job tötet Beziehungen und auch Menschen, und ist dazu auch noch mehr oder weniger langweilig. Zumindest im Vergleich zu allen anderen Agenten in Agenten-Filmen. Das fand ich verdammt gut. Es war dadurch unheimlich realistisch. Gary Oldman bzw. Geroge Smiley ist nämlich kein Vorbild. Er schwingt keine Reden, schießt nicht ein einziges Mal und profiliert sich auch sonst sehr wenig. Es gibt nur eine Stelle, an der er  sich ein wenig öffnet, ansonsten bleibt er ein schweigsamer Beobachter. Auch wenn Gary Oldman den Oscar für den besten Hauptdarsteller wahrscheinlich nicht gewinnen wird (George Clooney und Brad Pitt werden vermutlich von jeder Frau bevorzugt behandelt), so ist die Nominierung doch etwas feines. Zudem gibt es in diesem Film noch Colin Firth, Tom Hardy und Mark Strong.

Ansonsten ist Dame, König, As, Spion ein intelligenter und komplexer, etwas über 2 Stunden dauernder, ruhiger und vielleicht schon melancholischer britischer Film. Ich fand ihn wirklich gut. Die breite Masse wird den Streifen nicht leiden können oder ihn einfach nicht bemerken und das verstehe ich auch.  Schließlich wird, falls ich mich nicht verzählt habe, nur vier mal geschossen. Erinnern tut mich Dame, König, As, Spion ein wenig an The Good Shepherd mit Matt Damon und Angelina Jolie, der jedoch super-langweilig ist. Vielleicht ist eher No Country for Old Men der ähnlichere Film, weil dort auch vieles nur angedeutet wird. Wie dem auch sei, bloß nicht Rascheln oder Biere aufmachen beim Schauen. Vielen Dank.

Regie: Tomas Alfredson (So finster die Nacht, schwedisches TV)

Schauspieler: Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy, Mark Strong, John Hurt, Toby Jones

Bewertung:  

 

Feb 122012
 

Es war einmal eine widerliche Sekte, die sich Scientology nannte. Ihr Anführer war L. Ron Hubbard und er war eigentlich nichts weiter als ein Sci-Fi-Autor. Doch irgendwie mochten die Menschen die ganze Kacke, die er verzapfte und so wurde seine ganze Scheiße zur Grundlage einer Kirche. Weil nach seinem Tod die Menschen immer noch nicht klüger wurden und diese Seuche sogar auf Hollywood Zugriff hatte, entstand Battlefield Earth. John Travolta ist nämlich bekennender Scientologe und ein reicher Kerl, also produzierte er diesen, nun ja, nennen wir ihn Film, der sich aktuell sogar in den imdb Bottom 100 aufhält. Battlefield Earth ist 2 Stunden Sci-Fi-Gewurste mit Aliens und Menschen, die eher an Höhlenmenschen erinnern.

Doch Gemach! Worum geht es eigentlich?

Wir schreiben das Jahr 3000. Eine Alien-Rasse hat die Kontrolle über uns Menschen übernommen und wir hausen wie Neandertaler in Höhlen und verstecken uns, oder wir arbeiten in den Minen der Spastis vom Planeten Psychlo. Jonnie (Barry Pepper) verspürt ein Jucken in den Klöten und reitet los, um die Gegend zu erkunden und findet dann halt die Aliens. Ach ja, und er wird versklavt. Eins von den Dingern, die übrigens aussehen wie jamaikanische Transen auf Plateausohlen, namens Terl (John Travolta) ist der Oberboss und sein Handlanger ist Ker (Forest Whitaker). Weil die alle geld- bzw. goldgeil sind, sollen die Menschen heimlich in irgendeiner Gegend Gold schürfen gehen. WARUM AUCH IMMER, sie bringen Johnny ihre Sprache bei und IHR GANZES WISSEN. Der setzt es, HACH WAS FÜR EINE ÜBERRASCHUNG, gegen die Aliens ein. GOTT SEI DANK SIND UNSERE ATOMBOMBEN UND WAFFEN AUS DEM JAHRE 2000 NOCH EINSETZBAR.

In diesem Film ist einfach alles scheiße. Jedwede schauspielerische Leistung über die Handlung zu den Dialogen und den Requisiten. Alles ist billig und schlecht. Also halt wie Scientology! Der Film hat diverse Goldene Himbeeren ergattert, die coolste ist wohl für “Worst Screen Couple” für John Travolta, “with anyone sharing the screen with him”. Ich habe keine Ahnung wie man mit 44 Millionen Dollar so einen schlecht aussehenden Film machen kann. Wenigstens hat er herbe Verlust gemacht. Der Regisseur hat übrigens mal einen Oskar für die Deko im ersten Star Wars-Film bekommen. Forest Whitaker 2007 einen für den besten Hauptdarsteller. Barry Pepper kennt man aus The Green Mile und Der Soldat James Ryan. Und John Travolta: Pulp Fiction, Grease, Saturday Night Fever, Im Körper des Feindes, Passwort: Swordfish. Was für eine Schande. Gigantischer MÜLL. Ganz ehrlich, wenn es wirklich Menschen gibt, die blöd genug sind, sowas hier zu produzieren, dann habe ich nichts dagegen, von Aliens versklavt oder ausgelöscht zu werden, denn so ziemlich alles ist besser und unterhaltsamer, als Battlefield Earth zu gucken. Zum Beispiel seinen eigenen Fingernägeln beim Wachsen zugucken oder auf Youtube alle Videos angucken, in denen die Aussprache von Wörtern “erklärt” wird. Finger weg!

Regie: Roger Christian (Masterminds, Nostradamus, Starship)

Schauspieler: Barry Pepper, John Travolta, Forest Whitaker

Bewertung: 

Feb 082012
 

Hey, das ist doch Spencer aus King of Queens da auf dem Plakat! Richtig. Und so ungefähr die gleiche Rolle verkörpert Patton Oswalt auch in Big Fan. Er ist Paul Affiero, ein Parkhausarbeiter mittleren Alters ohne jegliche Perspektive im Leben, der noch bei seiner Mutter wohnt. Das einzige Hobby und irgendwie auch sein ganzer Lebensstil dreht sich um die New York Giants (genau die haben doch gerade den Super-Bowl gewonnen!). Er und sein Kumpel Sal (Kevin Corrigan) haben zwar kein Geld für Stadion-Tickets, fahren jedoch trotzdem immer hin und gucken sich die Begegnungen ihres Teams auf einem Fernseher auf dem Parkplatz an. Abends ruft Paul immer im Radio durch, um über die Giants zu diskutieren und sie zu verteidigen, womit er wohl sowas wie ein amerikanischer Kevin Großkreutz ist. Als die zwei Freunde jedoch dem Giants-Linebacker Quantrell Bishop in einen Club folgen und dieser Paul ins Krankenhaus prügelt, beginnen die Probleme. Denn wo zieht man die Grenze zwischen der Liebe zum Verein und dem gesunden Menschenverstand?

Im Grunde ist die Thematik auf jedwede Sportart transferierbar. Praktisch alles, was man in einem Stadion spielen kann, hat irgendwelche Ultra-Hardcore-Fans, die ihren Verein auch leben. In Big Fan wird Paul jedoch vor die Entscheidung gestellt, seinen Peiniger, der jedoch immer noch sein Idol ist, zu verklagen. Damit würde er sein Team schwächen und so ziemlich alles zerstören, wofür er lebt. Jedoch hat er gesundheitliche Schäden davongetragen und ein wenig Geld würde ihm vermutlich auch helfen.

Es ist also eine einfache Entscheidung für jeden, der nichts mit den New York Giants am Hut hat. Wir erleben jedoch, wie sehr Paul abhängig ist und wie er für sein Team Grenzen überschreitet und sogar auf Millionen von Dollar verzichtet. Und das, wo doch gerade so einem reichen Sportler so ein wenig weniger Geld kaum wehtun würde. Mit dem ganzen Vorfall wird Pauls Leben noch trostloser. Nun übt nämlich seine Familie Druck auf ihn aus, er muss Tabletten schlucken und er wird in seiner Radio-Sendung gedemütigt.

Im Grunde prasselt die Scheiße in den ganzen 90 Minuten Länge nur so auf ihn ein und man rechnet bereits mit einer Eskalation, oder zumindest einem Aufbäumen. Niemand lässt sich doch so einfach vom Leben erniedrigen! So hat mich der Schluss gut überrascht, denn Big Fan erwies sich als guter Film mit einem sehr schwarzen Blick auf die gesamte Ultra-Szene (also jetzt nicht die Ultras, die sich prügeln, sondern einfach nur die Die-Hard-Fans).

Ja, Big Fan ist eher träge und wird langsam erzählt. Auch ist es relativ still und es wird unglaublich viel über American Football geredet, von dem ich nicht unbedingt viel Ahnung habe. Jedoch gefiel mir Patton Oswalt als ein Spencer-ähnlicher Paul ungemein. Man könnte den Film vielleicht als eine amerikanische Version von Hooligans (mit Elijah Wood) auffassen, nur mit weniger bzw. gar keinem Blut. Es ist nunmal ein kleiner Independant-Streifen, der jedoch einen fast schon verstörenden Blick in das Leben eines Sportfanatikers liefert.

Regie: Robert D. Siegel (erstes mal Regie, davor Screenwriter für ‘The Wrestler’)

Schauspieler: Patton Oswalt, Kevin Corrigan

Bewertung: 

 

Feb 072012
 

Outlander ist ein ein Wikinger-Sci-Fi-Action-Film. Also quasi Cowboys & Aliens, nur ohne Cowboys. Dafür mit Wikingern. Schließlich haben die auch viel mehr was auf dem Kasten als diese lächerlichen Kuhjungen. Und unser Held ist auch noch Jesus! Also jetzt nicht wirklich der Sohn Gottes, Caviezel hat ihn nur verkörpert in Die Passion Christi. Und hab ich schon die Aliens erwähnt? Naja, jetzt nicht so wie in Aliens, weniger und auch weniger cool. Dafür können die leuchten und geben eine prima kuschelige Leselampe ab. Davon kann Sigourney Weaver nur träumen! Und wer darf in einem altertümlichen Szenario nicht fehlen? Ron Perlman a.k.a. Hellboy a.k.a. Conans Vater (in der Neuverfilmung) natürlich! Herr der Ringe-Freunde freuen sich zudem über den einen Charakter, der Boromir heißt. Also wieder mal ein bunter Cocktail aus allem möglichen. Ob das funktioniert?

Fangen wir doch erst einmal mit der Handlung an. Kainan (Jim Caviezel) kommt von einem anderen Planeten, sieht aber so aus wie wir. Auf der Erde zu Zeiten der Wikinger muss er bruchlanden (es ist jedoch kein Zeitreise-Film!). Leider und aus Versehen auch an Bord befindet sich ein Moorwen, eine Mischung aus einem hausgroßen Löwen und einem Tiefseeangler (diese Fische der Tiefsee, die mit sonem Lichtschein ihre Beute anlocken). Gepaart mit dem Charakter von Godzilla. Eine wunderbare Kombination. Das Vieh entkommt und er muss sich erst einmal alleine zurechtfinden, bis ein paar Wikinger ihn aufgreifen und für ein vom Moorwen angerichtetes Massaker verantwortlich machen. Dann jagen sie das Teil und so weiter und sofort. Der Film geht gut und gerne zwei Stunden und an dieser Stelle hat man noch einen weiten, weiten Weg vor sich.

Das größte Problem ist nämlich die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Ich musste mich selbst davon abhalten, mal auf Facebook vorbeizusurfen. Der Film ist so unglaublich träge, vor allem die ersten 80%. Danach schlägt es ins genau andere Extrem und wir erleben wild zusammengeschusterte Szenen und unlogische Stellen. Die Idee insgesamt finde ich nett, schließlich gibt es nicht viele dieser Art. Jedoch gibt es teilweise zwei- oder dreiminütige Dialoge, die nicht klug oder spannend oder eloquent oder lustig sind. Und damit langweilig. Dann taucht hin und wieder das Alien auf, das wir bis zur zweiten Hälfte nur andeutungsweise zu Gesicht bekommen. Das ist nicht wirklich gruselig oder spanned oder actiongeladen oder innovativ. Während sich unsere Helden, bei denen nicht ein einziger auch nur ansatzweise große Sympathien weckt, noch gegen das Moorwen zur Wehr setzen, kommt als Subplot noch ein Konflikt zum Nachbardorf hinzu. Das streckt Outlander zusätzlich und ist sehr unnötig. Ich finde, hier hätte man auf dieses Stück verzichten müssen. Dann wäre am Ende ein vielleicht logischerer und nicht so ausufernder 90-Minuten-Film herusgekommen.

Wie dem auch sei. Am Ende wurde es mir dann vollends zu blöd. Die eine Frau im Film wird entführt und will fliehen, sitzt jedoch vermeintlich in einer Sackgasse einer Höhle fest. Unser Held sagt ihr, sie solle sich durch einen Spalt auf die andere Seite zu ihm quetschen. Das schafft sie nicht und muss so gegen das Alien kämpfen. In der nächsten Szene braucht dann Kainan ungefähr 4 SCHRITTE!!!!!, um den engen Spalt zu umgehen und der in Gefahr befindlichen Frau zu helfen. Das ist dann einfach Faulheit. Man hatte keine Lust mehr, sich darum zu kümmern, also machen wir halt irgendwas, der Zuschauer wirds schon schlucken. Besonders dann bei Kämpfen mit dem Alien finde die Schnitte teilweise völlig mies. Ich will mich jetzt nicht zum großen Regisseur aufschwingen, aber mich stört das einfach. Ich hatte irgendwann dann auch den Faden verloren und wunderte mich nur über die Souverenität der Protagonisten.

Der Anfang war eigentlich sehr nett. So wird Kainan die Wikinger-Sprache erst im Matrix-Style über einen Computer innerhalb von Sekunden beigebracht. Auch die Rückblende, die Kainans Vergangenheit und den Ursprung der Moorwens aufklärt, ist cool. Der Rest ist jedoch einfach nur ein halbgarer Mix aus Versatzstücken anderer Filme. Genau wie bei Cowboys & Aliens habe ich den Eindruck, dass der Film zu lang ist. Es gibt einen Film mit Val Kilmer und Michael Douglas, der praktisch den gleichen Plot hat: Der Geist und die Dunkelheit, einer meiner Lieblingsfilme früher. Nur spielt das ganze in Afrika zur Kolonialzeit und anstatt des Aliens gibt es zwei Löwen. Das ist einfacher, spannender und überzeugender. Besonders zum Ende hin. So erzeugt ein im Vergleich zum Alien fast schon “gewöhnlicher” Löwe viel mehr Horror.

Outlander ist ein meiner Meinung nach schwacher Film, der einem nicht lange im Kopf bleibt. Leider, denn gerade zum Anfang fand ich das Szenrio aussichtsreich. Vielleicht können Fans des Sci-Fi-Wikinger-Action-Genres eher etwas damit anfangen. Viele gibt es aber glaube ich nicht.

Regie: Howard McCain (TV-Zeugs)

Schauspieler: Jim Caviezel, Sophia Myles, Ron Perlman

Bewertung: 

Feb 032012
 

Death note heißt übersetzt Todesmeldung. Und in dieser japanischen Anime-Serie gibt es davon so einige. In 37 Episoden zu je 20 Minuten wird die Geschichte des Schülers Light Yagami erzählt, der ein Notizbuch findet, das eigentlich einem Shinigami bzw. Todesgott namens Ryuk gehört und jedem die Fähigkeit verleiht, Menschen umzubringen. Ganz einfach durch Eintragen eines Namens und der Kenntnis des betreffenden Gesichts kann man auf praktische Art und Weise jeden um die Ecke bringen. Da Light ein guter Mensch ist und ein Musterschüler, beschließt er in seinem Größenwahn, alle bösen Personen auf dem Planeten zu töten. So fängt er an, die bösen Buben, die in den Nachrichten erscheinen, einzutragen. Praktischerweise ist sein Vater Polizist und so gelangt er an noch mehr tötenswerte Leute. Schließlich schaltet sich jedoch der krasseste Detektiv der Welt namens L in die Geschichte, um der ratlosen Polizei zu helfen. So beginnt der richtig gute Teil, nämlich ein Katz- und Mausspiel zwischen Light (der unter dem Namen Kira operiert) und L. Das dauert bis Folge 25.

Bis hierhin fesselte mich so gut wie alles in der Serie. Die Krimi-Elemente waren durchdacht und unterhaltsam, die Fantasy-Elemente mit den Todesgöttern eine nette Abwechslung. Der Kampf beider Hauptprotagonisten mit dem Verstand war spannend, denn beide sind clever und gleichzeitig auch wieder merkwürdig. Während sich Light zum Gott einer utopischen Welt frei von Kriminalität aufschwingen will, ist L ein merkwürdiger, beinahe an Gollum erinnernder Charakter. Dabei ist Light nach außen hin ein mustergültiges Mitglied unserer Gesellschaft, obwohl er zu keinem einzigen Punkt sympathisch ist. Er manipuliert, tötet und lügt, vollkommen ohne Skrupel. Wer seiner Idee im Weg steht, muss umgebracht werden.

Nach Folge 25 jedoch verliert die Serie viel an Sympathie. Die Handlung wird ein paar Jahre in die Zukunft getragen und unnötig verkompliziert. Vor allem, weil viel zu viele Leute an der Geschichte beteiligt werden und weil keine neuen interessanten Personen hinzukommen. Das ist sehr schade, denn so wird das Finale weniger spannend wie es hätte sein können. Lights Freundin bzw. spätere Frau, die ebenfalls über ein Death Note verfügt, ist eigentlich nur ein dummes Blondchen. Ich weiß nicht, ob das der asiatischen Vorstellung von witzigen Charakteren entspricht, jedoch passt sie meiner Meinung nach überhaupt nicht in den sonst so düsteren Tonus der Serie.

Insgesamt fand ich Death Note gut. Ich gucke nicht viele Animes, doch hier wurde ich, zumindest für die ersten 25 Folgen, sehr gut unterhalten. Wahrscheinlich gingen den Schreibern am Ende einfach die Ideen aus. An sich bietet Death Note eine Menge Denkstoff über die Todesstrafe und über die Verantwortung der Medien. Inwiefern ist unsere Gesetzgebung gerecht? Darf man Mörder einfach umbringen bzw. wo zieht man die Grenze für Straftaten, für die jemand den Tod verdient hätte? Interessant finde ich auch den Aspekt, ob man einen Mord verüben würde, wenn man in jedem Fall nicht erwischt werden könnte, da man die Tötung nicht durchgeführt hat. Im Grunde schwingt sich Light zum Richter und Henker für den ganzen Planeten auf mit Informationen, die er über die Medien erhält. Er polarisiert die Menschheit, denn es gibt Befürworter seiner Arbeit und auch Gegner. Und so tötet er eben auch unschuldige Gegner. Menschen, die sich dazu aufmachen, Gott zu spielen und irgendwann von sich selbst und ihrer Schöpfung korumpiert werden: Das kennt man aus Frankenstein oder Blade Runner, nur hier eben als Anime.

Bewertung: 

Feb 022012
 

Quiz-Frage: Wer führte Regie bei dem Film Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre? Schlaufüchse wissen sofort, dass es natürlich Marcus Nispel war. Logisch. Der ist übrigens Deutscher und drehte früher mal Musikvideos. Mit Cher und George Michael. Wer wäre somit besser dafür prädestiniert, einen blutigen Barbaren-Action-Film zu machen als dieser feine Herr aus Frankfurt am Main?

Conan ist ein Remake des Conan von 1982 mit Arnold Schwarzenegger. Das Original kenne ich leider nicht, nehme aber mal stark an, dass es besser ist. Sehr viel mieser kann man die Thematik nämlich nicht verwursten. Oha!

Also Conan (Jason Momoa) wird irgendwie mitten auf dem Schlachtfeld durch den ersten dokumentierten Kaiserschnitt geboren, durchgeführt von Ron Perlman, kurz bevor die entsprechende Mutter stirbt. Irgendwie ist gerade Krieg. Dann ist Conan Jugendlicher und voll cool drauf. Jedoch wird das Dorf samt Vater Perlman (a.k.a. Hellboy!) gelyncht und er ist allein. Dann ist er erwachsen und voll der coole Typ, der Sklaven befreit, Frauen beglückt und total gut aussieht. Jason Momoa ist wirklich Model übrigens. Und mit Lisa Bonet liiert. Das ist die Dame, die Denise Huxtable bei den Cosbys und die Informantin von Will Smith in Der Staatsfeind Nummer 1 gespielt hat. Huch, bin ich abgedriftet? Tut mir leid. Kommt nicht wieder vor.

Also, er muss sich ja noch rächen, weil sein Dorf vom bösen Khalar (Stephen Lang) weggeschnetzelt wurde. Er trifft Tamara, die irgendeine Nachfahrin irgendeiner Blutlinie ist und für irgendeinen okkulten Schwachsinn gebraucht wird. Also Conan hat sie jetzt (Gott sei Dank sieht die ganz lecker aus, zwinker zwinker). Und Khalar will sie. So sehen sich die beiden dann halt wieder. Und jetzt kommt eine der beknacktesten Szenen überhaupt: Sie kämpfen gegeneinander in irgendsoeiner verlassenen Arena, die Tochter vom Bösen beschwört irgendwelche Sandmonster und so weiter, die man leider nicht töten kann und so müssen Conan und seine Freundin fliehen. Ohne es zu checken, stellt sich heraus, dass wir uns die ganze Zeit einen Katzensprung vom Meer befanden und unsere Helden also einfach nur ins Wasser zu springen brauchen, um zu entkommen. Huch! Das ist ein wenig so, als ob Tom Hanks nach 10 Jahren auf der verfluchten Insel in Castaway feststellt, dass 100 Meter den Strand runter ein Flughafen samt Shopping-Meile und Hotel steht. Und sowas geht dann durch den ganzen Film. Als ob irgendwer es sich leicht machen wollte. Beim Finale hängen wir über einer Schlucht, fallen, und stellen fest, dass wir doch auf einem Felsvorsprung landen (Nein, das war jetzt kein Spoiler).

Überhaupt ist Conan so subtil wie Mario Barth. Er mag das Leben, die Liebe und das Blut seiner Feinde in seinem Gesicht. Einen kruden Hang zum Sadismus muss ich ihm auch unterstellen. In einer Szene wird einem armen Zellenwärter in sein nasenloses Gesicht gegrabscht. Das brachte mich zum Lachen. Es war einfach lächerlich. Wenn wir ihn nich schlau machen können, machen wir ihn brutal. Und so wird sogar ein Arnold Schwarzenegger mehr Tiefe und Schläue in jeder seiner Rollen versprüht haben (Sogar in Hercules in New York). So richtig brutal ist der Film dann eigentlich nicht, es fliegen höchstens 3 oder 4 Körperteile in den 113 Minuten Laufzeit. Schade.

Viele Kampfszenen sind außerdem so zufallsmäßig zusammengeschnipselt, dass man einfach die Lust daran verliert. Besonders eine Pferde-Rennen-Kampf-Szene ist einfach nur unglaublich blöd und lieblos. Erst ist Conan in Höhe von der Kutsche, dann doch nicht, dann doch wieder. Und wenn nicht einmal Herr Regisseur sich Mühe gibt, das Ganze gescheit zusammenzuschustern, warum sollte ich mir dann Mühe geben, aufzupassen? Und dann gucke ich auf Box Office Mojo nach, wie teuer Conan war und schreie auf! 90 Millionen Dollar? Nicht einmal 50 Millionen eingespielt? Gutes Geschäft. Mit der Knete könnte man 6 mal Drive drehen, oder 5 mal Midnight in Paris und immer noch 5 Millionen übrig haben, um sich bis ans Lebensende von Louis Vuitton Taschen zu ernähren.

So, was kann man sonst noch kritisieren? Die Dialoge sind alle doof, ALLE Charaktere sind doof, Conan voran. Handlung doof. Action nicht so krass. Wer K1 kennt, darf sich noch über die Gastrolle von Bob Sapp freuen, eine menschgewordene Dampframme. Ansonsten ist Conan ganz großer Schrott. Schon Pathfinder (vom gleichen Regisseur) war totaler Quatsch. Wer coole kämpfende Barbaren will, guckt 300. Conan mag.

Regie: Marcus Nispel (Pathfinder, Freitag der 13., Michael Bay’s Texas Chainsaw Massacre)

Schauspieler: Jason Momoa, Ron Perlman, Stephen Lang

Bewertung: