Sep 282011
 

Naja, Fast & Furious eben. Man kennt das meiste halt, es geht um Autos. Doch halt? Geht es wirklich um Autos? Nein! Warum auch immer, Rennen und geile Karren spielen irgendwie nur die zweite Geige hier. Paul Walker mit Freundin (die Schwester von Vin Diesel) befreien erst den Vin, um dann nach Brasilien abzutauchen, wo sie diesen dann irgendwann wiedertreffen wollen (man hat sich getrennt). Aufgrund mangelnder Finanzen wird ein Job (inbegriffen Autodiebstahl) angenommen. Der misslingt, ein paar amerikansiche Agenten sterben und man hat nun Beef sowohl mit Dwayne ‘THE ROCK’ Johnson (irgendsoein Ermittler mit Bizeps und Sherlock Holmes-Allüren *hallo CSI*) als auch dem ursprünglichen Auftraggeber Reyes, welcher zufällig der dickste Boss der Bosse im südamerikanischen Erdteil ist. Die Story war noch nie eine Stärke der Fast/Furious-Filme, aber hier hat man sich wirklich mal was Dümmliches einfallen lassen. Nicht nur dass von allen Seiten auf unsere armen Helden geballert wird, nein, man muss auch in guter alter Ocean’s Eleven-Manier irgendeinen dicken Tresor knacken, wozu man alle wichtigen (oder nicht ganz so wichtigen) Leute aus allen bisher gesehenen Filmen benötigt. Und die Armut in den Elendsvierteln wird thematisiert! In der einen oder anderen Szene besitzt der Film einen revolutionären Pathos, der einfach komplett lächerlich ist.

Ich mag Vin Diesel. Er ist ein cooler Action-Held, hat coole Sprüche (RIDDICK) und auch krasse Kämpfe und dergleichen, aber Fast Five ist einfach mal über zwei Stunden lang und dermaßen überladen mit Zeugs und unnötigen Twists und Gelaber, dass es einem schon mal weh tut. Nach dem Film habe ich mich gefragt, wie viel der Film wohl bei imdb.com haben möge und wurde komplett überrascht:

7.4? 7.4 ist eine Bewertung bei imdb, in der so Filme wie Shrek 2, Spider-Man 1, Tootsie, X-Men 1, Stirb Langsam 4.0, Die Glücksritter, Gottes Werk und Teufels Beitrag, Mein Vetter Winnie, Duell – Enemy at the Gates, Michael Clayton, Precious, Crazy Heart, Hustle und Flow, The Fountain und Im Tal von Elah dabei sind. Und wenn ich die Entwicklung richtig deute, können wir schon mal für den 2013 kommenden 6. Teil bereits einen Oskar für Vin Diesel reservieren.

Wie dem auch sei, es gab auch Dinge, die ich mochte. Das Finale, in dem 2 Autos einen tonnenschweren Safe durch Rios Innenstadt ziehen und alles plattwalzen, war ganz geil. Die eine oder andere Panorama-Aufnahme vom Zuckerhut ist auch nett anzuschauen. Und jeder, der die anderen Teile kennt, freut sich, dass man so viele bekannte Gesichter wiedersieht (u.a. Ludacris und den einen Asiaten aus Tokyo Drift). Andererseits ist, sofern man geile Autorennen erwartet, nicht viel zu sehen. Zum Ende hin ein wenig, aber um Rennen geht es irgendwie nicht mehr. Das ist schade, denn die mochte ich eigentlich. The Rock als Schnüffler, Marine und Schläger ist einerseits cool, aber so dermaßen fernab von jeglicher Realität.

Ach Herr Gott, die Handlung ist wirklich dämlich. Da könnte ich mich wirklich ewig darüber aufregen! Doch dann muss auch ich wieder einsehen, dass der Film einfach nichts für mich war. Ich fand ihn schwach. Jeder, der die vorherigen Filme mochte, findet ihn gut. Warum? Weil er denen einfach das bietet, was man erwartet, garniert mit dem guten Gefühl, alte Bekannte wiederzusehen. Und dann rückt auch das ganze Drumherum auch ein wenig in den Hintergrund.

Darum: Gefällt mir Fast & Furious, so ich auch den 5. gucken muss. Der Rest, nicht dumm, macht einen Bogen drum. (Entschuldigung für den Versuch, zu reimen.)

Regie: Justin Lin (Fast & Furious 3 + 4, Better Luck Tomorrow)

Schauspieler: Vin Diesel, Paul Walker, (das meiste was sonst in den vorherigen Teilen mitgespielt hat)

Bewertung: 

Sep 192011
 

Es gibt Filme, die liebt man einfach nur, weil man mit ihnen aufgewachsen ist. Als Kind taucht man dann für eine Weile in eine ‘coolere’ Welt ab, in der nichts unmöglich und alles viel toller ist als in der harten und bitteren Realität (oha wie misanthropisch). Ich bin mit dem ganzen Disney-Kram aufgewachsen, von ‘Die Schöne und das Biest’ über ‘101 Dalmatiner’ bis hin zu ‘Tarzan’. Damals war irgendwie noch alles gezeichnet, von Hand und so. Old-School. So weit so gut.

Dann ging es los mit den Animationsstudios und -filmen. Und die waren einfach mal besser, oder einfach moderner. ‘Toy Story’, den ersten, hab ich noch gar nicht mitgenommen (1995) bzw. nicht so sehr gemocht. Dann kam jedoch 1998 und ‘Antz’ von DreamWorks raus. Den Film habe ich geliebt, einfach weil der gesamte Humor nicht mehr so kindlich war wie die meisten anderen animierten oder gezeichneten Streifen. Soweit es überliefert ist, begann nun sowas wie ein Wettstreit zwischen DreamWorks und Pixar (bzw. Disney, wobei Pixar die Ideen und die Produktion machte und sich dann Disney um Verleih und Marketing kümmerte). In diesem Sinne wurde das ‘Animationsfilmgenre’ zunehmend wichtiger und profitabler, sodass man jedes Jahr mit mehreren animierten Movies rechnen musste oder durfte. 1999 kam ‘Toy Story 2′, den ich dann auch im Kino sah und superendgeil fand. Da hat halt einfach alles gestimmt. Man lacht und irgendwo gibt es auch eine Stelle, wo es ernster wird. Während ‘Findet Nemo’ 2003 dann soweit einer der letzten Filme von Pixar war, die ich noch geguckt habe, schloss ich DreamWorks’ Shrek ins Herz und genoss 2005 noch ‘Madagascar’. Und dann war es für mich vorbei, ich hatte einfach mal so gar keinen Bock mehr auf irgendwas Animiertes. War ja eh immer alles das Gleiche. Der dritte Shrek war nicht mehr so gut, der vierte ein klein wenig besser und der Rest von DreamWorks sehr kindlich. Pixar andererseits: Ratatouille war nett, aber die Motivation für ‘Wall-E’ und ‘Up’ hat nicht mehr gereicht. Das soll jetzt nicht heißen, dass ‘Wall-E’ und ‘Up’ doof waren, ich hatte halt einfach mal keinen Bock drauf.

So, schließlich sind wir angekommen im Jahr 2010 und bei ‘Toy Story 3′. 2010 hatte ich auch auf lebendige Spielzeuge keine Lust, trotz unglaublichen kommerziellen Erfolgs und überwältigender Kritiken weltweit. Angst bereitete mir vor allem das Wissen, wie viele gute Filme in Fortsetzungen schon verwurstet und vernichtet wurden, allen voran natürlich ‘Matrix’ als König der “BOA, geiler erster Film, BOA, dummer zweiter Film, BOA, beschissener dritter Film”-Trilogien. Der dritte Shrek war nicht gut und ich wusste, dass im vergangenen Jahrzehnt ganz viele Straight-to-DVD-Fortsetzungen gemacht wurden von meinen Kinderfilmen und die allesamt lieblos und scheiße waren (Dschungelbuch 2, Schöne und das Biest 2, Arielle 2, Bambi 2, Pocahontas 2, König der Löwen 2, Glöckner 2, 101 Dalmatiner 2, König der Löwen 3, Mulan 2, Tarzan 2, Lama 2). Wahrscheinlich sind die noch für Kinder in Ordnung, zeitlose Klassiker sind sie allesamt aber nicht geworden und ich dachte mir nur: “FUCK YOU DISNEY!”, immer wenn dann irgendwie der 30. Werbespot für ‘Bambi 3 – Rache der Waldtiere’ auf DVD kam. Somit ging ich an ‘Toy Story 3′ auch mit größter Vorsicht heran, um nicht Opfer der Franchise-generierenden Kapitalisten an der Spitze von Disney zu werden.

Die ganzen (lebenden) Spielzeuge aus den ersten beiden Teilen erleben mit, wie ihr Besitzer Andy groß wird und sie nicht mehr braucht. Über eine Verwechslung gelangt die Crew in einen von einem Don-Teddybären regierten Kindergarten, wo das Leben alles andere als angenehm ist, zumindest für Spielsachen.

Das ist auch schon die Handlung. Sie ist einfach und unterhält zu jeder Zeit. Das liegt vor allem an den tollen Charakteren, allen voran der metrosexuelle Ken (gesprochen von Christian Tramitz) und die altbekannten Spielzeuge von Andy. Es steckt einfach mal Liebe in jeder einzelnen Animation und in allen Dialogen. Und zum Ende hin kommt eine Spannung auf, die ich dem Film niemals zugetraut hätte. Und dann, ganz am Schluss, weiß man auch, dass das der garantiert letzte Teil der Toy Story war, und man ist gerührt. Einfach auch, weil die Figuren, die es seit 1995 gibt, nicht verwurstet wurden. Man hat mit Respekt ein würdiges Ende für die Reihe gefunden und dabei auch irgendwie ein kindertaugliches, teils auch erwachsenes Abenteuer erschaffen.

Mit Andy ist man auch als Zuschauer älter geworden und braucht das Spielzeug von früher nicht mehr. Das ist im Endeffekt ein einfacher wie auch bewegender und intelligenter Gedanke. Und ganz zum Ende hatte sogar ich fast ein wenig Pippi in den Augen, denn obwohl alles animiert ist, mochte ich jede Figur.

‘Toy Story3′ ist 103 Minuten lang wieder jung (bzw. jünger) sein, ohne das Gefühl, von irgendeiner Produktionsfirma verarscht zu werden. Respekt!

Regie: Lee Unkrich (Findet Nemo, Monster AG, Toy Story 2)

Schauspieler (deutsche Fassung)Michael Bully Herbig, Walter von Hauff, Christian Tramitz, Rick Kavanian

Andy:  Thanks, guys.

Bewertung: 

Sep 012011
 

Aus dem Drogendezernat in Miami wird Heroin im Wert von 100 Millionen Dollar entwendet. Gott sei Dank gibt es noch Mike Lowrey (Will Smith) und Marcus Burnett (Martin Lawrence), denen nur wenige Tage bleiben, um die bösen Buben ausfindig und dingfest (bzw. tot) zu machen. Nebenbei wird ihnen die Kronzeugin Julie (Téa Leoni) aufgehalst.

Es entwickelt sich ein Action-Cop-Geballer mit zwei sich ständig belabernden Stereotypen. Will Smith als junger, frischer und reicher Draufgänger, Martin Lawrence als lahmer, verstaubter und nicht so reicher Familienvater. Die Unterhaltungen der beiden sind mitunter lustig, manchmal auch ein wenig doof. Anders ist man es auch nicht gewöhnt von Michael Bay. Aber das sei mal dahingestellt.

Die Story finde ich nachvollziehbar und auch unterhaltsam. Einige Dinge sind öfter mal einfach unnötig, beispielsweise warum sich unsere beiden Helden der Zeugin zwangsläufig in vertauschten Rollen gegenüber treten müssen und dies auch versuchen, über längere Zeit durchzuziehen. Das sorgt zwar für ein paar lustige Situationen, Eifersucht und hitzige Diskussionen, jedoch passt es meiner Meinung nicht unbedingt zum relativ ernsten Ende.

Das Finale! Viel Geballer, eine dicke Explosion. Und ein mulmiges Gefühl, als ob irgendwer auf irgendwen ballert, in beliebiger Reihenfolge, scheißegal was passiert. Dadurch sind ein paar Situationen völlig beliebig und austauschbar. Und gerade dann bei der letzten Verfolgungsjagd nerven mich ein paar doofe Oneliner besonders. Das fand ich alles nicht besonders befridiegend.

‘Bad Boys’ soll ein Buddy-Movie sein, und ja, er lebt von den zwei Bullen-Kumpels. Der Rest aller Leute ist jedoch ziemlich lieblos und nutzlos. Jully, die Zeugin, ist heiß, sympathisch irgendwie nicht. Alle anderen sind nicht einer Erwähnung wert. Die bösen Buben klauen professionell das Dope, um im Verlauf des Films diletantisch wie Milchbubis über den Haufen geballert zu werden.

Wie auch immer. Vieles stört mich, unterhalten wurde ich trotzdem. Michael Bay war und ist immer noch (siehe Transformers I bis III) der Meister der flachen Charaktere und Dialoge. Die ‘Bad Boys’ sind aber ok. Eine Action-Komödie mit wenig Tiefgang, viel Geballer und ganz viel Gelaber. Wer sich über den exzentrischen Kleidungsstil der 90er Jahre informieren möchte oder Will Smith am Anfang seiner Karriere erleben will, wer Eddie Murphy mag und Chris Tucker liebt, oder wer den Film noch nicht kennt und nicht zu anspruchsvoll ist: Viel Spaß.

Regie: Michael Bay (Transformers I, II, III, Armageddon, Pearl Harbor)

Schauspieler: Will Smith, Martin Lawrence, Téa Leoni

Bewertung: