Aug 222011
 

Mitten im Kalten Krieg beschließt General Jack D. Ripper (Sterling Hayden), seine B-52-Bomber, alle beladen mit Nuklearsprengköpfen, in Richtung Russland zu entsenden. Die Riege um den Präsidenten (Peter Sellers) kann diese jedoch nicht zurückrufen, denn dafür fehlt der nötige Code, den nur der General hat. Captain Mandrake (auch Peter Sellers) versucht, ihm diesen zu entlocken. Gleichzeitig verfolgen wir die Besatzung eines Bombers auf ihrem Flug zum Abwurfort.

So läuft der Film an 3 Orten gleichzeitig und abwechselnd. Es wird sehr, sehr viel geredet. Ich habe den Film im englischen Original-Ton gesehen und muss sagen, dass mich das einiges an Konzentration gekostet hat. General Ripper spricht nur mit Zigarre im Mund, der Captain an seiner Seite hat einen englischen Akzenten und der Pilot des Bombers hat einen harten texanischen Akzenten. Es geht jedoch. Und der Film lebt von seinen unheimlich satirischen Dialogen. Da ist beispielsweise der Versuch des US-Präsidenten, den russischen Präsidenten, welcher betrunken ist, am Telefon zu beschwichtigen und ihm mitzuteilen, dass dessen Land gleich den atomaren Holokaust erleben wird. Einfach nur GEIL!

Jedes Gespräch ist lustig und die Situation für alle zunehmend schwieriger. Die sich abwechselnden Szenarien gefielen mir gut, dadurch fühlten sich die 90 Minuten sehr kurzweilig an. Und irgendwie steckt in fast allem eine gehörige Portion Wahrheit. Man sieht, wie leicht es ist, den Planeten für alle unbewohnbar zu machen. Es wird gezeigt, wie das Schicksal aller in der Hand so weniger liegt, und dass diese wenigen auch ziemliche Vollpfosten sein können. Zum Beispiel der geistig durchgeknallte General Jack D. Ripper, der das alles erst angezettelt hat. Er erzählt von seiner Paranoya und hat zeitgleich das Schicksal aller in der Hand.

Die Komödie ist schwarz-weiß und überraschend aktuell. Obwohl wir heute keinen Kalten Krieg mehr haben, so sitzen immer noch einzelne an den langen Hebeln auf unserem Planeten und wir schauen ihnen dabei zu. Es gibt auch Satire auf die Nazi-Zeit. Wer mehr über die einzelnen Anspielungen wissen möchte, dem lege ich den Wikipedia-Artikel zu ‘Dr. Strangelove’ ans Herz. Ansonsten ist Kubrick ein zeitloser Klassiker der Filmgeschichte gelungen, der auch heute noch unterhält. Ich bin und war und werde begeistert!

Regie: Stanley Kubrick (Shining, Full Metal Jacket, Uhrwerk Orange, 2001: Odyssee im Weltraum, Spartacus)

Schauspieler: Peter Sellers, George C. Scott, Sterling Hayden

Bewertung: 

Aug 222011
 

John Hancock (Will Smith) ist ein Superheld, Alkoholiker und Arschloch. Bei jeder seiner Rettungsaktionen entstehen erhebliche Schäden, weswegen er von jedem in Miami gehasst wird. Als er den erfolglosen PR-Berater Ray (Jason Bateman) rettet, versucht dieser, das ramponierte Image des Heroen zu retten.

Die Handlung ist knapp und kurz, weil quasi nicht vorhanden. Das ist nicht schlimm, weil die erste Hälfte des Films wirklich unterhaltsam ist. Abgehalfterter Mann bekommt Hilfe und wird zum strahlenden Ritter der Bevölkerung. Natürlich ist Hancock der klassische Antiheld. Sein Mentor ist ein eigentlich naiver Weltverbesserer, der seine positive Energie jedoch auf ihn übertragen kann. Dabei ist Hancock einfach mal der schwarze Superman, nur ohne Cape und Laseraugen.

Ab der Mitte des Films nimmt das Unheil jedoch seinen Lauf, als man versucht, der eigentlich so einfachen wie irgendwie auch sympathischen Titelfigur Tiefe zu verleihen. Der Ursprung von Hancocks Kräften und seine Verbindung zu Mary (Charlize Theron), Rays Frau. Und mein Gott, ist das alles dann konstruiert und weit hergeholt! Keine Sau hätte geheult, wenn man die Ursprünge unangesprochen gelassen hätte. Ich will das jetzt hier nicht spoilern, aber wer schreibt denn sowas? Und schon ist das Filmchen nicht mehr so einfach, die Verhältnisse der Figuren untereinander auch nicht mehr und am Ende kriegt man auch kein wirklich überzeugendes Ende. Schade!

Will Smith gefällt mir ganz gut, er bringt seine Rollen eigentlich immer gut rüber. Der Rest ist auch ok. 90 Minuten wird man unterhalten. So ist ‘Hancock’ auch nicht mehr als Mittelmaß. Das Problem ist, dass man zwar am Anfang eine Komödie vorgesetzt bekommt, danach jedoch ein episches Superhelden-Epos (oder Ansätze davon). Unnötiger Tiefgang. So muss man sich dann auch gleich mit ähnlicher Konkurrenz messen, allen voran ‘Batman’ und den ‘Watchmen’. Und da ist und bleibt Hancock ein Riesen-Arschloch.

Dass in absehbarer Zeit eine Forsetzung folgt, lässt mich nicht die Arme in die Luft reißen. Zumindest kann ich mir das ganze nicht in ein allzu sinnvolles Franchise verwurstet vorstellen. Man sollte sich jedoch überraschen lassen. Ernste Superhelden: Batman, Watchmen. Lustige Superhelden: Hellboy, Iron Man. Alle besser als Hancock!

Regie: Peter Berg (Operation: Kingdom, Welcome to the Jungle, Battleship)

Schauspieler: Will Smith, Charlize Theron, Jason Bateman

Bewertung: 

 

Aug 222011
 

Will Rodman (James Franco) forscht an Schimpansen, um ein Mittel gegen Alzheimer zu finden, denn sein eigener Vater (John Lithgow) geht daran gerade zu Grunde. Über einen Zufall soll er auf ein Affenbaby aufpassen. Er tauft das hochintelligente Junge ‘Cesar’. Die Jahre ziehen sich hin und Cesar lernt zunehmend mehr, bis sich ihm eines Tages die Frage stellt, ob er nur ein Haustier ist.

Der Film beginnt langsam. Viel Zeit wird darauf verwendent, um zu zeigen, wie Cesar aufwächst und von einem naiven Kind nach Jahren zu einem ernsten Erwachsenen wird, mit eigener Persönlichkeit und Gefühlswelt. Richtig geil ist die Mimik und Gestik des Schimpansen, welcher von Andy Serkis gespielt wird, der wiederum bereits Gollum einen Charakter verlieh. Als Cesar dann in ein Affen-Gehege abgeschoben wird, lernt er die häßlichen Seiten des Lebens kennen. Hier beginnt sozusagen die Affen-Revolution. Man fühlt zu jedem Zeitpunkt mit Cesar mit und er ist die mit Abstand wichtigste Person im Film. James Franco wird ab der Mitte mehr und mehr zur Nebensache, was ich gut finde.

Insofern ist der ‘Planet der Affen: Prevolution’ (was für eine bescheuerte Übersetzung von ‘Rise of the Planet of the Apes’) kein Action-Film. Es ist eher ein Drama bzw. ein Biopic. Man mag den Affen und leidet mit ihm, und was auch wichtig ist: Man erkennt jedes bisschen an Freude, Trauer, Wut, Verzweiflung und Unzufriedenheit. Nicht viele Filme lassen einen so mitleiden wie hier.

Auch geil ist die Einflechtung in die alten Filme. Wer nicht weiß was ich meine, dem soll gesagt sein, dass der Planet der Affen in einem halben dutzend Filmen vor fast 50 Jahren verarbeitet wurde, u.a. mit Charlton Heston. So wird ganz am Rande der Geschehnisse Charlton Heston eben gezeigt. Wenn man die alten Filme nicht kennt, ist dies auch kein Beinbruch. ‘Prevolution’ versucht nicht ein bisschen, sich mit aller Macht in alles einzufügen. Vor allem der ‘Planet der Affen’-Film von 2001 mit Marc Wahlberg ist ziemlich egal (Gott sei dank, denn der war ziemlich mau). Es wird außerdem angedeutet, wie die Affen die Herrschaft über den Planeten an sich reißen konnten (der Film ist ein Prequel!).

Gefallen tun mir auch die einzelnen Personen. Der Vater von Franco, verköpert durch John Lithgow, überzeugt. Der Boss von Franco als kühler und berechnender und nur an Geld interessierter Arsch. Irgendwo dazwischen Franco, der seinem Vater helfen und gleichzeitig auch seinen Freund Cesar nicht verlieren will.

Zum Ende des 105-Minüters kommt es zu einem finalen Fight auf einer Brücke. Es wird kein monumentales Action-Feuerwerk abgebrannt, aber das benötigt der Film nicht. Es geht um Cesar, und auch um die anderen Affen, die teilweise auch jeweils eine Persönlichkeit besitzen.

So vermittelt der Film auch eine Botschaft, und wir selbst als Menschen sind auf der Seite der Affen! Mehr möchte ich nicht dazu sagen, ‘Planet der Affen: Prevolution’ ist ein toller Film und ich kann ihn uneingeschränkt jedem empfehlen.

Regie: Rupert Wyatt (The Escapist, Subterrain)

Schauspieler: Andy Serkis, James Franco, John Lithgow

Bewertung: 

Aug 222011
 

Kurz vor dem Ende des zweiten Weltkriegs gelangt über ein mystisches Portal ein kleines rotes teufelähnliches Geschöpf in unsere Welt, welches von dem Priester Trevor (John Hurt) aufgezogen und zu Hellboy (Ron Perlman) aufgezogen wird, der wichtigsten Waffe der US-Behörden gegen übernatürliche Gefahren. Der junge Agent Myers (Rupert Evans) soll dem inzwischen alten Trevor helfen, den überheblichen roten Riesen unter Kontrolle zu halten.

Hellboy ist eine Comic-Adaption und besticht durch den vor allem sehr unkonventionellen Helden. Dieser ist groß und feuerefest, mag Kätzchen und Schokoriegel und sprudelt nur so vor dumpfen One-Linern. Das macht ihn sehr sympathisch, da er gerne auch mal aufs Maul bekommt und sich immer wieder aufraffen muss. Gleichzeitig ist das die größte Schwäche des Films: Praktisch jede andere Figur ist im großen und ganzen scheißegal. Da kämpft sich Red (aka Hellboy) durch U-Bahnschächte, während seine menschlichen Kollegen einer nach dem anderen zerfleichst werden. Interessiert es ihn? Nicht die Fliege!

Agent Myers soll sowas wie der menschliche Part sein in dem Team, doch der ist einfach nur ein ziemlich nebensächliches Greenhorn. Es entstehen keine Sympathien. Der Bösewicht Rasputin will die Apokalypse heraufbeschwören, großartig bösartig oder charismatisch ist er jedoch auch nicht. Vor ein paar Jahren, im Kindesalter, fand ich den Film noch total toll. Doch heute stört es mich einfach, wenn so viele wichtige Personen im Grunde egal sind. Soweit gibt es auch keine bedeutenden Dialoge.

Gefallen tut mir die Welt, in der sich alles abspielt. Halbmystisch, halbrealistisch mit Paralleluniversen und echt nett anzuschauenden Monstern. Die heutigen modernen Superhelden sind da viel konventioneller. So ist Hellboy vielleicht am ehesten mit Duke Nukem zu vergleichen, nur mit weniger Frauen eben. Kindergerechter! Zum Ende hin bekommt der Film dann fast epische Ausmaße, als mal ein kurzer Blick auf die (drohende) Apokalypse geworfen wird.

Was soll man noch sagen? Ich finde ‘Hellboy’ absolut in Ordnung. Er könnte mit mit einem besseren Skript und intelligenteren Nebencharakteren besser sein. Allerdings ist es auch mal sehr angenehm, neben den bierernsten Dark Knights und Captain Americas eine witzigere Auslegung des Superheldengenres zu sehen.

Regie: Guillermo del Toro (Pans Labyrinth, Blade 2, Hellboy 2)

Schauspieler: Ron Perlman, John Hurt, Selma Blair, Rupert Evans

Bewertung: 

Aug 042011
 

Die Welt im Jahre 2049: Praktisch jede Krankheit ist besiegbar, alles durch Veränderung der Gene. Die Firma Genico beherrscht den Markt, und so bleibt nur gesund, wer auch Geld hat. Zur gleichen Zeit werden Transkriptoren produziert, eine Art künstlicher Mensch mit Verfallsdatum, der jedoch über keine Rechte verfügt und ein moderner Sklave ist. Mittendrin ist unser Held, Thomas Roosevelt, Sohn des Konzerngründers. Als Herr Papa ihn und nicht seinen Bruder zum Nachfolger erwählt, eskaliert der brüderliche Wettstreit und Thomas ist plötzlich auf der Flucht.

‘Golem’ ist ein Thriller über ca. 500 Seiten. Das Zukunfts-Szenario ist ganz nett und erfreulicherweise nicht ganz so bis ins kleinste Detail ausgemalt wie ‘Limit‘ von Frank Schätzing. Richtig Science-Fiction sieht man nicht (so wirklich, finde ich), Autos haben einen neuen Antrieb und die Sache mit den Genen halt. Der Rest erinnert einen an heute. Dezente Veränderungen. In ‘Limit’ gab ja noch so viel neues, dass man seitenlang darüber unterrichtet wurde und bald nicht mehr wusste, was zur Hölle das alles denn soll.

Wir erleben, wie Thomas ein eigentlich sorgenfreies Leben in der Oberschicht führen darf. Sein Bruder hängt ihm jedoch einen Mord an und so wird er als Transkriptor abgestempelt, frei von Rechten, verheizt als Arbeiter und Gladiatoren-Kämpfer. Sonderlich bewegende Wendungen sollte man nicht erwarten, zumindest war mir früh schon klar, worauf alles hinausläuft. Es wird so oft mit dem Finger auf die Transkriptoren gezeigt und geschrien “Sie sind auch Menschen und verdienen Rechte!”, dass die Grundbotschaft natürlich etwas auch mit Thomas Roosevelt zutun haben muss. Doch wird wirklich Sozialkritik betrieben? Meiner Meinung nach nicht, was vor allem zum Ende hin deutlich wird. Eine Lösung wird nicht präsentiert, die Sklaven werden nicht wirklich befreit, die Welt wird zwar erschüttert, aber das interessiert uns da schon nicht mehr so. Das fand ich schade. So geht eigentlich eine Message flöten. Übrig bleibt ein futuristischer Thriller mit eher wenig Tiefgang. Da wäre mehr drin gewesen.

Besonders die erste Hälfte des Buches gefiel mir gut. Dort wurde noch viel von der Welt ‘gemalt’, jedoch immer in eher kurzen Kapiteln. Das gab dem Ganzen eine Portion Dynamik und Abwechslung. Hälfte Nummer 2 ist dann wieder so eben etwas, das man in jedem anderen Roman dieser Art auch liest. Kampfszenen, Weglaufszenen, Racheszenen. Und zum Schluss dann ein wenig seicht. Langweilig war mir aber nie, zu 100% sympathisch war mir der Held aber auch nicht. Dafür ist er zu perfekt. Keine einzige schlechte Eigenschaft hat er. Die Natur will er schützen, Vegetarier, perfekte Freundin, freundlich, beliebt, sympathisch, Top-Job, Top-Abschluss, Top-Sportler, Top-Auto (für heutige Standards). Da wirkt der drogenabhängige Verräter-Bruder doch gleich ein wenig greifbarer, trotz des Verratens eben. Sympathie-Punkte sammelt der jedoch auch nicht, vor allem weil er ein ziemliches Arschloch ist. Deswegen liest man eher nicht wegen den Personen als viel mehr des Szenarios wegen.

Wie dem auch sei. ‘Golem’ ist absolut ok. Keine Weltliteratur, nichts was einem lange in Erinnerung bleibt. Im Vergleich zu ‘Limit’ aber würde ich ‘Golem’ vermutlich lieber emphelen, ganz einfach weil man sich nicht durch teils unendliche Bauanleitungen und Standortbeschreibungen durcharbeiten muss. Mehr Platz für die Fantasie des Lesers! Allerdings frage ich mich, ob heutzutage alle Romane mit einer Szene beginnen müssen, in der eine Person ellenlang vorgestellt wird, um sie dann übers Messer springen zu lassen. Oder ist das einfach modern? Oder bin ich zu ignorant für wahre Kunst? Keine Ahnung, aber wer noch Lektüre für den Strand braucht, macht hier nichts falsch.

Bewertung: 

 

Aug 042011
 

Jeffrey (Kurt Russell) und Amy sind unterwegs durch die Weiten der amerikanischen Pampa. Als sie eine Autopanne haben, nimmt ein Trucker (J. T. Walsh) Amy mit zur nächsten gastronomischen Einrichtung während Jeff beim Auto bleibt. Schnell kriegt er die Karre wieder flott und macht sich auf den Weg zu besagtem Restaurant um festzustellen, dass weder Frau noch Trucker da sind. Er findet den LKW-Fahrer auf der Straße und stellt ihn zur Rede, doch der leugnet, Jeff oder Amy jemals in seinem Leben getroffen zu haben. Die Polizei ist auch nicht sonderlich hilfreich, und so bleibt es unserem Helden mit den tiefblauen Babyaugen, Frau und Vaterland zu retten.

Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass unser Trucker wohl doch nicht so ganz nett ist, wie er erscheint! Und dass er nicht alleine handelt. Aber darum geht es auch nicht. ‘Breakdown’ ist wohl ein wirklich klassischer Thriller. Man rätselt nicht, wer denn nun böse ist und wer nicht. Sehr viel Action wird einem auch nicht geboten. Die Frage, ob Jeff seine Frau jedoch noch lebend wieder zu Gesicht bekommt, macht den Streifen über weite Strecken packend. Eine riesige Ungerechtigkeit ereignet sich, womit sofort eindeutig die Grenzen zwischen Gut und Böse gezogen und auch nicht noch einmal hinterfragt werden.

Natürlich kann man nun hin und wieder über Szenen schimpfen: “Das hätte ich aber anders gemacht in dieser Situation!” oder “Bruce Willis in Stirb Langsam hätte den Bösen jetzt aber viel krasser den Arsch aufgerissen!”. Das ist wahr. In einer Szene springt der Kurt auf einen fahrenden LKW auf, wo doch gerade noch die vielen Polizeistreifen in der Nähe des Aufsprungortes gezeigt wurden. Und natürlich überschlägt sich irgendwo ein Auto drei Mal und explodiert sofort, in den 90ern waren Autos eben noch nicht so sicher wie heute. Allerdings wahrt ‘Breakdown’ stets einen gewissen Realismus. Niemand ist im wahren Leben ein John McClane oder eine  Beatrix Kiddo (Stirb Langsam & Kill Bill). Wenn man es so sieht, wird einem die Rolle des Kurt Russell auch eher sympathisch vorkommen, oder eben zumindest ehrlich.

Der Rest der Rollen ist eigentlich ziemlich unwichtig. Die zu rettende Amy besticht weder durch Charisma oder Attraktivität, aber das ist in Ordnung. Der oberböse Trucker ist ein ziemlicher Psychopath, besitzt aber eine Familie, inklusive Sohn und Scheune (welche übrigens einen Keller besitzt *hust, hust*). Ja, die Bösen sind auch nicht wirklich helle. Aber wären sie helle, wären sie dann noch überhaupt böse?

Was mir als Mitteleuropäer auch nocht auffällt ist der ‘amerikanische’ Touch, vor allem was Waffenbesitz angeht. Zumindest sollten bereits 6-Jährige den Umgang mit Waffen üben. Außerdem kenne ich keinen Menschen, der seine Zündschlüssel in der Sonnenblende zurücklässt. Es wundert auch keinen Bankangestellten dort, wenn ein schmutziger, aus der Stirn blutender Mann in eine Bank kommt und all sein Vermögen abheben will.

Wie dem auch sei. ‘Breakdown’ ist ein guter Film. Das Ende, oder eher den Showdown, fand ich sehr nett. 90 Minuten lang Unterhaltung ohne viel Gehirnschmalz, warum auch nicht? Alles eine Frage der Erwartungen.

Regisseur: Jonathan Mostow (U-571, Terminator 3, Surrogates)

Schauspieler: Kurt Russell, J. T. Walsh, M. C. Gainey

Bewertung: