Mai 312011
 

Der amerikansiche Bomberpilot Dieter Dengler (Christian Bale) wird über Laos während des Vietnamkrieges abgeschossen. Er überlebt und gerät in Gefangenschaft und fristet fortan sein Dasein mit den anderen Gefangenen, die jedoch schon die Hoffnung auf Flucht aufgegeben haben.

Basierend auf einer wahren Begebenheit (Klick), bleibt der Film stets realistisch. Dieter ist kein Rambo, der sich blindlings durch den Dschungel mordet. Er ist vielmehr Opfer seiner Lage und kämpft ums Überleben unter schwierigen Bedingungen. Dabei entwickelt sich der Dschungel selbst zu einem Gefängnis, das die Psyche und Physe des Einzelnen auf eine harte Probe stellt. Er muss als Gefangener dagegen ankämpfen, aufzugeben. Das gibt dem Streifen eine gewisse Dynamik.

Insofern fand ich gut, dass es nicht um Action, Geballer und Explosionen geht. Der Alltag im Gefangenenlager ist monoton und dreckig. Insofern sticht Christian Bale nicht unbedingt so sehr hervor, was ich nicht schlimm fand. Es gibt auch keinen richtigen Spannungsbogen, man laviert sich eher träge durch dieses beinahe zwei Stunden dauernde Biopic. Zum Ende hin nimmt dann die Verzweiflung und der Druck auf Dengler zu. Gut gefiel mir, dass weitestgehend auf patriotisches Geseier verzichtet wurde.

Vielleicht könnte man ‘Rescue Dawn’ am ehesten mit ‘Apocalypto’ oder ‘Jarhead’ vergleichen. Man darf nicht zu viel Tiefgang erwarten, doch man sieht, wie sich ein Mensch selbst in der misslichsten Lage nicht aufgibt. Auch wenn man bei den Vietnam-Kriegsfilmen auf die Kämpfe verzichten kann, könnte einem ‘Rescue Dawn’ gefallen. Ich fand ihn definitv gut. Die Rolle des Dieter Dengler ist sicher nicht Christian Bales Paraderolle, der Film ist weder Popkorn-Kino noch bietet er viel Tiefgang mit unheimlich tollen Dialogen. Das Setting und die Authenzität machen das ganze aber ‘erlebbar’ und zeigen den Vietnam-Krieg auch von einer sehr persönlichen Komponente.

Großer Respekt geht an Christian Bale, der wieder einmal für eine Rolle ungemein viel Gewicht verloren hat, um sich kurz darauf wieder in Form zu bringen. Das macht nicht jeder.

Regie: Werner Herzog (Bad Lieutenant,Unbesiegbar, Encounters at the End of the World)

Schauspieler: Christian Bale, Steve Zahn, Jeremy Davies

Bewertung: 

Mai 312011
 

Nach einem schwereren Sturm in dem Städtchen Castle Rock macht sich David Crayton (Thomas Jane) mit Sohn und Nachbarn zum Supermarkt auf, um sein Haus reparieren zu können. Als sich dann urplötzlich ein ganzer Nebel um das Geschäft legt und erste Monster angreifen, begreifen die Eingeschlossenen, dass man nicht mehr so leicht aus der ganzen Geschichte herauskommt.

Der 112-minütige Monsterfilm geht relativ schnell zur Sache. Bis zum Einschluss im Supermarkt vergehen nur 10 Minuten. Und danach beginnt das große Sterben. Insgesamt fängt der Streifen den Stephen-King-Flair des Buches, auf dem er basiert, ganz gut ein. Besonders interessant fand ich persönlich, wie die Gefahr nicht nur draußen in Form von spinnenähnlichen Viechern lauert, sondern dass die Probleme schon bei den Menschen selbst anfangen. Wenn zum Beispiel die religiöse Fanatikerin Mrs. Carmody (Marcia Gay Harden) anfängt, die Leute anzustacheln und aufzuhetzen. Das erinnert dann auch schon ein wenig an ‘Die Arena’ (Klick), ein weiterer Roman Kings, indem eine ganze Stadt eingeschlossen ist.

Unser Hauptcharakter ist David, ein Künstler und Familienvater, der das Leben seines Sohnes schützen will. Bei der Fülle an verschiedenen Charakteren sticht er nicht unbedingt sehr stark heraus, doch er trifft praktisch alle Entscheidungen und ist sowas wie ein Alpha-Tier zu Beginn. Er muss sich behaupten gegen intrigante Großkotze und Fanatiker und ist doch irgendwie von vornherein zum Scheitern verurteilt. Das ist ganz gut in Szene gesetzt, die Stimmung im Supermarkt verschlechtert sich zusehends und die Monster werden zusehends größer.

Überhaupt gefiel mir das Design der Ungetüme, die irgendwann riesig werden und hungrig sind. Es ist natürlich kein Meileinstein des Monster-Film-Genres, doch ich glaube, dass der Film wohl weniger ein Horror- als eher eine Art Gesellschafts-Drama darstellt. Es geht natürlich von der drohenden Gefahr des Nebels und der Monster aus, aber die meiste Screen-Time bekommen die Menschen mit all ihren Problemchen. Und das macht die einzelnen Tode nicht zu einfachen Schnetzelorgien im Stile irgendwelcher Splatter-Massaker. Wenn beispielsweise die aufgestachelte Meute einen Menschen den ‘Hunden’ zum Fraß vorwirft, dann ist das einem nicht egal. So erkennt man in den Menschen die wahren Monster, was spannend und verstörend zu gleich ist.

Rein schauspielerisch wird keiner der Beteiligten einen vom Hocker hauen. Aber das ist auch nicht nötig, denn ‘Der Nebel’ lebt viel mehr von der Gruppendynamik als von den Einzelnen. Es gibt sozusagen keine Superhelden im realen Leben, und wenn die Kacke am Dampfen ist und Monster einen filettieren wollen, dann ist sich jeder selbst der nächste. Besonders faszinierend und extrem ist das Ende, dass ich um keines Willen spoilern will. Aber dieser Schluss war noch einmal ein krasser Kick meiner Meinung nach, der mir dieses Filmerlebnis noch ein Stück näher ans Herz gebracht hat. Man braucht kein 200-Millionen-Dollar-Budget und superbe Special Effects, um einen super Film zu machen, was ‘Der Nebel’ für mich eindrucksvoll beweist. Stephen King weiß einfach, wie man sein Publikum unterhält.

Wem ‘Cloverfield’ zu hektisch war und die normale Horror- bzw. Monster-Filmwelt zu hohl ist, macht mit ‘Der Nebel’ nichts falsch. Auch Freunde von ’28 Days Later’ werden meiner Meinung nach nicht enttäuscht sein.

Regisseur: Frank Darabont (Die Verurteilten, The Green Mile, The Majestic)

Schauspieler: Thomas Jane, Marcia Gay Harden, Toby Jones

Bewertung: 

Mai 302011
 

Die beiden britischen Nerds Graeme Willy (Simon Pegg) und Clive Gollings (Nick Frost) besuchen gerade die Alien-Schauplätze der USA, als sie zufällig auf das Alien Paul (Seth Rogan) treffen. Dieses flieht gerade vor den amerikanischen Behörden und ist auf die Hilfe der beiden Chaoten angewiesen.

Ja, viel Handlung steckt in dieser knapp 100-minütigen Komödie nicht. Sehr sinnvoll ist auch nicht alles. Das waren die Filme von Simon Pegg und Nick Frost aber noch nie. Man denke nur zurück an die beiden großartigen Filme ‘Hot Fuzz’ und ‘Shaun of the Dead’. Die haben jedoch mehr unterhalten als Paul. Das liegt unter anderem an einigen Witzen. Zum Beispiel wird des öfteren auf die englische Herkunft der zwei Helden eingegangen, doch in der deutschen Synchronisation und ohne vielleicht den nötigen Background versteht man diesen Humor nicht. Dass die Nerds ständig Tee trinken ist für mich nicht besonders interessant oder lustig, für einen Amerikaner vielleicht eher.

Auch schwierig ist, dass Graeme und Clive zwei so riesige Nerds sind, dass man irgendwo auch keine Sympathie für beide empfindet.  Für mich war der abgehalfterte Loser, den Simon Pegg in ‘Shaun of the Dead’ verkörperte, um einiges lustiger und auch nachvollziehbarer. So sind hier beide einfach nur Weicheier. Gefallen tut mir hingegen, dass sie erst durch ein Alien an das Normale herangeführt werden. Fast schon tiefsinnig.

Und dann ist da noch die eine oder andere Sache, die irgendwie vohersehbar ist. Als Paul einen toten Vogel wiederbelebt, kann man sich schon denken, dass diese Fähigkeit bestimmt noch eine Relevanz bekommen wird. Dass die Truppe die Frau besucht, die das Alien damals geborgen hat, ist so unglaublich unwichtig und gibt keiner der Personen wirklich mehr Tiefe. Zwei ihrer Verfolger sind einfach nur dämlich. Das ist anfangs lustig, aber unterhält eben nicht über die ganze Zeit. Der Vater einer ihrer Mitstreiterinnen ist ihnen auch auf den Fersen. Der ist auch blass und farblos, auch irgendwie nicht wichtig.

Und so plätschert der Film mehr oder weniger vor sich hin. Hier und da werden Witze darüber gerissen, dass Graeme und Clive schwul sind, das Alien raucht und kifft nebenbei, man gabelt irgendwo eine Olle auf, die mit einem anbandelt. Wohin Paul eigentlich will, sagt er nicht, denn das sieht man schon. Ich hab es nicht so recht erkannt, aber was solls. Ist ja nicht so wichtig. Das Finale hat mich dann auch nicht umgehauen, aber auch nicht stark gestört. Es war in Ordnung für einen Film, der auch in Ordnung war, jedoch nicht mehr.

Anmerken muss ich jedoch, dass das Alien echt cool aussieht und so verdammt gut in die Szenerie passt. Man hat nie den Eindruck, irgendein CGI-Plüsch-Vieh beim animierten Treiben zuzusehen. Doch insgesamt täuscht dies nicht darüber hinweg, dass ‘Paul’ einfach zu viel Zeug auf einmal reinpackt. Weniger beknackte Leute hier und da und mehr Absurditäten mit Pegg und Frost hätten dem Film bestimmt gut getan. Langweilig war die Komödie nicht, aber noch einmal angucken möchte ich sie nicht. Mit ‘Hot Fuzz’ und ‘Shaun of the Dead’ ging es mir anders. Ich denke, die beiden hatten ein kleineres Budget damals und so waren die beiden Streifen ‘einfacher’. Weniger Erzählstränge, linearere Charaktere und Handlungen. Deswegen emphehle ich lieber die als ‘Paul’, oder jedoch das gute ‘Tucker & Dale vs. Evil’ (klick). Ärgern wird man sich aber auch nicht mit ‘Paul’, der ist ja schließlich auch ganz ok.

Regie: Greg Mottola (Superbad, Adventureland, Arrested Development)

Schauspieler: Simon Pegg, Nick Frost, Seth Rogan (Stimme), Jason Bateman

Bewertung: 

Mai 302011
 

5 Personen bleiben in einem Hochhaus in Philadelphia im Fahrstuhl stecken. Zeitgleich untersucht Detective Bowden (Chris Messina) einen Selbstmord in besagtem Gebäude und muss feststellen, dass alle Personen im Aufzug Dreck am Stecken haben. Es dauert nicht lange, bis wieder jemand sterben muss.

Allzuviel mehr kann man auch nicht sagen. Schließlich findet ein großer Teil des Films im Fahrstuhl statt. Entsprechend kurz ist dieser Mystery-Horror-Thriller mit lediglich 72 Minuten. Langeweile kommt jedoch nicht auf, denn es gibt viele Wechsel zwischen den ‘Gefangenen’ und dem Cop. Das ist ganz nett und wird auch nicht langweilig. Jedes mal, wenn einer im Fahrstuhl stirbt, geht das Licht aus und man hört nur noch Atmen und Schreien. Das hat mir wirklich gut gefallen und war auch überraschend.

Dass M. Night Shyamalan die Story geschrieben hat, merkt man dem Film vor allem an seiner sowohl religiösen wie auch philosophischen Komponente an. Das hätte man, meiner Meinung nach, in realistischer Form, viel überzeugender hinbekommen können. So driftet das Ganze zum Ende hin in etwas zu viel ‘Mystery’. Das stört den Gesamteindruck nicht. Im Gegenteil, für einen Shyamalan-Film wurde ich sehr positiv überrascht.

Das Verwirrspiel, wer denn nun der Mörder ist und wer warum in diese Situation gelangt ist, unterhält und wird durch die Kürze des Streifens auch nich zu sehr gedähnt. Die Charaktere in dem Höllending hingegen sind mehr oder weniger alles Gurken. Der Hausmeister ist so blöd wie sinnlos, jedoch als potenzielles Todesopfer einfach zu integrieren. Sogar die alte Frau im Fahrstuhl ist unsympathisch. Einzig der Bulle, der immer noch durch den Tod seiner Familie traumatisiert ist, ‘tut’ etwas. Er arbeitet und versucht die Leute am Leben zu halten. Letztendlich bleibt er jedoch auch nur Zuschauer der Ereignisse im Aufzug. Dieses Ausgelifersein

Was ist ‘Devil’ nun also? Es ist definitiv kein Blockbuster. Ein Horror-Film ist es auch nicht, auch wenn die eine oder andere Szene gruselig ist. Wer aber mal ein wenig Lust auf so einen kleinen Thriller à la ‘The Others’ oder ‘Disturbia’ Lust hat, wird ‘Devil’ nicht schlecht finden. Es gibt einiges, was einen stören kann, aber ich wurde nicht gelangweilt. Er ist in Ordnung. Man guckt ihn, vergisst ihn zwar schnell, sauer über ihn wird man aber wohl nicht sein.

Regie: John Erick Dowdle (Quarantäne)

Schauspieler: Chris Messina, Logan Marschall-Green, Bokeem Woodbine, Geoffrey Arend

Bewertung: 

Mai 232011
 

Jack Sparrow (Johnny Depp) landet als einfacher Matrose auf dem Schiff des gefürchteten Piraten Blackbeard (Ian McShane) und dessen Tochter und 1. Offizier Angelica (Penélope Cruz). Der Dunkelbärtige will die Quelle der ewigen Jugend ausfindig machen und so seinen baldigen prophezeiten Tod verhindern. Auch die spanische Marine ist auf der Suche danach, genauso ein britisches Schiff unter Kapitän Barbossa (Geoffrey Rush).

Die Geschichte um Will Turner und Elizabeth Swan ist mit den ersten drei Filmen abgeschlossen, so beginnt nun etwas Neues. Wieder einmal jagen diverse Leute etwas hinterher, das ist nicht neu. Wieder kreuzen sich deren Wege. Es gibt dieses Mal keine Kämpfe auf hoher See, nur einmal an der Küste müssen mehrere dutzend Meerjungfrauen filettiert werden. Es gibt wieder mal eine Szene (am Anfang), in der Jack Sparrow auf unnachahmliche Weise dem drohenden Galgen entwischt. Und es gibt hier und da einen Lacher.

Aber irgendwie ist alles auf Sparflamme. Es fehlen bombastische Seeschlachten (die in 3D vielleicht gar nicht so übel gewesen wären) oder interessante Konversationen. Die Charaktere sind auch nicht besonders interessant. Angelicas Charakter zum Beispiel. Sie hat eine Vorgeschichte mit Jack Sparrow und sieht auch ganz lecker aus. Doch warum sie teilweise auf so dümmliche Weise handelt ist nicht erklärt. Es mangelt ihr irgendwie an Motivation. Ja, sie will ihren Vater am Leben erhalten, doch dazu ist die gesamte Beziehung viel zu oberflächlich. Sie wirkt dumm. Blackbeard ist angeglich von allen gefürchtet, doch außer ein wenig Grausamkeit und Egoismus kann man ihm nicht wirklich viel mehr vorwerfen. Er ist in keinster Weise furchterregend. Da sehnt man sich nach Barbossa als Schurken aus Teil 1 oder Davy Jones in den beiden Nachfolgern zurück. Sogar der Fiesling der East India Trading Company hatte mehr Charisma!

Hinzu kommt ein großes Maß an Obeflächlichkeit und lapidarem ‘Nimm es halt hin wie es ist’. Nicht nur, dass alle Figuren wenig Begeisterung versprühen, sondern auch diese teilweise komplett unausgereifte Darstellung mancher Leute. Die Spanier dringen zum Ende hin ein und machen alles kaputt. Dann, wenn sie ihr Werk vollbracht haben, gehen sie wieder, ohne die ganze andere Meute eines Blickes zu würdigen. Wir bekommen somit fast ständig Jack Sparrow vorgesetzt, der komplett allein einfach nicht den Film tragen kann. Nichts gegen Johnny Depp, aber die Figur macht rein gar nichts neu. Er sagt nie einen charmanten Satz noch zieht er mit keinem eines seiner Verwirr-Spiele ab. Teilweise bleiben ihm wirklich nur One-Liner ohne wahre Konversationsbeteiligung. Eine Szene mit ihm ist vollkommen Hohl. Er klettert auf einen Leuchtturm um diesen zum Explodieren zu bringen. Warum diese Aktion wirklich nötig war, hat sich mir einfach nicht erschlossen. Ist auch nicht wichtig, schnell weitermachen! Und so spielt danach ein größerer Teil im und um den Dschungel. Der einzige für mich einigermaßen ‘coole’ Charakter ist Barbossa, doch der war in den Teilen zuvor piratiger und hier wirkt er mehr oder weniger stark gealtert und geschwächt.

Die Spitze der Dämlichkeit ist die entflammte Liebe zwischen einem gefangenen Priester und einer Meerjungfrau. Nicht nur dass diese (bzw. ihre Kolleginnen) ihn zuvor umbringen wollte (bzw. wollten), aber scheinbar reichen ein paar Kilometer im Wald, um für den anderen sterben zu können. Und so lässt sich ein Sequel dann noch viel besser vermarkten natürlich!

Machen wir uns nichts vor, die Story ist einfach nicht gut. Die Dialoge hauen einen auch nicht weg. Vielleicht sind dann die dritte Dimension (ja, der Film ist in 3D) und die Effekte einfach nur Bombe? Leider nein. Wieder einmal erschließt sich mir kein (zumindest künstlerischer) Gewinn aus 3D. Es sind nur sehr wenige Szenen, in denen mal ein Schwert sich dem Zuschauer entgegenstreckt. Ansonsten ist es nur Effekthascherei und die Überblendung über einen ansonsten nie optisch tollen Film. Das Dschungel-Panorama oder irgendwelche exklusiven Kamera-Fahrten gibt es nicht. Das hätte nicht schlimm sein müssen, aber wenn man sich als 4. Film einer Reihe dem direkten Vergleich mit seinen Vorgängern stellen muss, dann ist das sehr ernüchternd. Wo die ersten drei Teile trotz teilweiser Überladung noch Spaß gemacht haben, habe ich mich tatsächlich ein wenig gelangweilt. Es gibt einfach keinen Spannungsbogen oder geile Fights, das Rennen um die so tolle Quelle ist nicht wirklich schnell inszeniert. Die Kämpfe sind nie auch nur ansatzweise interessant und das Ende ist so vorhersehbar wie Ebbe und Flut.

Und so kommt man zu dem bitteren Schluss, dass die Luft raus ist aus dem ‘Fluch der Karibik’. Wieder einmal gibt es nach den Credits eine Sequel-verheißende Szene. Doch was soll da schon kommen? Entweder man bringt ein wirklich gutes Drehbuch oder die ganze, doch eigentlich ehemals ganz sympathische, Sage sinkt unter dem Gewicht der Erwartungen. Sorgen braucht sich Disney keine machen, einspielen wird der zweieinhalbstündige Aufguss vermutlich genug (inzwischen weit mehr als genug). Und das, obwohl vieles so schwach ist. Doch vergrault man so nicht die Fans seines Franchises?

Jack Sparrow: You know that feeling you get when you’re standing in a high place… sudden urge to jump?… I don’t have it.

Ja, so gehts mir auch irgendwie, nur eben mit dem Film.

 

Regie: Rob Marshall (Nine, Chicago, Die Geisha)

Schauspieler: Johnny Depp, Penélope Cruz, Geoffrey Rush, Ian McShane

Bewertung: 

Mai 232011
 

Nachdem Jack Sparrow (Johnny Depp) im zweiten Film vom Kraken gefressen wurde, macht sich seine Crew auf den Weg um ihn zu retten. Dazu hat die Hexe Tia Dalma extra Barbossa (Geoffrey Rush) wieder zum Leben erweckt. Die Zeit rennt ihnen davon, denn die East India Trading Company hat die Kontrolle über Davy Jones’ Herz und damit über die Unschlagbarkeit der ‘Flying Dutchman’. Es findet sozusagen Völkermord an Piraten statt. Deswegen wollen unsere Helden eine Konferenz der Piratenkönige einberufen.

So, noch gröber als der zweite Teil, denn es passiert im 3. Teil der Saga doppelt so viel. Am Anfang muss man in Shanghai noch die Karten und ein Schiff besorgen, um ans Ende der Welt segeln zu können. Davy Jones’ Hintergrund wird ein wenig beleuchtet, und irgendwo mittendrin Jack Sparrow, der scheinbar alle verarscht. Wo ‘Dead Man’s Chest’ schon etwas füllig war, sprengt der 3. alle Grenzen. Es passiert viel und wenn man sich nicht mehr zu gut an den 2. erinnert, wird es einem schwer fallen, hier allem folgen zu können. Eine Konzentrationsfrage!

Auch hier werden wieder alle Charaktere und Schauspieler der Vorgänger hervorgekramt, was cool ist. Es gibt jedoch die eine oder andere vollkommen merkwürdige und viel zu oberflächliche Figur, wie zum Beispiel Sao Feng (Chow Yun-Fat). Der ist einfach nur hinterhältig und irgendwo motivationsfrei. Der Fakt, dass die Anzahl an Schauplätzen wieder einmal zunimmt, trägt auch nicht zur Übersichtlichkeit bei.

Gut finde ich, dass Will und Kate wieder ein wenig wichtiger sind. Das macht vor allem in Bezug zum Ende Sinn. Schwierig wird es nur, weil irgendwie jeder mit jedem irgendwas ausgehandelt hat und so doch vieles erst im Unklaren bleibt. Da ich jedoch den 2. und 3. Teil relativ zügig hintereinander geguckt habe, war das wenig problematisch. Doch das ist, was vielen ‘Am Ende der Welt’ vermiest hat. Da verwundert es nicht, dass wahre Fans komplett auf Teil 3 abfahren, während beiläufige Zuschauer mit Abstand zu Teil 2 verloren im Wald stehen.

Im Grunde ist Part 3 also genau wie Part 2, nur mit noch ein wenig mehr Boom und einem zumindest optisch sehr ansprechenden Finale. Wie zuvor erlebt man wieder eine tolle Fantasy-Welt, in der man sich über mehr als zweieinhalb Stunden verliert. Es gibt jedoch hier noch mehr flache Charaktere (zum Beispiel die komplette Riege der Piratenkönige) für den schnellen Witz zwischendurch. Meiner Meinung ist auch nicht alles zu 100% perfekt durchdacht, das mitunter auch an all den wirren Handlungssträngen liegen mag (z. Bsp. bleibt der Part von Tia Dalma zu unbeleuchtet). Am Ende wurde ich wieder gut unterhalten. Doch es wird deutlich, dass man dieses Fortsetzungs-Spiel nicht endlos weiterführen kann. Zu schwierig würde es nämlich werden, als Neueinsteiger mit der Materie zurechtzukommen.

Da ich den Film nun schon zwei mal gesehen habe, war vieles für mich tatsächlich gut nachvollziehbar, oder zumindest einleuchtender als beim ersten Mal. Besonders stören tut mich, dass nach den Credits eine nicht unwichtige Szene eingebaut wurde, dich ich einfach nicht gesehen habe früher. Diese jedoch macht deutlich, dass der tragische Part über Elizabeth und William zu Ende geführt wurde. Nur Jack Sparrow und co. verbleiben wieder in Cliffhanger-Manier und brechen zu neuen Abenteuern auf.

Um ehrlich zu sein, nachdem ich nun diese Endsequenz gesehen habe, fand ich den Film noch einmal ein Stück besser. Denn so wird ein komplex gewordener Part der Story sehr befridiegend zu Ende erzählt. Zeitgleich soll komplex nicht tiefgründig bedeuten, was ich aber nicht schlimm finde. Wer Fluch der Karibik kennt, weiß was er von diesem Film erwarten kann. Zumal es in Teil 3 nun ein wenig mehr ‘Magic Moments’ gibt als in Teil 2.

Regie: Gore Verbinski (Mexican, Ring, The Weather Man, FdK 1 + 2)

Schauspieler: Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley, Geoffrey Rush

Bewertung: 

Mai 232011
 

Die East India Trading Company übernimmt in Person von Lord Cutler Beckett die Kontrolle über die Karibik-Stadt Port Royale. Deswegen werden, weil sie Jack Sparrow (Johnny Depp) zur Flucht verhalfen, Elizabeth Swan (Keira Knightley) als auch Will Turner (Orlando Bloom) zum Tode verurteilt. Im Tausch gegen Jacks Kompass verspricht Beckett, beide freizulassen. So bricht Will auf, um die Black Pearl mitsamt Kapitän aufzuspüren. Dieser widerum hat vor 13 Jahren ein Geschäft mit dem unsterblichen und furcherregenden Kapitän Davy Jones ausgehandelt: die Black Pearl für 100 Jahre Gefolgschaft. Diese Zeit neigt sich dem Ende und Sparrow möchte die Kiste mit dem Herzen Jones’ finden und so seinen Teil des Handels möglichst vermeiden.

Und damit wäre ein Bruchteil von dem abgehandelt, was sonst noch so passiert. U. a. findet Will noch seinen Vater und muss Davy Jones dienen, da gibt es noch einen Riesenkraken, der Commodore aus dem ersten Teil heuert bei Jack an und und und…. Zweieinhalb Stunden lang passiert definitiv zu viel.

Das macht den Film im Hinblick auf den ersten Teil schwächer: Es ist dieser Wille, den ersten unbedingt toppen zu wollen mit schierer Quantität. Mit mehr Action, mehr absurden und skurilen Figuren (Davy Jones, die Hexe, die Eingeborenen). So befinden sich unsere Helden ungefähr 15 Minuten lang im Dschungel in der Gefangenschaft von Menschenfressern. Das ist in keinster Weise relevant für die Handlung, dauert jedoch lange und führt zu einem aufgeblähten Film mit ‘zu viel’.

Fans freuen sich, dass der komplette Cast des 1. Teils auftaucht und die ganze Welt wieder zum Eintauchen einlädt. Eher unwichtige Sidekicks aus dem Vorgänger dürfen ran. So gibt es wieder eine Verflechtung aller möglichen Leute und eine Jagd nach Davy Jones’ Herzen. Es gibt diverse gute Kampfszenen, gegen den Riesenkraken oder zu dritt jeder gegen jeden um den Schlüssel zur Herz-Truhe. Das ist definitv sehr fein, doch problematisch wird es, wenn der Film ruhiger wird. Denn schließlich muss man mehr oder weniger vier verschiedenen Handlungssträngen folgen, die teilweise nicht mehr zusammenlaufen und so in einem (echt fiesen) Cliffhanger zum dritten Teil münden.

Sonst ist eigentlich alles gut. Die Musik und die Effekte, Jack Sparrow als Ein-Mann-Unterhaltungsmaschine. Andererseits bricht man mit dem ersten Teil und Elizabeth und Will werden ein wenig ‘piratiger’. Dadurch wird ihre Liebe unwichtiger und bildet auch keinen Rahmen mehr für den Brei vom ‘anderen Zeug’. So geht der rote Faden ein wenig verloren, die einzelnen Motivationen undurchsichtiger.

Nichtsdestotrotz wurde ich gut unterhalten. Es ist jedoch verständlich, wenn es mehr Leute gibt, die mit der Fortsetzung nicht mehr so warm werden wie mit dem Original. Es mangelt an denk- und erinnerungswürdigen Szenen.

Man muss natürlich den ersten Film gesehn haben, um irgendwas mit Teil 2 anfangen zu können. Wer Fan des gesamten Universums ist, wird jedoch auch seine Freude mit diesem Film haben und mit einem noch etwas beknackteren Jack Sparrow.

“Ist es nur mir aufgefallen, oder ist der Captain in letzter Zeit etwas merkwürdiger?”

 

Regie: Gore Verbinski (Mexican, Ring, The Weather Man, FdK 1)

Schauspieler: Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley

Bewertung: 

Mai 222011
 

Der Pirat und gemeuterte Kapitän Jack Sparrow (Johnny Depp) gelangt in die karibische Hafenstadt Port Royale. Dort will er ein Schiff kapern, um sein eigenes Schiff, die Black Pearl, zurückzuerlangen. Er wird ins Verließ geschmissen und muss mit zusehen, wie seine ehemalige Crew, angführt von Kapitän Barbossa (Geoffrey Rush) und von einem Aztenken-Fluch befallen, die Stadt überfällt und die Gouverneurs-Tochter Elizabeth Swan (Keira Knightley) entführt. Mit der Hilfe des Waffenschmieds Will Turner (Orlando Bloom) entkommt er und die beiden machen sich an die Verfolgung.

Das ist natürlich sehr grob zusammengefasst. Es passiert einfach sehr viel und teilweise zeitgleich. Man gewinnt aber (hoffentlich) einen gewissen Überblick über die Geschehnisse. Obwohl der Film mit den untoten Piraten in Fantasy abdriftet, bleibt er ein wirklich fesselnder und toll erzählter Abenteuerstreifen.

Im Grunde gibt es mehrere Plots, von denen aber zwei wichtig sind. Einerseits will Jack Sparrow mit allen Mitteln sein Schiff wiederhaben, andererseits will Will seine Elizabeth finden und erobern. Das hat ein wenig was von Romeo und Julia, wird aber nie kitschig. Dann spielt noch die Armee unter der Leitung von Commodore James Norrington eine Rolle, denn auf Piraterie steht die Todesstrafe. Die ehemalige Crew Sparrows möchte sich vom Fluch befreien, der sie zwar unterblich, aber auch unempfindsam macht.

So entstehen viele Verflechtungen zwischen den Charakteren, die im Prinzip alle glaubwürdig und entsprechend motiviert sind. Zudem gibt es die eine oder andere Wendung, die einem ein Lächeln aufs Gesicht zaubert. Der eine oder andere Twist ist clever und unterhält bzw. überrascht. Es gibt auch komplett nutzlose Jar-Jar-Binks-ähnliche Figuren, die den schnellen Witz durch dummes Gerede bringen sollen. Das kann man mögen, das kann man haßen. Mich hat es nicht gestört und es bringt vermutlich so etwas wie eine Verschnaufpause zwischen Kanongeballer, Wortgefechten und Säbelgerassel.

Die Dialoge sind oft sehr unterhaltsam. Wenn sozusagen Kämpfe mit dem Worte anstelle des Degens ausgefochten werden, da enorm viele Personen eigentlich gegeneinander arbeiten. So kann man viel lachen. Der Film schafft es aber, nicht lächerlich zu werden. Das allererste Auftreten des Jack Sparrow ist witzig und cool, trotz widriger äußerer Umstände und zurecht ein Klassiker der Filmgeschichte.

Eine wahre Botschaft transportiert der Streifen nicht, ist ja auch von Disney (haha). Die Liebe zwischen Will und Elizabeth ist nicht das, was man vom Film in Erinnerung behält, obwohl sie schon einen Rahmen für alles bietet. So ist die Handlung zwar durchaus komplex, aber nicht tiefgründig. Ein Abenteuer-Film eben und garantiert der beste Piraten-Film da draußen. Jack Sparrow ist das, was man am ehesten im Gedächtnis behält und womit man Johnny Depp lange in Verbindung bringen wird. Oft als metrosexueller Bandit mit Gleichgewichtsstörungen verunglimpft (spiegel, n24, tvspielfilm), ist er der Part, der dem Streifen seinen Stempel aufdrückt und der einen  so unsagbar sympathischen Antihelden gibt, ohne den der ‘Fluch der Karibik’ nicht funktionieren würde. Und das trotz diverser Charakter- und Alkoholschwächen.

Nebenbei erwähnenswert ist der wirklich tolle Soundtrack (Hans Zimmer), der viel zur Atmosphäre beiträgt. Der Rest stimmt auch. Die Schiffe, Kämpfe und die Zähne der Leute. Ich mag den Film, denn man kann sich über zwei Stunden lang in einer fremden Welt verlieren. Das gelingt z. Bsp. auch der ‘Herr-der-Ringe’-Trilogie, wobei das Piraten-Setting leichter zugänglich ist und weniger episch. ‘Fluch der Karibik’ ist somit grandios und uneingeschränkt emphelenswert. Gut vergleichbar erscheint mir das Ganze auch mit Indiana Jones. Jack Sparrow bringt einen jedoch häufiger zum Lachen als Indy:

Garde: “Sie sind der schlechteste Pirat von dem ich jemals gehört habe!”
Jack: “Ja, aber sie haben von mir gehört.”

 

Regie: Gore Verbinski (Mexican, Ring, The Weather Man)

Schauspieler: Johnny Depp, Orlando Bloom, Keira Knightley, Geoffrey Rush

Bewertung: 

Mai 192011
 

Eine gruppe christlicher amerikanischer Helfer will nach Birma, um dort medizinische Hilfe zu leisten. Schließlich findet dort gerade ein wenig Völkermord statt. Mit in der Gruppe ist Sarah (Julie Benz), die den verschlossenen Fischer / Schlangenfänger / Ex-Vietnam-Veteran John Rambo (Sylvester Stallone) überredet bekommt, die Gruppe über den Fluss von Thailand nach Birma zu schippern. Die illustren Helfer geraten dort dann jedoch in die Hände des Militärs. Rambo macht sich mit einer Gruppen Söldner auf, um Sarah und co. zu retten.

So, das ist dann auch die gesamt Handlung. Der Film ist mit 77 Minuten Laufzeit inklusive Intro und Outro auch wirklich sehr kurz. Aber unterhaltsam.

Stallone spielt den in sich gekehrten und zurückgezogenen Ex-Super-Elite-Kämpfer, der mit der Welt abgeschlossen hat, im Notfall aber noch einmal austeilen kann. Das ist natürlich ein laufendes Klischee und er erreicht teilweise Supermanhafte Unantastbarkeit. Aber was solls, er kann das eben. Und der Film lebt sowieso eher von seiner Brutalität und dem unglaublichen Gore-Level. Da sterben ungefähr 200 namen- und gesichtslose Asiaten. Doch was heißt sterben? Es fliegen Köpfe und Arme durch die Gegend, entstellte Körper und platzende Gliedmaßen, Pfeile in Gesichter und Messer in Mägen. Einfach unglaublich.

Und wer die ersten 70 Minuten für einigermaßen mäßig brutal und einfach für ein Dschungel-Abenteuer hält, der wird mit den letzten paar Minuten noch einmal so richtig weggepustet. Ich musste zum Schluss lachen, denn ich habe noch nie im Leben so viele Leute in so kurzer Zeit auf so brutale Art und Weise sterben sehen. Stallone (oder Rambo eben) steht hinter seiner Browning M2 Aircraft machine gun (Die Waffen im Film) und alles stirbt. RATATATATATATATATATATATATATATATATATATATA.

Wer das Ende sehen will und mit Spoilern leben kann und will, hier die ungeschnittene und hochgradig brutale Endsequenz: *Spoiler* Das Ende des Films….brutal!!!! *Spoiler*

So. Was hat man also? Eine einfache und nie wirklich spannende Handlung. Ganz ganz flache Charaktere. Ganz ganz viel Blut. Aber richtig viel Action und Testosteron. Kurz und knapp, mir hat der Film gefallen. Er ist einer dieser modernen 80er-Jahre-Hirnlos-Ami-Actioner, aber halt irgendwie gut gemacht. Man sieht die gesamte Brutalität und das Leid. Rambo rennt zwar wie in Teil 2 und 3 durch den Dschungel und ballert Leute weg, man sieht dieses mal aber den ‘angerichteten Schaden’. Am Ende soll er dann noch ein wenig reflektieren, als Rambo sich das Massaker von oben anguckt, das er angerichtet hat. Das ist aber nicht wirklich tiefgründig. Und meiner Meinung braucht dieser Film das nicht.

Ich mag den Film, weil er nicht mit Pseudo-Handlung gefüllt ist, oder mit irgendeinem Böse-Asiaten-gute-Amerikaner-Blödsinn. Die Söldner selber sind nicht sympathisch. Die bösen Burmesen werden dann mit Vergewaltigungen und Pädophilie noch überspitzt und so klar als das ultimative Böse definiert. Die Guten sind jedoch auch nicht alle strahlende Krieger in glänzenden Rüstungen. Rambo ist ein alter Mann, der eigentlich keinen Bock mehr auf soziale Kontakte hat. Die angeheuerten Söldner haben keinen Bock in irgendeinem Dschungel am Ende der Welt zu verrecken, sie wollen einfach nur Geld. Die christliche Helfertruppe ist einfach nur naiv und gerät aufgrund der rosaroten Brille in eine sehr prekäre Lage.

Viel hineininterpretieren sollte man wohl auch nicht in den vierten Teil der Rambo-Saga, dazu stirbt einfach zu viel. Der Zuschauer kriegt den vollen Überblick, es gibt keine zu hinterfragende Motivation. Allerdings eins ist klar: Wer mit ein paar Kumpels und Bier unterhaltsame 80 Minuten verbringen will, der hat mit ‘John Rambo’ eine wirklich gute Zeit. Wer Wert auf Story und ausgefeilte Charaktere legt, macht lieber einen gigantischen Bogen um Rambo und Sly, denn “Um den Krieg zu überleben, muss man selbst zum Krieg werden.” (Zitat aus Rambo 2).

Regie: Sylvester Stallone (The Expandables, Rocky 2 bis 5)

Schauspieler: Sylvester Stallone, Julie Benz, Matthew Marsden

Bewertung: 

Mai 062011
 

Thor (Chris Hemsworth) und sein Bruder Loki (Tom Hiddleston) sind König Odins (Anthony Hopkins) Söhne, wobei Thor der rechtmäßige Nachfolger auf den Thron ist. Als ihr Königreich Asgard von Eisriesen infiltriert wird, beschließt Thor Rache und zieht los, um den Kaltblütern eins auf die Mütze zu geben. Das endet dann jedoch damit, dass er für die Missachtung der Anweisungen seines Vaters auf unsere Welt verbannt und ihm sein Hammer Mjöllnir beraubt wird. Die Wissenschaftlerin Jane Foster (Natalie Portman) versucht ihm zu helfen.

So entwickeln sich dann 2 Handlungsstränge. Der eine verfolgt Thors tollpatschige Versuche, in unserer Gesellschaft zurechtzukommen. Zeitgleich greift sich Loki in der Märchen-Himmels-Welt Asgard die Krone und verfolgt seine eigenen Ziele, denn Odin verfällt in einen komatösen Schlaf. Deswegen berichtet der Film alterniered von beiden Geschichten, die dann letzendlich verschmelzen. Das ist tatsächlich gar nicht schlecht und gibt ihm ein gewisses Tempo. Mal sieht man unsere Welt und die Wüste, darin Thor mit ein wenig Slapstick und mehr oder weniger dümmlichen Sprüchen, die nicht in unsere Zeit passen. Dann wechselt man nach Asgard, eine wunderschöne Welt irgendwo im Weltraum und ernste Intrigen und Dialoge.

Die Handlung verdient keinen Preis, ist jedoch zweckmäßig und klar. Die grundlegenden Motivationen scheinen eindeutig, besonderen Tiefgang sollte man jedoch nicht erwarten. Die Beziehung der beiden Brüder bleibt unglaublich oberflächlich, genauso auch das Verhältnis zwischen Thor und Jane, das entfernt ein wenig an Tarzan und Jane erinnert (ich meine Greystoke). Auch dort wird ein gut aussehendes Unterwäschemodell in eine Welt gesteckt, in der es sich nicht zurechtfindet.

Ich persönlich kenne die Comic-Serie überhaupt nicht und weiß nicht wie stark sich der Film daran anlehnt. Insgesamt wurde ich jedoch anständig unterhalten. Es gibt Verfilmungen dieser Art mit mehr Tiefgang (ob ‘Spider-Man’ oder ‘Iron-Man’ oder ‘The Dark Knight’) oder auch mit mehr visuellem Bombast (‘Sin City’ oder ’300′ oder ‘Hellboy’). Die 3D-Effekte waren anständig und haben insgesamt ganz gut in alles hineingepasst. Asgard sah wirklich schön aus und in 3 Dimensionen auch noch ein gutes Stück plastischer.

Die einzelnen Charaktere bleiben größtenteils auch sehr grob skizziert. Die Figur von Natalie Portman z. Bsp. besitzt Emotionen, die man dann zwar hinnimmt, die dann jedoch schon sehr schnell auf einmal sehr intensiv sind. Unser Held Thor ist anfangs auch eher unsympathisch und überheblich und wird dann durch seine Verbannung auf die Erde geläutert. Der ganze Prozess der Katharsis findet auch sehr schnell statt und es gibt auch nicht richtig viele Schlüssel-Szenen, die zeigen, wie er auf den Boden der Tatsachen geholt wird. Das ist schade, denn gerade da hätte man vermutlich mit ein oder zwei Szenen locker Thor zu einem wirklich menschlichen Charakter machen können, mit dem man mehr mitfiebert.

Sympathien erweckt Thor hingegen dann durch gewisse lustige Momente, in denen dargestellt wird, wie er nicht in unsere Welt passt. Die können einem gefallen, jedoch auch missfallen. Das hängt ganz von den Ansprüchen an den Film ab. Ich glaube, wenn man sich dem ganzen hingibt, egal ob der eine oder andere Satz recht doof ist, wird man gut unterhalten. Dann kann man auch lachen. Thor ist einfach kein ernster Held, keiner mit tiefgründigen Motiven und edlen Idealen im Stile eines Leonidas oder eines Dark Knight (Batman). So ist ‘Thor’ eine leichte Action-Sommer-Comic-Verfilmung. Ich persönlich bin komplett ohne jeglichen Anspruch in den 3D-Film gegangen und wurde positiv überrascht. Es gibt keine denkwürdigen Szenen, an die man sich noch lange erinnern wird. Das Finale ist nicht wirklich Adrenalin-geladen. Aber man kann lachen und erlebt auch mal ein recht innovatives Fantasy-Setting rund um die alten germanischen Götter, das recht schick aussieht.

Ich kenne als 3D-Film nur Resident Evil Extinction, welcher ja selbt in 3D gedreht wurde. ‘Thor’ wurde wohl nur in 3D raufgerechnet. Ich bin, was das angeht, eher ein Laie, aber ein riesiger Unterschied ist mir nich aufgefallen. Für mich haben die 3D-Effekte hineingepasst und waren in Ordnung. Der Film lebt im Endeffekt nicht davon, es ist jedoch ein nettes Gimmick. Man gewöhnt sich schnell und findet mitunter auch gefallen daran.

Somit empfand ich ‘Thor’ als einen guten Film. Wie gesagt, wer auch nur im entferntesten tiefgründige Charaktere braucht, der wird mit Batman und (ganz besonders) den Watchmen viel viel glücklicher. Doch hin und wieder kann auch mit einem Lächeln aus solch einem Film hinausgehen, denn schließlich wurde man 2 Stunden lang gut unterhalten.

Regie: Kenneth Branagh (diverse Shakespeare-Verfilmungen, Gilderoy Lockhart in Harry Potter 2)

Schauspieler: Chris Hemsworth, Natalie Portman, Anthony Hopkins, Tom Hiddleston

Bewertung: 

Mai 032011
 

Frank McGuire (Richard Roxburgh) untersucht zusammen mit seinem rebellischen Sohn Josh und Carl, dem Financier der Expedition, eine Höhle in Papua-Neuguinea. Sie suchen einen unterirdischen Durchgang zum Meer. Durch einen Sturm wird der Aufgang nach oben versperrt und die Höhle füllt sich mit Wasser, sodass nur der Weg nach unten in unbekannte Höhlensysteme bleibt. 

‘Sanctum’ ist einer dieser Mensch-gegen-Natur-Filme. Hier vorrangig mit Taucheinlagen, gelegentlich wird auch mal geklettert. Natürlich gibt es auch hier eine Gruppe von Menschen, wobei einen nach dem anderen das Zeitliche segnet. Die Handlung ist somit simpel und leicht verdaulich, die Darstellung der jeweiligen Leichen weniger. So wird dem Streifen ein etwas härterer Touch gegeben.

Jedoch bleiben alle Figuren sehr oberflächlich und klischeehaft, einzig die Beziehung zwischen Vater und Sohn entwickelt sich ein wenig. Natürlich gibt es auch hier wieder einen Spinnner in der Gruppe der durchdreht und die anderen im Stich lässt bzw. hintergeht. Die eine oder andere Aktion der Protagonisten finde ich auch nicht überlegt oder auch gelinde gesagt dumm. Da ist der Tod vorprogrammiert.

Andererseits gefiel mir der Überlebenskampf ganz gut, denn Franks vorgehen wirkte stets überlegt und vorausschauend, wenn auch skrupellos. Unter Wasser und mit begrenzter Luft, Licht und Nahrung hat man halt keine Zeit, um Tote zu betrauern. Rein tauch- wie auch klettertechnisch wirkte der Film sehr realistisch und solide, was ihn zu einem Dokumentarfilm mit Spannungsbogen macht. Naturfreunden wird das durchaus zusagen, anderen weniger.

Überraschend ist, wie ähnlich sich solche Filme sind. Man nehme ‘Vertical Limit’. Auch dort gilt es, unter widrigen Umständen Menschenleben zu retten. Einer wird zum Bösen und riskiert die Leben anderer. ‘Der Flug des Phoenix’ ist auch so ein Vertreter, jedoch in der Wüste und (leider) mit Dennis Quaid. ‘Nordwand’, ’127 Hours’ und ‘Auf Messers Schneide’. ‘Into the Wild’, ‘Cliffhanger’, ‘Abyss’, ‘Am wilden Fluss’ und ‘Castaway’. Tja, da hat ‘Sanctum’ wohl ein wenig Konkurrenz in dem Genre. Wirkliche Tauchfilme gibt es jedoch nicht so viele, ausgenommen (das im Director’s Cut elend lange) ‘Abyss’. Den habe ich aber bestimmt vor 10 Jahren zum letzten Mal gesehen und wage hier kein Urteil oder gar einen Vergleich.

Wer auf Handlung verzichten mag, gerne auch Dokus guckt und selber schon mal klettern oder tauchen war, wird ‘Sanctum’ vielleicht ganz brauchbar finden, mir war das alles einfach zu hohl. 108 Minuten unterirdisch auf Tauchgang sind nun mal nicht für jedermann. Wer aber einfach mal Bock auf einen Abenteuer-Film verspührt, sollte dann lieber ’127 Hours’ oder das supergeile ‘Castaway’ schauen, die bieten mehr als das Allerheiligste (Sanctum übersetzt). Ein kleiner Geheimtipp: ‘Die Tiefseetaucher’ handelt zwar auch vom Tauchen, ist jedoch vielmehr eine Komödie mit Bill Murray und Owen Wilson und viel mehr Unterhaltungswert.

Regie: Alister Grierson (diverse Kurzfilme, Sanctum ist sein erster ‘großer’ Film)

Schauspieler: Richard Roxburgh, Ioan Gruffudd, Rhys Wakefield

Bewertung: 

Mai 022011
 

Arthur Bishop (Jason Statham) ist der beste Auftragskiller. Eines Tages muss er seinen eigentlichen Auftraggeber Harry McKenna (Donald Sutherland) umbringen. Daraufhin nimmt er dessen ziellosen und erfolglosen Sohn Steve (Ben Foster) unter seine Fittiche und bringt ihm das ‘Mechaniker’-Handwerk bei. Der kennt jedoch den wahren Mörder seines Vaters nocht nicht.

Ja, so viel Handlung ist nicht drin. Es werden noch ein oder zwei Twists verbaut, aber ansonsten handelt es sich um einen geradlinigen Action-Film. Und verdammt, ist der brutal. Das hat mich an einigen Stellen ein wenig überrascht, aber warum nicht?  Da kocht das Testosteron, da gibt es Kopfschuss um Kopfschuss und auch mal eine Harpune durchs Bein. ‘The Mechanic’ ist hart und versucht noch nebenbei ein wenig tiefgründig zu sein.

Da haben wir Jason Statham in seiner Parade-Rolle als abgeklärter Auftragsmörder, der lebt wie ein zurückgezogener Eremit (wie in Transporter). Dann bekommt er einen Auftrag, der sein geregeltes Leben durcheinander bringt (wie in Transporter). Das führt wiederum dazu , dass er jemanden bei sich aufnehmen muss (wie in Transporter), hier jedoch einen jungen Mann (nicht so wie in Transporter!). Die killen dann zusammen. Killer als Perspektive für Perspektivlose, um das Leben wieder in geregelte Bahnen zu lenken. Diese gewisse Pseudo-Philosophie versucht ‘The Mechanic’ zu verkaufen, warum aber im Endeffekt Arthur Bishop den einzigen Menschen umbringt, mit dem er eine Freundschaft pflegt, bleibt schleierhaft. Womöglich war auch in den 93 Minuten nicht genug Zeit, die persönlichen Gefühlswelten zu beleuchten.

Der Film nimmt dann zur Mitte hin Züge einer dieser Mentor-Schüler-Filme an, wie z. Bsp. Karate Kid, nur halt mit Waffen und einer Menge Blut und Leichen. Dieser anfängliche Mord am Anfang am eigenen Mentor hat mich dann auch stutzig gemacht und so dachte ich lange Zeit an mehr Tiefgang, der dann jedoch fehlte. Zurückblickend musste ich dann meine Erwartungen überdenken und komme zu dem Schluss, dass ich eine Menge Spaß hatte. Ja, man kennt den Jason Statham aus diversen anderen Filmen in der immer gleichen Rolle. Doch die ist eigentlich ‘cool’. Und der Brutalitätsgrad tut sein Übriges, um das Action-Herz höher schlagen zu lassen. Und auch wenn ich das Ende nicht supertoll fand, es blieb diese Jason-Statham-Coolness übrig, wenig Reflektion, aber diese Besonnenheit und Schlagfertigkeit in höchster Not.

Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, in welchem Umfeld man sich ‘The Mechanic’ reinzieht. Mit ein paar Bier und (männlichen) Freunden macht er sicherlich Spaß und ist ein netter Action-Film. Bei der Freundin oder Gattin wird man sich dann wohl keine Lorbeeren abholen dürfen, außer die ist Fan des Jason S. Ich muss auch sagen, es gibt deutlich schlechtere Filme dieser Art, dazu zählen vor allem viele Filme der letzten 10 Jahre mit Steven Seagal in der Hauptrolle. Und es gibt bessere. ‘Transporter’ gefiel mir mehr oder aber auch die beiden ‘Crank’-Filme. Wer ein bisschen mehr Substanz braucht, greift zu ’96 Hours’. Im Endeffekt aber hat mich ‘The Mechanic’ angemessen unterhalten und ich würde mir auch zu jeder Zeit wieder einen Statham-Actioner ansehen, denn da weiß man wenigstens, was man bekommt.

Regie: Simon West (Con Air, Tomb Raider, Wehrlos)

Schauspieler: Jason Statham, Ben Foster, Donald Sutherland

Bewertung: 

Mai 012011
 

Martin Harris (Liam Neeson) kommt mit seiner Frau nach Berlin, um an einem wichtigen Bio-Kongress teilzunehmen. Er vergisst jedoch seine Aktentasche am Flughafen und will dorthin schnell alleine zurückfahren. Allerdings erleidet sein Taxi mit der Fahrerin Gina (Diane Kruger) einen Unfall und er wacht erst 4 Tage später mit großen Erinnerungslücken aus dem Koma auf. Als Martin wieder alles in Ordnung bringen will, scheint ihn niemand wiederzuerkennen, sogar die eigene Frau nicht. Zusätzlich ist ein anderer Martin Harris aufgetaucht und hat seine Identität angenommen, sodass er selbst nicht mehr genau weiß, wer er eigentlich ist.

Daraus entwickelt sich dann ein sehr unterhaltsames Detektiv-Spiel quer durch Berlin. Liam Neeson als Mann ohne Erinnerung und verloren inmitten Fremder. Die Handlung hat mir sehr gefallen, sie war durchweg spannend und konnte am Ende noch mal richtig gut überraschen (ohne zu viel verraten zu wollen). Insgesamt war ‘Unknown Identity’ ein stimmiger Film, der von Anfang an zum Mitgrübeln einlädt. Zusätzlich ist es immer eine Wonne als Berliner Berlin in einem Film zu sehen und all die verwendeten Schauplätze zu kennen (Straße des 17. Juni, Adlon, Hauptbahnhof, Berliner U-Bahn & Tram).

Liam Neeson gefällt mir zusehnds mehr bzw. die Rolle die er verkörpert. ‘Unknown Identity’ erinnert ein wenig an ’96 Hours’, ist jedoch nicht so ein Action-Film sondern vielmehr ein Crime-Mystery-Action-Gemisch. In beiden Streifen hat seine Figur eine nachvollziehbare Motivation und erweckt Sympathie. Gefallen hat mir auch Bruno Ganz als alter Ex-Stasi-Schnüffler, der ein wenig Ost-Flair versprüht hat.

Überhaupt weiß ich nichts, worüber ich großartig meckern könnte. Es ist vielleicht vielmehr die Verwöhntheit von ähnlichen Filmen, die ‘Unknown Identity’ nicht herauragend macht. So gibt es keine spannenden Dialoge, aber die vermisst man auch nicht wirklich. Vielleicht war auch das Ende nicht zu 100% überzeugend, denn eigentlich wird vor dem Finale eine moralische Frage aufgeworfen und dann nicht ganz zu Ende gedacht, sodass Liam Neesons Figur nicht das letzte Quentchen Zuschauer-Sympathie erreichen kann. Das macht ‘Unknown Identity’ ein wenig flacher als er hätte sein können.

Es ist natürlich kein weltbewegender Film, den man hier serviert bekommt, aber so stelle ich mir zumindest gute Unterhaltung vor. Man langweilt sicht über die 113 Minuten nicht und fiebert der Auflösung entgegen. Großartige Komplexität erreicht die Identitäts-Sucherei natürlich nicht und die ‘Bösen’ bleiben farblose und unwichtige Statisten, doch das stört den durchweg guten und stimmigen Gesamteindruck nicht. Ein ‘Die üblichen Verdächtigen’ oder ‘Fight Club’ stechen mehr heraus was die Story angeht und die Bourne-Trilogie ist packender, aber mit einem netten Mix aus beidem kann man auch anständig leben.

Regie: Jaume Collet-Serra (House of Wax, Goal II, Orphan)

Schauspieler: Liam Neeson, Diane Kruger, Bruno Ganz

Bewertung: