New Kids Turbo (2010)

Die 5 Freunde Robbie, Barrie, Gerrie, Richard und Rikkert werden alle aufgrund ihrer Lebenseinstellung fristlos entlassen.  Arbeitslos und frustriert beschließen sie, einfach für nichts mehr zu bezahlen. Stattdessen wird geklaut und ‚geliehen‘. Dadurch lösen sie eine kleine Revolution in den Niederlanden aus und geraten ins Visier der Behörden.

Wirklich wichtig ist die Handlung nicht. Oder besonders sinnvoll. Aber darum geht in New Kids auch nicht.

New Kids ist eine holländische TV-Serie, die seit 2007 auf 101 TV ausgestrahlt wird (und auf Comedy Central in Deutschland). Darin geht es um die gleichen 5 Protagonisten und ihren Alltag. In kurzen ca. 3-minütigen Sketchen geht um die Prollbande und ihre Abenteuer. Ich persönlich mag die kurzen Episoden, sie sind zwar hohl, aber sehenswert. Natürlich ist das nichts für jedermann, aber kennt man die Serie, kennt man auch den Film. Man kriegt, was man erwartet, nicht mehr und nicht weniger. Auf youtube und Konsorten findet man genug Episoden.

Wer damit schon nichts anfangen kann, sollte dringend die Finger von ‚New Kids Turbo‘ lassen, denn glücklich wird man dann mit der Action-Komödie nicht. Die ist quasi ein 80 Minuten langer New Kids Sketch mit ein wenig Story. Und das ist meiner Meinung auch das größte Problem des Films. Es mangelt an Substanz. Im Endeffekt guckt man nur weiter, um den nächsten dummen Scherz zu sehen. Das wird dann zum Ende hin fade und eintönig. Besonders das Ende mit einer ‚großen‘ Schießerei ist die Spitze des Klamauks und hätte vielleicht ein wenig mehr herausholen können. Vielleicht erwarte ich aber auch einfach nur zu viel. Denn New Kids versucht an keiner Stelle mehr zu sein als es ist, nämlich eine Comedy über 5 Proleten.

Man könnte gut eine Paralle ziehen zu Michael ‚Bully‘ Herbigs Filmen ‚Der Schuh des Manitu‘ und ‚Traumschiff Surprise‘. Auch diese Komödien entstanden aus kurzen Sketchen und wurden auf Kinoformat gedehnt. Das gelang mit dem Indianer-Setting in überragender Manier während der Sci-Fi-Ableger mehr oder weniger bei weitem nicht an den Vorgänger herankam. ‚New Kids Turbo‘ schlägt für mich eher in die Richtung von ‚Traumschiff Surprise‘. Die Gags sind teilweise einfach viel zu flach. Und naja, mir wars teilweise einfach zu doof. Nichtsdestotrotz gefällt mir das Serien-Format, aber der Film hat mich nicht umgehauen. Ich wurde unterhalten, aber im Gedächtnis bleiben wird mir ‚New Kids Turbo‘ leider nicht.

Fans der Serie finden den Film gut oder ok, für jeden anderen ist das stupider Müll. Wer richtig guten Klamauk  sehen will, der sollte die Trilogie ‚Die Nackte Kanone‘ mit Leslie Nielson in der Rolle seines Lebens sehen, oder eben ‚Der Schuh des Manitu‘. Die kriegen den Spagat zwischen Unterhaltung und Witz-an-jeder-Ecke besser hin, ohne ins Lächerliche abzurutschen. Aber wie gesagt, wer New Kids liebt, macht mit dem Film auch nichts falsch, Junge.

Regie: Steffen Haars & Flip Van der Kuil (wie in der Serie)

Schauspieler: Huub Smit, Tim Haars, Wesley van Gaalen, Steffen Haars, Flip van der Kuit

Bewertung: 

Drive Angry (2011)

John Milton (Nicolas Cage) ist auf dem Weg, um Sektenführer Jonah King zu töten, denn der hat schließlich Miltons Tochter ermordet und will das jetzt auch mit seiner Enkelin, die noch ein Baby ist, tun. Ihm schließt sich auf dem Weg die junge Piper (Amber Heard) an, die frisch gekündigt hat und in Florida ein neues Leben anfangen möchte. Beide werden noch vom Buchhalter (William Fichtner) verfolgt, der auch über Leichen geht.

Lustigerweise steht in vielen Zusammenfassungen im Internet, dass Milton aus der Hölle stammt und quasi aus der Hölle flüchtet um kurz Rache zu üben und die Enkelin zu retten. Doch in ‚Drive Angry‘ wird sehr sehr lange Zeit ein Geheimnis darum gemacht. Darauf kommt man (als ahnungsloser Zuschauer) eigentlich schon viel früher, die dumme Piper braucht dann noch ein wenig, um das zu checken. Der Buchhalter ist natürlich der Buchhalter des Teufels und muss Milton wieder einfangen. Das mag an sich noch alles in Ordnung sein, aber der Rest der Story um die Satanisten-Sekte ist so ein totaler Blödsinn. Der Film will auch nicht wirklich tiefgründig, sondern eher ein Action-Baller-Movie sein im Stile von ‚Shoot ‚Em Up‘. Und wahrlich, eine komplette Szene ist eine 1-zu-1-Kopie aus dem guten Film mit Clive Owen. Eigentlich eine Frechheit, zumal Nicolas Cage (nicht nur in dieser Szene) so unmotiviert zu Werke geht. Einen Geschlechtsakt zu vollführen während man 10 bis 20 böse Schergen abknallen muss ist halt einfach nicht so spannend wie es früher einmal war.

Im Endeffekt ist ‚Drive Angry‘ ein Zwitter aus ‚Ghost Rider‘ (auch mit Nicolas Cage) und eben ‚Shoot ‚Em Up‘. Da wird nichts neu gemacht oder herausragend gut. Jedoch soll die genutzte 3D-Technologie durchaus gut sein, was ich jedoch nicht beurteilen kann (da kein 3D). Die Action-Sequenzen wirken meiner Meinung jedoch zu ‚cool‘. Man versucht hier einen Rächer aus der Hölle zu präsentieren, der ohne jegliche Emotion loszieht und zahllose Leute abknallt. Das mag gut aussehen, doch viel dahinter steckt nicht. Man hat zwar das Rache-Motiv, doch Nicolas Cage läuft stets mit dem gleichen nichtssagenden Gesichtsausdruck herum. Genauso wenig begeistert Piper, die nicht einen klugen Satz in dem Film sagt. Einzig und allein den Buchhalter fand ich nett, der kommt smart und lässig rüber.

Der Bösewicht und Sektenführer Jonah King (Billy Burke) ist auch weder besonders schlau oder sehenswert. Da bleibt nicht mehr viel, was den Film lohnenswert machen könnte. Ist 3D genug Rechtfertigung, um einen so eigentlich doofen Streifen ohne Charakter sehenswert zu machen? Ich finde nicht, und somit ist ‚Drive Angry‘ ein schwacher Aufguss von lustigeren Filmen dieser Machart. Wer mal keinen Bock auf viel Handlung hat und Action will, ist mit ‚Stirb Langsam 1-4‘ oder dem viel viel cooleren ‚Shoot ‚Em Up‘ deutlich besser dran. Da gibts Ähnliches mit Helden, die mehr Sympathie versprühen als ein abgehalfterter Nicolas Cage. Zusätzlich bieten die noch deutlich interessantere Bösewichte und eine (wer hätte das gedacht?) intelligentere (wenn auch nicht sehr viel mehr) Handlung. Der schlechteste Film ist ‚Drive Angry‘ sicher nicht, aber da gibt es um Längen bessere Streifen.

Regie: Patrick Lussier (Cutter für Scream I, II, III und Red Eye)

Schauspieler: Nicolas Cage, Amber Heard, William Fichtner

Bewertung: 

 

American Psycho (2000)

Patrick Bateman  (Christian Bale) arbeitet an der Wall Street und führt ein dekadentes Leben inmitten der Schickeria New Yorks. Doch alles was er tut und sagt ist letzendlich nur eine Maskerade, denn Patrick Bateman ist eine leere Hülle ohne besondere Emotionen. In seiner Verzweiflung über seine Lage fängt er an, zu morden und zu schänden. Die Story basiert auf dem Buch von Bret Easton Ellis, welches seinerzeit eine Weile lang auf dem Index stand (Klick).

Doch anstatt so in die Langweile abzudriften wie das Buch, gerät der Film zu einem munteren 102-minütigen Trip durch die Niederungen der menschlichen Psyche. Da wird viel Monolog dazu verwendet, all die kleinen Pflegemittel aufzuzählen, die Patrick tagtäglich aufträgt. Doch dies ist keineswegs langweilig, sondern sehr unterhaltsam. So hat jede Szene Symbolcharakter.

Die Kürze des Films ist sein großer Trumpf. Das Buch fand ich wirklich schrecklich, sehr aufgebläht und langatmig. Auch hatten viele Szenen eine tiefere Bedeutung, waren aber viel zu langsam. Wo im Buch die Emotionslosigkeit weitestgehend Langeweile erzeugt, gibt es im Film viel mehr Abwechslung, wohl auch weil die Original-Handlung zusammengestaucht wurde. Eher eines der seltenen Beispiele, wo ein Film zu einem Buch besser ist als das Bucher selber.

Großartig ist auch Christian Bale. Er verkörpert einen emotionslosen Schönling ohne großartige Probleme im Leben. Immer wieder dringt der Wahnsinnn nach außen und baut sich langsam auf, bis er sich in einer großen verqueren und verstörenden Szenerie entlädt. Zusätzlich besitzt der Film ‚American Psycho‘ ein Ende, dass so durchdacht erscheint und auf so viele Weisen befridiegend und motivierend ist. Im Vergleich: Das Buch endet erst sozusagen 50 Seiten später und verpasst so, sich in irgendeiner Weise mit einem Twist zu verabschieden.

Patrick Bateman ist also eine Karikatur eines modernen Menschen, der nur noch für Äußerlichkeiten lebt und dessen einzige Befridiegung in der Auslebung tierischer Triebe besteht. Das ist kontrovers und in der Brutalität teilweise auch schockierend, doch gibt sich sowas im Film nie als hirnloser Splatter-Mist zu erkennen. Vielmehr gibt es eine Szene, in der Patrick jemanden mit einer Axt ermordet und im Hintergrund läuft ‚Hip to be Square‘ von Huey Lewis and the News, während er selbst sein sinnloses Fachgelaber über Musik zum Besten gibt. Das sind so herrliche Gegensätze zwischen Alltag und kaltblütigem Morden, dass man sie nie als ernsthaften Saw-Tötungs-Akt betrachtet.

Ich halte den Film in seinem Gesamten für sehr intelligent und durchdacht. Er ist nicht wirklich spannend, aber dennoch sehr unterhaltsam. Eine Persiflage auf das moderne Leben und die 90er mit viel Liebe zum Detail. Es gibt keine zufälligen Dialoge, nichts passiert einfach so. Hinter allem steckt ein Motiv und eine Überlegung, die ‚American Psycho‘ zu einem wunderbaren Film machen. Wer auf intelligente Satire steht, macht sicherlich nichts falsch. Ein ‚American Beauty‘ oder ‚Fight Club‘ schlägt ungefähr in die gleiche Bresche.

Regie: Mary Harron (I Shot Andy Warhol, The Notorious Bettie Page)

Schauspieler: Christian Bale, Jared Leto, Reese Witherspoon, Justin Theroux

Bewertung: 

 

World Invasion: Battle Los Angeles (2011)

Ein Meteoritenschauer entpuppt sich leider als hochgradig aggressive Alien-Invasion. Sgt. Michael Nantz (Aaron Echkart), der eigentlich am Tag der besagten Invasion sich von den Marines verabschieden wollte, muss nun doch noch einmal mit einer jungen Truppe auf einen Einsatz, um Zivilisten aus dem völlig verwüsteten L.A. zu retten.

Jawohl, handlungstechnisch ist das so ziemlich alles. Die ersten 3/4 des Films bestehen aus der Rettungsmission und dem Lauf gegen die Zeit, denn man muss die Zivilisten evakuieren, bevor das Gebiet bombardiert wird. Das ist alles noch schön und gut, man fühlt sich erinnert an ‚Black Hawk Down‘, nur halt mit Robo-Aliens. Nebenbei wird noch unter Beschuss und noch mehr Zeitdruck vor Ort ein Alien seziert und seine Schwachstelle ausfindig gemacht. Wer bitte, der sich verschanzt und kurz davor steht, von Feinden angegriffen zu werden, nimmt sich die Zeit, um noch an einem Außerirdischen rumzuschnippeln? Scheinbar US-Marines.

Und so geht es eigentlich primär um das Squad, das sein Land verteidigt. Die Gruppe muss zusammenhalten, Verluste hinnehmen und dem scheinbar übermächtigen Feind ins Gesicht sehen. Also quasi ein Remix aus ‚Black Hawk Down‘ und ‚Independence Day‘. Es wird versucht, die einzelnen Mitglieder kurz vorzustellen und sie in einen menschlichen Kontext zu packen. Bei ungefähr 10 Leuten ist das aber nicht so wirklich erfolgreich. Ich zumindest hab mir kaum einen Namen eingeprägt und wusste auch hin und wieder nicht mehr so richtig, wer denn jetzt eigentlich noch alles am Leben ist.

Die Kamera wackelt, überall wird geballert und man soll sozusagen mittendrin im Geschehen sein. Die Anfangssequenzen, in denen erst alle mitbekommen, was da überhaupt vor sich geht, finde ich ganz ansprechend. Die kennt man aber auch alle aus dem Trailer, der es eher schafft, Emotionen hervorzulocken, als der Film selber. Ganz nett schaut auch das zerstörte Los Angeles aus: brennende Ruinen und ein Haufen Schutt, ähnlich wie in ‚2012‘. Überhaupt, die Stelle, an der das Squad einen Überblick über L.A. erhaschen darf, fühlt  sich auch an wie in dem Spiel ‚Call of Duty: Modern Warfare 2‘, wo man nach einem Anschlag vor dem zerstörten Washington steht.

Ganz grob gesagt: Der Film macht nichts wirklich neu. Es gibt keine spannende, innovative Idee. Alles hat man schon mal irgendwo gesehen. Es existiert praktisch keine Handlung, nur eine Mission. Und ein Feind, dessen Motivation eher egal ist. Das wichtigste ist die Einheit und ihr Kampfwille. Bis zum letzten zu fighten, sich zu opfern und für jeden anderen in der Not einzusprigen. Patriotisch, nicht wahr? Man hätte überall einen Bogen schlagen und zeigen können, dass Krieg niemals gut ist, egal wer der Feind ist. Doch ‚Battle Los Angeles‘ verschließt sich hier, denn dafür ist keine Zeit, oder auch nicht genügend Drehbuch vorhanden. Es findet null Reflexion statt, kein Leitmotiv. Lediglich heldenhaftes Soldatentum. Da hatte sogar ‚Independce Day‘ mehr Message. Mit ein wenig angedeutetem Sub-Plot um die Person von Aaron Eckhart wird noch versucht, den Figuren mehr Tiefe und Emotionen zu verleihen, doch das ist nicht viel mehr als Nebensache.

Und dann kommt das letzte Viertel. Das Ende. Und für so einen Film ist es mitunter nicht leicht, ein gutes Ende zu finden. Aber ich empfand das Finale als sehr enttäsuchend und wenig sinnvoll. Einfach nur ein Abklatsch zu anderen Filmen dieser Art. Sogar ‚Mars Attacks‘ hat eine ähnliche Struktur, die zu beschreiben jedoch in einem harten Spoiler enden würde. Schließlich noch die allerletzte Szene, die eine 1 zu 1 Kopie einer Szene aus dem Film ‚Swat‘ (auch mit Michelle Rodriguez) ist (wer beide Filme kennt, versteht was ich meine). Das fand ich unglaublich doof. Deswegen halte ich ‚WI: BLA‘ für nicht viel mehr als einen amerikanischen Kriegs-Durchhalte-Film. So motiviert man Soldaten im Irak erfolgreich, auch bei Aussichtslosigkeit weiter zu machen. Das ist schade, denn der Trailer ist super. Mit bewegender Musik und total bewegenden Szenen, Mutlosigkeit und Verzweiflung. Doch hier verpufft alles ein wenig.

Was bleibt einem also von diesem Streifen im Kopf? Erstens, dass Alien-Invasoren die USA tunlichst meiden sollten, denn die haben die besten Soldaten. Zweitens, dass jedes Alien einen Schwachpunkt besitzten MUSS, den unsere tapferen Krieger immer ausfindig machen werden. Wer also auf viel Story zugunsten von Kampf-Geballer mit vielen Explosionen usw. verzichten kann und wem ‚Independence Day‘ noch heute als Top-Film erscheint, der wird mit ‚WI: BLA‘ nicht viel falsch machen. Im Großen und Ganzen fand ich den Film mittelmäßig. Man wird unterhalten und langweilt sich nie. Aber vieles ist so leer und nicht vollständig durchdacht, dass dieser Streifen auch nicht lange im Gedächtnis hängen bleibt. Das finde ich traurig, denn wie gesagt, den Trailer fand ich spitze. Doch wie sagt man so schön: Man darf ein Buch nicht nach seinem Einband bewerten.

Wer ähnliche Filme sucht, die besser sind, dem emphele ich das tolle ‚District 9‘ oder sogar ‚Starship Troopers‘. Die erzählen eine bei weitem befriedigendere Geschichte.

Regie: Jonathan Liebesman (Der Fluch von Darkness Falls, Texas Chainsaw Massacre: The Beginning)

Schauspieler: Aaron Eckhart, Ne-Yo, Michelle Rodriguez, Cory Hardrict

Bewertung: 

The Green Hornet (2011)

Britt Reid (Seth Rogan) wächst ohne Mutter und distanziert zu seinem Vater (Tom Wilkinson) auf. Als dieser plötzlich verstirbt, muss er dessen Zeitungsimperium leiten. Da er dafür aber weder Lust noch Talent besitzt, tut er sich mit dem Automechaniker seines Vaters, Kato (Jay Chou), zusammen, um das Verbrechen auf den Straßen von Los Angeles zu bekämpfen. Der größte Gangster der Stadt ist Benjamin Chudnofsky (Christoph Waltz), der die gesamte kriminelle Szene kontrolliert.

Britt Reid ist eigentlich das totale Gegenteil eines Helden. Er hat keine Kräfte und auch keine wirklichen Talente, außer hin und wieder dümliches Gelaber von sich zu geben. Seine Tage bestehen aus Partys und Alkohol. Der wirkliche Superheld ist sozusagen sein Side-Kick Kato, der sowohl kampffähige Autos zusammenbastelt als auch versiert im Kampfsport ist. Das vollkommen ungleiche Paar versucht dann absichtlich, ‚The Green Hornet‘ als einen Bösewicht zu etablieren und so im Gegensatz zu den altbekannten Superhelden weniger verwundbar für andere Bösewichte zu sein. Das ist aber im Großen und Ganzen nicht wirklich relevant. Allzu fiese Dinge außer Vandalismus stellen sie nicht an. Ihre wirkliche Waffe ist das von Kato gebaute Auto ‚Black Beauty‘ mit allerhand Features, auf die sogar ein James Bond neidisch wäre.

Wirklich unterhaltsam ist der Schurke Chudnofsky, gespielt von Christoph Waltz. Natürlich bekommt der nicht so viel Screen-Time wie ein Hans Landa in Inglorious Basterds, jedoch erinnert man sich gerne an den charismatischen Osteuropäer mit einem Hang zu seiner Doppelwaffe zurück. Viel mehr wichtige Charaktere tauchen dann auch nicht mehr auf. Das ist auch nicht nötig, so tiefgründig ist die Handlung schließlich nicht.

Es ist auch nicht wirklich ein Buddy-Movie. Das Helden-Paar hat hin und wieder eine Konversation, aber es herrscht ein so starkes Ungleichgewicht zwischen den beiden, vor allem in den Fähigkeiten, dass sie nie zu 100% wie zwei Verbündete rüberkommen. Die Beziehung zwischen Kato und Britt bleibt somit leider ein wenig oberflächlich, zumal sich Britt ständig als den einen Helden zu verstehen gibt, obwohl er nicht wirklich für den Erfolg der beiden verwantwortlich ist.

Insgesamt fühlt man sich mit ‚The Green Hornet‘ stark an ‚Iron Man‘ erinnert. Auch dort gibt es einen reichen Mann, der Verbrechen jagt mit technischen Spielereien. Doch wo ein Tony Stark erst um sein Überleben kämpft, alles selber baut und eine starke Motivation wie auch Coolness besitzt, mangelt es daran in ‚The Green Hornet‘. Dort betrinken sich die beiden und beschließen so mir nichts dir nichts, Ganoven zu verhauen. Nun kenne ich die entsprechenden Comics nicht, aber der eiserne Mann ist einem dadurch sympathischer. Da kann ein Seth Rogan einfach nicht mit einem Robert Downey Junior konkurrieren. Wenn man jetzt noch Batman hinzunimmt, mit einem Christian Bale, dann ist die grüne Hornisse leider nicht mehr als ein B-Movie. Eine leicht Helden-Komödie mit der einen oder anderen interessanten Action-Sequenz.

Die Handlung des Films ist in Ordnung und logisch und bietet sogar einen Twist. Wo jedoch ein Batman und ein Iron-Man schon erwachsen sind, muss ‚The Green Hornet‘ erst im Verlauf des Films reifen. Das nimmt dem Streifen Seriösität und auch Komplexität, vor allem was die einzelnen Charaktere angeht. Insgesamt wurde ich jedoch gut unterhalten. Mit 2 Stunden Laufzeit ist ‚The Green Hornet‘ vielleicht sogar schon ein bisschen zu lang. Kürzer und knackiger hätte er vielleicht mehr aus der Superhelden-Masse herausgestochen. Vor allem mit so deutlich interssanteren und cooleren Verfilmungen wie Iron-Man und in erster Linie Kick-Ass, wo es ja auch um das ‚Möchtegern-Heldentum‘ geht.

Regie: Michel Gondry (Be kind rewind, Eternal Sunshine of the Spotless Mind)

Schauspieler: Seth Rogan, Jay Chou, Christoph Waltz, Cameron Diaz

Bewertung: 

Die Herrschaft des Feuers (2002)

Durch Bauarbeiten in London werden die seit vielen Jahren ruhenden Drachen wieder zum Vorschein gebracht und bringen die Menschheit an den Rand des Untergangs. Quinn (Christian Bale) und Creedy (Gerard Butler) leben verschanzt in einer Festungs-Siedlung unter widrigsten Umständen. Es mangelt an Nahrung und auch die ständige Gefahr vor den fliegenden Ungeheuern bestimmt den Alltag. Eines Tages taucht der Drachenjäger Denton van Zan mit seiner Truppe vor den Toren auf und ‚bittet‘ um Unterkunft.

Es ist also ein apokalyptischer Film, der in diesem Szenario versucht, die Drachen plausibel zu erklären. Z. Bsp. wie diese Feuer spucken können oder auch warum sie in älteren Mythologien auftauchen. Insofern wird man in diese Welt durchaus gut hineingeleitet. Man sieht wie die Menschheit beinahe auf den technischen Stand des Mittelalters zurückgeworfen wird und das Überleben in dieser feindlichen Umgebung von Dreck und Gefahr geprägt ist. Christian Bale in seiner Rolle als Quinn leitet das Dorf, regelt den Alltag und organisiert das Zusammenleben. Das erinnert ein wenig an seine Rolle in Terminator: Salvation. Ist er als einziger dazu in der Lage, die Menschheit aus der Unterdrückung durch eine höhere Macht zu führen? Auf keinen Fall. Er ist passiv, will sich eingraben und abwarten. Man scheut den Kampf, sowohl aus Angst und Respekt als auch aufgrund der beschränkten technischen Möglichkeiten.

Dann taucht der wilde Amerikaner Denton van Zan auf. Schwer bewaffnet und erfahren im Kampf mit den Ungetümen. Jedoch besitzt er, so verrückt er auch sein mag, die Vision, den Kampf mit den Drachen aufzunehmen und sich nicht zu verkriechen. Da er aber alles andere als ein guter Mensch ist, entsteht ein gewisser Konflikt. Welche der beiden starken Figuren unterstützt man nun als Zuschauer? Natürlich ist Quinn der ‚Gute‘, doch auch er gibt sich irgendwann dem Kampf hin, denn die Situation ist unmöglich hinzunehmen und auszusitzen.

Und dadurch finde ich, dass der Film viel an Logik verliert. Das spürt man dann zum Ende hin. Man kann die Apokalypse exakt erklären und skizzieren, wenn dann jedoch die Protagonisten nicht in ihrem Rahmen sinnvoll handeln, wird das Geschehen flach. Christian Bale ist ein toller Schauspieler, den ich wirklich gut leiden kann. Doch mit seinem Alter Ego hier wird man nie so wirklich 100% warm. So fehlt irgendwo jemand, der dies alles trägt. Die Figur des Quinn ist nicht so wirklich heldenhaft. Er ist mehr oder weniger Opfer seiner Lage. Und der andere starke Charakter ist ein klischeehafter Waffennarr.

Auch der Rest der Besetzung ist durchaus namhaft, doch auch hier wird wieder teilweise auf unglaublich sinnlose Weise gestorben (der letzte, der im Film stirbt, verdient einen Preis für den dümmlichsten Filmtod). Andererseits ist das Visuelle durchaus gelungen. London als eine Ruine voller Drachen, viele dunkle Farben, viele dreckige Gesichter. Außer natürlich die eine einzige relevante Frau im Film, die sehr gut und gepflegt aussieht.

Für einen Film, der sich darum bemüht, diverse Sachen zu erklären und so realistisch zu erscheinen, ist das Ende irgendwie unbefridiegend. Im Finale wird viel geschlichen und wenig mit den Action-Möglichkeiten gearbeitet, die die Drachen bieten könnten. Und warum nimmt man eine Axt mit in den Kampf gegen ein haushohes Ungetüm? Es wird anfangs erwähnt, dass konventionelle Kriegsmaschinerie nichts gegen die Flugbiester ausrichten kann bzw. dass diese sich so schnell vermehren, dass man ihnen nicht Einhalt gebieten kann. Doch scheinbar können sich ein paar vereinzelte und verzweifelte Kämpfer behaupten. Merkwürdig. Es ist natürlich nicht ganz richtig, solche Dinge anzukreiden, denn schließlich will uns der Film eine Geschichte in einem fiktiven Szenario erzählen. Doch auch sowas könnte man mit einem etwas clevereren Drehbuch beheben.

Das Finale als solches ist dann auch nicht überwältigend spannend, es gibt weder Twists noch ein nachdenklich machendes Ende. ‚Die Herrschaft des Feuers‘ ist somit eher ein wenig geistreicher Action-Apocalypse-Survival-Film. Ich mochte das Szenario und die einzelnen Orte. Der Rest war jedoch im Großen und Ganzen nicht mehr als ok. Man wird schon ein wenig unterhalten. Doch es gibt eindeutig ähnliche Filme, die um Längen besser sind. Wem Endzeit-Szenarien gefallen, der wird mit ‚Children of Men‘ oder ’28 Days Later‘ mehr Freude haben. Jedoch sind aktuelle Drachenfilme eher eine Rarität, ausgenommen natürlich der Kinderfilm-Sektor.

Regie: Rob Bowman (viele Serien: Akte X (ach den ersten Film), Castle, Parker Lewis)

Schauspieler: Christian Bale, Matthew McConaughey, Gerard Butler

Bewertung: 

The Happening (2008)

Im New Yorker Central Park ticken die Leute plötzlich aus und begehen kollektiven Selbstmord. Das Phänomen weitet sich aus, und so beschließen der Lehrer Elliot Moore (Marc Wahlberg) und sein Kollege Julian (John Leguizamo), mit Sack und Pack das Weite zu suchen. Doch so einfach ist die Flucht vor der unbekannten Bedrohung nicht. Nebenbei muss noch die Beziehungskrise zwischen Elliot und seiner Frau Alma (Zooey Deschanel) gelöst werden.

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich die Namen der Protagonisten noch einmal nachschlagen musste. Kein einziger ist mir wirklich im Gedächtnis geblieben. Und so ergibt sich auch schon das erste wirkliche Problem von ‚The Happening‘ (Das Ereignis): die Figuren sind einem vollkommen egal. Man lernt am Anfang Marc Wahlbergs Charakter kennen, doch so richtig sympathisch ist er nicht. Und wirklich Zeit, sich mit ihm anzufreunden, bleibt in gut 1,5 Stunden auch nicht. Es passieren die Suizide, in den Nachrichten hört man von einem terroristischen Anschlag. Sein Kollege meint: Hey, lass uns nach Philadelphia fahren, dort sind wir sicher und außerdem hat das der Fresh Prince von Bel-Air auch schon gemacht. Ok! Und so schleift man sich in den Zug, nebenbei bekommt man die Beziehungskrise zwischen Elliot und Alma mit und bemerkt, dass auch das einem ziemlich egal ist.

Warum ist das so?

Zuallererst gibt es einfach mal keine Szenen mit den Charakteren am Anfang, die sie ’strahlen‘ oder eine gewisse Grundsympathie aufbauen lassen. Die Dialoge sind sehr flach, wenig geistreich und einfach nur Mobiliar. Es existiert kein Wortwitz, keine Idee. Und so ist es kein Wunder, wenn Mensch um Mensch stirbt und es einen kalt lässt. Zudem werden hin und wieder Figuren eingebaut, die kurz darauf sterben. Doch die sind so farblos und uninspiriert. Anführen möchte ich hier einen Soldaten, der daherkommt wie ein 17-Jähriger Bubi und trotzdem das Kommando angibt. Der verrückte Naturliebhaber, der 3 Sätze spricht und zufällig die richtige Vermutung hegt, warum das Ganze passiert. Eine kauzige und verrückte Oma, die auch 4 Sätze hat und für einen kurzen Schockmoment sorgt. Niemand, der einen sagen lässt: ‚Hoffentlich überlebt der / die das!‘.

Man kann sich auch streiten, dass Marc Wahlberg schlecht schauspielert. Aber das wäre nicht rechtens, denn mit dem Dialog kann man einfach nicht gut da stehen. Und so wirkt das ganze Filmchen doch so ziemlich lieblos zusammengeschustert. Es hat eine große Message, die dann irgendwie den Rest des Films, vor allem aber die Charaktere, erdrückt. In ‚Signs – Zeichen‘ ist alles ähnlich. Eine Katastrophe (dort eine Alieninvasion) ereignet sich, und dann wird eine Familie gezeigt,die daran fast zerbricht und damit umgehen muss. Doch in Signs hat man ein deutlich befriedigenderes Erlebnis. Mel Gibson und Joaquin Phoenix als ungleiche Brüder sind sympathisch. Marc Wahlberg ist weit davon entfernt, für irgendjemanden wichtig zu sein. Das zieht den Gesamteindruck runter. Seine Frau in ‚The Happening‘ wirkt distanziert und nicht anwesend. Es herrscht viel Leerlauf in den Beziehungen der einzelnen Figuren. Hinzu kommt, dass das Ende in solch einer Weise uninspiriert erscheint. Ich meine, es sterben ein paar millionen Menschen, doch dieser Fakt scheint nicht wirklich für irgendwen von Bedeutung zu sein.

Natürlich ist auch einiges ganz Interessantes an dem Film dran. Er enthält sozusagen eine Öko-Komponente, die zuerst im Verborgenen bleibt und im Nachhinein einen kritschen Blick auf den Menschen in seiner Interaktion mit der Natur liefert. Niemand kann ohne den Planeten Erde weiterexistieren. Doch auch hier ist wieder mit dem Ende des Films weniger geklärt als Fragen aufgeworfen werden. Ist die Liebe denn nun stärker als die Natur? Und warum erscheint einem das kleine Mädchen am Ende wie ein überflüssiger Beutel, den man überallhin mitschleppen muss? Warum werden 2 Kinder in die Gruppe eingebaut, um sie ganz einfach ohne Erklärung hinzurichten?

Ich finde, die Glaubwürdigkeit eines Films hängt stark mit den einzelnen Charakteren zusammen. Doch die sture Leere der Dialoge lässt praktisch jeden für nicht allzu wichtig erscheinen. Somit ist ‚The Happening‘ nichts weiter als ein schwacher Film, der selbst nicht so genau weiß, was er ist, Mystery-Thriller, Survial-Horror oder doch lieber ein Gesellschafts-Drama? M. Night Shyamalan hat mit ‚Signs – Zeichen‘, ‚The 6th Sense‘ und ‚Unbreakable‘ relative ähnliche Filme gemacht, die alle deutlich besser und vor allem cleverer sind. Ich würde eigentlich niemandem emphelen, sich ‚The Happening‘ anzusehen. Es gibt natürlich Schlechteres, aber wer auf Mystery steht, wird mit den älteren Werken Shyamalans glücklicher.

Regie: M. Night Shyamalan

Schauspieler: Marc Wahlberg, Zooey Deschanel, John Leguizamo

Bewertung: 

X-Men Origins: Wolverine (2009)

Logan (Hugh Jackman) und Victor (Liev Schreiber) sind zwei Mutanten-Brüder, die über Selbstheilungskräfte verfügen und nicht altern. Zusammen durchwandern sie Epoche um Epoche, bis sich ihre Wege trennen und nur über den blutigen Pfad der Rache wieder zuammenkommen.

Allzuviel mehr kann man über die Handlung auch leider nicht sagen, denn allzu viel ist nicht vorhanden. Der Anfang ist allerdings gut gelungen: Wie sich die beiden Brüder durch jeden möglichen Krieg kämpfen, Seite an Seite und ohne Schaden zu erleiden. Dann wird das ganze jedoch zusehends komplizierter und oberflächlicher. Das gesamte Drehbuch ist wohl der größte Schwachpunkt des Films, vieles ist einfach aneinandergereiht und vermisst jegliche Interaktion. Ein Beispiel: Logan erreicht zum Ende hin ein Labor, indem sich ein Wissenschafter befindet, den er umbringen möchte. Da taucht jedoch eine Totgeglaubte wieder auf. Und plötzlich beschließt er, er muss sofort gehen. Dann wird sie jedoch bedroht und er kommt doch nochmal wieder! Besonders an solch einer Stelle wird einem klar, wie unglaublich oberflächlich die einzelnen Personen sind. Jeglicher Bezug zum Zuschauer ist nicht vorhanden.

Was einen auch noch von den Protagonisten distanziert ist die einfach lieblose Art ihres Ablebens. Ein altes Ehepaar wird in die Story eingebaut, um nach wenigen Minuten kurzerhand weggeballert zu werden, ohne Kommentar durch unseren Helden. Das ist weder clever noch nachvollziehbar und alles andere als befriedigend. So spielt Will I Am ebenfalls einen Mutanten, der erst hilft, afrikanische Bauern zu lynchen, um ein paar Jahre später den geläuterten Heldenhelfer zu geben, den jedoch auch nach weniger Zeit und ohne große Beachtung von Logan a.k.a. Wolverine das Zeitliche segnet. Somit ist Wolverine nichts weiter als eine umherlaufende Actionfigur mit Krallen, oberflächlich und für manch einen auch ganz ‚cool‘. Der Rest der auftauchenden Mutanten ist ein bunt zusammengewürfelter Haufen von gesichtslosen und höchstens für einen Witz taugenden Nebenfiguren.

Die eine oder andere Actionszene hingegen macht auch einfach mal Spaß. Wolverine, der an einem Helikopter hängt und mit seinen Krallen den Rotor stutzt. Auch der Endkampf mag ganz lustig sein. Und doch, auch am Ende, wirkt die gesamte Erzählung unstimmig und dahingeschustert. Auch wenn das gesamte Mutanten-Universum um die X-Men nicht realistisch ist, so haben die drei X-Men-Filme durchaus eine logische Struktur und befriedigende Erzählweise. Das lässt X-Men Origins: Wolverine jedoch völlig vermissen. So entstand zumindest bei mir der Eindruck eines Spin-Offs zum schnellen Gelddrucken. Natürlich darf auch hier kein zweiter Teil fehlen.

Bei soviel Kritik muss man auch das eine oder andere Gute loswerden. Zum einen mochte ich die X-Men-Filme. Vieles in Wolverine ist ganz gut und sinnvoll verflochten mit der Trilogie, die ja nach ihm spielt. Es ist ganz schön, Charles Xavier oder Cyclops in jung zu sehen. Sozusagen ein Easter-Egg für Fans der gesamten Geschichte. Und auch die einigermaßen sinnvolle Aufklärung von vielen Dingen, die in X-Men 1 und 2 noch nicht ganz zu Ende erzählt wurden (wie Wolverine an seine Klauen gekommen ist z. Bsp.).

Insgesamt ist also Wolverine für Freunde der X-Men durchaus brauchbar. Mit ein paar Bier und Freunden kann man ihn sich schon mal antun. Im Grunde ist der Streifen jedoch ein schwacher und ohne viel Liebe erzählter Science-Fiction-Aufguss. Eher zu emphelen ist die X-Men-Trilogie an sich. Auch Iron Man 1 und 2 würde ich über Wolverine stellen, auch wenn er einer der coolsten Comic-Superhelden aller Zeiten ist.

Regie: Gavin Hood (Machtlos)

Schauspieler: Hugh Jackman, Liev Schreiber, Danny Huston

Bewertung: 

Buried (2010)

Es ist dunkel. Man sieht nichts, hört nur einen erschrockenen Mann, sich winden, schreien, schnell und laut atmend. Er findet ein Feuerzeug und ein Handy. Der Mann macht Licht und schaut sich um, um festzustellen, dass man ihn in einem Sarg lebendig begraben hat. Er schreit und schlägt, Panik. Das Handy ist auf die arabische Sprache eingestellt. Er fängt an, Nummern anzurufen. Seine Frau, seine Firma, das FBI. Doch wer genau ihn da reingesteckt hat, weiß er nicht so genau, bis ihn schließlich jemand anruft..

Paul Conroy, gespielt vom überragenden Ryan Reynolds, ist ein normaler Mann. Jemand wie du und ich. Und die Art und Weise, mit der einem das Gefühl der Enge und Panik vermittelt wird, ist sehr intensiv. Den Umständen ausgeliefert und mit seinen wenigen Mitteln, macht er das Beste aus seiner Situation. Und das so ein Film, der ungefähr eineinhalb Stunden in einer Kiste unter der Erde spielt und sich auch nicht in geringster Weise davon wegbewegt, so unterhaltsam sein kann, hätte ich nie gedacht. Die Kameraführung lässt einen ein konstant mulmiges klaustrophobisches Gefühl erleben. Und man leidet mit dem Begrabenen mit, will wissen, warum er sein Schicksal verdient hat oder man ihn retten kann. Und alzu viel mehr kann man nicht erzählen ohne die Handlung zu spoilern, die aufgrund der wenigen Orte und der geradlinigen Erzählweise sehr simpel ist, einen trotzdem emotional mitreißt.

Ryan Reynolds, den man aus Smokin‘ Aces kennen mag und sonst eher aus seichten Beziehungs-Filmchen, überzeugt. Er ist sympathisch, schuldlos und ein Normalsterblicher. Kein Geheimagent, kein Soldat. Insofern schafft es ‚Buried‘, ein wenig Abstand zum normalen Hollywood-Patriotismus zu gewinnen und das einsame und persönliche Schicksal einer einzelnen Person in den Vordergrund zu stellen. Der Überlebenskampf auf engstem Raum und gegen die Uhr, nur über ein Handy als Schnittstelle zur Außenwelt.

Außerdem muss ich das Ende an dieser Stelle loben, das mich noch einmal richtig weggehauen hat, trotz so simpler Mittel. Wer mal einen guten Thriller sehen möchte, ohne viel Action, Geballer und Explosionen und mit einer subtilen Botschaft, der wird mit ‚Buried‘ einen wirklich tollen Film erleben.

Regie: Rodrigo Cortés

Schauspieler (singular)Ryan Reynolds

Bewertung: