Nov 102010
 

Vor Jahren wurde Mackenzies Tochter entführt. Ihre letzten Spuren wurden in einer einsamen Hütte in der Wildnis gefunden. Jahre danach erhält dieser einen Brief von Gott, der ihn dazu einlädt, ein Wochenende mit ihm in eben jener Hütte zu verbringen.

Die Rahmenhandlung mit der entführten Tochter ist überaus spannend und auch bewegend. Auch die Gespräche mit Gott sind interessant. Der Erzählstil ist auch gut, man leidet in gewisser Weise mit dem Vater mit.

Die Anzahl der auftauchenden Personen ist überschauber und so ist die gesamte Handlung simpel und auch leicht verständlich. Für gläubige Menschen stellt das Buch sicherlich gut die Sicht auf Gott in unserer modernen Zeit dar bzw. stellt auch eine Art christlicher Weltanschauung vor.

Die Gespräche mit Gott ufern jedoch teilweise so aus, dass man Schwierigkeiten hat, ihnen ganz und gar zu folgen. Ich muss auch zugeben, dass mich nicht alle Dialoge überzeugt haben, teilweise habe ich mich aufgrund der sehr langen Unterhaltungen gelangweilt. In der Mitte des Buches passiert wirklich wenig, das Buch verliert ungeheuer an Fahrt.

Ich bin nicht gläubig, jedoch fand ich die Idee, Gott in dieser Hütte zu treffen, anfangs großartig. Das Problem jedoch ist, dass es viel zu fantastisch wird und meiner Ansicht nach viele wichtige Fragen nicht beantwortet werden. Das ist sicherlich nicht das Problem des Buches als viel mehr das der Religion, jedoch hat der Anfang mich in gewisser Weise hoffen lassen, dass grenzwertige Fragen des Christentums beantwortet werden können. Dem ist jedoch nicht so, ich wurde also enttäuscht.

Das Ende fand ich dann wieder bewegend und auch einigermaßen gut gelungen. Jedoch wird mehrmals erwähnt, dass das Buch dem Zwecke dient, einen Film zu finanzieren, was einen gewissen bitteren Beigeschmack bewirkt.

Insgesamt hat mich das Buch also nicht wirklich überzeugt, sodass bei mir ein gewisser scheinheiliger Nachgeschmack übrig geblieben ist. Die philosophischen Gespräche mit Gott verebbten in religiöser Naivität (meiner Ansicht nach zumindest). Auch die Verkomplizierung vieler Dialog macht das Verständnis nicht leichter, vieles wirkt auf mich konstruiert.

Grundsätzlich ist das Buch jedem Gläubigen zu empfehlen. Jedoch ist es weder sonderlich spannend noch wirklich überzeugend, ich halte es für eher naiv und somit insgesamt für schwach. Dies soll keine Kritik an der Religion sein, aber die zentrale Frage, mit der Mackenzie zur Hütte geht, (“Warum wird meine minderjährige Tochter entführt und umgebracht?”) wird, wie ich finde, einfach übergangen, und stattdessen nur alles Positive (Himmel, Liebe, …) beschrieben. Das finde ich bedenklich, deswegen ist das Buch mehr Schein als Sein. Ich würde es nicht noch einmal lesen wollen. Die Botschaft der Vergebung ist bei mir angekommen, trotzdem ist das Buch viel zu blauäugig und unkritisch.

Bewertung: 

 

 

Nov 102010
 

Regie: Oliver Stone (Wall Street, Platoon, Natural Born Killers)

Schauspieler: Shia LaBeouf, Michael Douglas, Josh Brolin

Handlung: In der Fortsetzung des ersten Teils aus dem Jahre 1987 kommt Gordon Gekko (Michael Douglas) aus dem Gefängnis frei, in dem dem er wegen Finanzbetruges 8 Jahre verbracht hat. Er hat nicht viel, zumal sich auch seine einzige Tochter Winnie (Carey Mulligan) von ihm abwendet. Da kommt es ihm gerade recht, dass Winnies Verlobter, Jake Moore (Shia LaBeouf), mit Gekkos Hilfe Rache an Bretton James (Josh Brolin) nehmen will, welcher verantwortlich ist für den Selbstmord von Jakes Mentor und Ziehvater Louis Zabel (Frank Langella). Klingt kompliziert, ist es aber bei Weitem nicht. Nebenher ereignet sich noch die Weltwirtschaftskrise und verändert das Leben der meisten involvierten Menschen.

Flüchtige Ähnlichkeit möchte man anfangs noch Shia LaBeouf mit Charlie Sheen im ersten Teil unterstellen, die beiden unterscheiden sich jedoch grundlegend. Währen Jake Moore bereits abgebrühter und wohlverdienender, junger Investmentbanker ist, muss Bud Fox sich erst noch von einem kleinen Schuabtreter hocharbeiten und quälen. Das ändert die Motivationen der beiden Rollen grundlegend: Im 1. Film war es noch der Drang und die Sucht nach Geld und Anerkennung, im 2. steht jedoch vielmehr die Beziehung Jakes zu seiner Verlobten sowie seinem Mentor im Vordergrund. Dieser wird in den Selbstmord getrieben, was ihn nach Rache sinnen lässt. So tritt der gealterte und vermeintlich gebrochene Gorden Gekko in Erscheinung und greift ihm unter die Arme, angeblich um der Tochter Willen.

Leider macht dies den Film in gewisser Weise kitschig und völlig überladen. Wo in Wall Street noch gezeigt wurde, wie schnell man die Karriereleiter hinunterfallen kann, wird nur in Wall Street 2 ein großer Brei aus Intrigen gekocht, ohne jedoch auch nur annähernd die wertvolle Botschaft des ersten Films zu transportieren. Schade eigentlich, denn gerade im Zuge der Finanzkrise hätte man die gierige Finanzwelt vor den Pranger stellen können. Das tut Oliver Stone jedoch nicht, und so sind wir als Zuschauer in einer endlosen Spirale von gierigen Kredithaien und Finanzblasen umgeben.

Wo Charlie Sheen noch den in gewisser Weise den sympathischen Anfänger mimte, ist Shia LaBoeuf irgendwie charakterlos. Das liegt bei weitem nicht an seiner schauspielerischen Leistung als vielmehr an der irgendwie eigenschaftslosen Rolle.

Sehr gut kommt jedoch wieder Michael Douglas rüber, auch wenn seine Rolle familiär aufgeweicht wurde und nicht mehr die Härte und Gefühlslosigkeit des ersten Teils versprüht. Man merkt, der Mann ist gealtert.

Vor allem dann zur zweiten Hälfte des Films wirkt der Film einfach nur ein wenig langweilig und überladen. In die langwierigen Interaktionen der Charaktere tritt plötzlich die Finanzkrise. So wirken einigen Szenen teilweise auf dokumentarische Art und Weise langweilig. Das hat in Wall Street 1 noch besser funktioniert. Auch das Ende war weit weniger überzeugend wie im ersten Teil und wirkte auf mich aufgesetzt.

Fazit: ‘Wall Street: Geld schläft nicht’ war als Film für mich ok. Freunde des ersten Teils freuen sich über den Gastauftritt von Charlie Sheen und der Immobilienmaklerin aus dem ersten Film. Auch hier gilt: Wer auf Spannung verzichten kann und auch mal 2 Stunden lang ohne großen Bumms Charaktere beim Interagieren erträgt ohne gleich einzuschlafen, wird den Film nicht unbedingt schlecht finden. Jedoch ist der Streifen so schnell wieder vergessen wie man ihn gesehen hat. Monunmentale Gesellschaftskritik, so sehr man es sich erhofft hätte, wird nicht geübt und irgendwie wird man dann doch den Gedanken nicht los, warum man denn ‘Wall Street’ hatte unbedingt fortgesetzen müssen.

Bewertung: 


Nov 102010
 

Handlung: Der Thriller spielt im Jahr 2025. Julian Orleys Firma ist es vor mehreren Jahren gelungen, einen Weltraumfahrstuhl zu bauen und so die Förderung von Helium-3 zu beginnen, mit dessen Hilfe alle Energieprobleme der Menschheit gelöst wären. Er begibt sich mit einer Gruppe von Reichen und Prominenten auf einen Urlaubstripp zum Mond.    Zeitgleich wird der in Shanghai lebende Online-Detektiv Owen Jericho damit beauftragt, die verschwundene Tochter eines Mannes zu suchen. Diese musste fliehen, weil sie an sensible Informationen einer unbekannten Organisation gelangt ist. Nebenher versucht die Journalistin Loreena Keowa, das missglückte Attentat auf den strategischen Leiter des untergehenden Ölkonzerns EMCO, Gerald Palstein, aufzuklären.

Alles greift dann auch noch ineinander über, die gesamte Handlung ist komplexer. Handlungsorte wie Shanghai, Berlin, London und der Mond zeigen eine globalisierte und technologisierte Welt von morgen.

Dieses Werk ist einer der globalsten Thriller, die ich je gelesen habe. Über diverse Kontinente hinweg bis in den Weltraum ist die Menschheit ineinander verflechtet, kommuniziert, agiert und manipuliert. Dabei weiß man nie, wem man vertrauen kann. Das macht die Geschichte spannend, zumal ich die Auflösung des Ganzen als glaubwürdig und gelungen betrachte.

Die Welt, die Frank Schätzing hier konstruiert, ist so deatiliert und auch nachvollziehbar vom technologischen Standpunkt, dass man das Buch in gewisser Weise als einen Ausblick auf eine bevorstehende Zukunft betrachten kann. Mir als Berliner war der Abschnitt der Handlung, der in Berlin spielte, überaus sympathisch, da Straßennamen eine gewisse Glaubwürdigkeit erzeugten. Überhaupt ist der Roman wahrscheinlich der Globalisierungs-Thriller schlechthin.

Auch die meisten Personen und ihr Verhalten erschienen mir realistisch, vor allem das Töten wird in keinster Form verschönigt und in all seiner Intensität, Abscheulichkeit und Sinnlosigkeit aufgeführt.  Und einige Figuren waren mir auch überaus sympathisch, vor allem da es keine Übermenschen gab, jede Person im Buch hat ihre Makel.

Es gibt Abschnitte im Buch, die sind so filmisch und spannend, dass einem der Atem stockt, speziell einer weiter am Ende, als plötzlich das momentane Geschehen aus der Sicht von drei oder vier Personen alternierend geschildert wird.

Insgesamt hat mir auch der Sprachstil gefallen, der für einen Thriller dieser Ausmaße oft gut für Spannung gesorgt hat. Viel Faktenwissen und gute Recherche kann man dem Werk zum Guten auslegen, jedoch auch zum Negativen…

Es findet eine Verfolgungsjagd statt oder ein Dialog, und ständig erklärt Schätzing die Dinge dahinter. Z. Bsp. unterhalten sich zwei Figuren, es fällt das Wort Internet, und der Dialog wird unterbrochen, um das Internet des Jahres 2025 zu erklären und wie E-Mails funktionieren. Das hat mich an manchen Stellen wirklich sehr wütend gemacht. Ich war an diesem Dialog interessiert und nicht an allem dahinter. Ab der Mitte bzw. nach dem ersten Drittel sind diese Lexikon-Passagen wirklich sehr nervig. Sie unterbrechen den Spannungsfluss teilweise enorm.

Außerdem stellt das Buch so viele Personen und Namen vor, dass einem schwindelig wird. Die Reisegruppe zum Mond wird gleich relativ weit am Anfang vorgestellt, und bei ungefähr zwei dutzend Personen und Lebensläufen ist das schwierig. Es gibt sage und schreibe !!!96!!! Personen im Buch, die mit Namen vorgestellt werden. Das ist alles andere als einfach zu verarbeiten, aber bei einem Buch dieser Ausmaße noch einigermaßen verträglich bzw. machbar.

Anzukreiden ist, dass es ein Register aller vorkommenden Personen mit kurzen Beschreibungen gibt, jedoch erst am Ende. Und dieses fiel mir erst auf, als ich mit dem Buch fertig war. Es hätte mir sicher geholfen, aber ein kleiner Hinweis weiter vorne wäre nett gewesen.

Ein weiter Punkt der Kritik ist, dass in manchen Passagen meine Fantasie heillos überfordert wurde. Es findet beispielsweise eine Verfolgungsjagd statt, die Protagonisten gelangen in eine Fabrikhalle, und diese wird detailreich über eine halbe Seite beschrieben. Das waren einfach viel zu viele Informationen, im Endeffekt wurden mir dann solche detailierten Beschreibungen dann zum Ende hin komplett gleichgültig, so anstrengend waren sie.

Fazit: Die Kritikpunkte hören sich schlimm an, ändern jedoch nichts an der Tatsache, dass dies ein erstklassiger Thriller ist, von beinahe epischen Ausmaßen. Die Thematik (nahe Zukunft) ist wirklich interessant, Spannung gibt es auch genug. Ein Buch für zwischendurch ist es allemal nicht.

Für Gelegenheitsleser ist “Limit” nicht zu emphelen. Wer jedoch angefangene Bücher beharrlich weiterliest, wird sein Vergnügen finden, zumal die hier konstruierte Welt wirklich zum Abtauchen einlädt. Einer der besten Beweise, dass Lesen eine ebenbürtige Alternative zum Fernsehen darstellt.

Auch Freunde der Wissenschaft und Technik werden diesem Werk so einiges abgewinnen können. Direkt Science-Fiction würde ich dem Buch nicht unterstellen, jedoch geht es auch schon ein wenig prophetisch in diese Richtung.

Ein guter Thriller, detailreich und groß. Nicht perfekt, aber definitiv gute Lektüre.

Bewertung: 

Nov 102010
 

An sich ein gutes Spiel. Endlich sieht Fifa wieder mal gut aus. Endlich ist die Ballphysik richtig gut. Wenn ich mich da noch an Fifa 09 zurückerinnere, dann ist das schon ein großer Schritt.

Was aber unverständlich ist: Während Konsoleros dieses Game schon vor einem Jahr unter dem Titel “Fifa 10″ zocken durften, kriege ich als PC-Spieler die 1 Jahr alte Version vorgesetzt. Denn für Fifa 11 hat EA einfach mal die 1 Jahr alte Konsolen-Version auf den PC gebracht und diese dann Fifa 11 getauft. An sich könnte es mir egal sein. Der Fun-Faktor ist enorm, die Dauer-Motivation ist riesig (ob Saison, Managermodes oder Be-a-Pro-Modus). Wenn man jedoch sieht, dass das Gras auf der anderen Seite des Zaunes grüner ist als das seinige, dann könnte man schon ein wenig neidisch werden.

Aber man darf sich ja nicht beschweren, man muss zufrieden sein mit dem wenigen, dass man hat. Insgesamt ist das Game für mich absolut super, einiges könnte immer noch besser sein. So gibts Online gerne mal Probleme, z. Bsp. heftige Laggs gegen einige Gegner. Warum man auch einfach aus Partien rausgehen kann, in denen man hinten liegt, ohne dass dies wirklich Konsequenzen hat, wird mir nicht klar. Schon doof, wenn man in der ersten Halbzeit brilliante drei Tore macht, damit der Gegner beim Seitenwechsel einfach “leavt”. Da vergeht einem die Freude.

Für Leute, die Fifa 11 nur online zocken wollen, ist das Game somit höchstens gut.
Ich persönlich spiele nur noch offline, ob eine Saison gegen den PC oder mit Freunden vor einem Bildschirm, da ist das Spiel auf jeden Fall super. Die Spieleranimationen sind wirklich gut, Spielzüge sind nicht mehr so monoton wie früher einst und das Spielgefühl toll, an Lizenzen (echte Spieler-/Vereinsnamen) ist Fifa nur schwer zu übertreffen. Wer jedoch schon Fifa 10 sein eigen nennt, den wird die Neuinvestition nicht unbedingt vom Hocker hauen, zumal dieses jährliche Update ein Vollpreisspiel sein soll.

Für Freunde des Fußballsports sicherlich eine der besten Simulationen auf dem Markt (neben Pro Evolution Soccer 11).

Bewertung: 

Nov 102010
 

Bud Fox, gespielt von Charlie Sheen, ist ein junger und aufstrebender Börsenmakler Mitte der 80er in New York. Aus einfachen Verhältnissen stammend, sehnt er sich nach dem großen Erfolg. Mit Hilfe einer Information seines Vaters gelingt es ihm, den Finanzhai Gordon Gekko (Michael Douglas) auf sich aufmerksam zu machen und von ihm unter die Fittiche genommen zu werden. Früher oder später muss Bud jedoch feststellen, dass Geld und Moral in der kapitalgesteuerten Gesellschaft nicht Hand in Hand gehen.

Der Film vermittelt einen Einblick in die Skrupellosigkeit damaliger wie auch heutiger Kapitalisten.  Die Botschaft am Ende hat mir persönlich   sehr gut gefallen. Außerdem vermittelt er sehr stark den Flair der 80er und ist wohl ein gutes Beispiel für das Lebensgefühl der damaligen Zeit.

Michael Douglas tritt in seiner Rolle als kalter und geldgieriger Geschäftsmann sehr überzeugend auf, auch Charlie Sheen schafft es den Part des Greenhorns bzw. Anfängers gut darzustellen. Man sollte jedoch keinen spannenden Thriller erwarten, der Film ist mehr eine Art Drama. Er lebt weniger von der Spannung als von den interessanten Charakteren und deren Interaktionen in einer Welt voller Betrug.

Für mich war Wall Street gut. Wer in Filmen auf große Spannungsbögen verzichten kann und wem z. Bsp. Streifen wie “Die Glücksritter”,  “Michael Clayton” oder “Die Firma” gefallen, wird mit Wall Street nicht enttäuscht werden.

Regie: Oliver Stone (Platoon, Natural Born Killers, An jedem verdammten Sonntag)

Schauspieler: Charlie Sheen, Michael Douglas, Daryl Hannah

Bewertung: 

Nov 092010
 

 

Mit der Leitfrage “Gibt es intelligentes Leben?” betrachtet Dieter Nuhr auf humoristische Weise diverse Bereiche des Lebens, beispielsweise beleuchtet er den Glauben und verschiedene Kulturen, immer wieder illustriert durch Fotos die ihn in aller Herren Länder zeigen.

Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben, die Spannweite der Themen ist wirklich groß, wobei Nuhr welterfahren und geradezu weise wirkt. Natürlich ist das Buch in keinster Weise ernst. Man muss jedoch seinen Humor mögen. Der ist gerne mal ein wenig subtiler und bei weitem nicht so “einfach” wie z. Bsp. bei Mario Barth.

Das Buch ist sehr kurzweilig und auch knackig, Leerlauf kommt nicht auf. Die Kapitel sind auch allesamt recht handlich, was kurzes Lesen für Zwischendurch begünstigt. Auch die wirklich gelungenen Fotos sind unterhaltsam und durch die Bank weg interessant.

So schnell wie man anfängt zu lesen, ist man auch schon wieder fertig. Andererseits hätte mehr Länge das Buch wahrscheinlich viel zu seicht gemacht.

Und natürlich ist Nuhrs Humor nicht unbedingt für jedermann, wer jedoch etwas mit seinen Auftritten anfangen kann, ist sicherlich mit dem Werk nicht falsch beraten.

Einen tiefgründigen Blick auf alles Weltgeschehen sollte man sich von dem Buch nicht versprechen, es ist allemal ein lustiges Buch welches viele unterschiedliche Themen “abgrast” und eher der Funktion der kurzweiligen Unterhaltung dient.

Wer Stand-Up Comedy mag und auch nur mal so kurz zwischendurch Zeit hat zum Lesen ist mit “Gibt es intelligentes Leben” garantiert nicht schlecht beraten. Sicherlich auch emphelenswert für Leute, die wenig mit Mario Barth anfangen können. Insgesamt doch etwas zu kurz finde ich. Allemal super.

Bewertung: 

Nov 082010
 

Web ist ein 29-Jähriger Ex-Lehrer, beheimatet in Hollywood, der nicht viel mit seinem Tag anstellt, außer seinem Kumpel Chev auf der Tasche zu liegen. Aus schwierigen familiären Verhältnissen stammend, fängt Web an, im “Clean Team” zu arbeiten, einer Reinigungsfirma für Tatorte. Dort beginnen seine Probleme erst so richtig. Web gerät in eine miese Gangster-Geschichte und auch zwischen die Fronten des Konflikts mit einer anderen Reinigungsfirma. Außerdem muss er seine Vergangenheit bewältigen, um endlich den Zynismus und das Negative aus seinem Leben zu vertreiben.

Web ist ein typischer Anti-Held, den sein eigenes Leben zu überfordern scheint. Trotz seines überaus dämlichen Verhaltens seinen Mitmenschen gegenüber und seiner unbeschreiblich großen Klappe ist er einem doch sympathisch.

Die ganze Handlung ist wirklich amüsant und nimmt stellenweise Züge eines Buddy-Movies an. Der Erzählstil aus Webs Sicht ist sehr gelungen. Viele Dialoge sind unglaublich witzig und ziehen sich durch das ganze Buch. Durch die vielen Gespräche erscheint einem das Buch sehr dynamisch, die Handlung wird ständig durch verquere Dialoge und Szenen vorangetrieben.

Zudem ist das Buch recht straff, rein von der Handlung gibt es keine Längen, Web und auch der Leser werden auf Trab gehalten (man kann das Buch locker in 3 Tagen schaffen).

Die Charaktere im Buch sind alle überaus real und niemand ist perfekt. Das hat mir in gewisser Hinsicht sehr gefallen. Man sieht den Kontrast, dass Hollywood keineswegs ein Ort ist, an dem Mich und Honig fließen. Der Beruf des Tatortreinigers ist auf jeden Fall kurios und auch wahrlich interessant beschrieben. So sieht man auch die häßlichen Seiten der Traumfabrik sozusagen.

Der Dialogstil ist gewöhnungsbedürftig. Nicht immer wusste ich, wer denn jetzt genau da redet. In 90% der Fälle ergibt es sich ganz simpel aus dem Kontext, aber manchmal half auch zwei oder drei mal lesen da nicht weiter.

Ich finde es zwar gut, das der Autor wirklich detailierte Routenbeschreibungen durch Hollywood bietet, doch haben sie mich in gewisser Hinsicht überfordert. Damit meine ich, dass man sich auf einer Autobahn bewegt und dann liest man, wie man auf eine gewisse Abzweigung abbiegt. Das Buch ist einfach nicht so lang, als dass man solche Orte mehrfach besucht und deswegen hat mich sowas eher verwirrt. Was aber kein großes Manko ist.

Insgesamt habe ich nicht viel zu meckern. Das Buch hat einen wirklich coolen Charme und das Positive überwiegt.

Ich halte CleanTeam als emphelenswert für alle, die damit Leben können, dass der Held der Geschichte ein Arschloch ist. Ein wirklich guter und oft zynischer Humor, ein cooler Erzählstil. Auch Blut fließt darin, es ist eindeutig kein Kinderbuch. Aber wem die normalen Krimis und Thriller auf die Nerven gehen, der sollte unbegingt mal dieses Werk lesen. Es ist zwar nicht mein Lieblingsbuch, aber wirklich super Unterhaltung.

Bewertung: