100 Million BC (2008)

Was macht eigentlich dieser blonde Bengel aus ‚Die blaue Lagune‘? Das Mädel aus diesem Insel-Romantik-Gedöns von 1980, Brooke Shields, kann immerhin auf eine relativ erfolgreiche Karriere in der amerikansichen TV-Landschaft zurückblicken (Lipstick Jungle, Hannah Montana, Nip/Tuck, Two and a Half Men, Die Wilden 70er, Susan). Doch wo hat man den blonden Schönling noch gesehen? Natürlich, in 100 Million BC! Nur ist Mister Blondi dort 28 Jahre älter und die Ansprüche ein kleines wenig niedriger.

Dr. Frank Reno (Michael Gross) hat eine Gruppe Soldaten in den 40ern zurück in die Vergangenheit geschickt. Nämlich 100 Millionen Jahre vor unsere Zeitrechnung. Dummerweise war sein Bruder Erik (Christopher Atkins) dabei und noch dümmererweise klappt das mit dem In-die-Gegenwart-zurückholen nicht mehr und so vergehen halt mal knapp 60 Jahre, bis man nun einen Trupp überkrasser Elite-Soldaten in die Vergangenheit schicken kann, um die Leute zu retten und alles wieder ins Lot zu bringen. Irgendwas geht dann noch schief und am Ende landet ein großer Fleischfresser aus der Urzeit im Los Angeles der Gegenwart und treibt dort seinen Schabernack.

100 Million BC ist ein wahrhaftiger Trash-Film. Das beginnt schon mit der Handlung, die weder vorne noch hinten so richtig Sinn ergibt. Am Ende wird ein Panzer aus dem zweiten Weltkrieg durch die Zeit geschickt, und keiner weiß so richtig warum. Die Armee der USA bzw. die Polizei von Los Angeles sind nicht vorhanden und ein umherstapfender Dino interessiert so ziemlich keinen. Um quasi den Verkehr darzustellen, wird ein Hummer-Truck  immer und immer und immer wieder verwendent. Ganz davon zu schweigen, dass das exakt gleiche Vehikel bereits von den Protagonisten gefahren wurde. Am Ende entwickelt sich der Film zu einem Werbevideo für das Joggen. Das ist einerseits löblich, weil gesund, andererseits jedoch unglaublich lächerlich. Weil nämlich vor 100 Millionen Jahren der Sauerstoffgehalt in der Luft viel niedriger war, sind die Leute, die in dieser Zeit lange gelebt haben, heute unglaublich athletisch und mindestens so schnell wie ein 20 Meter hoher Saurier. Wo die Handlung schon weit entfernt von sinnvoll ist, trumpfen die Special Effects zu einer unglaublichen Kakophonie des Grauens auf. Ein Soldat steht im Wald alleine und wir sehen, wie innerhalb von 0,5 Sekunden ein ziemlich schlecht gezeichneter Velociraptor ihn von hinten sachte in den Nacken beißt, um ihn mit Lichtgeschwindigkeit auf einen Waldspaziergang mitzunehmen. *Plupp*. Und so ziemlich jedes Urtier sieht aus wie von Kindergartenkindern mit Fingerfarben gezeichnet, animiert und produziert. Selbst zu Zeiten der Blauen Lagune wäre das schon komplett bescheuert gewesen.

Die letzten Szenen spielen dann noch ein wenig mit Zeitreisen und machen es auch nicht mehr besser. Obwohl mir der eine Twist zum Schluss für so ein nocht-nicht-mal-B-Movie geradezu genial erschien, verbleibt 100 Million BC auf seinem ununtertroffenem beschissenen Niveau. Dialoge und Schauspieler sind mies und alleine der Trailer lädt schon zum Schmunzeln ein. Wer schon alles gesehen hat, 85 Minuten Zeit hat und mal wieder „richtige“ Filme wieder genießen möchte, könnte mit Hilfe dieses Bodensatzes der Filmindustrie unterhalten werden. 100 Million BC ist nämlich schlechter als alles, was nachts über den Äther der privaten Sender flimmert und es lässt alle Filme von Nicoals Cage der letzten 5 Jahre wie kongeniale Meisterwerke wirken. Danke.

Regie: Griff Furst (Movin‘ In, Universal Soldiers (nichts mit Jean Claude Van Damme zu tun), 30 Days to Die)

Schauspieler: Michael Gross, Christopher Atkins

Bewertung: 

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